Eine außergewöhnliche Verbindung von Schach und Hochkultur bot die Veranstaltung „Schach in der Oper“ in der Wiener Staatsoper am 12. Juni. Deutschlands Superstar GM Vincent Keymer stellte sich dabei in einem Uhrensimultan den österreichischen Supertalenten IM Lukas Dotzer, FM Peter Balint, IM Laurenz Borrmann und FM Robert Ernst.
Als Austragungsort diente der beeindruckende Teesalon der Wiener Staatsoper. Der original erhaltene und prachtvoll ausgestattete Raum im Herzen des Hauses war einst als „Hoffestlogensalon“ dem Kaiser vorbehalten und wird heute nur für besondere Anlässe wie Ehrungen, Empfänge und Feierlichkeiten genutzt. Nun wurde er zur Bühne für ein besonderes Schachevent: Für Vincent Keymer, der seit 2025 in Wien lebt, hatte die Veranstaltung auch eine persönliche Note: „Ich komme ja aus einer Musikerfamilie, war als Kind oft im Theater und in der Oper. Deshalb ist das etwas Schönes und die Wiener Oper nochmal ganz besonders“, erklärte Deutschlands Nummer eins im Interview, welches man bei "Die Presse" nachlesen kann. Heute Montag wird Vincent die Oper zum ersten Mal als Zuseher besuchen, am Programm steht Mozarts „Così fan tutte“.
Vincent Keymer (Foto: Andreas Tischler)
Zu den geladenen Gästen zählten unter anderem der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Österreich, Vito Cecere, Dominik Mayr, Vizepräsident des Österreichischen Schachfördervereins und Managing Director von Freedom24 Austria/Germany/Switzerland, sowie Bulat Latypov, Head of Communications von Freedom24 Europa. Neben zahlreichen Pressevertretern nahmen u.a. ÖSB-Vizepräsident Christian Fleischhacker, die Kommissionsvorsitzenden Selina Jeitler, Sara Marinovic und Johanna Seiser, Generalsekretärin Sandra Schmidt, sowie die Bundestrainer Gert Schnider und Martin Huber teil.
Bereits vor dem Uhrensimultan sorgten vier Blitzpartien für Unterhaltung. U.a. traten Standard- und Schach-Aktiv-Kolumnist Anatol Vitouch, selbst ein starker FIDE-Meister, sowie ÖSB-Frauenreferentin Sara Marinovic gegen Vincent Keymer an. Als Handicap erhielt der deutsche Großmeister lediglich drei Minuten Bedenkzeit, während seinen Gegnern jeweils fünf Minuten zur Verfügung standen. Der deutsche Super-Großmeister setzte sich natürlich in allen Partien souverän durch.
Anatol Vitouch in einer Blitzpartie gegen Vincent Keymer (Foto: Andreas Tischler)
Anschließend eröffnete der deutsche Botschafter, S.E. Vito Cecere, das Uhrensimultan. Vincent Keymer erhielt für die Partien jeweils 45 Minuten plus 30 Sekunden Inkrement pro Zug, während seinen vier Gegnern jeweils 45 Minuten plus 10 Sekunden Inkrement pro Zug zur Verfügung standen. Mit den weißen Steinen begann Keymer an allen vier Brettern und verschaffte sich bereits in der Eröffnung einen spürbaren Zeitvorteil. Während die Gäste zunächst bei angeregten Gesprächen die besondere Atmosphäre des Salons genossen, rückten die Bretter im Verlauf des Wettkampfs immer stärker in den Mittelpunkt. Mit zunehmender Spannung wurde es im Raum merklich ruhiger, ehe die Partien in die entscheidende Phase eintraten.
S.E. Vito Cecere eröffnete das Simlutan (Foto: Andreas Tischler)
Den ersten Punkt sicherte sich Keymer gegen Laurenz Borrmann, kurz darauf musste auch Lukas Dotzer seine Partie aufgeben. Damit führte der deutsche Großmeister bereits mit 2:0. An den beiden verbleibenden Brettern war allerdings Team Österreich im Vorteil. Robert Ernst hatte sich bereits eine vielversprechende Stellung erarbeitet, als Keymer Remis anbot und darauf hinwies, dass offenbar eine dreifache Stellungswiederholung entstehen würde. Robert Ernst entschied sich, die Partie fortzusetzen und Keymer spielte weiter, ohne die Stellungswiederholung definitiv zu reklamieren.
Am Ende gelang sowohl Robert Ernst als auch Peter Balint ein voller Punktgewinn, womit das Uhrensimultan mit einem durchaus diplomatischen 2:2-Unentschieden endete. Die anschließende Analyse bestätigte, dass die von Vincent Keymer angesprochene dreifache Stellungswiederholung tatsächlich auf dem Brett stand und Vincent das Simultan mit diesem Remis für sich entschieden hätte. Dieses „kniffelige“ Endergebnis regt natürlich eine Revanche an ;-))
Besonderer Dank gilt an dieser Stelle Vincent Keymer, ein Uhrensimultan mit so knapper Bedenkzeit gegen vier Nachwuchsspieler, die selbst schon fast Großmeisterniveau haben, ist keine Kleinigkeit, insbesondere wenn man bedenkt, dass Vincent gerade erst das Super GM - Turnier in Norwegen hinter sich hat. Der deutsche Superstar ist als 21-jähriger nicht nur an der absoluten Weltspitze angelangt, er macht insgesamt einen enorm reifen Eindruck und betreibt unseren Sport mit einer bemerkenswerten Professionalität, immerhin hat er vor und nach dem Simultan auch noch vier (!) ausführliche Interviews gegeben!
Mit diesem Event konnte Organisator und ÖSB-Präsident Stöttinger seine beiden größten Leidenschaften Schach und Oper erstmals miteinander verbinden und deutete sehr glücklich bereits eine Fortsetzung an. Und auch medial war die Veranstaltung ein voller Erfolg: Obwohl der Start der Fußball-WM die Sportredaktionen natürlich maximal in Anspruch nimmt, haben Der Standard, Die Presse, der Kurier und die Krone die Veranstaltung besucht und österreichweit berichtet! Vielen Dank an Freedom24, alle unsere Partner und Helfer, besonders aber an die Wiener Staatsoper für die freundliche Unterstützung und die professionelle Betreuung! (ssc, ms, Fotos: Andreas Tischler)
Am heutigen Tag beginnt die World Youth Chess Championship in Montesilvano (Italien). Auch die österreichische Delegation ist zahlreich angereist und wird in den kommenden Tagen um wichtige Punkte und gute Platzierungen kämpfen.
Für Österreich gehen folgende Spielerinnen und Spieler an den Start:
U18 Open
Aron Schneider Oliver Fürtler
U16 Open
IM Lukas Dotzer FM Florentin Stickler Noah Benedikt Leonid Lenov
U14 Girls
Alina Donets
U18 Girls
Iana Luca
In der Altersklasse U18 Open startet Aron Schneider von Rang 66 der Setzliste, Oliver Fürtler nimmt den Wettbewerb als Nummer 76 auf. Insgesamt umfasst das Teilnehmerfeld 131 Spieler und beide Österreicher bewegen sich damit im Mittelfeld.
Die größten österreichischen Hoffnungen ruhen in der Kategorie U16. Lukas Dotzer geht als Nummer 1 der Setzliste ins Turnier und zählt damit zu den Topfavoriten. Florentin Stickler startet von Rang 24, Noah Benedikt von Rang 61 und Leonid Leonov von Rang 70. In dieser Altersklasse kämpfen insgesamt 156 Spieler um den Weltmeistertitel.
Bei den Mädchen U14 ist Alina Donets als Nummer 30 von 110 Spielerinnen gesetzt und bei den Mädchen U18 startet Iana Luca von Rang 64 der Setzliste von 104 Spielerinnen. (ssc, Bilder: FIDE)
Die Paarungen stehen bereits fest und die Partien werden live übertragen und die ersten 10 Runden können täglich* ab 15:00 Uhr (30 Minuten Verzögerung) verfolgt werden:
Heute ging der Sechs-Runden-Kampf zwischen dem österreichischen Großmeister Felix Blohberger und dem tschechischen Super-Großmeister David Navara zu Ende. Sechs Tage lang trafen sich Felix und David in den Räumlichkeiten des Österreichischen Schachbundes, um klassisches Turnierschach zu spielen – als Teil von Felix’ Vorbereitung auf seinem Weg zur 2600-Elo-Marke. Der Wettkampf endete mit einem 3,5:2,5 Sieg für Felix Blohberger.
Die Partien boten eine große Vielfalt an Schach: von technisch anspruchsvollen, langen Endspielen, in denen Felix in Runde drei einen Sieg erringen konnte, bis hin zu kreativen und dynamischen Gefechten, die scharfe taktische Verwicklungen und spannende Angriffschancen für beide Spieler hervorbrachten. In einem phantastischen Schlagabtausch haben in der vierten Partie beide Spieler Siegchancen verpasst. Danach führt Blohberger das Match souverän zum Gesamtsieg, auch wenn Navara in der Schlussrunde noch bis zum blanken König kämpft.
Den Zuschauern wurde während des gesamten Matches hochklassiges Schach geboten, begleitet von Online-Kommentaren durch Großmeister Alex Colovic sowie Gastkommentatoren wie IM Kostya Kavutskiy, GM David Howell, GM Markus Ragger, WGM Jennifer Shahade, Michiel Abeln und GM Simon Williams.
Der Wettkampf bot für Felix eine äußerst wertvolle Trainingserfahrung und ermöglichte es ihm, sich gegen einen der angesehensten und erfolgreichsten Spieler der Schachwelt zu messen. (wk, Text: Emilia Castelao)
Österreichs Großmeister Felix Blohberger bestreitet in dieser Woche in den Räumlichkeiten des Österreichischen Schachbundes ein sechsrundiges Privatmatch gegen den tschechischen Spitzengroßmeister David Navara. Nach zwei hart umkämpften Remispartien fiel in der dritten Begegnung die erste Entscheidung – mit dem besseren Ende für den Österreicher.
Navara wechselte in der Eröffnung von der Ragozin-Verteidigung zur Slawischen Verteidigung. Blohberger entschied sich für einen frühen Läufertausch auf f6 und wählte damit eine seltenere Variante, auf die er hervorragend vorbereitet war. Während Navara bereits in der Eröffnung viel Zeit investieren musste, um eine ausgeglichene Stellung zu erreichen, übernahm Blohberger nach und nach die Initiative.
Nach dem Gewinn eines Bauern verwertete der österreichische Großmeister seinen Vorteil in einem langen, technisch anspruchsvollen Endspiel souverän und stellte den vollen Punkt sicher. Damit führt Felix Blohberger das Match nach drei Runden mit 2:1 an.
Die heutige vierte Partie endete vor wenigen Minuten nach einem phantastischen Schlagabtausch im 59. Zug in einer Zugwiederholung. Vor den verbleibenden zwei Runden steht es 2,5:1,5 für Felix Blohberger.
Schachfans können die verbleibenden Partien weiterhin live auf den YouTube- und Twitch-Kanälen von Felix Blohberger verfolgen. Die Live-Kommentierung übernimmt Großmeister Alex Colovic, unterstützt von Gastkommentatoren wie Michiel Abeln, Autor von The Anand Files, sowie Großmeister Simon Williams. Die Partien beginnen täglich um 15:00 Uhr MESZ und werden im klassischen Zeitmodus mit 90 Minuten für die ersten 40 Züge, anschließend 30 Minuten bis zum Partiende sowie einem Inkrement von 30 Sekunden pro Zug gespielt. (wk, Text/Fotos: Emilia Castelao)
Der Österreichische Schachbund bietet seinen lizenzierten Trainerinnen und Trainern sowie Instruktorinnen und Instruktoren am Samstag, dem 18. Juli 2026, eine besondere Fortbildungsmöglichkeit: Mit RB Ramesh kommt einer der erfolgreichsten Schachtrainer der Welt nach Wien.
Der indische Erfolgstrainer arbeitet im Rahmen seines Österreich-Aufenthalts mit den ÖSB-Kaderspielerinnen und Kaderspielern und stellt sein Wissen darüber hinaus auch für die Trainerausbildung zur Verfügung. In seinem Seminar „Chess Training from an Indian Perspective“ gibt er Einblicke in seine Trainingsphilosophie und die Methoden, mit denen er zahlreiche Spitzenspielerinnen und Spitzenspieler auf ihrem Weg begleitet hat.
RB Ramesh gilt als einer der prägenden Schachtrainer der Gegenwart. Sein Ansatz basiert auf intensivem, praxisorientiertem Training und der konsequenten Förderung von Rechenfähigkeit, Visualisierung und eigenständigem Denken am Brett. Viele seiner Trainingsmethoden haben maßgeblich zum Aufstieg Indiens zu einer der führenden Schachnationen der Welt beigetragen.
Die Fortbildung findet in englischer Sprache statt und umfasst acht Unterrichtseinheiten. Die Teilnehmerzahl ist auf 14 Personen begrenzt. Aktuell sind noch sechs Plätze verfügbar.
Termin: Samstag, 18. Juli 2026
Zeit: 10:30 bis 17:00 Uhr
Ort: Haus des Sports, Prinz-Eugen-Straße 12, 1040 Wien
Thema: Chess Training from an Indian Perspective
Referent: RB Ramesh
Interessierte Trainerinnen und Trainer sowie Instruktorinnen und Instruktoren werden gebeten, sich zeitnah bei Harald Schneider-Zinner (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) anzumelden. (ssc)
Vom 4. bis 7. Juni wurden in Fürstenfeld die Österreichischen Jugendmeisterschaften der Altersklassen U12 und U14 in den Kategorien Offen und Mädchen ausgetragen. Nach sieben spannenden Runden stehen die neuen Österreichischen Meisterinnen und Meister fest.
CM Chicheng Leon Chen gewinnt die U12
In der offenen U12-Kategorie setzte sich der Favorit CM Chicheng Leon Chen (Steiermark) durch. Mit 6 Punkten aus 7 Partien sicherte er sich den Meistertitel und verwies seine stärksten Verfolger Chenshan Wu und Filip Jevremovic auf die Plätze zwei und drei. Die Ränge zwei bis vier wurden allesamt mit 5,5 Punkten abgeschlossen und mussten durch die Buchholzwertung (Cut 1) entschieden werden. Auf Rang vier landete Pavlo Feseniuk (Wien), während Eliah Meyer (Steiermark) mit 5 Punkten den fünften Platz belegte.
Avni Antolovic dominiert die Mädchen U12
Bei den Mädchen entwickelte sich früh ein Zweikampf zwischen Avni Antolovic (Wien) und Parinitha Hemanth Gowda (Oberösterreich). Beide Spielerinnen starteten mit vier Siegen in Folge ins Turnier. In der fünften Runde trafen die beiden Spitzenreiterinnen direkt aufeinander, wobei Avni Antolovic die entscheidende Partie für sich entschied und damit die alleinige Tabellenführung übernahm.
Mit insgesamt 6 Punkten sicherte sie sich den österreichischen Meistertitel. Parinitha Hemanth Gowda belegte mit 5,5 Punkten den zweiten Platz, während Ella Loibl (Burgenland) mit 5 Punkten Bronze gewann.
Daniel Berndt Scheiber triumphiert in der U14
In der offenen U14-Kategorie überzeugte Daniel Berndt Scheiber (Wien) mit einer starken Turnierleistung. Ungeschlagen erreichte er 6,5 Punkte aus 7 Partien und sicherte sich souverän den Meistertitel. Besonders bemerkenswert war sein Sieg in der fünften Runde gegen den topgesetzten CM Noah Pleimer. Mit einer Turnierperformance von 2340 Elo gewann Scheiber zudem 94 Elo-Punkte hinzu.
Noah Pleimer (Oberösterreich) gewann alle seine übrigen Partien und erreichte mit 6 Punkten den zweiten Platz. Bronze ging an Daniel-Yosuke Groessing (Wien) mit 5,5 Punkten.
Eine besondere Leistung zeigte auch Alina Donets (Oberösterreich), die als einziges Mädchen im offenen Bewerb antrat. Mit 5 Punkten belegte sie den hervorragenden vierten Gesamtrang und qualifizierte sich damit zugleich für internationale Jugendmeisterschaften. Auf Platz 5 folgte ihr mit 4,5 Punkten Johannes Aichinger (Wien).
Laura Zens holt Gold bei den Mädchen U14
Bei den Mädchen U14 verlief das Turnier besonders spannend. Die an Nummer zwei gesetzte Laura Zens (Steiermark) startete mit 1,5 Punkten aus den ersten drei Runden zunächst verhalten. Anschließend gelang ihr jedoch eine beeindruckende Aufholjagd: Vier Siege in den letzten vier Runden, darunter Erfolge gegen Edna Abakah-Hagen und Johanna Wiessner, brachten ihr noch den österreichischen Meistertitel.
Pia Langeder (Niederösterreich) führte nach sechs Runden mit 5 Punkten die Tabelle an und hatte beste Chancen auf Gold. Eine Niederlage in der Schlussrunde gegen die spätere Drittplatzierte Violetta Hyassat (Wien) kostete sie jedoch den Titel. Dank der besseren Buchholzwertung sicherte sich Langeder dennoch den hervorragenden zweiten Platz. Bronze ging an Violetta Hyassat.
Tolle Stimmung und Livestream-Begleitung
Für eine besondere Atmosphäre sorgte die musikalische Einstimmung vor jeder Runde. Titel wie „We Are The Champions“ kamen bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bestens an und trugen zur positiven Turnierstimmung bei.
Die Meisterschaften wurden zudem von einem Livestream auf YouTube begleitet, der auch weiterhin abrufbar ist. Das traditionelle Süßigkeiten-Glas der Jugendkommission gewann in diesem Jahr Stefanie Geworgyan aus Salzburg. (ssc, Bilder: Paul Wendl)
Der österreichische Großmeister Felix Blohberger trifft in einem hochkarätigen Match auf den tschechischen Spitzenspieler GM David Navara. Gespielt werden 6 Runden vom 8.-13. Juni (immer um 15 Uhr) mit einer Bedenkzeit von 90 Min. für 40 Züge + 30 Minuten für den Rest der Partie und einem Inkrement vom 30 Sek. ab dem ersten Zug. David Navara zählt seit vielen Jahren zur europäischen Schachelite und kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken: Seit 2002 vertrat er sein Land bei sämtlichen neun Schacholympiaden und spielte dabei siebenmal am Spitzenbrett. Darüber hinaus sicherte sich Navara bereits 14-mal den Titel des tschechischen Staatsmeisters.
Schachfans können das Match live mitverfolgen. Auf dem Twitch- und YouTube-Kanal von Felix Blohberger wird täglich eine Live-Kommentierung angeboten. Für die fachkundige Analyse sorgt GM Aleksandar Colovic mit wechselnden Gästen wie GM Markus Ragger, GM Simon Williams, IM Kostya Kavutskiy sowie WGM Jennifer Shahade.
Dieses Match wurde von Felix Blohberger organisiert und für ihn steht dabei in erster Linie nicht das Ergebnis im Vordergrund, sondern der sportliche und schachliche Fortschritt:
„Die Idee des Matches ist es, dass ich so viel wie möglich lernen kann und es mir dabei hilft, mein Ziel von 2600 Elo zu erreichen. Navara ist ein fantastischer Spieler mit sehr viel Erfahrung und daher genau der richtige Gegner, um aus den Partien möglichst viel mitzunehmen. Unabhängig davon, wie das Match ausgeht, wird es eine tolle Lernerfahrung für mich sein. Außerdem möchte ich mich beim Österreichischen Schachbund für die Bereitstellung des Spiellokals sowie der Schiedsrichter bedanken.“
Mit David Navara wartet auf Blohberger somit ein äußerst anspruchsvoller Prüfstein, der wertvolle Erkenntnisse auf dem Weg zu seinen weiteren sportlichen Zielen liefern soll. (ssc)
Die Europäische Einzelmeisterschaft der Frauen 2026 ging heute zu Ende und aus österreichischer Sicht hätte das Turnier kaum erfolgreicher verlaufen können. Mit einer Bronzemedaille für Olga Badelka sowie einer starken Leistung von Emilia Deak-Sala durfte sich die österreichische Delegation über herausragende Ergebnisse freuen.
Olga Badelka gewinnt Bronze und qualifiziert sich für den World Cup
Olga Badelka startete mit hervorragenden 8 Punkten aus 10 Partien vom dritten Platz in die Schlussrunde. Zuvor hatte sie mit Siegen gegen GM Elina Danielian und GM Anna Ushenina in den Runden neun und zehn wichtige Punkte gesammelt und sich in die Spitzengruppe vorgearbeitet.
Vor der letzten Runde war die Ausgangslage äußerst spannend: Die spätere Siegerin WFM Anastasiia Hnatyshyn führte das Feld mit einem halben Punkt Vorsprung an, während Olga Badelka und IM Sabrina Vega Gutierrez mit jeweils 8 Punkten zu ihren engsten Verfolgerinnen zählten. Weitere drei Spielerinnen lagen nur einen halben Punkt dahinter, sodass noch sämtliche Medaillenentscheidungen offen waren.
Während die Begegnung am Spitzenbrett mit einem Remis endete, richteten sich die Blicke auf das Duell zwischen Olga Badelka und Sabrina Vega Gutierrez. Nach einer ausgeglichenen Partie blieb auch das entstandene Turmendspiel lange Zeit im Gleichgewicht. Keine der beiden Spielerinnen konnte Vorteile erzielen, sodass man sich nach insgesamt 60 Zügen auf Remis einigte.
Damit stand WFM Anastasiia Hnatyshyn als alleinige Siegerin der Europameisterschaft fest. Die Ukrainerin, die lediglich als Nummer 76 der Setzliste ins Turnier gestartet war, erzielte mit 9 Punkten und einer Performance von 2580 eine beeindruckende Leistung und krönte sich verdient zur Europameisterin 2026.
Hinter ihr folgten gleich drei Spielerinnen mit jeweils 8,5 Punkten, sodass die Buchholzwertung über die Vergabe der Medaillen entschied. Olga Badelka sicherte sich dabei den hervorragenden dritten Platz und damit eine EM-Bronzemedaille für Österreich.
Mit einer Turnierperformance von 2490 sowie einem Elo-Zuwachs von rund 14 Punkten verbessert sie ihr Live-Rating auf über 2400 Elo. Zusätzlich qualifiziert sie sich als eine der besten zehn Spielerinnen des Turniers für den kommenden FIDE Women’s World Cup.
Starker Auftritt von Emilia Deak-Sala
Auch Emilia Deak-Sala überzeugte mit einer starken Leistung. Die Österreicherin startete als Nummer 114 der Setzliste aus dem letzten Drittel des Teilnehmerfeldes und arbeitete sich bis auf den hervorragenden 57. Endrang vor.
Mit einer Performance von 2266 Elo gewann sie mehr als 50 Elo-Punkte hinzu. Darüber hinaus erfüllte sie u.a. mit ihrem starken Abschneiden die Voraussetzungen für eine WIM-Norm und durfte sich damit über einen weiteren wichtigen Meilenstein in ihrer schachlichen Entwicklung freuen. (ssc, Bilder: ECU)
Partienanalyse auf Lichess
Auf dem Lichess-Account des ÖSB haben unsere Bundestrainer je eine ausgewählte Partie von Olga Badelka und Emilia Deak-Sala analysiert.
Der Schachklub Kufstein feiert im Jahr 2026 sein 100-jähriges Vereinsjubiläum. Aus diesem besonderen Anlass veranstaltet der Traditionsverein vom 31. Juli bis 2. August 2026 erstmals das Internationale Senn Gruppe Open in Kufstein. Das Turnier verspricht ein attraktives Schachwochenende in einer der schönsten Städte Tirols und lädt Spielerinnen und Spieler aus dem In- und Ausland herzlich zur Teilnahme ein.
Gespielt wird in der Neuen Mittelschule Kufstein (Fischergries 30, 6330 Kufstein) über fünf Runden nach Schweizer System. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten plus 30 Sekunden Inkrement pro Zug. Das Turnier wird für die internationale Elozahl, die österreichische Elowertung sowie die deutsche DWZ ausgewertet.
Das Open wird in zwei Gruppen ausgetragen: A-Turnier für Spielerinnen und Spieler ab 1600 Elo B-Turnier für Spielerinnen und Spieler bis 1800 Elo
Für zusätzliche Spannung sorgt ein attraktiver Preisfonds von insgesamt 4.500 Euro. Im A-Turnier erhält der Sieger 700 Euro, weitere Geldpreise werden bis zum 8. Platz sowie in zahlreichen Sonderwertungen vergeben. Auch im B-Turnier warten Geldpreise auf die Bestplatzierten.
Der Schachklub Kufstein zählt zu den traditionsreichsten Vereinen Tirols und blickt auf eine hundertjährige Geschichte zurück. Mit dem Jubiläums-Open möchte der Verein dieses besondere Ereignis gemeinsam mit der österreichischen und internationalen Schachgemeinschaft feiern.
Der Österreichische Schachbund wünscht dem Schachklub Kufstein bereits jetzt viel Erfolg und viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Durchführung des Jubiläumsturniers. (wk)