16-jähriger Peter Balint wird Internationaler Meister
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ch kenne Peter Balint inzwischen seit fast 8 Jahren und durfte ihn Ende 2018 in Santiago de Compostela bei der U8-Weltmeisterschaft erstmals betreuen. Er war damals schon ein ganz besonderes Kind und wollte die ganze Zeit Schach trainieren, ich habe damals mit ihm doppelt so lange vorbereitet und analysiert wie mit den anderen Teilnehmern und auch das war Peter noch zu wenig. Auch in seinen Partien fand er extrem viel zum Nachdenken und war mein bisher einziger Schützling in der U8, der bei 90 Minuten+30 Sekunden pro Zug regelmäßig in Zeitnot kam. Mit 12 Jahren wurde Peter FM und nun hat er die zweithöchste Stufe der Schachtitel erklommen.
Vor einem halben Jahr bei der EM in Budva hatte Peter mir noch gesagt, dass es mit den IM-Normen irgendwie nicht klappen will, er sei immer so knapp dran, aber am Ende reiche es trotzdem nicht. Oft ist es eben so, dass etwas dann viel leichter von der Hand geht, wenn man es das erste Mal geschafft hat – 3 IM-Normen in 3 Monaten sind jedenfalls herausragend – weiter so, lieber Peter und hoffentlich geht es dann bald mit den GM-Normen genauso toll!
Im Dezember gab es beim GM-Turnier in Wien die erste Norm, in den Weihnachtsferien in Krakau die zweite und schwierigste, die Open-Norm, und jetzt hat Peter in der 2. Bundesliga Ost mit dem 1. SK Ottakring auf Brett 1 gleich zwei Titel geholt – den Sieg in der 2. Bundesliga Ost mit der Mannschaft und den IM-Titel, der ihm nun bald verliehen wird. Peter ist mit 5 ½ aus 7 hervorragend in die Saison gestartet, sodass sich die Norm für ihn am Ende sehr entspannt angefühlt hat.
Der IM-Titel ist allerdings seit einiger Zeit nicht mehr das Hauptziel von Peter, seit Oktober 2025 ist der Fokus voll auf den GM-Titel gerichtet und diesen will Peter bis Ende 2027 erreichen. Damit das gelingt, will sich der junge Burgenländer (Peter wurde im Februar 16) in allem verbessern, vor allem möchte er besser rechnen lernen.
Das Gespräch mit Peter war diesmal etwas schwerer zu organisieren, er hatte mir auf meine Gratulationen auf WhatsApp nicht geantwortet, allerdings nicht aus Unhöflichkeit (Peter ist einer der höflichsten Jugendlichen, die ich kenne!), sondern weil Peter gerade bei einem Experiment mitmacht und wie viele andere Schüler seiner Schule für 3 Wochen völlig auf sein Smartphone verzichtet. Wenn Sie ihm also gratulieren wollen, müssen Sie das per E-Mail tun, oder noch zwei Wochen warten, bis er wieder erreichbar ist. Oder Sie fahren ab Mittwoch nach Budapest und feuern Peter dabei an, wenn er um seine erste GM-Norm spielt.
Zwei spannende Partien von Peter finden Sie wie üblich auf unserem Blog auf lichess – dort gibt es in anderen Blogs auch Partien von den ersten beiden IM-Normen. (ssc, Fotos: Archiv: Fam. Balint)
Gert Schnider


Ein weiterer Programmpunkt waren mathematische Übungen (Multiplikations- und Subtraktionsaufgaben), die das arithmetische und prozedurale Faktenwissen messen. Innerhalb von 90 Sekunden galt es, so viele Aufgaben so präzise wie möglich zu lösen, eine Herausforderung, an der selbst so mancher Erwachsene gescheitert wäre. Jubelrufe bei den Multiplikationsaufgaben („Jaaa!“) wechselten sich mit kollektiven Seufzern bei den Subtraktionen („Neeein!“) ab und sorgten für eine lockere Atmosphäre.
Im Anschluss folgte ein Eröffnungstraining, bei dem das Schottische Gambit vorgestellt wurde. Bildhafte Begriffe wie Revolverspringer, Arche-Noah-Falle, Röntgenangriff oder Großmutterspringer sorgten für viele Aha-Momente und bleiben den Mädchen sicherlich in Erinnerung. Danach wurde noch das Benennen von Feldfarben anhand von Koordinaten geübt. Bevor die letzten beiden Runden des Schnellschachturniers gespielt wurden, sahen sich die Teilnehmerinnen gemeinsam eine Partie von Jasmin Schloffer aus den Österreichischen U8-Meisterschaften von 2008 an, bei der die Buben und die Mädchen in einem Turnier zusammengespielt haben. Wir haben diese Partie auf unseren Lichessaccount auch nochmal hier zur Verfügung gestellt: 