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FIDE Nations: Zwei Siege für Europa

Europa glänzt in den Runden drei und vier des FIDE Online Nation Cups mit einem 2,5:1,5 gegen Indien und einem 3:1 gegen die USA. Der Mann des Tages ist Levon Aronian mit zwei Siegen gegen Vidit und Dominguez. Das ist umso bemerkenswerter als der Armenier vor kurzem seine Frau Arianne Caoili durch einen tragischen Unfall verloren hat. Dieses Turnier ist sein erster Einsatz seither. Gegen Indien ist Aronian der Matchwinner, gegen die USA gewinnt zudem Nana Dzagnidze gegen Anna Zatonskih. Europa schiebt sich mit diesen vier Punkten auf den zweiten Platz.

An der Spitze baut China seine Führung aus. Zwar geben die Chinesen gegen Russland mit einem 2:2 einen ersten Punkt ab, aber danach gelingt gegen Indien mit 2,5:1,5 ein dritter Sieg. Im Spitzenspiel gegen Russland gewinnt Ding Liren gegen Ian Nepomniachtchi. Vladislav Artemiev gleicht gegen Wei Yi für die Russen aus. Matchwinner gegen Indien ist Wang Hao gegen Santosh Vidit, der mit zwei Niederlagen einen schlechten Tag erwischt. China hält nun bei sieben Punkten und hat zwei Punkte Vorsprung auf Europa und die USA sowie drei auf Russland. Der Rest der Welt verliert gestern gegen die USA und Russland und hält weiter bei zwei Punkten vor einem bisher enttäuschenden indischen Team, das nach einer Punkteteilung gegen die USA drei Partien verloren hat.

Die Runden fünf und sechs folgen heute ab 15:00 MEZ. Europa spielt gegen den "Rest der Welt" und Russland. Der Schlager ist aber das Match USA gegen China. (wk)

 

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FIDE Nations Cup Spielplan/ErgebnisseFIDE Website

FIDE Youtube Channel (Live, Archiv)

FIDE Nations Cup: China startet mit zwei Siegen

Der Weltschachbund trotzt Corona mit einem Online Nations Cup, der vom 5. bis 10. Mai mit sechs Mannschaften ausgetragen wird. Am Start sind Russland, USA, Europa, China, Indien und ein Team "Rest der Welt". Jedes Team besteht aus vier Spielern und zwei Reservisten. Pro Match muss eine Frau eingesetzt werden. Gespielt wird an vier Brettern. Die Bedenkzeit ist 25 Minuten plus 10 Sekunden pro Zug. Pro Tag werden zwei Runden gespielt, insgesamt zehn. Der Preisfonds beträgt 180.000 Dollar. 

China startet gestern mit zwei 3:1 Siegen gegen den "Rest der Welt" und Europa. Yu Yangyi gewinnt seine beiden Partien gegen Bassem Amin und Anish Giri. Am vierte Brett spielt China seine Vormachtstellung im Frauenschach mit Yifan Hou und Wenjun Ju aus. Beide gewinnen ihre Partien. Hou gegen Mariya Muzychuk, Ju gegen Nana Dazgnidze.

Europa trennte sich zuvor von Russland 2:2. Am Spitzenbrett remisierten Maxime Vachier-Lagrave und Ian Nepomniachtchi. Levon Aronian verliert gegen Vladisla Artemiev, dahinter kann Jan-Krzysztof Duda gegen Dmitry Andreikin ausgleichen. Anna Muzychuk trägt ein Remis gegen Aleksandra Goryachkina bei.

Die USA trennt sich von Indien mit 2:2 und gewinnt anschließend gegen Russland 3:1. Fabiano Caruana gewinnt wie Yu beide Partien, zuerst gegen Vidit, dann gegen Artemiev. Im Match gegen Indien gleicht Humpy Koneru gegen Anna Zatonskih aus. Gegen Russland sorgt Hikarua Nakamura am Spitzenbrett mit einem Sieg gegen Nepomniachtchi für den 3:1 Endstand.

Schließlich gewinnt der "Rest der Welt" überraschend gegen Indien mit 2,5:1,5. Machwinner ist Jorge Cori mit einem Sieg gegen Baskaran Adhiban. In der Tabelle führt China mit vier Punkten vor den USA (3) und dem Rest der Welt (2). Indien, Europa und Russland haben einen Punkt. Die Runden 3 und 4 folgen heute ab 15:00 Uhr. Live-Übertragungen gibt es auf allen großen Plattformen und am  FIDE-Youtoube-Channel. Dort wird die Übertragung auch archiviert.

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MCI: Magnus Carlsen gewinnt sein Online-Invitational

Magnus Carlsen gewinnt sein Einladungsturnier mit einem 2,5:1,5 Finalsieg gegen Hikaru Nakamura. Zuvorgegangen sind dem Finale zwei hochdramatische Begegnungen im Semifinale und 28 Matches von acht der besten Spieler der Welt in der Vorrunde. Das Ziel den Schachfans eine Online-Show zur Unterhaltung zu bieten wurde jedenfalls voll erfüllt. Jeden Tag haben Moderatoren und Top-Spieler die Partien in neun Sprachen kommentiert. In der englischen Version glänzten Peter Svidler und Alexander Grischuk mit Analysen auf Weltklasseniveau.

Im Finale findet Magnus Carlsen in seinen Weiß-Partien zu alter Stärke und kann beide überzeugend gewinnen. Die Erste mit einer englischen Eröffnung, in der er ein Endspiel mit Turm und Springer gegen Turm und Läufer zelebriert. In der Zweiten wickelt er in einem Lf4-Damengambit in eine Stellung mit Turm und Bauer gegen zwei Figuren ab, in der es den schwarzen Figuren an guten Feldern und Bewegungsfreiheit fehlt.

Mit Schwarz wackelt der Weltmeister aber erneut. In der zweiten Partie gelingt Nakamura eine Musterpartie zum Raumvorteil im Lf4-Damengambit. Die Kommentatoren rätseln warum sich Carlsen auf eine Lieblingseröffnung des Amerikaners eingelassen hat, in der er mit beiden Farben viel Erfahrung hat. Der Ausgleich zum 1:1 ist hochverdient.

In der vierten Partie wechselt Carlsen mit einer 2:1 Führung zur Cambridge-Springs-Verteidigung und scheint auf bestem Weg zu vollem Ausgleich und dem benötigten Remis zum Finalsieg. Allerdings passieren ihm dann zwei Ungenauigkeiten die Nakamura erneut Chance eröffnen auszugleichen. Er erlaubt später den Abtausch der Leichtfiguren und geht in eine Turm-Endspiel mit einem Bauern mehr, gibt Carlsen dann aber zuviel Raum am Königsflügel und erlaubt ihm ausreichendes Gegenspiel zum Remis. In der Pressekonferenz meint Carlsen, dass er glücklich sei das Turnier gewonnen zu haben, obwohl er nicht in seiner allerbesten Verfassung war. Im Finale seien ihm aber wenigstens zwei gute Partien mit Weiß gelungen. (wk, Foto: MCI)

Website Chess24, Magnus Carlsen Website

MCI: Finale mit Carlsen gegen Nakamura, heute ab 16:00

Magnus Carlsen und Hikaru Nakumara setzten sich in zwei hochdramatischen Matches im Semifinale gegen Ding Liren und Fabiano Caruana durch. Dabei hätte Carlsen beinahe das Finale seines eigenen Einladungsturniers verpasst.

Nachdem er schon in der Vorrunde gegen Ding Liren mit 1:3 verloren hatte, startet er auch im Semifinale mühevoll. Carlsen wählt im Gegensatz zur Vorrunde in der ersten Partie das solide Londoner-System und erreicht durchaus etwas Vorteil. Ding verteidigt sich aber blendend, am Ende erlaubt sich Carlsen noch einen Spaß. Er opfert seinen Läufer gegen einen Bauern und erreicht eine Festung in der Dings Läufer und König von der eigenen Bauernkette eingesperrt sind. Das böse Erwachen kommt in der zweiten Partie. In einer spanischen Eröffnung gleicht Carlsen mehr oder weniger aus, die Stellung scheint im Gleichgewicht. Doch im 31. Zug passiert Carlsen ein Patzer, der die Partie einstellt und unverzüglich zum Matt führt. Ding geht im Mini-Match mit 1,5:0,5 in Führung.

In der dritten Partie steht Carlsen in einem weiteren Londoner-System nach ein, zwei Ungenauigkeiten rasch schlechter und knapp vor dem Ausscheiden. Carlsen kämpft aber unverdrossen weiter, verschafft sich Chancen und kann wie Ding in der vorigen Partie in 33 Zügen gewinnen. In der vierten Partie, einer semislawischen Verteidigung, gehen beide mit offenem Visier aufeinander los. Carlsen kreiert Chancen am Königsflügel, Ding kontert mit einem Qualitätsopfer. Danach wechselt der Stellungsvorteil mehrmals ehe Carlsen gewinnt und doch noch Revanche für die Niederlage in der Vorrunde nehmen kann. 

Am Tag davor geht Nakamura mit einem Schwarzsieg gegen Caruana mit 2:1 in Führung. In einer "must win situation" hält Caruana in einem Königsinder viele Figuren am Brett, auch wenn er lange schlechter steht. Doch dann übersieht Nakamura einen taktischen Trick, er verliert einen Bauern und muss später den 2:2 Ausgleich hinnehmen. Im Stichkampf setzt sich Nakamura im Duell der Amerikaner mit 2:0 durch.

Das Finale beginnt heute um 16:00 Uhr. Chess24 kommentiert es in neun Sprachen. (wk, Foto: MCI)

Website Chess24, Magnus Carlsen Website

MCI: Semifinale mit Nakamura-Caruana und Ding-Carlsen

Hikaru Nakamura, Ding Liren, Magnus Carlsen und Fabiano Caruana qualifizieren sich für das Semifinale des Magnus Carlsen Invitational. Der Weltmeister schwächelt gegen Ende der Vorrunde. Nach der Niederlage gegen Giri gelingt Carlsen zwar noch ein knapper Sieg in der Armageddon Entscheidung gegen Nakamura, gestern kommt er aber gegen Ding mit 1:3 unter die Räder und verliert den Platz an der Spitze. Allerdings hat Carlsen mit seinen Eröffnungen experimentiert und provoziert. Gegen Ding spielt er in der ersten Partie auf 1.e4 Sc6 und in der dritten in einem Rossolimo-Sizilianer im 3. Zug h5. Mit Weiß wählt er gegen Sizilianisch mit 2.f4 ebenfalls eine seltene und theoretisch eher fragwürdige Nebenvariante, die ihm nur in der zweiten Partie einen Sieg beschert.

Hikaru Nakamua gewinnt sein Match gegen Maxime Vachier-Lagrave nach Armageddon Entscheidung mit 3:2 und gewinnt die Vorrunde dank besserer Zweitwertung vor Ding. Den fünften Platz hinter Carlsen und Caruana sichert sich Ian Nepomniaichtchi nach einem 3:2 Sieg gegen Alireza Firouzja mit acht Punkten. Anish Giri gelingt nach Carlsen auch gegen die Nummer Zwei der Welt ein 2,5:1,5 Sieg. Gleich wie Firouzja holt er nach schlechtem Start mit sieben Punkten noch ein akzeptables Ergebnis. Die rote Laterne geht überraschend an Maxime Vachier-Lagrave, wobei der Franzose dank seiner Rapid und Blitz Platzierungen in der Weltrangliste als einer der Favoriten gehandelt worden war.

Heute gibt Magnus Carlsen ab 14:00 Uhr auf chess24 ein Banter-Blitz, danach treffen ab 16:00 Uhr Nakamura und Caruana im ersten Semifinale aufeinander. Morgen kommt es dann zur Revanche zwischen Ding und Carlsen. Das Finale folgt am Sonntag. (wk, Foto: MCI)

Website Chess24, Magnus Carlsen Website