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Timur Turlov zum neuen FIDE-Präsidenten gewählt

Das Ticket Timur Turlov/Viswanathan Anand gewinnt die turnusmäßige Präsidentschaftswahl des Weltschachbundes FIDE. Der Präsident des kasachischen Schachverbandes wurde am 26. September bei der Generalversammlung im Rahmen der 46. Schacholympiade in Samarkand (Usbekistan) zum achten Präsidenten der FIDE gewählt. In der entscheidenden zweiten Wahlrunde erhielt Turlov 110 Stimmen, sein deutscher Herausforderer Wadim Rosenstein kam auf 85 Stimmen. Insgesamt nahmen 196 nationale Schachverbände an der Wahl teil.

Im ersten Wahlgang hatte Turlov mit 96 Stimmen genau 50 % der abgegebenen Stimmen erhalten, die erforderliche absolute Mehrheit damit jedoch um eine Stimme verfehlt. Rosenstein erreichte 76 Stimmen, der dritte Kandidat, Jan Henric Buettner (Deutschland), erhielt 20 Stimmen. In der Stichwahl zwischen Timur Turlov und Wadim Rosenstein gab es dann eine klare Entscheidung.

Turlov folgt auf Arkady Dvorkovich, der seit 2018 zwei Amtszeiten als FIDE-Präsident absolviert hatte. An der Seite des neuen Präsidenten steht der indische Ex-Weltmeister Viswanathan Anand als Deputy President. Der fünffache Weltmeister war bereits in den vergangenen vier Jahren stellvertretender FIDE-Präsident und hatte nach Dvorkovichs Ausscheiden interimistisch die Führung des Verbandes übernommen.

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Michael Stöttinger, Timur Turlov, André Vögtlin

„Wir sind alle eine Familie und werden weiterhin gemeinsam arbeiten. Das ist eine große Verantwortung und ein Votum für eine bessere Zukunft unseres Sports“, erklärte Turlov nach seiner Wahl. Er bedankte sich bei den Unterstützern seiner Kampagne und betonte, dass trotz unterschiedlicher Meinungen das gemeinsame Ziel im Mittelpunkt stehe: Schach weltweit weiterzuentwickeln und die nationalen Verbände zu stärken.

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Auch sein Vorgänger Arkady Dvorkovich gratulierte Turlov und wünschte ihm und seinem Team viel Erfolg bei der kommenden Arbeit. Ob es zu Veränderungen im Management Board der FIDE kommt, ist noch nicht bekannt, derzeit ist noch das von Arkady Dvorkovich bestellte Team tätig. Der neue FIDE-Präsident Timur Turlov hat auch eine enge Verbindung zum ÖSB: So ist sein Unternehmen, der Finanzbroker Freedom24, als General Partner ein wichtiger Unterstützer des ÖSB und auch mit ÖSB-Präsident Michael Stöttinger ist er geschäftlich und freundschaftlich verbunden. Der neue FIDE-Präsident war bereits mehrmals zu Gast in Österreich, unter anderem auch beim weltberühmten Opernball. Dem neuen FIDE Council gehört im Übrigen auch ÖSB-Präsident Michael Stöttinger als "Honorary Vice-President" an. Er freut sich sehr auf die Zusammenarbeit mit dem neuen FIDE-Präsidenten und dessen neuem Führungsteam.

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Turlov mit Gattin und Stöttinger beim Opernball


Das FIDE Council, oberstes Gremium der FIDE, wird 2026–2030 wie folgt besetzt sein:

Timur Turlov (KAZ) – President
Viswanathan Anand (IND) – Deputy President

Gewählte Vice Presidents:
Yuhua Xu (CHN)
Michael Khodarkovsky (USA)
Pavel Kolobkov (RUS)
Yassin Souleiman Hassan (DJI)

Vom FIDE-Präsidenten nominierte Mitglieder:
Luigi Maggi (ITA) – Treasurer
Bouchra Kadiri (MAR) – Secretary of the Council / Vice President
Mahir Mammedov (AZE) – Vice President
Carol S. Williams Pesqueira (ARU) – Vice President
Mykhailo Podolyak (UKR) – Vice President

Vom FIDE-Präsidenten nominierte Honorary Vice Presidents
Rustam Kasimdzhanov (UZB)
Javier Ochoa De Echaguen (ESP)
Fouad Fahmi Darwish (UAE)
Michael Stöttinger (AUT)

Von den Kontinentalverbänden gewählte Continental Presidents
Zurab Azmaiparashvili (GEO) – Europa
Benard Wanjala (KEN) – Afrika
Sheikh Sultan Bin Khalifa Al Nehyan (UAE) – Asien
José Antonio Carrillo (ESA) – Amerika

 

Zur Person: Timur Turlov

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Timur Turlov wurde am 13. November 1987 geboren und ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der international tätigen Finanzdienstleistungsgruppe Freedom Holding Corp., die an der NASDAQ börsennotiert ist. Das Unternehmen beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter und hat einen Börsenwert von mehr als 10 Milliarden US-Dollar.

Seit Jänner 2023 steht er an der Spitze des kasachischen Schachverbandes und hat als dieser einen enormen Aufstieg des kasachischen Schachs eingeleitet. Darüber hinaus ist er Gründungspräsident der 2024 ins Leben gerufenen International School Chess Federation (ISCF), die sich der Förderung des Schachs im Bildungsbereich widmet. Turlov unterstützt Schachturniere und Entwicklungsprojekte in Kasachstan und international. Unter seiner Mitwirkung wurden zahlreiche internationale FIDE-Veranstaltungen ermöglicht, tatsächlich ist er seit einigen Jahren der weltweit wichtigste Schachsponsor, insgesamt hat er bisher rund 40 Millionen USD für Schach ausgegeben!

Zusätzlich ist er Vorsitzender der Turkic Chess Association, in der die Schachverbände von Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Turkmenistan, der Türkei und Usbekistan zusammenarbeiten. Timur Turlov lebt in Kasachstan, ist verheiratet und Vater von sechs Kindern.

In seiner Bewerbung um das FIDE-Präsidentenamt setzte Turlov unter anderem auf die Digitalisierung des Schachs, die Förderung des Schulschachs sowie eine nachhaltige finanzielle und organisatorische Entwicklung der nationalen Schachverbände. (wk, Foto/Info: FIDE)

Website FIDE

1. Europäischer Schul- und Breitenschachkongress in Wien

Schach verbindet Menschen über Ländergrenzen hinweg. Genau diesem Gedanken folgend findet vom 21. bis 23. Mai 2027 in Wien erstmals der Europäische Schul- und Breitenschachkongress statt, der zugleich als 6. Österreichischer Schul- und Breitenschachkongress durchgeführt wird. Eingeladen sind Lehrkräfte, Trainerinnen und Trainer, Funktionärinnen und Funktionäre sowie alle Schachinteressierten, die sich über aktuelle Entwicklungen und bewährte Praxisbeispiele im Schul- und Breitenschach informieren und austauschen möchten.

Der Kongress richtet sich an Lehrkräfte aller Schularten, Schachtrainerinnen und Schachtrainer, Funktionärinnen und Funktionäre sowie an alle am Schul- und Breitenschach Interessierten. Internationale und nationale Referentinnen und Referenten präsentieren in Vorträgen und Workshops aktuelle Entwicklungen, bewährte Unterrichtskonzepte und innovative Ideen rund um Schul- und Breitenschach.

Ein besonderer Höhepunkt ist die internationale Ausrichtung des Kongresses. Durch die Kooperation mit der European Chess Union (ECU) konnten zahlreiche renommierte Vortragende aus dem Ausland für Wien gewonnen werden. Dadurch entsteht eine einmalige Plattform für den europäischen Erfahrungsaustausch und die Vernetzung im Schul- und Breitenschach. Neben bewährten österreichischen Konzepten werden erfolgreiche Projekte und neue Entwicklungen aus verschiedenen europäischen Ländern vorgestellt.
Begleitend zum Kongress findet wieder die Ausbildung zur Ö-Schachlehrerin bzw. zum Ö-Schachlehrer statt. Darüber hinaus bietet das Rahmenprogramm vielfältige Möglichkeiten zum fachlichen und persönlichen Austausch.

Weitere Informationen findet man in der Ausschreibung und erhält man bei Hans-Jürgen Koller (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). (wk, Text/Foto: Hans-Jürgen Koller)

Download: Ausschreibung (DE)

Olympiade: Gold für Usbekistan und China

Gastgeber Usbekistan sichert sich in der Schlussrunde der Olympiade in Samarkand mit einem 2,5:1,5-Erfolg gegen die Ukraine die Goldmedaille – wie schon 2022 in Chennai. Das Team holt 20 von 22 möglichen Punkten und leistet sich mit einer Niederlage gegen Deutschland nur einen Ausrutscher. Am Spitzenbrett erzielt Nodirbek Abdusattorov mit 8,5 Punkten aus elf Partien und einer Performance von 2869 das beste Ergebnis aller Spieler. Aber auch WM-Herausforderer Javokhir Sindarov (7/10), Nodirbek Yakubboev (7,5/10), Shamsiddin Vokhidov (2654) und Mukhiddin Madaminov (5,5/7) überzeugen mit herausragenden Leistungen.

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Titelverteidiger Indien sichert sich trotz einer 2:2-Punkteteilung gegen Ungarn dank der besseren Zweitwertung die Silbermedaille. R. Praggnanandhaa holt am ersten Brett ungeschlagen 6,5 Punkte aus zehn Partien. Weltmeister D. Gukesh erzielt am vierten Brett neun Punkte aus den ersten zehn Partien, verliert aber in der Schlussrunde gegen den Ungarn Gleb Dudin, der mit einer Performance von 2738 die beste Eloleistung an diesem Brett erzielt. Bronze gewinnt Deutschland dank eines 2,5:1,5-Erfolges gegen die Niederlande. Matthias Bluebaum holt den entscheidenden Sieg gegen Jorden van Foreest. Der Niederländer beendet das Turnier am zweiten Brett dennoch mit einer herausragenden Eloleistung von 2798 – ebenso wie der Chinese Wei Yi. Diese Leistung wird nur von Abdusattorov (2869) und Yagiz Kaan Erdogmus (2839) übertroffen.

Die Goldmedaille bei den Frauen geht an China. Das junge Team brilliert und kann es sich sogar leisten, vier seiner fünf besten Spielerinnen der Top-6 der Weltrangliste zu Hause zu lassen. Angeführt von Jiner Zhu bleiben die Chinesinnen ungeschlagen und gewinnen die Schlussrunde gegen Vietnam sicher mit 3:1. Kasachstan teilt mit Polen die Punkte, sichert sich aber dank der besseren Zweitwertung die Silbermedaille vor Indien. Damit kann Indien seinen Titel auch bei den Frauen nicht verteidigen, ist aber die einzige Nation, die bei dieser Olympiade zwei Medaillen gewinnt. Die beste Eloleistung des Turniers erzielt die Chinesin Jiner Zhu mit 2638, gefolgt von der Amerikanerin Carissa Yip (2601) und einer weiteren Chinesin, Miaoyi Lu (2576).

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Österreichs Teams mit wechselhaftem Abschluss

Für die österreichischen Teams verlaufen die Schlussrunden nicht nach Wunsch. Die Herren verlieren nach der Niederlage gegen Ungarn in Runde zehn auch gegen die Mongolei mit 1,5:2,5 und holen in der Schlussrunde gegen Singapur nur ein 2:2. Ein Punkt aus den letzten drei Runden wird der zuvor durchaus ansprechenden Leistung mit einem zwischenzeitlichen Platz im erweiterten Spitzenfeld nicht gerecht. In der zweiten Turnierhälfte werden insgesamt zu viele Punkte gegen eloschwächere Nationen abgegeben, um in der Tabelle weiter vorne zu landen. Am Ende belegen die Österreicher Rang 51.

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Die beste Eloleistung des Teams erzielt Konstantin Peyrer mit 2543. Das bringt ihm einen Platz unter den Top 10 der Brettwertung ein. Mit sechs Punkten aus acht Partien ist er zudem Österreichs Topscorer. Am Spitzenbrett startet Kirill Alekseenko mit 4/5 gut ins Turnier, fällt nach dem Ruhetag mit 1/5 aber deutlich zurück und bleibt unter seinen Erwartungen. Felix Blohberger erfängt sich nach zwei Niederlagen zu Beginn und holt danach starke fünf Punkte aus sieben Partien, darunter einen Sieg gegen den ehemaligen WM-Finalisten Peter Leko. Ebenfalls im Rahmen seiner Erwartungen bleibt Lukas Dotzer mit 5,5/9. Zwei Niederlagen in den Runden neun und zehn verhindern ein noch besseres Ergebnis. Valentin Baidetskyi findet trotz zweier Auftaktsiege nicht richtig ins Turnier und bleibt mit 3,5/8 deutlich unter seinen Erwartungen.

Das ÖSB-Frauenteam spielt eine starke Olympiade, wird für seine Leistungen aber nicht ausreichend belohnt. Eine 1,5:2,5-Niederlage gegen Serbien wirft die Mannschaft auf den 49. Platz zurück. Im Turnierverlauf gewinnt das Team alle fünf Begegnungen gegen eloschwächere Mannschaften und trifft gleich sechsmal auf Nationen aus den Top 17. Dabei gelingen mit Punkteteilungen gegen die Niederlande, Georgien und die Schweiz drei beachtliche Überraschungen. Drei weitere Matches gegen die Ukraine, Deutschland und Serbien gehen jeweils nur knapp mit 1,5:2,5 verloren – die Niederlagen gegen die Ukraine und Deutschland besonders unglücklich.

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Olga Badelka spielt am Spitzenbrett knapp unter ihren Erwartungen, vor allem, weil sie einige gute Möglichkeiten ungenutzt lässt. Eine starke Leistung zeigt Jasmin-Denise Schloffer am zweiten Brett. Mit 6,5/10 ist sie die Topscorerin des Teams. Über ihrer Eloerwartung bleiben auch Chiara Polterauer (5,5/10) und Emilia Deak-Sala (5,5/10). Elisabeth Hapala verpasst zwei Gewinnstellungen und muss sich mit 3/5 begnügen.

Insgesamt zeigen die ÖSB-Teams ansprechende bis sehr gute Leistungen. Die besonderen Bedingungen einer Olympiade, bei der sich die Platzierungen oft erst in den letzten drei Runden entscheiden, spielen diesmal allerdings den österreichischen Mannschaften nicht in die Karten. (wk, Fotos: FIDE bzw. Emilia Castelao)

Turnierseite, FIDE

Ergebnisse bei Chess-Results

Österreichs Teams mit Licht und Schatten – Frauen feiern zwei Siege

Österreichs Teams erleben nach dem Ruhetag bei der Schacholympiade wechselhafte Tage. Die Frauen feiern Siege gegen Schottland und Malaysia, müssen sich aber Deutschland denkbar knapp geschlagen geben. Die Herren kommen gegen Turkmenistan nicht über ein 2:2 hinaus, schlagen anschließend Chile mit 2,5:1,5 und verlieren heute gegen Ungarn mit 1:3.

Der Sieg des ÖSB-Frauenteams gegen Schottland hätte durchaus höher ausfallen können. Olga Badelka und Jasmin-Denise Schloffer gewinnen an den Spitzenbrettern. Am vierten Brett steht Elisabeth Hapala gegen Alica Lampard bereits klar auf Gewinn, doch ein taktischer Fehler im entscheidenden Moment kostet sie die Partie. So bleibt es Emilia Deak-Sala vorbehalten, mit einem Remis den 2,5:1,5-Matchsieg zu sichern.

Im großen Schlager gegen den Nachbarn und langjährigen Lieblingsgegner Deutschland verpasst Österreich nur knapp die nächste Sensation. Badelka hält am Spitzenbrett gegen Dinara Wagner Remis. Auch Jasmin-Denise Schloffer gegen Elisabeth Pähtz (2404) und Chiara Polterauer gegen Jana Schneider (2325) trotzen der Elo-Überlegenheit ihrer Gegnerinnen und sichern jeweils einen halben Punkt. Alles deutet bereits auf ein 2:2 hin. Doch dann gerät Deak-Sala in einem ausgeglichenen Läuferendspiel gegen Lara Schulze nach einer kurzen Unaufmerksamkeit ins Hintertreffen. Die Partie geht verloren – und damit auch das Match.

Heute gelingt dem Frauenteam gegen Malaysia ein weiterer 2,5:1,5-Erfolg. Schloffer und Hapala gewinnen ihre Partien, während Badelka am Spitzenbrett völlig überraschend verliert. Da auch Polterauer in der zweiten Schwarzpartie lange mit dem Rücken zur Wand steht, scheint der erhoffte Sieg gegen den nominell schwächeren Gegner in Gefahr. Doch Polterauer verteidigt sich energisch und sichert mit einem Remis schließlich den Matchsieg.

Bei den Herren hatten die Österreicher gegen Turkmenistan einen Sieg erwartet. Das Match entwickelt sich jedoch anders als erhofft. Lukas Dotzer und Konstantin Peyrer gewinnen ihre Partien, gleichzeitig müssen sich Kirill Alekseenko und Valentin Baidetskyi überraschend geschlagen geben. Damit endet die Begegnung 2:2.

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Felix Blohberger kommt immer besser in Fahrt

Tags darauf wird Felix Blohberger gegen Chile zum Matchwinner. Sein Sieg trägt entscheidend zum 2,5:1,5-Erfolg der Österreicher bei und bringt das Team auf Tisch sechs – mit einer hochkarätigen Begegnung gegen Ungarn als nächstem Gegner.

Der Nachbar verfügt über eine große Schachtradition, gehört weiterhin zur Weltspitze und tritt an den Spitzenbrettern mit den Weltstars Richard Rapport und Peter Leko an. Für Österreich läuft das Match von Beginn an nicht nach Plan. Alekseenko provoziert Rapport zu einem Qualitätsopfer. Der Weltranglisten-19. erhält dafür ausreichende Kompensation und lässt Alekseenko in der Folge keine Chance. Auch Dotzer und Baidetskyi verlieren ihre Partien. Felix Blohberger kämpft gegen den ehemaligen WM-Finalisten Leko damit nur noch um den Ehrenpunkt – und holt ihn tatsächlich. Ungarn setzt sich dennoch klar mit 3:1 durch.

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Usbekistan-Deutschland

An der Spitze des Turniers ist der Kampf um die Medaillen inzwischen voll entbrannt. Usbekistan verliert in der achten Runde gegen Deutschland seinen Zweipunktevorsprung, erobert die alleinige Führung aber unmittelbar danach mit einem Sieg gegen die USA zurück. Deutschland verliert gleichzeitig gegen Indien.

Für die große Sensation sorgt weiterhin Usbekistan 2. Als Nummer 30 der Setzliste liegt das zweite Team des Gastgebers gemeinsam mit Indien und Armenien in der Verfolgergruppe hinter dem eigenen Spitzenreiter. China führt auf Rang fünf eine sechsköpfige Gruppe mit jeweils 14 Punkten an.

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Chinas Frauenteam gegen Kasachstan

Bei den Frauen demonstriert China einmal mehr seine enorme Stärke. Bemerkenswert ist dabei, dass gleich vier Spielerinnen aus den Top 6 der Weltrangliste im chinesischen Aufgebot fehlen. Lediglich Zhu Jiner verstärkt das Team am Spitzenbrett. Trotzdem haben die Chinesinnen bislang nur gegen Kasachstan einen Mannschaftspunkt abgegeben. Mit 17 Punkten führt China bereits zwei Punkte vor Titelverteidiger Indien, Kasachstan und der Mongolei.

Die Entscheidung um Olympiasieg, Medaillen und Platzierungen fällt in den letzten beiden Runden am Samstag ab 12:00 und am Sonntag ab 08:00 MEZ (15:00 bzw. 11:00 Ortszeit). (wk, Fotos: FIDE bzw. Emilia Castelao)

Turnierseite, FIDE

Ergebnisse bei Chess-Results

Tag des Sports 2026: Sportvielfalt am Wiener Heldenplatz

Am Samstag, 26. September 2026, verwandelt sich der Wiener Heldenplatz bereits zum 25. Mal in Österreichs größten Freiluft-Sportplatz. Beim Tag des Sports präsentieren sich rund 100 Sportverbände, Vereine und Institutionen. Mehr als 500 Sportlerinnen und Sportler sowie rund 80 Mitmach-Stationen sorgen für ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie.

Von 10 bis 18 Uhr können Besucherinnen und Besucher zahlreiche Sportarten kennenlernen und selbst ausprobieren. Neben den Mitmach-Angeboten stehen Sportstars, Ehrungen, Shows und ein umfangreiches Bühnenprogramm im Mittelpunkt. Auch die Themen Frauen und Sport sowie Inklusion sind Schwerpunkte der Jubiläumsausgabe. Der Eintritt ist frei.

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Laurenz Borrmann am Tag des Sports 2026 (Foto: Michael Meindl)

Der Österreichische Schachbund ist auch heuer wieder mit einem Stand dabei. Veronika Exler und Laurenz Borrmann, die Silbermedaillengewinner der Staatsmeisterschaften 2026, werden simultan spielen. Selina Jeitler und Sara Marinovic, die Kommissions-Vorsitzenden der Jugend bzw. Frauen, werden den Stand betreuen und als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen und das komplette Programm gibt es auf der Website des Tag des Sports. (wk, Foto: TdS)

Website Tag des Sports

Fortbildungen Sport Austria

Sport Austria hat ein umfangreiches Fortbildungsprogamm, das sich insbesondere an Trainerinnen und Trainer sowie Funktionärinnen und Funktionäre richtet. Für Vereinsvertreter sie dabei auf die Sport-Manager-Ausbildung verwiesen. Hier können Module auch einzeln gebucht werden. Trainermodule können bei der Lizenzierung des ÖSB von Trainerinnen und Trainern sowie Übungsleiterinnen und Übungsleitern angerechnet werden.

Hier ist das Fortbildungsangebot für Oktober 2026: 

  • 02.10.2026: Präsentationstechniken, online
  • 02.10.2026: Übungsleiter:innen Basismodul in Graz
  • 06.10.2026: Genetik und Sport: Wie können Gentests in der Betreuung von Athlet:innen helfen?, online
  • 09.10.2026: Übungsleiter:innen Basismodul in Wien
  • 09.10.2026: Grundlagen Sportmarketing & Social Media Marketing, online
  • 09.10.2026: Übungsleiter:innen Basismodul in Salzburg
  • 10.10.2026: Übungsleiter:innen Basismodul, online
  • 13.10.2026: Krafttraining zur Verletzungsprävention, online
  • 16.10.2026: Grundlagen Kommunikation & Rhetorik, online
  • 16.10.2026: Digitale Medienarbeit, online
  • 20.10.2026: Resilienz & Stressmanagement im Leistungssport, online
  • 23.10.2026: Grundlagen Sportsponsoring, online
  • 23.10.2026: Übungsleiter:innen Basismodul in Wien
  • 30.10.2026: Gesellschaftspolitische & soziale Aspekte im Sport, online
(wk)

ÖSB Live startet im Oktober

Ab 1. Oktober 2026 startet der Österreichische Schachbund mit ÖSB Live ein neues wöchentliches Online-Format. Jeden Donnerstag ab 19:00 Uhr stehen Schachtraining, Partievorstellungen und Gespräche auf dem Programm. Die Sendungen werden live auf YouTube und Twitch übertragen und anschließend auch in Kurzversionen über die sozialen Medien des ÖSB veröffentlicht.

Zum Auftakt gibt es am 1. Oktober mit „Train with the Bundestrainer – Gert Schnider & Friends“ ein Training mit dem Bundesjugendtrainer. Am 8. Oktober folgt mit „Hinter den Figuren – Der Podcast“ ein Gesprächsformat, am 15. Oktober werden bei „Partien des Monats“ besondere Partien und Highlights präsentiert. Den Abschluss des ersten Monats bildet am 22. Oktober das „Elementar-Training“, bei dem verschiedene Schachthemen behandelt werden.

ÖSB Live soll Wissen vermitteln, zum Mitmachen anregen und gleichzeitig gute Unterhaltung bieten – gerne auch gemeinsam im Verein oder beim Training. Die wöchentliche Fortsetzung des Formats bis Dezember ist geplant, Änderungen am Programm bleiben vorbehalten. (wk, Bild: Gabriel Doujak)

Download Infoseite

Österreichs Teams bleiben auf Kurs – Usbekistan übernimmt die Führung

Österreichs Teams sind bei der Olympiade in Samarkand weiter in großer Form. In der offenen Klasse teilt das von Kirill Alekseenko angeführte Team in der fünften Runde mit der dritten Mannschaft Usbekistans die Punkte. Alekseenko feiert am Spitzenbrett gegen Bakhrom Bakhrillaev seinen dritten Sieg. Dahinter zeigen die Usbeken aber die große Dichte ihrer Schachnation. Felix Blohberger und Lukas Dotzer müssen sich mit Remisen begnügen, Asrorjon Omonov gelingt gegen Valentin Baidetskyi der Ausgleich für die Usbeken.

In der sechsten Runde folgt ein sicherer 3:1-Sieg gegen Finnland. Dotzer und Peyrer gewinnen ihre Partien, Alekseenko und Blohberger tragen mit Remisen zum Gesamtsieg bei. Blohberger verpasst dabei durch einen verfrühten Turmtausch eine Gewinnstellung. Nach dem heutigen Ruhetag wartet mit Turkmenistan die Nummer 65 der Startrangliste.

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Schloffer remisiert gegen GM Ushenina (Foto: Emilia Castelao)

Das Frauenteam spielt weiter überragend, verpasst aber in der fünften Runde einen möglichen Sieg gegen eine stark besetzte Ukraine. Die Schlüsselpartie des Wettkampfs findet am dritten Brett zwischen Chiara Polterauer und Nataliya Buksa statt. Polterauer überspielt ihre Gegnerin und hätte ihre Leistung mit einem taktischen Turmopfer und entscheidendem Angriff krönen können, verpasst aber diese Gelegenheit, verliert danach den Faden und schließlich die Partie. Jasmin-Denise Schloffer und Emilia Deak-Sala remisieren gegen GM Anna Ushenina bzw. Tetyana Skabarchuk. So liegt es an Olga Badelka, gegen die ukrainische Hoffnung Anastasiia Hnatyshin das Match zu retten. Badelka gewinnt nach einem Versehen ihrer Gegnerin früh eine Figur. Die Ukrainerin bekommt dafür allerdings einige Bauern und verteidigt sich so gut wie möglich. Am Ende muss sich Badelka mit einem Remis abfinden, und die Ukraine gewinnt doch noch knapp mit 2,5:1,5. Österreich verpasst eine große Chance erneut gegen ein Top-10 Team zu punkten.

Tags darauf folgt ein sicherer 3:1-Sieg gegen Nigeria, der sogar höher hätte ausfallen können, wenn Elisabeth Hapala in Gewinnstellung kein Übersehen passiert wäre. Morgen spielt das Frauenteam gegen Schottland.

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Die Entscheidung im Match Usbekistan gegen Indien: Yakubboev besiegt Nihal nach tagischen Fehler des Inders.

An der Spitze hat sich Gastgeber Usbekistan nach sechs Runden mit einem 2,5:1,5-Sieg gegen Indien die alleinige Führung im Open gesichert. Matchwinner war Nodirbek Yakubboev, der gegen Nihal Sarin mit einem taktischen Schlag den entscheidenden Punkt holte. China setzte sich gegen Deutschland mit 3:1 durch, während Frankreich und England 2:2 remisierten.

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Bei den Frauen führt China nach einem klaren 3,5:0,5 gegen Polen gemeinsam mit Kasachstan, das Aserbaidschan mit 2,5:1,5 bezwang. Indien setzte sich gegen die USA durch. Die Titelkämpfe bleiben damit in beiden Bewerben an der Spitze eng. (wk, Fotos: FIDE)

Turnierseite, FIDE

Ergebnisse bei Chess-Results

GM Egor Krivoborodov gewinnt in der Kabane 21

Auch heuer war das Turnier in der Therme Bad Vöslau wieder ausgebucht. Neben tollen Gegnern – einem Großmeister und vier Internationalen Meistern – konnten sich die Teilnehmer an einem wunderschönen Sommertag auch bei freiem Eintritt im berühmten „Grünen See“ vergnügen.

Platz 1 im Hauptturnier ging souverän an Großmeister Egor Krivoborodov mit 6 Punkten. Dahinter tummelten sich gleich fünf Spieler mit nur einem halben Punkt weniger – unter ihnen die Internationalen Meister Peter Schreiner, Florian Grafl und Harald Schneider-Zinner. Überraschungsmann des Turniers war aber der titellose Philip Pock, der sich dank der besseren Feinwertung den 2. Platz sicherte.

Das Jugendturnier wurde mit hundert Prozent der Punkte eine Beute von Yaron Decker-Kakober. Erfreulich war die hohe Teilnehmerzahl von Mädchen in beiden Turnieren.

Die ChessSports Association bedankt sich herzlich bei Familie Schlossnikl für die tolle Unterstützung bei diesem schönen Event. (wk, Text/Fotos: Harald Schneider-Zinner)

Alle Ergebnisse: Hauptturnier, Jugendturnier

Österreichs Frauen überraschen gegen Holland und Georgien

Österreichs Teams stehen bei der Schach-Olympiade in Samarkand in den Runden drei und vier im Mittelpunkt des Interesses. Die Herren stehen gegen Gastgeber Usbekistan am Spitzentisch in einem medialen Blitzlichtgewitter, die Frauen feiern sensationelle Punktgewinne gegen die Top-Nationen Niederlande und Georgien.

Das ÖSB-Frauenteam von Coach Martin Christian Huber überrascht gegen die Niederlande, Nummer 12 der Setzliste, mit einer 2:2-Punkteteilung. Dabei hat das Match gar nicht gut begonnen. Olga Badelka erwischt einen schlechten Tag und verliert am Spitzenbrett gegen Eline Roebers. Die Niederlande gehen mit 1:0 in Führung und haben auf allen anderen Brettern ein deutliches Elo-Plus. Umso erfreulicher ist der weitere Verlauf. Jasmin-Denise Schloffer und Emilia Deak-Sala remisieren gegen Spielerinnen, die mehr als 100 bzw. 200 Elopunkte höher eingestuft sind. Noch besser macht es Chiara Polterauer. Sie überspielt Machteld van Foreest (2333) und bringt den verdienten Ausgleich.

Tags darauf wartet mit Georgien eine der stärksten und erfahrensten Frauenmannschaften der Welt. Mit einem Eloschnitt von 2451 ist das Team die Nummer 2 der Setzliste und eine der heißesten Titelkandidatinnen. Österreich hat zum Vergleich einen Schnitt von 2214 und ist auf Platz 34 unter 189 Mannschaften gesetzt. Dieser nominelle Unterschied ist in den Partien nicht zu bemerken. Badelka und Schloffer remisieren gegen die Großmeisterinnen Nana Dzagnidze und Nino Batsiashvili, Polterauer und Deak-Sala gegen die Internationalen Meisterinnen Lela Javakhishvili und Meri Arabidze. Das 2:2 ist hochverdient. Dabei haben die Georgierinnen sogar noch das Glück auf ihrer Seite. Die Engine zeigt in der Schlussstellung von Schloffer eine Gewinnstellung für die Österreicherin. Der Gewinnweg ist aber keineswegs offensichtlich und bei knapper Bedenkzeit kaum zu berechnen.

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Das Herrenteam von Ferenc Berkes steht in der dritten Runde gegen Usbekistan am Spitzentisch im Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit und muss zu Beginn ein Blitzlichtgewitter über sich ergehen lassen. An den Brettern schaffen es die Österreicher an allen Weißbrettern, Druck auf ihre Gegner auszuüben. Jener der Usbeken ist aber größer. Javokhir Sindarov (2779) gewinnt gegen Felix Blohberger (2552), ebenso wie Mukhiddin Mdaminov (2611) gegen Konstantin Peyrer (2585). Kirill Alekseenko (2656) kämpft gegen Nodirbek Abdusattorov (2762) darum, seinen Vorteil zu verdichten. Der Usbeke verteidigt sich aber bestens und hält das Remis. Lukas Dotzer (2472) entgleitet seine Partie gegen Nodirbek Yakubboev (2685) völlig. Der Usbeke übernimmt das Kommando und erreicht eine deutlich vorteilhafte Stellung, die Dotzer aber zum Remis verteidigen kann. Usbekistan gewinnt mit 3:1.

Tags darauf gewinnen die Herren dank Siegen von Alekseenko und Blohberger sowie Remisen von Peyrer und Baidetskyi gegen Bolivien deutlich mit 3:1.

Heute wartet mit der Ukraine erneut ein Spitzenteam auf Österreichs Frauen. Die Herren spielen wieder gegen Usbekistan, diesmal treffen sie aber auf die dritte Mannschaft des Gastgebers und sind in der Favoritenrolle. (wk, Fotos: FIDE)

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