Eine außergewöhnliche Verbindung von Schach und Hochkultur bot die Veranstaltung „Schach in der Oper“ in der Wiener Staatsoper am 12. Juni. Deutschlands Superstar GM Vincent Keymer stellte sich dabei in einem Uhrensimultan den österreichischen Supertalenten IM Lukas Dotzer, FM Peter Balint, IM Laurenz Borrmann und FM Robert Ernst.
Als Austragungsort diente der beeindruckende Teesalon der Wiener Staatsoper. Der original erhaltene und prachtvoll ausgestattete Raum im Herzen des Hauses war einst als „Hoffestlogensalon“ dem Kaiser vorbehalten und wird heute nur für besondere Anlässe wie Ehrungen, Empfänge und Feierlichkeiten genutzt. Nun wurde er zur Bühne für ein besonderes Schachevent: Für Vincent Keymer, der seit 2025 in Wien lebt, hatte die Veranstaltung auch eine persönliche Note: „Ich komme ja aus einer Musikerfamilie, war als Kind oft im Theater und in der Oper. Deshalb ist das etwas Schönes und die Wiener Oper nochmal ganz besonders“, erklärte Deutschlands Nummer eins im Interview, welches man bei "Die Presse" nachlesen kann. Heute Montag wird Vincent die Oper zum ersten Mal als Zuseher besuchen, am Programm steht Mozarts „Così fan tutte“.
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Vincent Keymer (Foto: Andreas Tischler)
Zu den geladenen Gästen zählten unter anderem der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Österreich, Vito Cecere, Dominik Mayr, Vizepräsident des Österreichischen Schachfördervereins und Managing Director von Freedom24 Austria/Germany/Switzerland, sowie Bulat Latypov, Head of Communications von Freedom24 Europa. Neben zahlreichen Pressevertretern nahmen u.a. ÖSB-Vizepräsident Christian Fleischhacker, die Kommissionsvorsitzenden Selina Jeitler, Sara Marinovic und Johanna Seiser, Generalsekretärin Sandra Schmidt, sowie die Bundestrainer Gert Schnider und Martin Huber teil.
Bereits vor dem Uhrensimultan sorgten vier Blitzpartien für Unterhaltung. U.a. traten Standard- und Schach-Aktiv-Kolumnist Anatol Vitouch, selbst ein starker FIDE-Meister, sowie ÖSB-Frauenreferentin Sara Marinovic gegen Vincent Keymer an. Als Handicap erhielt der deutsche Großmeister lediglich drei Minuten Bedenkzeit, während seinen Gegnern jeweils fünf Minuten zur Verfügung standen. Der deutsche Super-Großmeister setzte sich natürlich in allen Partien souverän durch.
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Anatol Vitouch in einer Blitzpartie gegen Vincent Keymer (Foto: Andreas Tischler)
Anschließend eröffnete der deutsche Botschafter, S.E. Vito Cecere, das Uhrensimultan. Vincent Keymer erhielt für die Partien jeweils 45 Minuten plus 30 Sekunden Inkrement pro Zug, während seinen vier Gegnern jeweils 45 Minuten plus 10 Sekunden Inkrement pro Zug zur Verfügung standen. Mit den weißen Steinen begann Keymer an allen vier Brettern und verschaffte sich bereits in der Eröffnung einen spürbaren Zeitvorteil. Während die Gäste zunächst bei angeregten Gesprächen die besondere Atmosphäre des Salons genossen, rückten die Bretter im Verlauf des Wettkampfs immer stärker in den Mittelpunkt. Mit zunehmender Spannung wurde es im Raum merklich ruhiger, ehe die Partien in die entscheidende Phase eintraten.
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S.E. Vito Cecere eröffnete das Simlutan (Foto: Andreas Tischler)
Den ersten Punkt sicherte sich Keymer gegen Laurenz Borrmann, kurz darauf musste auch Lukas Dotzer seine Partie aufgeben. Damit führte der deutsche Großmeister bereits mit 2:0. An den beiden verbleibenden Brettern war allerdings Team Österreich im Vorteil. Robert Ernst hatte sich bereits eine vielversprechende Stellung erarbeitet, als Keymer Remis anbot und darauf hinwies, dass offenbar eine dreifache Stellungswiederholung entstehen würde. Robert Ernst entschied sich, die Partie fortzusetzen und Keymer spielte weiter, ohne die Stellungswiederholung definitiv zu reklamieren.
Am Ende gelang sowohl Robert Ernst als auch Peter Balint ein voller Punktgewinn, womit das Uhrensimultan mit einem durchaus diplomatischen 2:2-Unentschieden endete. Die anschließende Analyse bestätigte, dass die von Vincent Keymer angesprochene dreifache Stellungswiederholung tatsächlich auf dem Brett stand und Vincent das Simultan mit diesem Remis für sich entschieden hätte. Dieses „kniffelige“ Endergebnis regt natürlich eine Revanche an ;-))
Besonderer Dank gilt an dieser Stelle Vincent Keymer, ein Uhrensimultan mit so knapper Bedenkzeit gegen vier Nachwuchsspieler, die selbst schon fast Großmeisterniveau haben, ist keine Kleinigkeit, insbesondere wenn man bedenkt, dass Vincent gerade erst das Super GM - Turnier in Norwegen hinter sich hat. Der deutsche Superstar ist als 21-jähriger nicht nur an der absoluten Weltspitze angelangt, er macht insgesamt einen enorm reifen Eindruck und betreibt unseren Sport mit einer bemerkenswerten Professionalität, immerhin hat er vor und nach dem Simultan auch noch vier (!) ausführliche Interviews gegeben!
Mit diesem Event konnte Organisator und ÖSB-Präsident Stöttinger seine beiden größten Leidenschaften Schach und Oper erstmals miteinander verbinden und deutete sehr glücklich bereits eine Fortsetzung an.
Und auch medial war die Veranstaltung ein voller Erfolg: Obwohl der Start der Fußball-WM die Sportredaktionen natürlich maximal in Anspruch nimmt, haben Der Standard, Die Presse, der Kurier und die Krone die Veranstaltung besucht und österreichweit berichtet! Vielen Dank an Freedom24, alle unsere Partner und Helfer, besonders aber an die Wiener Staatsoper für die freundliche Unterstützung und die professionelle Betreuung! (ssc, ms, Fotos: Andreas Tischler)
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