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Andreikin und Rapport sind in Belgrad im Finale

Dmitry Andreikin erreicht gestern mit einem glücklichen Sieg gegen Anish Giri im Match-Tiebreak mit 1½:½ das Finale des Belgrader Grand Prix. Nach einem schnellen Remis in der ersten Partie des Tiebreaks gewann Andreikin als Schwarzer gegen Giri in der zweiten Partie, obwohl er eine schlechtere Stellung hatte. Hollands Nummer 1 erreicht in einem Taimonov Sizilianer eine gute Stellung und steht laut Engine im 31. Zug sogar glatt auf Gewinn. Giri verpasst aber seine Chance. Nach einem Fehler seinerseits ein paar Züger später kippt die Partie vollends. Es dauert dann zwar noch knapp 20 Züge bis zur Aufgabe, aber Andreikin lässt sich den Einug ins Finale nicht mehr nehmen, wo der Ungar Richard Rapport wartet.

Rapport gewinnt in seinem Semifinale gegen Maxime-Vachier Lagrave die erste Partie in einem Grünfeldinder. Er überrascht den Franzosen in seiner Lieblingseröffnung und siegt überzeugend. In der zweiten Partie scheint MVL auf dem Weg zum Ausgleich. Ab dem 30. Zug steht er 20. Züge lang klar besser und sogar auf Gewinn. Doch dann entgleitet ihm die Partie. Rapport kann Damen und ein paar Leichtfiguren tauschen. Das entstandene Endspiel ist Remis, der Ungar im Finale.

Das Finale wird heute Samstag, dem 12. März und morgen Sonntag, dem 13. März in einem Zwei-Partien-Match gespielt. Im Falle eines Gleichstands kommt es am Montag zu einem Tie-Break. (wk, Foto: Turnierseite)

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Österreicher in der deutschen Bundesliga, Bremen setzt Zeichen #Ukraine

Die deutsche Schachbundesliga hat am vergangenen Wochenende die beiden ersten Runden der Saison 2021/2022 gespielt. Die Pandemie und die Ukraine Krise führten dazu, dass die Dichte der Spitze deutlich geringer war als in den Jahren zuvor. Jorden van Foreest, er spielte für Solingen am Spitzenbrett vor Markus Ragger, war der einzige 2700-er am Start. 

Der SV Werder Bremen setzte in Sorge um seine ukrainischen Spieler Alexander Areshchenko, Zahar Efimenko und Kirill Shevchenko ein Zeichen und hat die Bretter zwei und drei, die für die Ukrainer vorgesehen waren, frei gelassen. Ihre Gegner Meister OSG Baden-Baden und die Schachfreunde Deizisau zeigten sich solidarisch und ließen die Bretter ebenfalls unbesetzt. Werder verliert gegen Baden-Baden mit 2:4 und spielt gegen Deizisau 3:3. Dank einer Sonderregelung bekommen beide Mannschaften trotzdem einen Mannschaftspunkt.

Markus Raggers Mannschaft Solingen gehört auch in dieser Saison zum Favoritenkreis. In der ersten Runde gewinnt Solingen gegen Dresden mit 5:3. Tags darauf feiert das Team einen 7,5:0,5 Kantersieg gegen Augsburg. Ragger remisiert gegen Jergus Pechac (2599) und Eckhard Schmittdiel (2402). In der Tabelle liegt Solingen nach der zweiten Runde hinter Kiel am zweiten Platz.

Valentin Dragnev hat seine gute Form aus dem GM Turnier in Wien in die deutsche Bundesliga mitgenommen. Im Dress von Bayern München gewinnt Dragnev beide Partien gegen Marco Baldauf (2522) und Stefan Frübing (2374) und verhilft den Münchnern zu einem 5,5:2,5 Sieg gegen Berlin und einem 6:2 gegen Tegel. 

Im Einsatz waren auch Dominik Horvath und Georg Fröwis für den Münchener Schachclub 1836. Beim 6,5:1,5 gegen Tegel tragen beide Remisen zum Gesamterfolg bei. Fröwis remisiert zudem bei der 3,5:4,5 Niederlage gegen Berlin. Horvath hat in diesem Match gegen Gumularz Szymon (2539) das Nachsehen. Die nächsten Runden werden am 9. und 10. April gespielt. (wk, Foto: ChessBase)

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Andreikin, Giri, Rapport und Vachier-Lagrave sind in Belgrad im Halbfinale

Die sechste und letzte Runde der Gruppenphase des Grand Prix in Belgrad brachte gestern vier klare Sieger. Im Halbfinale spielen ab morgen Dmitry Andreikin gegen Anish Giri und Richard Rapport gegen Maxime Vachier-Lagrave.

Obwohl Spieler wie Richard Rapport und Anish Giri als komfortable Gruppenerste in die gestrige Runde gingen, war es ein spannender Tag, denn selbst für sie hätte es noch schief gehen können. Auf der anderen Seite mussten Spieler wie Etienne Bacrot, Shakhriyar Mamedyarov und Nikita Vitiugov auf Sieg spielen, um noch eine Chance auf einen Platz im Halbfinale zu haben.

In der Gruppe A sichert sich Dmitry Andreikin durch einen Sieg gegen Etienne Bacrot den ersten Platz mit vier Punkten aus sechs Partien. Der Amerikaner Sam Shankland kommt gegen Alexander Grischuk über ein Remis nicht hinaus und verpasst mit einem halben Punkt Rückstand einen Stichkampf gegen Andreikin.

Eine souveräne Leistung zeigt Anish Giri in der Gruppe B. Er gewinnt in den ersten beiden Runden gegen M. Amin Tabatabaei und Nikita Vitiugov und spielt sich danach mit vier Remisen und einem Punkt Vorsprung auf Tabatabaei und Vitiugov sicher ins Halbfinale.

Ebenso sicher schafft Richard Rapport nach Berlin seinen zweiten Einzug ins Halbfinale. Er wird damit auf jeden Fall die Führung in der Gesamtwertung übernehmen, da die anderen Halbfinalisten aus Berlin - Nakamura, Aronian, Dominguez - in Belgrad nicht dabei sind. Rapport verdankt den Aufstieg zwei Siegen im direkten Duell mit Santosh G. Vidit, der mit drei Punkten Zweiter wird.

In der Gruppe D holt sich Maxime Vachier-Lagrev den Gruppensieg durch ein Remis mit den schwarzen Steinen gegen Shakhriyar Mamedyarov. Entscheidend war sein Sieg gegen Alexandr Predke in der vierten Runde. Predke seinerseits gelingt in der Schlussrunde ein Sieg gegen Yangyi Yu, alle anderen Partien dieser Gruppe enden mit Remisen.

Das Halfinale wird morgen, Mittwoch, und am Donnerstag jeweils ab 15:00 Uhr gespielt. (wk, Foto: Turnierseite)

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Zweites Turnier des FIDE Grand Prix 2022 in Belgrad

Die zweite Etappe der Fide-Grand-Prix-Serie 2022 wurde offiziell in Belgrad, Serbien, eröffnet. In den nächsten 14 Tagen werden 16 Weltklassespieler versuchen, in der GP-Serie 2022 weiterzukommen, in der Hoffnung, sich einen der beiden Plätze für das Kandidatenturnier zu sichern.

Die Eröffnungsfeier fand im Ballsaal des "Dom Grade" statt, einem beeindruckenden Gebäude aus den 1920er Jahren. Der Gastgeber des Abends, Dragan Lazic, der Präsident des serbischen Schachverbands, erinnerte die Gäste an die lange Schachtradition in Serbien und dem ehemaligen Jugoslawien und an die enorme Popularität des Spiels in diesem Teil Europas. Er betonte auch, dass Schach ein Spiel des Friedens sei und dass "wir uns in diesen komplexen und schwierigen Zeiten alle daran erinnern sollten, im Geiste des Mottos der FIDE zu handeln: 'Gens Una Sumus' - 'Wir sind eine Familie'".

FIDE-Vizepräsident Lukasz Turlej bedankte sich bei allen, die bei der Organisation dieser Veranstaltung geholfen haben, und wünschte den Turnierteilnehmern "einen wunderbaren Start".

Im Anschluss an die Eröffnungszeremonie wurden die Gäste zu einem Empfang eingeladen, bei dem sie über Schach und die Paarungen der ersten Runde diskutierten, die von Hauptschiedsrichter Nebojsa Baralic ausgelost worden waren.

Paarungen der Runde 1:

Pool A:
Alexander Grischuk (CFR/FIDE), 2764 - Dmitry Andreikin (CFR/FIDE), 2724
Etienne Bacrot (Frankreich), 2642 - Sam Shankland (USA), 2708

Pool B:
Pentala Harikrishna (Indien), 2719 - Nikita Vitiugov, (FIDE), 2726
Anish Giri (Niederlande), 2772 - Amin Tabatabaei (Iran), 2623

Pool C:
Richard Rapport (Ungarn), 2763 - Vladimir Fedoseev (FIDE), 2704
Vidit Santosh Gujrathi (Indien), 2727 - Alexei Shirov (Spanien), 2704

Pool D:
Maxime Vachier-Lagrave (Frankreich), 2761 - Alexandr Predke (FIDE), 2682
Yangyi Yu (China), 2713 - Shakhriyar Mamedyarov (Aserbaidschan), 2767

 

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Die Grand-Prix-Serie 2022:

In der Drei-Turnier-Serie, die von Februar bis April stattfindet, treten 24 der weltbesten Großmeister jeweils in zwei von drei Turnieren gegeneinander an. Um die Serie spannender zu gestalten und die Zahl der Unentschieden zu minimieren, haben FIDE und World Chess das Format im Vergleich zu früheren Veranstaltungen geändert. In dieser Serie besteht jede Veranstaltung aus einer Gruppenphase, gefolgt von einem K.O.-Halbfinale und einem Finale.

Die beiden Sieger der Serie qualifizieren sich für das Kandidatenturnier, das im Jahr 2022 stattfinden wird. Das Preisgeld für jede Veranstaltung beträgt 150.000 €, was eine Erhöhung um 20.000 € gegenüber 2019 bedeutet.

Die zweite Runde des FIDE Grand Prix findet vom 1. bis 14. März im Crowne Plaza in Belgrad (Vladimira Popovića 10) statt. Die Runden beginnen um 15 Uhr Belgrader Zeit.

Die Partien werden live auf worldchess.com übertragen:
https://chessarena.com/broadcasts/13605.

wk, Info/Foto: FIDE 

Carlsen schlägt Nepomniachtchi im Finale des Airthings Masters

Magnus Carlsen hat das erste Turnier der Meltwater Champions Chess Tour 2022, das Airthings Masters, im Finalge gegen Ian Nepomniachtchi gewonnen. Der Weltmeister war in der K.o.-Phase des Online-Superturniers mit 8 Spielern solide, nachdem er in der Vorrunde zeitweise Probleme hatte.

Am zweiten Finaltag, nach fünf Remis gegen seinen russischen Gegner, nutzt Carlsen einen Fehler von Nepomniachtchi eiskalt aus. Nepo opfert eine Figur für Angriff, verrechnet sich aber. In einer dominanten Position kann Carlsen seinen König in Richtung h6 senden um ein Mattnetz zu knüpfen.

In der dritten Partie des zweiten Spieltages steht Nepo daher unter Druck und versucht sofort zu kontern. Carlsen spielt mit Schwarz trotzdem einen scharfen Sizilianer und gibt dem Russen Chancen zu einer gefährlichen Attacke. Doch gerade als die Engines und Kommentatoren ihn klar in Vorteil sehen passiert das Gleiche wie im WM-Match ein paar Monate zuvor. Nepo spielt schnell und in entscheidenden Momenten zu schnell, wie Peter Leko in seinen Kommentaren auf chess24 anmerkt. Dem Fehler in der Partie zuvor folgt ein weiterer. Die Partie kippt und Carlsen kann das Match vorzeitig mit einem 2:2 im ersten Satz und einem 2,5:0,5 im zweiten für sich entscheiden.

Der Norweger sagte danach: "Es geht immer darum, ob man an einem bestimmten Tag seine Leistung bringen kann. Aber auch so liefen meine Partien hier in eine positive Richtung. Ich hatte das Gefühl, dass ich im Laufe des Turniers immer besser spielte, und das war genug." Carlsen zollte seinem Gegner Respekt, sagte aber, es sei einfach nicht sein Tag gewesen.

Der Russe, der zu Beginn des Turniers in Fahrt war und die Vorrundengruppe anführte, stand angesichts der Ereignisse in der Ukraine, über die er sich sehr besorgt äußerte, zusätzlich unter Druck. Das war ihm sichtlich anzumerken...

Die Tour wird mit der nächsten Station am 19. März fortgesetzt. (wk, Info/Foto: Presseaussendung Veranstalter)

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