34. Internationales Schach Open Aschach an der Donau
Schachklassiker zum Jahresende begeistert trotz Grippewelle
Vom 26. Dezember bis 31. Dezember 2025 ging in Aschach an der Donau das 34. Internationale Schach Open über die Bühne. Mit über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus mehreren Nationen, die sich auf vier Bewerbe verteilten, war das traditionsreiche Turnier auch heuer wieder hervorragend besucht.
Überschattet wurde die Veranstaltung allerdings von einer starken Grippewelle, die im Laufe der Turnierwoche ihren Höhepunkt erreichte. Zahlreiche Spieler mussten krankheitsbedingt kurzfristig absagen oder das Turnier vorzeitig abbrechen, sodass einige Ausfälle zu verzeichnen waren. Dennoch ließen sich die verbliebenen Teilnehmer die Spielfreude nicht nehmen. Bei herrlichem Winterwetter mit viel Sonnenschein wurde an den Brettern mit großem Einsatz und hoher Konzentration gekämpft.
Besonders erfreulich war die starke Präsenz der Jugend, die vor allem in der Gruppe A beeindruckend auftrat und dort zeitweise sogar das Geschehen dominierte. Die mit über 70 Teilnehmern sehr stark besetzte A-Gruppe wurde erstmals seit über 30 Jahren wieder von einem FIDE-Meister angeführt: FM Brilej Jaka aus Slowenien übernahm früh die Führung. Ihm dicht auf den Fersen war der langjährige Aschach-Dauergast und Großmeister Marko Tratar (ebenfalls Slowenien). Auf Rang drei lauerte der ehemalige österreichische Bundesjugendtrainer Siegfried Baumegger.
Bereits nach vier Runden war klar, wie ausgeglichen das Feld war: Kein einziger Spieler blieb ohne Punkteverlust. Nach der fünften Runde setzte sich Brilej Jaka mit 4,5 Punkten als alleiniger Führender an die Spitze. In Runde sechs kam es dann zum mit Spannung erwarteten Spitzenduell zwischen Baumegger und Brilej, das Baumegger für sich entscheiden konnte. In der Schlussrunde begnügte sich Baumegger rasch mit einem Remis, während Brilej Jaka und der Ukrainer Zakharchyn ihre Partien gewinnen konnten und damit zu Baumegger aufschlossen. 
Dank der besseren Wertung sicherte sich schließlich FM Brilej Jaka den Turniersieg, vor dem Ukrainer Zakharchyn und Siegfried Baumegger. Besonders erfreulich aus österreichischer Sicht war der hervorragende 7. Platz des jungen Oberösterreichers Kim Thomas Jakob, der mit starken Leistungen aufhorchen ließ. Als beste Dame der Gruppe A wurde die Ukrainerin Anna Hryhorieva ausgezeichnet, die mit einer soliden Turnierleistung 50 Prozent der möglichen Punkte erreichte.
Auch die Gruppe B bot spannenden Schachsport. Das Feld mit knapp 60 Teilnehmern wurde zu Beginn klar von Dumancic Stanko dominiert, der mit vier Siegen aus den ersten vier Runden einen Traumstart hinlegte. In der fünften Runde musste er jedoch eine entscheidende Niederlage gegen Stefan Habacher hinnehmen. Habacher nutzte den Schwung, gewann anschließend auch gegen Michael Aigner und sicherte sich damit den Turniersieg – mit einem halben Punkt Vorsprung auf Dumancic Stanko und Leonhard Pabisch.
In der Gruppe C setzte sich Hoti Mehmet klar in Szene. Mit konstant starken Leistungen dominierte er das Feld und stand bereits eine Runde vor Turnierende als alleiniger Turniersieger fest. Den zweiten Platz belegte Robert Hofmann, gefolgt von Franz Mamarina auf Rang drei. Zusätzlich wurde im Rahmen des Turniers auch der Bezirksmeistertitel vergeben. Dieser ging an Christoph Kondrak vom Schachklub Hartkirchen, der sich erfolgreich gegen die Konkurrenz aus dem Bezirk durchsetzen konnte. Insgesamt präsentierte sich das 34. Internationale Schach Open in Aschach trotz widriger Umstände erneut als hochklassiges, spannendes und bestens organisiertes Turnier, das einmal mehr Lust auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr machte. (ssc, Text: Günter Mitterhuemer)
Fotos: Peter Kranzl










