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Österreichs U18-Team bei der Team-Europameisterschaft in Pardubice

Vom 26. Juli bis 1. August fand in Pardubice (Tschechien) die European Youth Team Chess Championship in den Kategorien U12 und U18 (Open und Girls) statt. Österreich war im U18-Open-Bewerb mit Peter Balint, Florentin Stickler, Julian Leitgeb und Theodor Gold vertreten. Das Team ging als Nummer 10 der Setzliste unter 18 Mannschaften ins Turnier.

In der ersten Runde wartete mit der Ukraine der Topfavorit des Turniers. Am Spitzenbrett traf Peter Balint auf den Europameister GM Roman Dehtiarov, der den Großmeistertitel als Direkttitel für seinen Europameistertitel verliehen bekam. Lediglich Theodor Gold gelang ein Remis, sodass sich die Ukraine mit 3,5:0,5 durchsetzte.

20260803 Balint Dehtiarov

In den Runden zwei und vier wurde Österreich seiner Favoritenrolle gerecht und feierte Mannschaftssiege gegen die Slowakei sowie Tschechien 2. Dazwischen setzte es eine Niederlage gegen Polen, ehe in der fünften Runde mit einem 2:2 gegen das favorisierte Tschechien ein Mannschaftpunkt eingesammelt werden konnte.

Die beiden abschließenden Runden verliefen unglücklich: Gegen Slowenien und Israel musste sich das österreichische Team jeweils knapp mit 1½:2½ geschlagen geben. Dadurch fiel Österreich in der Endtabelle noch auf den 14. Platz zurück.

Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Peter Balint. Mit 5,5 Punkten erzielte er am Spitzenbrett eine herausragende Performance von 2599 Elo und gewann 16 Elo-Punkte hinzu. Damit war er der erfolgreichste Spieler am ersten Brett der gesamten Meisterschaft - eine Leistung auf Großmeisterniveau. Zwei seiner besten Partien sind auf unserem Lichess-Account OesterreichSchach vorgestellt.

Neben dem sportlichen Programm blieb wenig Zeit zur Erholung: Bei einem kurzen Ausflug zur nördlich von Pardubice gelegenen Burg Kunětická Hora konnte das Team etwas Energie tanken.

Den Europameistertitel sicherte sich schließlich die Ukraine vor der Türkei und Tschechien. (ssc, Bilder: Gert Schnider)

Endstand:

🥇Ukraine

🥈Türkei

🥉Tschechien

Alle Ergebnisse und Endtabelle: chess-results.com 

Homepage Veranstalter

Live-Übertragung: LiChess, Chess.com

20260803 Ausflug

Die österrreichische Delegation vor der Burg Kunětická Hora

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Seniorenschach: Niederösterreicher triumphiert in Unterkärnten

Aus sieben der neun österreichischen Bundesländer kamen sie allesamt angereist, 27 Teilnehmer und eine Teilnehmerin an der 2. Auflage des Rudener Seniorenschachturnieres von 26. Juli bis 1. August 2026 für alle Ü60 (Frauen auch schon Ü50). Sie versammelten sich zu sieben nachmittäglichen schweizersystemischen Runden mit Standardbedenkzeit im Bildungszentrum der etwa 1.500 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Gemeinde Ruden im Jauntal in Unterkärnten. Neben Urlaubsfreude bei einfach leiwandem Wetter in der Kärntner Seen- und Berggegend kamen Freude und Begeisterung im Turnierareal keinesfalls zu kurz: Turnierdirektor Franz Kraßnitzer und Hauptschiedsrichter Gabriel Doujak versorgten mit ihrem Schachmaty-Ruden-Team die Teilnehmenden mit erträglichen Temperaturen, fairen Spielbedingungen, quasifamiliärer Atmosphäre, kulinarisch der nachmittäglichen Kaffeezeit angepassten Getränken und Leckereien sowie regionalen Genussprodukten bei der (beinahe) täglichen Verlosung zu Rundenstart.

Zum Monatsersten des August standen die finalen Platzierungen fest:

🥇CM Bruno Steiner (NÖ, ASK Kottingbrunn) mit 6 Punkten – ihm gehört von nun an der berühmte Holzläufer (nächstes Jahr wird es einen Turm geben)
🥈FM Mag. Guido Kaspret (Ktn, Schachmaty Ruden) mit 5,5 Punkten
🥉DI Peter Kutlesa (Stmk, Schach ohne Ausgrenzung) mit 5 Punkten
4️⃣ MK Heimo Töfferl (Ktn, IG Schach Wolfsberg) mit 5 Punkten
5️⃣ Mag. Karl Hofbauer (Stmk, SK TuS Krieglach) mit 4,5 Punkten
6️⃣ Dr. Rudolf Schindler (Ktn, SC Die Klagenfurter) mit 4,5 Punkten
7️⃣ MK Robert Wiedner (Bgld, SK Mattersburg) mit 4 Punkten

In den Kategorien wurden die Podien folgendermaßen belegt:

0-1700
🥇Mag. Karl Steinberger (Stmk, Gratwein-Straßengel) mit 3 Punkten
🥈Ewald Hellerschmid (Wien) mit 3 Punkten
🥉Heribert Redl (Wien) mit 3 Punkten

1701-1800
🥇Dr. Rudolf Schindler (Ktn, SC Die Klagenfurter) mit 4,5 Punkten
🥈Mag. Arnulf Maderner (Ktn, SK Wölfnitz) mit 4 Punkten
🥉Christian Janes (Tirol, Steinach/Brenner) mit 3,5 Punkten

1801-1900
🥇 Harald Weber (Ktn, Schachverein Wolfsberg) mit 4 Punkten
🥈 Wolfgang Heinisch (Stmk, Schach ohne Ausgrenzung) mit 4 Punkten
🥉 Norbert Sonnberger (Wien) mit 4 Punkten

Frauenpreis
🥇Daniela Zselezen (Steiermark, SK TuS Krieglach) mit 3 Punkten

Bei der Siegerehrung bedankten sich Franz Kraßnitzer (Organisator), Günter Doujak (Obmann des SV Union Raiba Ruden) sowie Petra Daxkobler (Frauenreferentin des Kärntner Schachverbandes) bei den Teilnehmenden. Alle gemeinsam freuen sich auf ein Wiedersehen beim

3. Rudener Senioren Open 2027 (SO, 25. Juli, bis SA, 31. Juli)


Ergebnisse: Chess-Results
Zahlreiche weitere Fotos und Berichte: Facebook, Instagram
Rückblick: Bericht 2025

(gd, Text/Fotos: Gabriel Doujak)

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Ehemalige Weltmeisterin Alexandra Kosteniuk begeistert bei Trainingswoche und Simultan in Österreich

Vom 24. bis 30. Juli 2026 war die ehemalige Weltmeisterin Alexandra Kosteniuk erneut zu Gast in Österreich. In einer intensiven Trainingswoche arbeitete sie sowohl mit dem Frauen-Kader als auch mit der Jugend des Österreichischen Schachbundes, bevor sie den Abschluss mit einem Simultanauftritt in der LentiaCity in Linz bildete. 

Intensives Training mit dem Frauenkader

Den Auftakt bildete am 25. und 26. Juli ein Trainingswochenende mit dem Frauen A- und B-Kader im Haus des Sports in Wien. Am ersten Trainingstag nahmen Emilia Deak-Sala, Nikola Mayrhuber, Annika Fröwis sowie Elisabeth Hapala (online) teil. Am zweiten Tag stieß Chiara Polterauer zur Gruppe.

Inhaltlich spannte Kosteniuk einen breiten Bogen. Schwerpunkte waren die Entscheidungsfindung im Mittelspiel, Angriffsführung sowie theoretische Endspiele. Besonders intensiv wurde ihre eigene Partie gegen Alexander Onischuk aus dem Jahr 2005 analysiert https://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1327780.

Das Training war abwechslungsreich gestaltet: Eigenständiges Lösen anspruchsvoller Aufgaben wechselte sich mit gemeinsamen Analysen und Diskussionsrunden ab. Ergänzt wurde das Programm durch Ausspielstellungen, in denen die Teilnehmerinnen das Gelernte unmittelbar in die Praxis umsetzen konnten.

Jugend sammelt wertvolle Impulse

Am 27. und 28. Juli stand die Jugend im Mittelpunkt. Ebenfalls im Haus des Sports in Wien trainierten Chenshan Wu, Isak Veladzic, Laura Zens, Josephina Brunner, Elisabeth Wießner, Katharina Pötscher und Alina Donets mit der ehemaligen Weltmeisterin.

Auch hier lag der Fokus auf Angriffsspiel und theoretischen Endspielen. Neben Einzelaufgaben mit anschließender gemeinsamer Analyse standen Ausspielstellungen, Punktepartien sowie ein systematischer Zugfindungsalgorithmus auf dem Programm. Darüber hinaus gab Kosteniuk den Nachwuchsspielerinnen und -spielern wertvolle Hinweise zur Gestaltung eines langfristig erfolgreichen Eröffnungsrepertoires.

Besonders in Erinnerung blieb eine anschauliche Analogie, mit der Kosteniuk das Wesen einer Schachpartie erklärte: Sie verglich eine Partie mit einem Musikstück, bei dem jede Stellung ihren eigenen Rhythmus besitzt. Wer einen Angriff beginnt, müsse diesen konsequent fortsetzen. Eine Figur am Königsflügel zu opfern und anschließend plötzlich am Damenflügel weiterzuspielen, sei wie eine falsche Note in einer Melodie und der Rhythmus gehe verloren.

Simultanveranstaltung in der LentiaCity

Den Abschluss ihres Österreich-Besuchs bildete am 29. Juli eine Simultanveranstaltung in der LentiaCity Linz. Nach einem gemeinsamen Mittagessen und einer unterhaltsamen Runde Hand & Brain mit Unternehmer Karl Egger jun., Präsident Michael Stöttinger und Bundestrainer Martin Huber, stellte sich Alexandra Kosteniuk zehn talentierten Nachwuchsspielerinnen zum Simultan.

Mit dabei waren Alina Donets, Pia Langeder, Parinitha Hemanth Gowda, Stefanie Geworgyan, Marissa Blieberger, Juliane Jauk, Saanvi Vinaykumar, Sarah Nussbacher, Mila Nussbacher und Maria Sharapova.

Wie erwartet konnte Alexandra Kosteniuk alle 10 Partien für sich entscheiden. Viel wichtiger jedoch ist für die jungen Talente die seltene Gelegenheit, gegen eine ehemalige Weltmeisterin anzutreten.

Ein herzlicher Dank gilt der LentiaCity Linz, der Schwestermall der in der Schachszene bestens bekannten PlusCity, die diese besondere Veranstaltung als Unterstützer ermöglicht hat. (ssc, Bilder: ÖSB)

European Youth Team Chess Championship in Pardubice

Vom 26. Juli bis 1. August 2026 findet in Pardubice (Tschechien) die European Youth Team Chess Championship in den Altersklassen U12 und U18 (jeweils Open und Mädchen) statt. Insgesamt treten in der U18-Open-Kategorie 18 Mannschaften gegeneinander an, darunter auch Österreich.

Österreich ist mit einer Durchschnitts-Elo von 2337 an Position 10 der Startrangliste gesetzt und führt damit die zweite Hälfte des Teilnehmerfeldes an. Die österreichische Mannschaft besteht aus:

  1. FM Peter Balint
  2. FM Florentin Stickler
  3. FM Julian Leitgeb
  4. FM Theodor Gold

Zum Auftakt wartete mit der Ukraine gleich der topgesetzte Titelkandidat. Die Mannschaft bringt eine Durchschnitts-Elo von 2404 an die Bretter und ging als Favorit in die Begegnung.

Den symbolischen ersten Zug der Europameisterschaft führte ECU-Vizepräsident Roman Muzik am ersten Brett von FM Peter Balint aus.

Die favorisierte Ukraine setzte sich schließlich mit 3,5:0,5 durch. Bereits am heutigen Tag bietet sich dem österreichischen Team die nächste Chance auf die ersten Mannschaftspunkte: In der 2. Runde trifft Österreich um 15:00 Uhr auf Slovakia 2.

Vom 26. bis 31. Juli werden die Runden 1 bis 6 jeweils um 15:00 Uhr ausgetragen. Die 7. und letzte Runde beginnt am 1. August um 13:00 Uhr. (ssc, Titelbild: ECU, Teamfoto: Gert Schnider)

Alle Paarungen und Ergebnisse: chess-results.com

Live-Übertragung: ChessBase, LiChess, Chess.com

Homepage Veranstalter

20260727 EYTCC Team AUT

Ankündigung: Schnellschach mit Thermenbonus in Bad Vöslau

Am Samstag, 19. September 2026, lädt die ChessSports Association zum internationalen Schnellschachturnier in die Kabane 21 beim Thermalbad Bad Vöslau ein. Auf die Teilnehmer warten sieben Runden Schweizer System mit 10 Minuten plus 5 Sekunden pro Zug sowie ein Preisfonds von mindestens € 420,- und zahlreiche Sachpreise.

Neben dem Hauptturnier findet ein Jugendturnier für U18-Spieler mit einer Elozahl unter 1400 statt. Das Nenngeld beträgt € 30,- im Hauptturnier bzw. € 20,- im Jugendturnier. Bei Überweisung bis 1. September gibt es den Early-Bird-Tarif von € 25,- bzw. € 15,-.

Besonders attraktiv: Für alle Teilnehmer ist der Eintritt in die Therme Bad Vöslau kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist limitiert – eine frühzeitige Anmeldung bei Harald Schneider-Zinner unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder +43 699 1945 82 90 wird daher empfohlen.(wk, Info/Foto: Harald Schneider-Zinner)

Website, Ausschreibung

Favoritensieg beim 45. St. Veiter „Jacques Lemans Open“

Der topgesetzte kroatische GM Ivan Saric gewann die 45. Auflage des diesjährigen St. Veiter „Jacques Lemans Open“. Auf Rang zwei punktegleich mit 7 Punkten „die slowenische Schach-Wundertüte IM Leon Mazi“ der es wiederum auf das Podest schaffte und sein Kämpferherz unter Beweis stellte. GM Zigurds Lanka (LAT) schaffte mit 6,5 Punkten bei seinem Erstantritt in St. Veit gleich den 3. Platz punktegleich vor dem besten österreichischen Spieler FM David Schernthaner (Bärnbach). Mit ebenfalls 6,5 Punkten folgten GM Davor Rogic (CRO), FM Kurt Fahrner (Austria Graz), FM Johannes Lerch (Völs & HAK Ibk) und dem besten U18-Spieler Jonathan Steinwidder (Trofaiach). Beste Dame mit 6 Punkten WFM Lara Zagorac aus Kroatien.

Das B-Open – nächstes Jahr übrigens auch erstmals mit internationaler Elowertung – wurde klar vom erst 15-Jährigen Eduard Raber vom SV Steyregg dominiert. Ungeschlagen mit 8 Punkten sicherte er sich den Sieg vor Christian Erharter (SV Feldkirchen), Horst Prüsse (D), Sebastian Ringer (ASK Nettingsdorf) und Simon Studener (ATSV Steyr) die es jeweils auf 7 Punkte brachten.

Eine Topüberraschung schaffte die 17-Jährige Velena Batchenko von Zugzwang Klagenfurt die mit 5,5 Punkten und Rang 21 (Startrang 57!) den Sieg in der Damenwertung schaffte.

Lukas Metzger (Sonnenberg) sicherte sich mit 7,5 Punkten souverän den Sieg im Jugendopen vor Cheng-Hui Hsu (Chinese Taipei/6,5 Pkt.) und Simon Feistritzer (SV ASKÖ St. Veit/6 Pkt.).

Insgesamt waren 273 Teilnehmer aus 15 Nationen am Start!

Die 46. Auflage vom St. Veit Open gibt es von 10. bis 17. Juli 2027 wiederum in der Blumenhalle St. Veit/Glan. (wk, Text: Knapp, Foto: Anrather)

Turnierseite, Ergebnisse bei Chess-Results

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Erfolgreiche Trainingswoche mit GM RB Ramesh in Wien

Bericht von Gert Schnider

Die Trainingswoche mit GM RB Ramesh war für alle Teilnehmer extrem spannend und hat uns viele neue Perspektiven aufgezeigt. Die indische Mentalität und Arbeitseinstellung kann unsere Spieler sehr bei ihrer schachlichen Weiterentwicklung unterstützen, und die gezeigten Trainingsmethoden helfen, die Trainingszeit effizienter zu nutzen.

Wir haben manche Stellungen für mehrere Stunden analysiert, oft viele Züge vorausgerechnet und wichtige Details gefunden – Rameshs Idee ist, dass das Training härter als die Partie sein sollte und man auch nach einer langen Partie am Ende eines harten Turniers noch voll konzentriert sein muss. Und das muss man auch im Training entsprechend üben!

Die Trainingswoche wurde auch durch viele Geschichten aufgelockert und wir haben einiges über das Training der indischen Spitzenspieler erfahren.

Weitere wichtige Themen waren die richtige Zielsetzung – man sollte sich hohe Ziele stecken („In Indien sagt jedes kleine Kind, das man über seine Ziele im Schach fragt: Ich möchte Weltmeister werden!“). Wir haben auch über das richtige Mindset, den richtigen Umgang mit Schwierigkeiten, den Fokus auf das Lernen statt auf die Ergebnisse und viele weitere Themen gesprochen und konnten alle viele Anregungen mitnehmen, wie wir das eigene Schach und auch das Schach in Österreich in Zukunft stärken können.

Insgesamt hat Ramesh sieben Tage mit uns verbracht, davon fünf Tage Trainingslager für den Herrenkader und unsere besten Jugendspieler, einen Trainingstag für die jüngeren Jugendkaderspieler und einen Tag Trainerfortbildung.

Ein herzlicher Dank an RB Ramesh, und wir hoffen alle, dass er wieder einmal zu einer Trainingswoche nach Österreich kommt! 

 

Bericht von Harald Schneider-Zinner

Nachdem Ramesh intensiv mit unseren Nationalspielern und dem starken Nachwuchs trainierte, stand er am Samstag unseren Trainern zur Verfügung.

Diese nahmen das Angebot gerne an. Die Fortbildung war ausgebucht, und auch weite Anreisewege aus Vorarlberg wurden gerne in Kauf genommen.

Ramesh betonte die Notwendigkeit, bereits in sehr frühem Alter mit einem intensiven, konzentrierten und disziplinierten Training zu beginnen. Dieses muss von zahlreichen Turnierteilnahmen mit klassischer Bedenkzeit flankiert werden. Ein Kind in der U10 oder U12 sollte es locker auf 80 bis 100 Turnierpartien pro Jahr bringen, wenn es an der Weltspitze mitmischen möchte. Dabei müssen natürlich auch die Eltern mit an Bord geholt werden.

Groß denken, groß träumen, kein Gejammere, keine sinnlose Ablenkung durch Social Media und Videos – dann ist alles möglich.

Ziel des Trainings ist es, Spieler und Spielerinnen dabei zu helfen, in allen Bereichen der Partie stark zu werden – vor allem aber in der Rechentiefe. Viele der europäischen Spieler schnorcheln nach Ansicht von Ramesh nur an der Oberfläche, ohne die wunderschönen Tiefen der Varianten ergründen zu können.

Das Eröffnungstraining sollte hingegen nur einen bescheidenen Platz einnehmen, solange sich noch keine wirkliche Spielstärke entwickelt hat. Er empfiehlt ein Mischungsverhältnis von 60 % Mittelspiel, 20 % Endspiel und 20 % Eröffnung.

Vor allem müssen unsere Kinder aber lernen, sich über lange Zeit zu konzentrieren. Dabei erzählte Ramesh, wie er Kinder mithilfe von Bildern und Geschichten schon sehr früh dazu bringt. Er erzählte die Geschichte vom Löwen:

„Wenn du trainierst und ein Löwe in den Raum kommt, warum siehst du ihn dann nicht?“ – „Weil ich mich auf meine Aufgabe konzentriere.“

„Wenn der Löwe brüllt, warum hörst du ihn dann nicht?“ – „Weil ich mich auf meine Aufgabe konzentriere.“

„Wenn der Löwe dich ins Bein beißt, warum spürst du nichts?“ – „Weil ich mich auf meine Aufgabe konzentriere.“

Die nächste ÖSB-Trainerfortbildung findet am Samstag, 12. September, am Walserberg (Nähe Salzburg) statt. Themen: U8-Sichtungsmodell in Deutschland; Chessable & Co. im Vereinstraining effektiv einsetzen; Planfindung in statischen und dynamischen Stellungen u. a. . (ssc)

Ausschreibung

Exhibition Match: GM Blohberger vs. GM van Wely

GM Felix Blohberger hat gestern in Bukarest ein freundschaftliches Rapid-Exhibition-Match gegen den niederländischen GM Loek van Wely mit 3:1 für sich entschieden.

Die ersten beiden Partien endeten jeweils remis, ehe Blohberger die beiden abschließenden Begegnungen für sich entschied und damit den Matchsieg perfekt machte. In Partie 4 gab es eine spannende Katalanischpartie, in der Felix zuerst eine tolle Vorbereitung anbrachte, danach in Schwierigkeiten kam und mit wenige Bedenkzeit im Endspiel seinen starken Gegner noch überspielte. Diese Partie haben wir in unserem Lichess-Acoount kurz kommentiert: OesterreichSchach

Wer die Partien und spannende Einblicke in das Match anschauen möchte, kann sich den Recap auf Felix Blohbergers YouTube-Kanal ansehen.

Organisiert wurde das Exhibition Match von ChessFam. (ssc, Bild: Felix Blohberger)

Alle Partien: chess.com 

Erste Schach-Matura in Wien

Was 2004 in Bad Ischl als geniale Pionierarbeit von OSTR Mag. Hans Stummer begann, wurde nun auch in Wien erstmals umgesetzt: die Schach-Matura! Die erste Schach-Matura in Österreich wurde am 9.6.2008 in Bad Ischl geprüft. Mag. Hans-Jürgen Koller übernahm diese hervorragende Idee für das BORG Linz und hat die Schach-Matura dort seit einigen Jahren etabliert. Nach Linz ist nun auch die Schach-Matura in Wien angekommen und wurde am 10.6.2026 im Erich-Fried Realgymnasium (Alsergrund) im Rahmen der mündlichen Matura von DI Mag. Christa Perner geprüft. Schach wird hier als Wahlpflichtgegenstand für insgesamt zwei Jahre bzw. in vier Modulen unterrichtet.

Die bisherigen Inhalte des ursprünglichen Lehrplans wurden mit Inhalten eines deutschen Lehrplans und mit aktuellen Themen wie Frauenschach, Mentaltraining und Inklusion ergänzt. In den vier Modulen (die Module können auch einzeln absolviert werden) wurden die teilnehmenden Schüler FM Theodor Gold, Adam Ghanem und Lukas Viertl zu Schachtrainern (Übungsleitern) und Regionalschiedsrichtern ausgebildet. Daneben wurden Grundlagen von Eröffnungen, Mittel- und Endspiel, taktische und strategische Themen sowie historische, psychologische und vernetzende Inhalte (Schach und Mathematik) vermittelt. Öffentlichkeits- bzw. Vereinsarbeit ist ebenso Teil des Lehrplans.

Nicht zuletzt waren über die Themen Genie und Wahnsinn sowie Hochbegabung die bisherigen Weltmeister im Blickpunkt des Interesses. (ssc, DI Mag. Christa Perner, Bild: Archiv von DI Mag. Christa Perner)

Sandra Schmidt wechselt zum Deutschen Schachbund

Liebe Schachfamilie,

Sandra Schmidt wird ihre Tätigkeit als Generalsekretärin des Österreichischen Schachbundes mit 15. August 2026 beenden und künftig für den Deutschen Schachbund tätig sein.

Bereits vor ihrem Wechsel nach Österreich war Sandra ehrenamtlich für den Deutschen Schachbund tätig und organisierte mit großem Engagement die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM). Diese Turnierserie ist ein Herzensprojekt von Sandra. Der dafür benötigte erforderliche Aufwand lässt sich jedoch nicht mit einer Vollzeitbeschäftigung in Österreich vereinbaren. Sandra hat nun vom Deutschen Schachbund ein Angebot erhalten, diese Turnierserie als hauptamtliche Mitarbeiterin des DSB zu organisieren. Zusätzlich hat Sandra ihren familiären und sozialen Lebensmittelpunkt natürlich noch immer in Deutschland.

Der Österreichische Schachbund verliert damit eine engagierte Mitarbeiterin freut sich aber gleichzeitig, dass sich für Sandra eine berufliche Möglichkeit ergeben hat, hauptamtlich und mit Lebensmittelpunkt in Deutschland im Schach tätig zu sein. Wir danken Sandra herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement in den vergangenen Monaten und wünschen ihr für ihren weiteren beruflichen und privaten Lebensweg viel Erfolg, Gesundheit und alles Gute.

Wie wir die Nachfolge von Walter Kastner im Generalsekretariat am effizientesten gestalten, werden wir in den nächsten Wochen und Monaten in den zuständigen Gremien beraten und entscheiden, in jedem Fall werden wir die Position der Generalsekretärin bzw. eines Generalsekretärs ausschreiben und freuen uns bereits auf zahlreiche Bewerbungen von qualifizierten Kandidatinnen und Kandidaten.

Damit verbleibe ich einstweilen mit sportlichen Grüßen,

Michael Stöttinger
Präsident

 

Persönliche Worte von Sandra Schmidt

Als ich im vergangenen Jahr die Zusage für die Stelle als Generalsekretärin des Österreichischen Schachbundes erhielt, habe ich mich außerordentlich gefreut. Für mich war diese Aufgabe die große Chance auf einen kompletten Neuanfang.
Für das entgegengebrachte Vertrauen möchte ich mich insbesondere bei Präsident Michael Stöttinger, beim gesamten Präsidium sowie bei Walter Kastner ganz herzlich bedanken.

In den vergangenen Monaten hatte ich die Möglichkeit, einen sehr umfassenden Einblick in die Verbandsarbeit und ihre vielfältigen Strukturen zu gewinnen. Walter war mir dabei ein großartiger Mentor, von dem ich fachlich wie persönlich sehr viel lernen durfte. Dieses Wissen wird mich auch auf meinem weiteren beruflichen Weg begleiten.

Die österreichische Schachszene habe ich in den vergangenen Monaten als sehr aktiv, engagiert und motivierend erlebt. Besonders beeindruckt hat mich die intensive Nachwuchsarbeit. Erst in der vergangenen Woche konnten bei der Jugend-Europameisterschaft im Schnellschach mit zwei Vize-Europameistertiteln große Erfolge gefeiert werden.

Dem Österreichischen Schachbund werde ich mich stets verbunden fühlen und bin für die mir entgegengebrachte Wertschätzung und das Vertrauen von Herzen dankbar.

Ich wünsche dem Österreichischen Schachbund für die Zukunft alles Gute.

Sandra Schmidt