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Schach Champions-League im Zillertal mit Weltmeister:innen

Mayrhofen.- Einen Aufmarsch der Schach-Weltmeister erlebt Maryhofen im Oktober: Bei der 'Champions League auf den Schach-Brettern' sind der aktuelle Weltmeister Magnus Carlsen und Ex-Weltmeister Viswanathan Anand am Start. Mit Marija Muzychuk und Anna Ushenina werden auch zwei Ex-Weltmeisterinnen im Zillertal erwartet.

Gespielt wird der 37. Vereins-Europacup im Schach und der 26. Vereins-Europacup der Frauen - die höchsten Clubbewerbe im Schach. Magnus Carlsen wird für seinen norwegischen Verein Offerspill Chess Club antreten. Der Norweger wird erstmals als Weltmeister professionell in Österreich Schach spielen. Bisher spielte er lediglich einmal als 10-jähriger und bei einem PR-Event in der Wiener Hofburg in Österreich. Er hat aber nur Außenseiterchancen auf den Sieg. Ex-Weltmeister Anand (Ind) ist im Kader des rumänischen Favoriten CSU ASE Superbet erstmals am Brett zu sehen, seit er im August bei der Generalversammlung des Weltschachbundes in Chennai zum Vizepräsidenten gewählt wurde. In seinem Team steht mit D. Gukesh auch jenes 16-jährige Talent aus Indien, das bei der Schach-Olympiade in Chennai vor kurzem für Furore gesorgt hat. Gukesh hat im Teenager Team der Gastgeber mit neun Punkten aus 11 Partien das beste Resultat am Spitzenbrett erzielt und dabei die gesamte anwesende Weltklasse hinter sich gelassen. Besonders beeindruckte seine Siegesserie von acht Partien in Serie, darunter ein Sieg gegen den ehemaligen WM-Finalisten Fabiano Caruana.

Der größte Herausforderer von Anand´s Team ist der tschechische Klub Novi Bor, für den mit Markus Ragger Österreichs Nummer Eins spielen wird. Heimische Fans dürfen einen spannenden Kampf ihres Idols um die Medaillen erwarten. Insgesamt werden 70 Vereine in der offenen Klasse erwartet und 17 bei den Frauen. Alles in allem kommen rund 600 Personen ins Europahaus Mayrhofen im Zillertal. Nicht dabei sind allerdings Vereine aus Russland und Weißrussland. Sie wurden bis auf weiteres vom Weltschachbund und der Europäischen Schachunion nach Kriegsbeginn von allen internationalen Veranstaltungen ausgeschlossen. Russische Spieler dürfen unter neutraler Flagge spielen.

Aus Österreich sind Schach ohne Grenzen, Absam, Lokalmatador Zell/Zillertal und Feffernitz in der offenen Klasse vertreten. Der regierende Meister Jenbach stellt hingegen kein Team. Die besten Chancen auf einen Platz in den Top-20 hat der Tiroler Verein Schach ohne Grenzen. Im Frauenbewerb spielen zudem Pamhagen, Baden und Zell-Zillertal. Pamhagen und Baden haben als Nummer fünf bzw. sieben der Setzliste realistische Medaillenchancen.

Offizieller Live-Partner der Veranstaltung ist Chess24. Die Wettkämpfe werden live übertragen und auf der Chess24 Plattform von Großmeistern kommentiert. Bilder werden über Kameras aus dem Turniersaal zugespielt. Die Social Media Expertin Fiona Steil-Antoni wird Interviews und Tageszusammenfassungen liefern und zudem Berichte auf Facebook, Instagram und Youtube stellen.

Der 37. Vereins-Europacup im Schach und der 26. Vereins-Europacup der Frauen werden mit zwei Jahren Verspätung vom 3. bis. 10. Oktober 2022 in Mayrhofen, Tirol, ausgetragen. Die Austragung 2020, gedacht als Highlight der 100-Jahr Feierlichkeiten des Österreichischen Schachbundes, ist der Pandemie zum Opfer gefallen.

Turnierdirektor Johann Pöcksteiner und Organisator Werner Csrnko ziehen im Hintergrund die Fäden, damit der zweite Vereins-Europacup in Tirol und Österreich, er hat 2008 im benachbarten Fügen stattgefunden, ein perfektes Ambiente erhält. "Es haben insgesamt 87 Mannschaften genannt, das ist ein neuer Teilnehmerrekord," blickt Pöcksteiner optimistisch in die kommenden Wochen.

Turnierwebsite:
https://eccc2022.at

Facebook:
https://www.facebook.com/ECCC2022

Instagramm:
https://www.instagram.com/eccc.2022

Youtube:
https://www.youtube.com/channel/UCFzE8PM6NirKhKVUyiywJjw

(wk, Text: H. Neumayer, Foto: FIDE))

Frauen Grand Prix

Der Weltschachbund FIDE hat in den vergangenen Jahren den WM-Zyklus der Frauen jenem der Männer angepasst und damit eine lange Forderung der Frauen umgesetzt. Die Herausforderin der Weltmeisterin muss sich jetzt in einem Kandidatinnenturnier mit acht Spielerinnen durchsetzen. Der Frauen Grand Prix ist eine der möglichen Qualifikationen für das Kandidatinnenturnier.

Insgesamt nehmen 16 Spielerinnen die vier Grand Prix Turnieren in Angriff, wobei jede Spielerin an drei der vier Turniere teilnimmt. Jeder Grand Prix wird mit 12 Spielerinnen ausgetragen. In jedem Turnier erhalten die Spielerinnen Punkte für die Gesamtwertung entsprechend ihrer Platzierung. Die Gewinnerin der Grand Prix Serie ist jene Spielerin, die am Ende die meisten Punkte gesammelt hat. Die ersten Beiden qualifzieren sich für das kommende FIDE Kandidatinnenturnier, das 2023 oder 2024 ausgetragen wird.

Das erste Grand Prix Turnier wird seit 18. September in Astana, Kasachstan, ausgetragen und dauert bis 29. September. Nach drei Runden führt Aleksandra Goryachkina mit zweieinhalb Punkten vor Katharina Lagno, Bibissara Assaubayeva und Jiner Zhu mit je zwei Punkten. Weitere Infos und der Link zur Live-Übertragung finden sich auf der Turnierseite. (wk, Foto: Turnierseite)

FIDE, Turnierseite

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Frauen EM und Frauenschach Konferenz in Prag

Die Polin Monika Socko hält nach acht von elf Runden mit sieben Punkten weiter die alleinige Führung bei der Frauen Europameisterschaft in Prag. Nach einem zweiten Remis gegen Maria Gevorgyan gelingt ihr gestern gegen Gunay Mammadzada ein sechster Sieg.

Einen halben Punkt Rückstand hat die Armenierin Maria Gevorgyan. Ihr folgen mit Gunay Mammadzada, Ulviyya Fataliyeva und Gulnar Mammadova drei Spielerinnen aus Aserbaidschan mit je sechs Punkten. In der gleichen Punktegruppe sind noch Elina Danielian (ARM), Inna Gaponenko (UKR) und Lilit Mkrtchian (ARM).

Aus österreichischer Sicht gewinnt Staatsmeisterin Annika Fröwis nach dem Ruhetag zwei Partien und hält jetzt als beste des rot-weiß-roten Teams bei dreieinhalb Punkten. Je drei Punkte haben Chiara Polterauer und Jasmin-Denise Schloffer. Heute läuft gerade seit 15:00 Uhr die neunte Runde.

Stark vertreten war Österreich bei der "Women Chess Conference", die parallel zur EM in Prag federführend von Regina Theissl-Pokorna organisiert wurde. Denise Trippold hat einen Vortrag gehalten. Diese Konferenz ist auf Youtube archiviert:
Women Chess Conference, Prague 2022: Teil 1, Teil 2
Ausschreibung: https://www.ewcc2022.net/uploads/downloads/women-chess-conference-prague-2022.pdf
Agenda: https://www.ewcc2022.net/uploads/downloads/Women-Chess-Conference-Prague-2022_AGENDA.pdf

Frauen EM: Offizielle TurnierseiteErgebnisse bei Chess-Results

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Monika Socko ist Europameisterin, Österreicherinnen im Rahmen der Erwartung

Die Polin Monika Socko sichert sich mit einem Remis gegen die Armenierin Lilit Mkrtchian in der Schlussrunde mit achteinhalb Punkten den alleinigen Sieg bei der Frauen Europameisterschaft in Prag. Silber und Bronze gehen dank besserer Zweitwertung mit Gunay Mammadzada und Ulviyya Fataliyeva an zwei Spielerinnen aus Aserbaidschan. Diese drei Spielerinnen haben sich auch für die Frauen Weltmeisterschaft 2023 qualifiziert. Sechs weitere Plätze gehen an Mkrtchian, Aleksandra Maltsevskaya (POL), Irina Bulmaga (ROU, alle 8), Annna Ushenina (UKR), Anna M. Sargsyan (ARM) und Marina Brunello (ITA). 

Beste Österreicherin in der Tabelle wird Chiara Polterauer mit fünf Punkten am 80. Platz von 123 Teilnehmerinnen. Fünf Punkte gelingen auch Annika Fröwis nach schlechtem Start mit drei Siegen in Serie in den Runden sieben bis neun. Die beste Performance holt jedoch Jasmin-Denise Schloffer mit 2106 knapp vor Fröwis (2102). Schloffer erzielt viereinhalb Punkte, spielt solide und verliert mit +1 =7 -3 die wenigsten Partien. Nino Kordzadze und Katharina Katter  beenden das Turnier mit dreieinhalb bzw. drei Punkten. Bundesfrauentrainer Siegfried Baumegger hat die Spielerinnen vor Ort betreut. (wk, Fotos: Turnierseite)

Frauen EM: Offizielle TurnierseiteErgebnisse bei Chess-Results

Frauen EM: Monika Socko führt nach fünf Runden

Die Polin Monika Socko führt nach fünf Runden der Frauen Europameisterschaft in Prag mit viereinhalb Punkten allein die Tabelle an. Socko ist als Nummer sieben der Setztliste eine der Mitfavoritinnen und hat in den letzten beiden Runden gegen die Deutsche Josefine Heinemann und ihre Landsfrau Jolanta Zawadzka gewonnen. 

Hinter Socko geht es eng her. Angeführt von der Nummer eins Nana Dzsagnidze folgen insgesamt elf Spielerinnen mit je vier Punkten, darunter sechs Top-10 Spielerinnen. Völlig verhaut hat den Start hingegen mit Lela Javakhishvili die Nummer zwei des Turniers. Die Georgierin remisiert die ersten drei Runden und verliert danach gegen die Serbin Jovana Eric. Erst in der fünften Runde gelingt gegen die Ukrainerin Irina Petrova ein erster Sieg.

Die Österreicherinnen haben noch Luft nach oben. Immerhin gelingt Chiara Polterauer gestern gegen die Israelin Sofiia Tashkinova ein zweiter Sieg. Polterauer hält mit diesem Punktegewinn nunmehr ebenso bei zwei Punkten wie Jasmin-Denise Schloffer, die bisher vier ihrer fünf Partien remisieren konnte und im Rahmen ihrer Erwartung unterwegs ist. Staatsmeisterin Annika Fröwis remisiert gestern im Duell der Österreicherin gegen Katharina Katter. Beide halten bei je zwei Remisen. Nino Kordzadze bei einem.

Die heutige sechste Runde beginnt um 15:00 Uhr MEZ mit der Schlagerpaarung Danielian-Socko. Morgen ist ein Ruhetag.  (WK, Info: ECU, Foto: Turnierseite)

Offizielle TurnierseiteErgebnisse bei Chess-Results