Blogs

Mentale Stärke im Schachsport: oft unterschätzt, aber entscheidend

Im Schach wird traditionell viel über Eröffnungen, Taktik und Endspiele gesprochen. Ein Aspekt, der jedoch häufig im Hintergrund bleibt, ist die mentale Performance. Dabei zeigt sich über alle Spielstärken hinweg, dass gerade dieser Faktor einen spürbaren Einfluss auf den Partieverlauf und die Ergebnisse haben kann.

Viele Spielerinnen und Spieler kennen typische Situationen aus der Praxis: Eine zunächst vielversprechende Stellung gerät plötzlich aus dem Gleichgewicht, in eigentlich kontrollierbaren Positionen entsteht Zeitnot, oder nach einer Serie solider Züge schleichen sich unerwartete Fehler ein. Auch der Umgang mit Niederlagen und die Fähigkeit, rasch wieder den Fokus zu finden, stellen wiederkehrende Herausforderungen dar.

Solche Phänomene sind in der Regel keine Zufälle. Vielmehr folgen sie oft psychologischen Mustern, die auch aus anderen Leistungssportarten bekannt und wissenschaftlich gut untersucht sind. Während mentale Trainingsmethoden im Spitzensport längst etabliert sind, wird diesem Bereich im Schach bislang vergleichsweise wenig systematische Aufmerksamkeit geschenkt.

Ein aktuelles Projekt aus dem deutschsprachigen Raum greift dieses Thema gezielt auf. Im Mittelpunkt steht eine Plattform, die sich mit mentaler Performance im Schach beschäftigt und Spielerinnen und Spielern Möglichkeiten bietet, eigene Denkmuster besser zu erkennen und daran zu arbeiten. Der Ansatz ist bewusst niederschwellig gestaltet und orientiert sich an Erkenntnissen aus Psychologie und Sportforschung.

Interessierte können sich unter chess-mind.de näher informieren und das Angebot eigenständig erkunden. (wk, Info: Janik Notheis)

Unterlagen zum Jour Fixe vom 9.4.2026

Beim gestrigen Jour Fixe gab es einen inspirierenden Vortrag von Harald Schneider-Zinner zum Thema „Erfolgreiche Vereinsentwicklung: Strukturen stärken, Zukunft sichern“.

Anhand des Praxisbeispiels des 1. SK Ottakring zeigte er, wie sich ein Verein, der im Jahr 2008 mit nur 38 Mitgliedern kurz vor der Auflösung stand, innerhalb weniger Jahre zu einem der größten und erfolgreichsten Schachvereine Österreichs entwickeln konnte. Bereits 2016 wurde der Verein mit dem Titel „Sportverein des Jahres“ ausgezeichnet. Bei rund 15.000 registrierten Sportvereinen in Österreich eine herausragende Leistung. Ausschlaggebend waren insbesondere die positive Vereinsentwicklung sowie die starke Vernetzung innerhalb der Schachgemeinschaft.

Die Präsentation bot zahlreiche praxisnahe und direkt umsetzbare Impulse für die Vereinsarbeit und stieß auf großes Interesse bei den Teilnehmenden. 

Darüber hinaus wurden folgende Termine und Initiativen für Vereine hervorgehoben:

Abschließend nutzte Franz Holzapfel die Gelegenheit, um auf das Blitz- und Schnellschachturnier am 10.–11. Juli in Melk aufmerksam zu machen. Ausschreibung

Vielen Dank an Harald Scheider-Zinner, Günter Baurecht und Gabriel Doujak für den Input zum 3. Jour Fixe. Alle Materialien wie gewohnt hier: 3. Jour Fixe

Das nächste Jour Fixe findet am 14. Mai um 19 Uhr statt. (ssc, Bild: Sandra Schmidt)

grenke Chess Festival 2026: Rekordteilnehmerfeld und starke österreichische Leistungen

Mit beeindruckenden 3.658 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stellte das Grenke Chess Festival 2026 einmal mehr seine Ausnahmestellung unter Beweis und gilt damit als größtes offenes Schachturnier der Welt. Neben der enormen Breite zog das Festival auch die absolute Weltelite an, insbesondere das Freestyle A-Open wurde zur Bühne zahlreicher Topstars.

Unter den Teilnehmern fanden sich klingende Namen wie Magnus Carlsen, Vincent Keymer, Ian Nepomniachtchi, Levon Aronian, Hans Moke Niemann, Nodirbek Abdusattorov sowie Jan-Krzysztof Duda.

Die gesamte Teilnehmerliste, alle Ergebnisse und den Endstand gibt es hier: chess-results.com

20260408 Vincent Keymer am Brett

Foto: Peter Kranzl

Keymer triumphiert im Freestyle A-Open

Am Ende setzte sich Vincent Keymer in dem hochklassigen Feld punktgleich mit Maxime Vachier-Lagrave durch und entschied das Turnier dank der besseren Buchholzwertung für sich. Neben dem Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro sicherte er sich damit auch die Qualifikation für die FIDE Freestyle Chess Weltmeisterschaft 2027.

Bei den Frauen war Harika Dronavalli die erfolgreichste Teilnehmerin. Gemeinsam mit Alua Nurman und Dinara Wagner qualifizierte sie sich für die FIDE Freestyle Chess Frauenweltmeisterschaft 2027.

Dominik Horvath glänzt mit Platz 2 im A-Open

Aus österreichischer Sicht verlief das Turnier äußerst erfreulich, allen voran mit einer herausragenden Leistung von Dominik Horvath im A-Open.

20260408 Dominik Horvath

Foto: Peter Kranzl

Der Österreicher blieb im 9-rundigen Turnier ungeschlagen, gab lediglich zwei Remis ab und erreichte somit 8 Punkte. Lediglich die etwas schlechtere Buchholzwertung verhinderte den Turniersieg, sodass Horvath am Ende den hervorragenden 2. Platz hinter IM Mukhammadzokhid Suyarov (Usbekistan) belegte. Seine Performance lag dabei bei 2735!
Horvath zeigte sich dementsprechend zufrieden:

„Ich bin sehr glücklich mit meiner Leistung beim Turnier. In den zwei Wochen davor habe ich mich intensiv darauf vorbereitet, sogar deutlich intensiver als sonst. Der Grund dafür waren meine letzten Ergebnisse, mit denen ich nicht zufrieden war. Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich es besser kann.“

Als Schlüssel zum Erfolg nennt er unter anderem eine veränderte Trainingsstrategie mit weniger Fokus auf Eröffnungen sowie gezielte körperliche und mentale Vorbereitung.

Sein persönliches Highlight war der Sieg in Runde 8 gegen GM Pouya Idani: Dominik Horvath - Pouya Idani

„Über weite Strecken der Partie stand ich unter Druck, konnte mich jedoch gut verteidigen. Am Ende überzog mein Gegner und ich nutzte die Chance.“

Auch organisatorisch fand Horvath lobende Worte für das Turnier, insbesondere für die ruhige Spielatmosphäre trotz der enormen Teilnehmerzahl.

20260407 Dominik Vincent

Foto: Stefan Löffler

Bundestrainer Martin Huber analysiert für uns den Schlüsselmoment:

"In der entscheidenden Phase der Partie unterlief Schwarz im 54. Zug mit …Kf7?? ein folgenschwerer Fehler. Aus Sicht des Bundestrainers verliert Schwarz damit entscheidendes Tempo und erlaubt Weiß, seine Stellung nachhaltig zu verbessern: Nach 55. Kg4 oder 55. h4 stabilisiert Weiß seine Position deutlich. In der Partie zeigte sich dies konkret daran, dass nach 56. Le3 der Zug …Lg5 nicht mehr möglich war, da der Bauer bereits auf h4 steht. Das Läuferpaar sowie strukturelle Schwächen im schwarzen Lager sichern Weiß schließlich einen klaren Gewinnvorteil."

Robert Ernst erreicht letzte IM-Norm

Ein weiterer großer Erfolg aus österreichischer Sicht gelang Robert Ernst.

Der junge FM erfüllte beim Grenke Chess Festival seine letzte fehlende IM-Norm. Ernst hat bereits 3 IM-Normen, aber es fehlte die entscheidene aus einem klassischem Open Mit 6,5 Punkten und einer Performance von 2477 zeigte er die benötigte starke Leistung und überschritt gleichzeitig erstmals die Marke von 2400 Elo. Auch die weiteren Kriterien zur Erlangung einer IM-Norm wurden erfüllt, sodass der Einreichung des Titels nichts mehr im Wege stehen dürfte.

20260408 Robert Ernst

Foto: Peter Kranzl

Sein Trainer Patrick Reinwald hebt insbesondere die mentale Stärke hervor: „Aus meiner Sicht war die psychische Stabilität diesmal das Erfolgsrezept. Oft war er knapp dran, aber diesmal ist er deutlich besser mit dem Druck umgegangen.“

Auch Ernst selbst betont die Bedeutung der Turnierplanung und Energieeinteilung: „Der gute Start war entscheidend. Die wichtigen Runden kommen immer zum Schluss. Um Kräfte zu sparen, sollte man bereits vor dem Turnier seine Eröffnungen festlegen.“ Trotz des engen Zeitplans gelang es ihm, die Konzentration über das gesamte Turnier hinweg aufrechtzuerhalten.

Fazit

Aus österreichischer Sicht bleibt vor allem der zweite Platz von Dominik Horvath sowie die erfüllte IM-Norm von Robert Ernst in Erinnerung. Unser Bundestrainer Gert Schnider hat die Lieblingspartien von Dominik und Robert auf unserem Lichess-Account an den entscheidenen Momenten kommentiert. (scc, Video: Peter Kranzl)

Partien der Liveübertragung:

20260408 Blick Turniersaal

Foto: Peter Kranzl

Auftakt zur Europameisterschaft in Katowice

Mit der European Individual Chess Championship 2026 startet heute eines der wichtigsten Turniere des europäischen Schachkalenders. Austragungsort ist die südpolnische Stadt Katowice, rund 80 Kilometer von Krakau entfernt, die historisch vor allem durch den Kohlebergbau geprägt wurde.

IM Lukas Dotzer und IM Laurenz Borrmann sind für Österreich am Start. Dotzer ist auf Startrang 114 gesetzt, Borrmann auf Rang 180.

Die Auslosung der ersten Runde ist bereits erfolgt und beide Österreicher übernehmen aufgrund ihres Startranges in der oberen Hälfte die Favoritenrolle in ihren Auftaktpartien.

Das Turnier wird über insgesamt 11 Runden ausgetragen und erstreckt sich über knapp zwei Wochen. Der Zeitplan im Überblick:

Die Runden starten täglich um 15 Uhr.

Mit einem starken Teilnehmerfeld und hoher internationaler Konkurrenz verspricht die Europameisterschaft spannende Kämpfe um Titel, Normen und Qualifikationsplätze. Für die österreichischen Vertreter gilt es nun sich im Turnierverlauf nach vorne zu arbeiten. (ssc)

Die Partien können hier verfolgt werden:

Lichess

Chess.com

 

Medaillenregen in Fürstenfeld - ÖM U16-18

Traditionell startet die Saison der Österreichischen Jugendmeisterschaften in den Osterferien mit den Altersklassen U16 und U18. Auch dieses Jahr trafen sich die Besten der Besten aus den neun Bundesländern im Jufa Hotel Fürstenfeld um dort um die Titel zu kämpfen. Gespielt wurde vom 29.03.2026 bis zum 02.04.2026 in vier Turnieren.

Wärend bei den Burschen die Turniersiege in beiden Altersklassen nach Wien gingen, konnten bei den Mädchen U16 Oberösterreich und in der U18 Niederösterreich ebenfalls die Goldmadaille ergattern. Nachstehend alle Podiumsplatzierungen:

Mädchen U16:
🥇 Alina Donets (OÖ, 6 Punkte)
🥈 Josephina Akiko Brunner (Stmk, 5 Punkte)
🥉 Maryam Turdiyeva (Vbg, 5 Punkte)

DSC00581

Burschen U16:
🥇 Florentin Stickler (W 6,5 Punkte)
🥈 Leo Radnaev (W, 5,5 Punkte)
🥉 Leon Chicheng Chen (Stmk 5 Punkte)

DSC00597

Mädchen U18:
🥇 Iana Luca (NÖ, 6 Punkte)
🥈 Nina Gaisberger (OÖ, 6 Punkte)
🥉 Milana Hyassat (W, 5 Punkte)

DSC00583

Burschen U18:
🥇 Oliver Fürtler (W, 5,5 Punkte)
🥈 Julian Jetzl (Stmk, 5,5 Punkte)
🥉 Theodor Gold (W 5 Punkte)

DSC00602

 

Die Organisation unter Turnierdirektor Siegfried Posch vom Schachklub LL-Ressources Fürstenfeld war auf hohem Niveau und wurde wie auch im Vorjahr sehr gelobt. Hauptschiedsrichter Hermann Wilfling, sein Stellvertreter Paul Wendl sowie Philipp Raeke, der die Live-Übertragung durchführte, sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Turniere.

Bereits zum Zweiten Mal war auch die Jugendkommission des ÖSB vor Ort und sorgte für die Unterhaltung abseits der Hauptturniere. So gab es neben einem Filmeabend am Anreisetag auch Programm in Form von einem Blitz und einem Hand & Brain Turnier an den beiden Einzelrundentagen. Für alle die nicht vor Ort dabei sein konnten wurde auch wieder ein Livestream eingerichtet, der sowohl vor Ort, als auch im Netz gut besucht war. Daniel Kristoferitsch, Magdalena Mörwald sowie Selina Jeitler sorgten im Stream und außerhalb mit einigen Gästen für Unterhaltung. Wie im Vorjahr würde von der Jugendkommission wieder eine Partie des Turniers gekürt. Über 1h Training mit GM Felix Blohberger dürfen sich Hieronymus Nicolussi und Leonhard Gerö freuen! Zur Partie des Turniers (Fotos: Paul Wendl, sj)

Zu den Ergebnissen 

Zu den Livestreams

Zu den Turnierfotos

Jour Fixe am 09.04.2026 um 19 Uhr

Der nächste ÖSB-Jour Fixe steht ganz im Zeichen nachhaltiger Vereinsarbeit und zukunftsorientierter Strukturen. Harald Schneider-Zinner wird einen Impuls unter dem Titel „Erfolgreiche Vereinsentwicklung: Strukturen stärken, Zukunft sichern“ geben.

Wie gewohnt lebt der Jour Fixe auch vom Austausch innerhalb der Schachgemeinschaft:
Wer ein spannendes Projekt, eine innovative Idee oder ein erfolgreiches Praxisbeispiel in einem kurzen Beitrag (ca. 10 Minuten) vorstellen möchte, ist herzlich eingeladen, sich zu melden.

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Den Zugangslink zur Veranstaltung findet ihr hier:

https://us02web.zoom.us/j/82791635903?pwd=nA15iLbR6Bs1n2v3yEWyaeM99YpdFH.1

Meeting-ID: 827 9163 5903
Kenncode: 774982

Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer und einen inspirierenden Austausch!

Der ÖSB wünscht allen noch einen schönen Ostermontag! (ssc, Bild: Sandra Schmidt, teilweise KI-bearbeitet)

Gert Schnider
Martin Huber
Sandra Schmidt

Fernschach Newsletter 42

Im Österreichischen Fernschach Newsletter 42 finden sie auf 76 Seiten die neuesten Berichte über 101 Turniere mit österreichischer Beteiligung. Darunter sind 5 Mannschaftsturniere sowie 36 Turniere im Silli Format, dem Pendant des Schweizer Systems im Turnierschach.

Zunächst sei Wolfgang Winkler, Gabor Komaromi und Markus Dorn für kürzlich verliehene Titel gratuliert.

Exweltmeister GM Christian Muck liegt im Finale der laufenden 34. Fernschach-weltmeisterschaft am 2. Platz. GM Zugrav spielt das 40 Jahre Jubiläumsturnier des Schweizer Fernschachverbands.

SIM Manuel Mendl erreichte im Kategorie 11 Turnier des Italienischen Fernschachverbandes Rang 2 und eine GM Norm. IM Gerhard Walter erreichte im Marian Vinchev Memorial (Kategorie 9) den 4. Platz und die GM Norm.

Sehr erfreulich sind auch die Erfolge einer neuen Generation von Fernschachspielern, die bereits kräftig mitmischen und Normen wie am Laufband erzielen. Sie könnten Spieler der derzeitigen Nationalmannschaft entlasten, und vielleicht in der Zukunft ersetzen.

IM Bernhard Lorenz übernahm am 1. Jänner die Funktion des Fernschach Bundesreferenten. Sein Start war eher holprig, da die ICCF zunächst wochenlang nicht auf die Mitteilung reagierte. Dadurch waren Bernhard Lorenz die Hände gebunden, weil er keinerlei Zugriffsrechte auf die Rechner der ICCF hatte. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Dinge in naher Zukunft einspielen.

Eine große Bitte an alle Leser: In den vergangenen Jahren wurden Analysen von (Gewinn-) Partien österreichischer Spieler im Newsletter abgedruckt. Sie wären auch weiterhin eine Bereicherung. Daher die Bitte, solche Analysen für die nächsten Ausgaben des Fernschach Newsletter zur Verfügung zu stellen! Herzlichen Dank im Voraus.

Viel Spaß beim Lesen
Reinhard Vlasak

Fernschach Newletter 42 zum Download

Pfingsten in der Kaiserstadt

Der 1. SK Bad Ischl veranstaltet auch heuer wieder sein traditionelles Pfingstopen im Kongress- und Theaterhaus Bad Ischl. Fünf Ratinggruppen sorgen für spannende Wettkämpfe; Punkte für die FIDE-Elowertung gibt es in den Gruppen A-D zu gewinnen. Über 250 Schachfreund:innen werden auch heuer wieder erwartet, die um 3.000 Euro Preisgeld spielen. Jetzt rasch anmelden!

Alle Informationen gibt es unter www.salzkammergutopen.gnx.at.
Der aktuelle Anmeldestand ist hier zu finden: https://s1.chess-results.com/tnr1202326.aspx

ssc, Foto: Peter Kranzl, Info: Daniel Lieb

April April - Pilotprojekt: KI Schiedsrichter

Allen Aufmerksamen, die gestern das Datum genau im Blick hatten, ist es wohl bereits aufgefallen. Gestern war der 1. April. Das bedeutet (leider) keine KI-Hermanns für Österreich. Nachstehend nochmal der Artikel für alle zum Nachlesen!

 

 

Im Rahmen der Österreichischen Meisterschaften in den Altersklassen U16 und U18, die gerade in Fürstenfeld stattfinden, wurde erstmals eine neue Idee der Jugendkommission umgesetzt. Um in Zukunft die Genauigkeit von Schiedsrichtern zu verbessern, sowie menschliche Fehler zu vermeiden, entwickelte die Kommission ein KI-Modell, das künftig Live-Schiedsrichter ersetzen soll.

Beim Start der 6. Runde wurde das Tool vorgestellt und wird nun getestet. Nach Erprobung der Möglichkeiten wird das Modell zur Verfügung gestellt sowie eigene Aus- und Weiterbildungen für die KI-Hermanns von der Jugendkommission angeboten.

Derzeit wird der Einsatz noch unter Supervision von den kompetentesten Schiedsrichtern Österreichs erprobt. Nach einer erfolgreichen Durchführung der zurzeit laufenden Testphase ist es geplant das Schiedsrichterwesen vollständig durch KI-Hermanns zu ersetzen.

Der ÖSB ist mit dieser Agenda hochmodern in der technischen Revolution involviert und legt hiermit einen Meilenstein in der Modernisierung des Schiedsrichterwesens. Als erster Schachverband weltweit setzt der ÖSB mit diesem Pilotprojekt ein klares Zeichen für die Ausrichtung der heutigen Gesellschaft. Viva la KI! (sj, dk)

KI Hermann

Wettbewerb meets Wertschätzung: Neue FIDE-Titel und große Preise

Die Österreichischen Meisterschaften in der U16/U18 sollten einen ehrwürdigen Rahmen für gleich zwei verschiedene Ehrungen darstellen. 

Im Jahr 2026 konnten 4 der Spieler sowie Schiedsrichter FA Paul Wendl einen FIDE-Titel erlangen. Um diesen lebenslangen Erfolg zu würdigen wurden ihnen heute feierlich ihre Urkunden übergeben. Auf dem Foto von links nach rechts: CM Thomas Jakob Kim, FM Florentin Stickler, FM Theodor Gold, Gabriel Doujak, CM Simon Grünwald, FA Paul Wendl, Selina Jeitler.

Titelbild Bericht

Außerdem wollten wir weitere vier Jugendliche ehren, die ihre Titel bereits 2024 und 2025 erhielten, weshalb es keine Urkunden zu übergeben gab. Auf dem Foto von Links nach rechts: Gabriel Doujak, FM Julian Leitgeb, CM Leon Chicheng Chen, CM Raphael Prober, CM Daniel Pausweg, Selina Jeitler.

DSC00426

Auch auf diesem Wege möchten wir allen (frischen) Titelträgern nochmals herzlich gratulieren!

 

Jugendschachpreis 2025: Union Neuhofen an der Krems gewinnt

Die Jugendkommission des ÖSB hat den Österreichischen Jugendschachpreis 2025 vergeben. Mit dieser Auszeichnung werden besondere Projekte gewürdigt, die im Kalenderjahr 2025 einen Beitrag zur Förderung der Schachjugend in Österreich geleistet haben.

Die diesjährige Ausschreibung stieß auf großes Interesse. Vereine und Initiativen aus ganz Österreich reichten ihre Projekte ein – von engagierter Jugendarbeit im Verein über Schulschachaktivitäten bis hin zu kreativen und außergewöhnlichen Aktionen rund um das königliche Spiel. Die Vielfalt der Einreichungen unterstreicht einmal mehr, wie lebendig und ideenreich die Jugendarbeit im österreichischen Schach gestaltet wird.

Die Bewertung und Reihung der Projekte erfolgte durch eine fünfköpfige Jury der Jugendkommission, die alle Einreichungen sorgfältig geprüft und bewertet hat.

Am Ende ergab sich folgende Reihung:

1. Platz: Union Neuhofen an der Krems

Der Verein Union Neuhofen an der Krems veranstaltete ein Simultan für die Jugendlichen aus dem Verein. Besonders toll ist, dass das Lernen nach dem Simultan nicht geendet hat. Sehr aufwendig wurde ein Lernheft erstellt, das die Partien sowie eine Kommentierung dieser enthielt. Zusätzlich werden das ganze Jahr über Events veranstaltet, die vor allem auf den Spaß am Schach abzielen und sehr breit gefächert sind.
Das Ziel des Vereins ist es, in einigen Jahren eine Bundesligamannschaft rein mit eigenen Jugendspieler:innen stellen zu können. Diese Initiative wird mit einem Simultan von GM Felix Blohberger gefördert.

DSC00441 min

2. Platz: Schachgemeinschaft Hall

Die Schachgemeinschaft Hall organisiert für Kinder und Jugendliche nicht nur ein tolles, großes Event im Jahr, sondern sind regelmäßig bemüht den Spieler:innen ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. In ihren Projekten, Trainings und Events steckt sichtlich sehr viel Herz. Egal ob Verkleidungsschach zu Fasching oder bunte Figuren beim Schachpicknick, die Veranstaltungen sind darauf ausgelegt vor allem Spaß zu machen, und das allen. Aus diesem Grund möchten wir das Engagement mit einem Simultan mit GM Dominik Horvath belohnen.

DSC00440 min

3. Platz: Lernraum 14

In der Schule Lernraum 14 organisieren Schüler:innen und Lehrer:innen zusammen tolle Schachevents und -turniere. Obwohl der Lernraum 14 keinen direkten Kontakt zur Schachwelt hat, sind sie sehr bemüht Schach in ihrer Schule anzubieten und attraktiv zu gestalten. Wir finden es sehr bemerkenswert wie viel Arbeit und Kreativität alle Beteiligten in die Organisation stecken, um Schach den Schüler:innen näher zu bringen mit möglichst viel Spaß.

 DSC00430 min

 

Die Gewinner dürfen sich über attraktive Preise freuen: Für den ersten Platz gibt es eine Simultanveranstaltung mit Großmeister Felix Blohberger, der zweite Platz erhält eine Simultanveranstaltung mit Großmeister Dominik Horvath, und der dritte Platz wird mit ChessBase-Gutscheinen im Wert von 100 Euro ausgezeichnet.

Die Jugendkommission bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Einreichungen und ihr Engagement. Die zahlreichen Projekte zeigen eindrucksvoll, mit wie viel Kreativität, Begeisterung und Einsatz sich Menschen in ganz Österreich für das Jugendschach engagieren.

(Bilder: Paul Wendl/Philipp Raeke, sj)