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Ragger startet mit zwei Remisen ins Schachfestival in Prag

In Prag findet vom 11.-21. Februar ein Schachfestival mit mehreren Turnieren statt. Hochkarätig besetzt ist ein Masters mit Jan-Krzysztof Duda (POL, 2755), Nikita Vitiugov (RUS, 2731), Alireza Firouzja (FID, 2726), Santosh Gujrathi Vidit (IND, 2721), David Navara (CZE, 2727), Pentala Harikrishna (IND, 2713), Juigjarro David Anton (ESP, 2697), Sam Shankland (USA, 2683) Markus Ragger (AUT, 2670) und Nils Grandelius (SWE, 2659).

Markus Ragger startet mit zwei Remisen gegen die Nummern drei und zwei der Setzliste gut ins Turnier. In der ersten Runde hält Österreichs Aushängeschild die Partie mit Schwarz gegen Alireza Firouzja stets im Gleichgewicht. Gestern folgt ein Remis gegen Nikita Vitiugov. Heute wartet mit Vidit die Nummer Vier.

Die ersten Siege gelangen Vitiugov gegen Anton, Vidit gegen Shankland und Duda mit Schwarz gegen Navara. Alle gelangen in der ersten Runde. In der zweiten gab es fünf Remisen. Die dritte Runde beginnt heute um 15:00 Uhr. (wk, Foto: Turnierseite)

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Österreicher in der deutschen Bundesliga

In der deutschen Bundesliga gewinnt OSG Baden-Baden in der sechsten Runde gegen den Hamburger SK, einen unmittelbaren Verfolger, klar mit 5,5:2,5 und bleibt ohne Punkteverlust mit 12 Zählern an der Spitze. Eine weiße Weste hat auch noch Hockenheim nach einem knappen 4,5:3,5 Erfolg gegen Solingen, den Klub von Markus Ragger. Österreichs Nummer Eins remisiert gegen Santosh Gujrathi Vidit. Machwinner für Hockenheim ist Vladimir Fedoseev mit einem Schwarzsieg gegen Aryan Tari. Es ist bereits die dritte Niederlage für Solingen in dieser Saison. Am Tag davor gelang gegen Speyer-Schwegenheim mit 6:2 ein dritter Sieg. Ragger remisierte gegen Nijak Abasov und hält in dieser Saison ungeschlagen bei zweieinhalb Punkten aus vier Partien.

Valentin Dragnev verliert im Dress von Bayern München gegen Yuriy Kryvoruchko. Die Bayern gewinnen aber das Match gegen Viernheim trotzdem mit 5:3. In der sechsten Runde siegt Bayern gegen Aachen ebenfalls mit 5:3. Diesmal steuert Dragnev ein Remis gegen Thibaut Vandenbussche bei und hält damit bei 1,5/4. Bayern hat bereits sieben Punkten und scheint als Aufsteiger diesmal mit dem Abstiegskampf wenig zu tun zu haben.

Berlin, der Klub von Felix Blohberger, hatte vergangenes Wochenende wegen des Rückzugs des SV Lingen nur ein Match gegen Werder Bremen, das mit einer 4:4 Punkteteilung endete. Blohberger remisiert gegen Alexander Markgraf. Berlin hat wie Solingen sechs Punkte und liegt hinter Solingen am 9. Platz. Das nächste Spielwochenende ist am 22./23. Februar.

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Grigoryan gewinnt Portugal Open

Der Armenier Karn H. Grigoryan gewinnt in das Portugal Open 2020 in Lissabon mit siebeneinhalb Punkten aus neun Partien vor acht Spielern mit je sieben Punkten. Nach Feinwertung wird der Russe Evgeny Alekseev Zweiter, Eduardo Iturrizaga aus Venezuela Dritter. Die Elofavoriten Alexander Motylev und Aryan Tari landen auf den Plätzen sieben und sechs. Bester Heimischer wird Rui Damaso. Er gewinnt damit zugleich die Sonderwertung 50+. Insgesamt waren 216 Spieler aus 33 Nationen am Start darunter 65 Titelträger. Grigoryan konnte dank des alleinigen Sieges ein Preisgeld von 2.500 Euro mitnehmen. Der Gesamtpreisfonds war 11.000 Euro.

Zum Auftakt des Opens gab es hohen Besuch seitens der ECU. Präsident Zurab Azmaiparashvili und Vizepräsidentin Dana Reizniece-Ozala besuchten das Turnier und führten am Spitzenbrett den ersten Zug aus. (wk, Foto: Turnierseite)

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David Paraviyan gewinnt Gibralter nach Tie-Break

Das "Gibraltar International Chess Festival" ist mit seinem Masters jährlich eines der größten und stärksten Open der Welt. Heuer waren 250 Spieler aus 55 Nationen am Start, darunter 85 Großmeister und 62 Internationale Meister. Der attraktive Preisfonds für Frauen lockt stets auch die besten Spielerinnen an. Eine Besonderheit des Opens sind die 10 Runden, wobei die Spieler unter bestimmten Voraussetzungen in einer Runde ein "Bye" nehmen können und trotzdem einen halben Punkt in der Turniertabelle gutgeschrieben bekommen.

In der Schlussrunde remisieren an den Spitzenbrettern Andrey Esiponko und Hao Wang sowie David Paravyan und Mustafa Yilmaz. Das gibt Maxime Vachier-Lagrave, David Navara und Daniil Yurra die Chance mit Siegen zur Spitzengruppe aufzuschließen. Am Ende sind sieben Spieler punktegleich. Nach Feinwertung (Performance) hat Esipenko (RUS) vor Wang (CHN) und Yuffa (RUS) die Nase vorne. Auf den Plätzen folgen Paravyan (RUS), Vachier-Lagrave (FRA), Navara (CZE) und Mustafa (TUR). In einem Tie-Break, das nach Regulativ vorgesehen ist, setzt sich letztlich GM David Parvyan durch.

Ex-Weltmeister Veselin Topalov wird mit einem halben Punkte weniger hinter Maghsoodloo und Werle Zehnter. Elofavorit Shakryiar Mammedyarov muss nach sechs Runden krankheitsbedingt aussteigen. Beste Frau wird ebenfalls mit sieben Punkten die Chinesin Zhongyi Tan.

Aus Österreich waren Dominik Horvath und Elisabeth Hapala am Start. Horvath schlägt sich mit sechs Punkten gut. Highlight ist ein Sieg gegen den Russen Paval Tregubov (2588) in der Schlussrunde. Damit gibt es auch ein paar Elopunkte für die Weltrangliste. Hapala hält nach einem Sieg gegen Rout Padmini (2369) nach der vierten Runde bei zwei Punkten, kann dann aber nur mehr zwei Remisen verbuchen und bleibt etwas hinter ihrer Erwartung.

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Caruana brilliert in Wijk, Carlsen wird Zweiter

Fabiana Caruana brilliert beim Tata Steel Masters in Wijk aan Zee mit einer Performance von 2945 und gewinnt mit zwei Punkten Vorsprung auf Weltmeister Magnus Carlsen. Der Amerikaner gewinnt sieben Partien, bleibt ohne Niederlage und bestätigt mit 10 Punkten aus 13 Partien seine Favoritenrolle für das kommende Kandidatenturnier der FIDE. Zudem gewinnt er 20 Punkte für die Weltrangliste und verkürzt seinen Rückstand auf Carlsen um 30 Punkte, da der Weltmeister seinerseits 10 Punkte verliert. 

Carlsen zeigt sich heuer in Wijk sehr solide, er verliert wie Caruana und Wesley So keine Partie, und stellt damit einen neuen Rekord für eine Serie an ungeschlagenen Partien auf. Seine beeindruckende Serie im klassischen Schach hält nun bereits seit 120 Partien. Andererseits startet er mit sieben Remisen in Serie für seine Verhältnisse eher schlecht. Drei Siege in Serie in den Runden 8-10 scheinen ihn aber wieder nach vorne zu bringen. Er kann dann aber nichts mehr nachlegen und muss Caruana, dem mit vier Siegen gegen Firouzja, Kovalev, Duda und Artemiev ein perfektes Finale gelingt noch deutlich ziehen lassen.

Wesley so wird mit einem halben Punkt Rückstand auf Carlsen alleiniger Dritter. Hinter ihm folgen Jorden Van Foreest und Daniil Dubov, wobei vor allem das Ergebnis des jungen Holländers als Sensation zu werten ist, ging er doch mit einer Elozahl von 2644 als Schlusslicht der Setzliste in das Turnier. Giri, Anand und Duda beenden das Turnier mit 50% der möglichen Punkte. Der 16-jährige Alireza Firouzja startet sensationell und ist kurzzeitig sogar allein an der Spitze, verliert dann aber hintereinander gegen Carlsen, Caruana und Anand. Jeffery Xiong und Vladislav Artemiev schlagen sich mit je sechs Punkten noch im Rahmen ihrer Erwartung, wenig gelingt hingegen Niktia Vitiugov, Yangyi Yu und Vladislav Kovalev.

Das Challengers gewinnt David Anton Guijarro mit 8,5 Punkten aus 13 Partien vor Abdusattorov, Eljanov und L´Ami (alle 8). Er hat sich mit diesem Sieg für das Masters 2021 qualifiziert. (wk, Foto: Turnierseite)

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