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Spilimbergo GM 2026: Badelka mit Traumstart

Vom 7. bis 15. Oktober 2026 findet im italienischen Spilimbergo das Spilimbergo GM 2026 statt. Das Turnier ist als Kooperation der Schachverbände aus Österreich, Italien und Frankreich konzipiert. Frankreich musste seine Teilnahme jedoch kurzfristig zurückziehen, sodass die fehlenden Teilnehmer international ergänzt wurden. Ziel der Veranstaltung ist es, die Zusammenarbeit der Verbände zu stärken und jungen Talenten die Chance auf GM-Normen zu geben.

Das zehnköpfige Feld ist hochkarätig besetzt. Angeführt wird die Setzliste vom ungarischen Großmeister Peter Acs (2554) vor dem polnischen GM Michal Krasenkow (2503). Mit Ilia Martinovici (2488), Michele Godena (2462), Gabriele Lumachi (2448) und Andrea Favaloro (2421) sind gleich vier italienische Spieler vertreten.

Für Österreich gehen IM Peter Balint (2437) und IM Olga Badelka (2408) an den Start. Komplettiert wird das Feld durch FM Baver Yilmaz (2474) aus der Türkei und IM Artyom Bogdanov (2455) aus Kasachstan.

Gespielt wird ein Round Robin mit zehn Spielern, sodass jeder Teilnehmer einmal gegen jeden anderen antritt. Die Partien beginnen grundsätzlich um 15:00 Uhr; die letzte Runde wird am 15. Oktober bereits um 10:00 Uhr gespielt. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten für die ersten 40 Züge, danach 30 Minuten für den Rest der Partie, jeweils mit 30 Sekunden Zeitgutschrift pro Zug. Die Partien werden FIDE-gewertet und mit 15 Minuten Verzögerung live auf Lichess übertragen.

Austragungsort ist das Centro Tecnico Federale der italienischen Schachföderation FSI in Spilimbergo. Turnierdirektor ist Pierluigi Piscopo. Schiedsrichter sind der Italiener Massimo Malone und Paul Wendl aus Österreich.

Für Österreich bietet das Turnier insbesondere Peter Balint und Olga Badelka die Gelegenheit, sich in einem starken internationalen Feld zu messen. Badelka erwischt in der gestrigen ersten Runde mit einem Sieg gegen GM Michele Godena einen Traumstart. Balint remisiert mit Schwarz gegen Yilmaz (2474). Peter Acs verliert die Top-Paarung der Runde im Duell der Topgesetzten gegen Krasenkow. Einen dritten Sieg der Runde feiert Martinovici gegen Bogdanov. (wk)

Ergebnisse bei Chess-Results
Zur Live-Übertragung bei Lichess

Olga Badelka glänzt mit Rang vier beim Montenegro Open

Vom 4. bis 11. Juli wurde in Budva (Montenegro) das Montenegro Open – Mediterranean Championship 2026 ausgetragen. Im stark besetzten A-Open vertraten mit Olga Badelka und Emilia Deak-Sala zwei Spielerinnen die österreichischen Farben.

Das Turnier überzeugte nicht nur mit einem Teilnehmerfeld von mehr als 160 Spielerinnen und Spielern im A-Open, sondern auch mit seiner außergewöhnlichen Qualität. Die durchschnittliche Elozahl lag bei beeindruckenden 2220 Punkten, das Durchschnittsalter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer betrug 26 Jahre. Insgesamt gingen 119 Titelträger aus 38 Föderationen an den Start.

Für das herausragende Ergebnis aus österreichischer Sicht sorgte Olga Badelka. Als Nummer 25 der Setzliste ins Turnier gestartet, erzielte sie mit sechs Siegen, zwei Remis und nur einer Niederlage starke 7 Punkte aus 9 Partien. Mit jeweils 7 Punkten beendeten auch GM Evgeny Romanov (MKD), GM Nikita Petrov (MNE) und GM Lorenzo Lodici (ITA) das Turnier punktgleich an der Spitze. Aufgrund der besseren Feinwertung ging der Turniersieg an Romanov, während Badelka als beste Spielerin des Turniers den vierten Platz belegte. Mit dieser Leistung ließ sie gleich 17 Großmeister hinter sich.

Auch Emilia Deak-Sala zeigte eine solide Leistung und konnte das Turnier mit einem leichten Elozuwachs abschließen. (ssc, Foto: Šahovski savez Crne Gore via FIDE)

Alle Ergebnisse: chess-results.com

IM Valentin Baidetskyi schafft dritte GM-Norm in Rosenheim

IM Valentin Baidetskyi hat beim GM-Turnier in Rosenheim seine dritte GM-Norm erzielt. Das Rundenturnier fand vom 02.05.2026 bis 08.05.2026 statt und brachte den nächsten großen Schritt Richtung Großmeistertitel.

Die wohl schwierigste Norm aus einem Open hatte Baidetskyi bereits 2024 beim Aktobe Open erreicht. Als Topgesetzter des Rosenheimer Rundenturniers musste er aber nun bei einem Gegnerschnitt von 2430 mindestens 7 aus 9 Punkten erzielen und genau diese Marke erreichte er schließlich auch.

Erst im vergangenen Monat hatten einige seiner Gegner beim grenke Chess Open Elo verloren, ansonsten hätten bereits 6,5 Punkte bei einem Gegnerschnitt von 2434 zur Norm gereicht.

In Runde 2 und 4 spielte Baidetskyi remis gegen GM Rustam Khusnutdinov und GM Nikola Nestorovic. Nach einer Niederlage in der 6. Runde gegen FM Mykola Korchynskyi stand er auf einmal sehr unter Druck, um die letzte Norm noch zu erreichen: In den letzten drei Runden musste er unbedingt drei Siege holen und genau das gelang ihm. Damit wurde er als Topfavorit auch mit 1,5 Punkten Vorsprung Turniersieger.

Hauptschiedsrichter Simon Pernpeintner lobte insbesondere den Kampfgeist des jungen Spielers: „Er war sehr fokussiert und hat sich stets seiner Vorbereitung gewidmet". Dieser Einsatz zahlte sich aus. Damit wird Valentin Baidetskyi voraussichtlich bald offiziell den Großmeistertitel tragen dürfen.

Auch der Organisator und ehemalige Präsident des Bayerischen Schachbunds zeigte sich erfreut über den Erfolg und erklärte, dass Valentin Baidetskyi auch als Großmeister bei künftigen GM-Turnieren sehr willkommen sei.(ssc, Fotos: Bayerischer Schachbund)

Ergebnisse via chess-results.com

20260513 Peter Eberl Valentin Baidetskyi

Turnierdirektor Peter Eberl mit Turniersieger Valentin Baidetskyi

Vaishali Rameshbabu und Javokhir Sindarov gewinnen Kandidatenturniere

Javokhir Sindarov hat das FIDE Kandidatenturnier bereits eine Runde vor Schluss, gewonnen und wird am Ende des Jahres Gukesh D um die Weltmeisterschaft herausfordern. Seine Partie gegen Anish Giri endete in der entscheidenen 13. Runde remis, womit Sindarov bei zu dem Zeitpunkt mit noch einer ausstehenden Runde einen komfortablen Vorsprung von zwei Punkten auf das restliche Feld hatte.

In der gestrigen letzten Runde spielte Javokhir Sindarov ein schnelles Remis gegen Wei Yi. Dadurch konnten sowohl Anish Giri als auch Fabiano Caruana in der Tabelle noch Plätze gutmachen, dank zweier Siege in der Schlussrunde gegen Matthias Bluebaum beziehungsweise Andrey Esipenko.

20260416 Standings

Spannend bis zum Schluss blieb es hingegen beim Kandidatenturiner der Frauen. Nach der 13. Runde waren Vaishali Rameshbabu und Bibisara Assaubayeva punktgleich. In einer spannenden Schlussrunde besiegte Vaishali Kateryna Lagno mit einer beeindruckenden technischen Leistung, während Bibisara Assaubayeva gegen Divya Deshmukh nicht über ein Remis hinauskam.

20260416 Vaishali

Vaishali Rameshbabu wird nach ihrem klaren Sieg beim FIDE Women's Candidates 2026 mit 8,5/14 Punkten Ju Wenjun um die Frauenweltmeisterschaft herausfordern. Bei der Pressekonferenz nach der Partie zeigte sich Vaishali Rameshbabu überglücklich: „Es ist unglaublich, ein wahr gewordener Traum für mich. Als ich gegen Zhu Jiner verloren habe, hat sich plötzlich alles geöffnet, und ich bin froh, dass ich in den letzten beiden Runden fokussiert bleiben und mein Bestes geben konnte.“

Vaishali zeigte sich zudem sehr dankbar für die Unterstützung auf ihrem Weg: „Ich möchte meinen Eltern und meiner Familie danken, ohne sie wäre ich nicht hier. Außerdem möchte ich auch meinem großartigen Team, das mich jeden Tag unterstützt hat und all meinen Sponsoren, die mich seit vielen Jahren begleiten bedanken. Im letzten Jahr habe ich viele Ratingpunkte verloren; abgesehen vom Grand Swiss waren meine Ergebnisse schwach. Deshalb muss ich meinem Team wirklich danken, dass sie das möglich gemacht haben.“ (ssc, Text: Übersetzung FIDE; Originalartikel, Bilder: Michal Walusza, Niki Riga)

20260516 Vaishali with Mom

grenke Chess Festival 2026: Rekordteilnehmerfeld und starke österreichische Leistungen

Mit beeindruckenden 3.658 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stellte das Grenke Chess Festival 2026 einmal mehr seine Ausnahmestellung unter Beweis und gilt damit als größtes offenes Schachturnier der Welt. Neben der enormen Breite zog das Festival auch die absolute Weltelite an, insbesondere das Freestyle A-Open wurde zur Bühne zahlreicher Topstars.

Unter den Teilnehmern fanden sich klingende Namen wie Magnus Carlsen, Vincent Keymer, Ian Nepomniachtchi, Levon Aronian, Hans Moke Niemann, Nodirbek Abdusattorov sowie Jan-Krzysztof Duda.

Die gesamte Teilnehmerliste, alle Ergebnisse und den Endstand gibt es hier: chess-results.com

20260408 Vincent Keymer am Brett

Foto: Peter Kranzl

Keymer triumphiert im Freestyle A-Open

Am Ende setzte sich Vincent Keymer in dem hochklassigen Feld punktgleich mit Maxime Vachier-Lagrave durch und entschied das Turnier dank der besseren Buchholzwertung für sich. Neben dem Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro sicherte er sich damit auch die Qualifikation für die FIDE Freestyle Chess Weltmeisterschaft 2027.

Bei den Frauen war Harika Dronavalli die erfolgreichste Teilnehmerin. Gemeinsam mit Alua Nurman und Dinara Wagner qualifizierte sie sich für die FIDE Freestyle Chess Frauenweltmeisterschaft 2027.

Dominik Horvath glänzt mit Platz 2 im A-Open

Aus österreichischer Sicht verlief das Turnier äußerst erfreulich, allen voran mit einer herausragenden Leistung von Dominik Horvath im A-Open.

20260408 Dominik Horvath

Foto: Peter Kranzl

Der Österreicher blieb im 9-rundigen Turnier ungeschlagen, gab lediglich zwei Remis ab und erreichte somit 8 Punkte. Lediglich die etwas schlechtere Buchholzwertung verhinderte den Turniersieg, sodass Horvath am Ende den hervorragenden 2. Platz hinter IM Mukhammadzokhid Suyarov (Usbekistan) belegte. Seine Performance lag dabei bei 2735!
Horvath zeigte sich dementsprechend zufrieden:

„Ich bin sehr glücklich mit meiner Leistung beim Turnier. In den zwei Wochen davor habe ich mich intensiv darauf vorbereitet, sogar deutlich intensiver als sonst. Der Grund dafür waren meine letzten Ergebnisse, mit denen ich nicht zufrieden war. Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich es besser kann.“

Als Schlüssel zum Erfolg nennt er unter anderem eine veränderte Trainingsstrategie mit weniger Fokus auf Eröffnungen sowie gezielte körperliche und mentale Vorbereitung.

Sein persönliches Highlight war der Sieg in Runde 8 gegen GM Pouya Idani: Dominik Horvath - Pouya Idani

„Über weite Strecken der Partie stand ich unter Druck, konnte mich jedoch gut verteidigen. Am Ende überzog mein Gegner und ich nutzte die Chance.“

Auch organisatorisch fand Horvath lobende Worte für das Turnier, insbesondere für die ruhige Spielatmosphäre trotz der enormen Teilnehmerzahl.

20260407 Dominik Vincent

Foto: Stefan Löffler

Bundestrainer Martin Huber analysiert für uns den Schlüsselmoment:

"In der entscheidenden Phase der Partie unterlief Schwarz im 54. Zug mit …Kf7?? ein folgenschwerer Fehler. Aus Sicht des Bundestrainers verliert Schwarz damit entscheidendes Tempo und erlaubt Weiß, seine Stellung nachhaltig zu verbessern: Nach 55. Kg4 oder 55. h4 stabilisiert Weiß seine Position deutlich. In der Partie zeigte sich dies konkret daran, dass nach 56. Le3 der Zug …Lg5 nicht mehr möglich war, da der Bauer bereits auf h4 steht. Das Läuferpaar sowie strukturelle Schwächen im schwarzen Lager sichern Weiß schließlich einen klaren Gewinnvorteil."

Robert Ernst erreicht letzte IM-Norm

Ein weiterer großer Erfolg aus österreichischer Sicht gelang Robert Ernst.

Der junge FM erfüllte beim Grenke Chess Festival seine letzte fehlende IM-Norm. Ernst hat bereits 3 IM-Normen, aber es fehlte die entscheidene aus einem klassischem Open Mit 6,5 Punkten und einer Performance von 2477 zeigte er die benötigte starke Leistung und überschritt gleichzeitig erstmals die Marke von 2400 Elo. Auch die weiteren Kriterien zur Erlangung einer IM-Norm wurden erfüllt, sodass der Einreichung des Titels nichts mehr im Wege stehen dürfte.

20260408 Robert Ernst

Foto: Peter Kranzl

Sein Trainer Patrick Reinwald hebt insbesondere die mentale Stärke hervor: „Aus meiner Sicht war die psychische Stabilität diesmal das Erfolgsrezept. Oft war er knapp dran, aber diesmal ist er deutlich besser mit dem Druck umgegangen.“

Auch Ernst selbst betont die Bedeutung der Turnierplanung und Energieeinteilung: „Der gute Start war entscheidend. Die wichtigen Runden kommen immer zum Schluss. Um Kräfte zu sparen, sollte man bereits vor dem Turnier seine Eröffnungen festlegen.“ Trotz des engen Zeitplans gelang es ihm, die Konzentration über das gesamte Turnier hinweg aufrechtzuerhalten.

Fazit

Aus österreichischer Sicht bleibt vor allem der zweite Platz von Dominik Horvath sowie die erfüllte IM-Norm von Robert Ernst in Erinnerung. Unser Bundestrainer Gert Schnider hat die Lieblingspartien von Dominik und Robert auf unserem Lichess-Account an den entscheidenen Momenten kommentiert. (scc, Video: Peter Kranzl)

Partien der Liveübertragung:

20260408 Blick Turniersaal

Foto: Peter Kranzl