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Praggnanandhaa gewinnt Challengers Chess Tour

Das indische Wunderkind Rameshbabu Praggnanandhaa hat sich mit einem überzeugenden Sieg bei der bei der Challengers Chess Tour als eines der heißesten Eisen für einen kommenden Weltmeister positioniert.

Der 15-Jährige aus Chennai sicherte sich den ersten Online-Titel bei der Julius Bär Challengers Chess Tour und einen Hauptpreis in Höhe von 3.000 US-Dollar und zudem ein Ticket für das nächste Event der Elite Meltwater Champions Chess Tour am 24. April, bei dem er sich gegen die Besten der Welt messen kann.

Die Schachlegende Judit Polgar, eine ehemalige Top-10-Spielerin und die stärkste Spielerin in der Geschichte des Spiels, sagte, der Sieg des Youngsters sei "voll verdient und äußerst überzeugend".

Praggs Trainer für die Tour, der frühere Weltmeister Vladimir Kramnik, ergänzte, es sei nicht unrealistisch vorherzusagen, dass er eines Tages ein Match für die Weltmeisterschaft spielen wird: "Sein Talent liegt in der Größenordnung der Jungs, die wir alle kennen!"

Kramnik fügte hinzu: "Er erinnert mich in jeder Hinsicht so sehr an einen jungen Vishy (Anand)."

Unter der Schirmherrschaft der Legenden Judit Polgar und Valdimir Kramnik hat die Challengers Chess Tour zwanzig ausgewählten Jugendlichen die Chance gegeben sich in einem hochkarätigen Wettkampf zu messen und ihr Talent zur Schau zu stellen.

Team Kramnik:
Nodirbek Abdusattorov (aged, 16, Uzbekistan); Rameshbabu Praggnanandhaa (15, India); Dinara Saduakassova (24, Kazakhstan); Jonas Bjerre (16, Denmark); Leon Mendonca (15, India); Lei Tingjie (24, China); Christopher Yoo (14, United States); Olga Badelka (18, Belarus); Carissa Yip (17, United States); Nurgyul Salimova (17, Bulgaria)

Team Polgar:
Nihal Sarin (aged 16, India); Awonder Liang (17, United States); Vincent Keymer (16, Germany); Gukesh D (14, India); Sarasadat Khademalsharieh (24, Iran); Volodar Murzin (14, Russia); Polina Shuvalova (20, Russia); Zhansaya Abdumalik (21, Kazakhstan); Jiner Zhu (18, China); Gunay Mammadzada (20, Azerbaijan). (wk, Foto: Turnierseite)

Turnierseite

Rot gegen Rassismus - Jugendschachturnier des FC Bayern München, Dornbirn wird Zweiter

Das erste „Rot gegen Rassismus“ Turnier der Schachabteilung des FC Bayern, das am Sonntag pünktlich zum „Internationalen Tag gegen Rassismus“ stattfand, war ein voller Erfolg. Zehn Mannschaften aus sieben Ländern mit insgesamt 363 teilnehmenden Kindern fanden sich auf der Plattform lichess.org zu einem freundschaftlichen Mannschaftsturnier zusammen, das der Initiative „Rot gegen Rassismus" gewidmet war.

Den Veranstaltern und teilnehmenden Vereinen war dabei besonders wichtig, dass die Kinder nicht nur auf dem Schachbrett ihre Kräfte messen konnten, sondern auch die Gelegenheit hatten, sich in einer parallel laufenden Videokonferenz zu sehen und zu unterhalten. Das sorgte für eine internationale Atmosphäre ganz im Sinne des zentralen Themas des Tages. Der Zutritt zur Videokonferenz war bereits eine Stunde vor Turnierbeginn möglich, wovon auch viele Kinder sowie deren Eltern und Betreuer Gebrauch machten. Ein besonderer Höhepunkt des „Vorprogramms“ war eine starke Videobotschaft des Teams aus Singapur gegen Rassismus.

Punkt 10:00 Uhr fiel dann der Startschuss zum Mannschaftsturnier, dass im beliebten „Arena-Format“ stattfand. In den 60 Minuten Spieldauer brachten es die schachbegeisterten Kinder auf insgesamt 1.354 Partien und spielten dabei knapp 77.000 Züge. Am besten schnitten letztlich „Die Schulschachprofis“ aus der Schweiz ab, die sich an der Spitze zunächst einen Zweikampf mit der Mannschaft von der Overseas Family School aus Singapur lieferten. Zwischen beide Mannschaften schob sich zum Schluss noch die Mannschaft der Dornbirner Schachjugend aus Österreich auf den 2. Platz. Aber auch alle anderen Mannschaften punkteten fleißig und sorgen für einen abwechslungsreichen und interessanten Verlauf (Endstand: siehe Turnierseite)

Mit Spannung erwartet worden war auch der Auftritt eines ganz besonderen Ehrengastes. Marco Bode vom SV Werder Bremen, der nicht nur zu den bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Fußballspielern der 1990er und 2000er Jahre zählt, sondern auch ein sehr guter Schachspieler ist und sich in Bremen mit großem Einsatz für Schach an Schulen engagiert, hatte sein Kommen angekündigt und nahm sich mehr als eine Stunde Zeit, um die Fragen der Kinder, Eltern und Betreuer in der Videokonferenz zu beantworten. Dabei erzählte er nicht nur Interessantes aus seiner aktiven Zeit als Fußballer, sondern kam auch auf das Schulschach-Projekt „Schach macht schlau“ zu sprechen, von dem in Bremen zahllose Kinder profitieren. Und das ist nicht übertrieben, füllten die Schulschachkinder aus der Hansestadt anlässlich eines Open Air Turniers doch bereits den gesamten Bremer Marktplatz.

Natürlich wollte sich Marco Bode nicht verabschieden, ohne auch ein oder zwei Partien mit den Kindern zu spielen. Dafür bot sich nach dem Mannschaftsturnier noch ein zusätzliches Einzelturnier an, das vom Suffolk Junior Chess Team organisiert wurde und an dem viele der Kinder im Anschluss noch teilnahmen. So kamen zwei der Kinder noch in den Genuss einer Partie gegen Marco Bode. Ein schöner Abschluss eines aufregenden Schachvormittags in Europa bzw. Schachnachmittags in Singapur.

Vielen Dank an alle Teams und deren Betreuer für die gute Zusammenarbeit während der Vorbereitung des Turnier sowie den fairen Verlauf. Neben den bereits genannten Teams aus der Schweiz, Österreich, Singapur und England, waren dies noch die beiden schwedischen Teams Limhamns SK aus Malmö und Wasa SK aus Stockholm, die kurzfristig noch zum Teilnehmerfeld dazugestoßene Mannschaft Orcher La Tour aus der Nähe der Hafenstadt Le Havre in der Normandie, und natürlich der Hamburger SK und der SV Werder Bremen, mit denen der FC Bayern ja schon seit einiger Zeit enge Kontakte im Kinder- und Jugendbereich unterhält. Und keine Frage: Dies war nicht das letzte Turnier dieser Art. Darin sind sich alle einig! (Wengler)

Turnierseite (Lichess)

wk, Text/Foto: Offizielle Website der Schachabteilung des FC Bayern München

Ost gegen West - Spannende Schachpartien, kein kalter Krieg!

Bei den großen Wettkämpfen 1971 und 1984 zwischen der Sowjetunion und de m Rest der Welt hatte der Osten beide Male knapp die Nase vorne. Der damalige Westen durfte sich mit Spielern aus der damaligen Deutschen Demokratischen Republik, dem nicht mehr existierenden Jugoslawien und Ungarn (unter anderem ) verstärken, um als „Rest der Welt“ überhaupt ernsthafte Konnkurenz leisten zu können.

2021 ist alles anders: Der Westen (bestehend aus Spieler*innen aus Vorarlberg und Tirol) besiegt den Osten (Wien und Burgenland). Dies in einer so eindeutigen Weise, dass wir das Ergebnis an dieser Stelle nicht einmal veröffentlichen. Eine beeindruckendes Zeichen der Jugendarbeit in Tirol und Vorarlberg.

Nachwuchskoordinator Alman Durakovic hat die Idee dieses Wettkampfes in die Welt gesetzt und gemeinsam mit der Landestrainerin von Wien Annika Fröwis umgesetzt. Am Samstag, den 13. Februar 2021 kämpften 40 junge Spieler*innen in 4 Gruppen nach Scheveninger System (Annika hatte diese hervorragende Idee) um Ruhm und Ehre und um eine Simultanpartie gegen einen Großmeister. Diese stand dem siegendem Team zu. Ein kleiner Tipp: Der Großmeister soll sich zu dieser Veranstaltung "warm anziehen".

 

wk, Text: Christian Srienz

Sichtungstraining Mädchen U10, U12

16 sehr motivierte Mädchen nahmen am zweistündigen Sichtungstraining am 28.2. teil. Es waren die bestgereihten Spielerinnen eingeladen und jeder Landesverband konnte noch einen Freiplatz vergeben.

ÖSB-Jugendkadertrainer Harald Schneider-Zinner und Nationalspielerin Annika Fröwis bereiteten zahlreiche Übungen und Spiele zu den Themen „gegenseitiges Kennenlernen, Eröffnungen, taktische Motive, Mattbilder, Weltmeister, berühmte Spielerinnen und Training einer Nationalspielerin“ auf. Die Trainingsbeispiele begannen bei der Stufenmethode 3 wurden bis zur Stufe 5 gesteigert.

Hier einige Rückmeldungen der Mädchen.

„Ich hab mich die ganze Woche auf dieses Training gefreut!“

„Das Training war sehr kurzweilig, die zwei Stunden sind wie im Flug vergangen. Es war viel Interessantes und auch Neues für mich dabei. Danke, dass ich heute dabei sein durfte.“

„Mir hat das Training sehr gut gefallen. Am besten haben mir die Taktikaufgaben gefallen!“

„Ich fand das Training sehr cool. Es hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Am allermeisten haben mir die Eröffnungen gefallen. Und die schönen Fotos von der Olympiade fand ich auch sehr toll.“

Es gab so viele interessierte Fragen und so viel Begeisterung, dass ein Anschlusstraining sicherlich folgen wird.

Harald Schneider-Zinner, 1.3.2021

"Mr. Jugendschach" Erich Gigerl beendet Tätigkeit im ÖSB

Er gilt zurecht als "Mr. Jugendschach" in Österreich und prägt seit 40 Jahren entscheidend die steirische und seit 32 Jahren auch die österreichische Jugendschachszene. Nun zieht Erich Gigerl einen Schlussstrich und legt mit seiner Pensionierung als Landesangestellter auch seine Funktion als Jugendreferent des ÖSB zurück.

Zu Beginn der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gelang es Kurt Jungwirth eine Landesstelle mit dem Resort Jugendschach in der Steiermark zu schaffen. Erich Gigerl hat diesen Posten im Alter von 24 Jahren übernommen und bis jetzt ausgeübt. Seit dieser Zeit organisierte Erich Gigerl praktisch alle Jugendmeisterschaften des Landesverbandes Steiermark und des ÖSB. 

Sein organisatorisches Meisterstück war die Organisation der Jugend Europameisterschaft 1998 in seiner Heimatgemeinde Mureck mit 511 Teilnehmern in den Altersklassen U10 bis U18 und der historischen Silbermedaille von Eva Moser bei den Mädchen U16. Im Jahr 2003 hat Gigerl gemeinsam mit Jungwirth im Rahmen von "Graz-2003, Kulturhauptstadt Europas" erstmals EU-Jugendmeisterschaften ausgerichtet und danach seit 2004 jährlich in Mureck. Es gelang ihm mit Förderungen des Landes stets Teams aus (fast) allen EU-Staaten vertreten zu haben. Im Vorjahr ist die 18. Auflage leider der Covid-19 Pandemie zum Opfer gefallen.

Am 16. Februar 2006, anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums im Jugendressort Schach, war Erich Gigerl in der Kleinen Zeitung "Steirer des Tages". Er selbst hat sich nie in den Vordergrund gedrängt, sondern stets im Hintergrund die Fäden gezogen und dafür gesorgt, dass seine Herzensthema, das steirische und österreichische Jugendschach, reibungslos funktioniert. Großes gelang ihm dabei mit dem Schulschach in der Steiermark, wie zahllose von ihm gehaltene oder organisierte Schulschachkurse und die seit 1996 jährlich ausgetragene Steirische Jugendolympiade belegen. Wer sich für Zahlen, Ergebnisse oder Statistiken interessiert, findet alle Leistungen auf der Website Jugendschach verewigt, die Gigerl quasi zum Abschied noch einmal rundum erneuert und verbessert hat. 

Still und leise, seiner Arbeitsweise entsprechend, erfolgt der Abschied mit einem Mail:

"Sehr geehrte SchachkollegInnen,

mit großer Freude und viel Spaß konnte ich der Österreichischen Jugendschachbewegung 32 Jahre unterstützend zur Seite stehen. Vieles ist in dieser Zeit gelungen, im Speziellen die Einführung der Bundesmeisterschaften der Altersklassen ab U8.

In der Folge haben wir eifrig begonnen unsere jungen Talente zu Europa- und Weltmeisterschaften zu entsenden, mit immer wieder beachtlichen
Erfolgen für unsere Schachnation.

Der Übergang von der Kultur zum Sport konnte mit der 1. Lehrwarteausbildung in Graz gestartet werden. Zu guter Letzt kamen noch die ÖM im Schnell- und Blitzschach hinzu.

Das alles war natürlich nur in einem gut funktionierenden Teamwork möglich, mit Präsident Jungwirth, unserem Motor, und natürlich allen Landesverbänden mit ihren Jugendschach-Referenten.

Ich bedanke mich herzlich und möchte mich gleichzeitig mit meiner beruflichen Pensionierung auch von allen Wegebegleitern im ÖSB verabschieden.

Liebe Grüße
Erich Gigerl"

 

Lieber Erich, wir danken für deinen langen und unermüdlichen Einsatz für das Schach und den ÖSB und wünschen dir für deinen weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute!

Für den ÖSB,

Christian Hursky, Präsident
Walter Kastner, Generalsekretär

 

WK, Fotos: Kleine Zeitung, ÖSB