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Trio führt in Wijk aan Zee, heute Caruana-Carlsen

Das Trio Anish Giri, Fabiano Caruana und Alireza Firouzja führt nach 9 von 13 Runden bei Tata Steel in Wijk aan Zee. Weltmeister Magnus Carlsen verliert in der 8. Runde in einer aufsehenerregenden Partie gegen den 18-jährigen Russen Andrey Esipenko und hat trotz eines zweiten Sieges gestern gegen Nils Grandelius einen ganzen Punkt Rückstand.

Heute kommt es in Wijk zum Schlager zwischen Caruana und Carlsen. Giri trifft auf Wojtraszek und Firouzja mit Schwarz auf Grandelius. Live übertragen und kommentiert wir das Geschehen ab 14:00 Uhr auf der Turnierseite und bei verschiedenen Online Anbietern (Chess24, ChessBase, ...). Auf der Turnierseite werden zudem Video-Interviews und -Portraits der Spieler angeboten.

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Wijk bringt die Spitze zurück ans Brett

In Wijk aan Zee trotzt man der Pandemie und bringt vom 15. bis 31. Jänner im "Tata Steel Chess Tournament" Schach zurück an die Bretter. Selbstverständlich findet das Traditionsturnier heuer im kleinen Kreis mit 12 Spielern und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in Absprache mit den Gesundheitsbehörden statt.

Das erlesene Feld besteht aus Weltmeister und Titelverteidiger Magnus Carlsen, Fabiano Caruana, Maxime Vachier-Lagrave, Anish Giri, Alirezja Firouzja, Jan-Krzysztof Duda, Pentala Harikrishna, Radoslaw Wojtaszek, David Anton Guijarro, Andrey Esipenko, Jorden Van Foreet, Alexander Donchenko, Nils Grandellius und Aryan Tari.

In der gestrigen ersten Runde gibt es mit Carlsen, Giri und Grandelius drei Sieger. Carlsen gewinnt im Angriffsstil gegen Firouzja, nicht aber ohne Risiko zu nehmen. Er opfert zwei Bauern für Angriffschancen und erhält Recht. Das unter FIDE Flagge spielende Talent des Irans kann die praktischen Probleme am Brett nicht lösen. Anish Giri widerlegt ein bekanntes Figurenopfer in einer spanischen Variante gegen Tari und Grandelius sichert sich gegen Donchenko den Sieg in einem Bauernendspiel, das der Deutsch wohl hätte vermeiden sollen und können.

Die zweite Runde beginnt, wie alle anderen außer der Schlussrunde, um 14:00 Uhr und wird auf der Turnierseite und bei verschiedenen Online Anbietern (Chess24, ChessBase, ...) live übertragen und kommentiert.

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CCT: Radjabov gewinnt Finale gegen Aronian

Das zweite Turnier der Chess Champions Tour bringt einen zweiten Überraschungssieger. Nachdem Wesley So beim Skilling Open Ende November gegen Magnus Carlsen erfolgreich war, zeigt sich über Neujahr Teimour Radjabov in bestechender Form. Er lässt im Halbfinale Daniil Dubov, der zuvor Carlsen ausgeschaltet hatte, keine Chance und setzt sich dann in einem spannenden Finale gegen Levon Aronian ebenfalls in zwei Sätzen durch.

Es ist letztlich ein verdienter Sieg von Radjabov. Er spielte praktisch fehlerlos und nutzte seine Chancen, wenn seine Gegner zu viel riskierten. Insbesondere Dubov ist ihm damit in die Falle gegangen, aber auch Aronian hat im ersten Satz mit Weiß in der vierten Partie zu viel gewollt. Gerade als Radjabov signalisiert mit einer Zugwiederholung einverstanden zu sein, geht Aronian impulsiv "all in", verschlechtert damit aber nur seine Stellung und wird eiskalt ausgekontert.

Der zweite Satz beginnt für Aronian vielversprechend. Wieder riskiert er, aber diesmal verpasst Radjabov einen vorteilhaften Zwischenzug. Aronian opfert einen Turm erhält aber überwältigenden Angriff. Bei knapper Zeit findet er aber nicht den stillen Gewinnzug, Radjabov kann sich befreien und Aronian muss froh sein, zumindest das Remis mit einem Dauerschach zu retten. Bereits in der nächsten Partie fällt eine Vorentscheidung. Radjabov gewinnt mit Weiß einen Bauern. Aronians Hoffnungen ruhen auf ungleichfarbigen Läufern. Da aber auch noch Türme am Brett sind, ist die Verteidigung schwierig und letztlich gelingt Radjabov mit einem Sieg die Vorentscheidung. In der dritten Partie drückt Aronian noch einmal in einem Italiener und erreicht ein vorteilhaftes Endspiel, das Radjabov aber halten kann. Das Remis sichert ihm den Sieg und das 1. Preisgeld in Höhe von 60.000 Dollar.

Den dritten Platz sichert sich Maxime Vachier-Lagrave mit einem Sieg gegen Daniil Dubov. Allerdings hat der Russe das Match dominiert, aber eine Gewinnstellung nach der anderen ausgelassen. Bereits im ersten Satz vergibt er einen 2:0 Führung und muss sich mit einem 2:2 begnügen. Auch im zweiten Satz hat Dubov wieder seine Chancen, verliert aber gleich in der 1. Partie erneut eine Gewinnstellung. Beim Stand von 1,5:1,5 gelingt Vachier-Lagrave dann endlich seinerseits eine überzeugende Partie und ein Sieg zum 2,5:1,5 Endstand im zweiten Satz, der zugleich den Gesamtsieg bedeutet.

Das nächste Turnier der Serie folgt vom 6. bis 14. Februar. Man darf gespannt sein, ob einer der beiden Online-Riesen, Carlsen und Nakamura, erstmals erfolgreich sein werden, oder ob die Konkurrenz die Lücke inzwischen schließen konnte. 

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CCT: Dubov wirft Carlsen im Viertelfinale raus

Magnus Carlsen ist im Viertelfinale out. Dabei hat das Airthings Masters der Champions Chess Tour für den Weltmeister noch gut begonnen. Die mit 12 Teilnehmern gespielte Vorrunde konnte er mit 6,5 Punkten aus 11 Partien dank besserer Zweitwertung vor Wesley So und Hikaru Nakamura gewinnen. Dramatisch verlief der Kampf um die Qualifikation für das Viertelfinale. Vier Spieler teilten mit je fünf Punkten die Plätze 7-10. Weiter gekommen sind Maxime Vachier-Lagrave und Daniil Dubov, während Pentala Harikrishna und Alexander Grischuk ebenso ausscheiden wie Anish Giri und David Anton.

Im Viertelfinale traf Carlsen als Erster auf den Achten Dubov. Kein Traumlos für den heuer in den Online Turnieren so erfolgreichen Carlsen, ist Dubov doch einer seiner Sekundanten, wodurch sich die beiden einerseits bestens kennen und andererseits spürbaren Respekt voreinander haben. Das Viertelfinale beginnt für Carlsen mit einem Sieg noch gut. Doch in der dritten Partie kann Dubov kontern. Der erste Satz endet 2:2.

Am zweiten Tag läuft für Carlsen dann alles schief. In der ersten Partie scheint er eine schlechte Stellung noch zu retten. Trotz einer Qualität und eines Bauern weniger bekommt er ausreichend Kompensation. In Zeitnot kostet ihn dann ein Fehler aber doch noch die Partie. In der nächsten Partie ist Carlsen in einem Turmendspiel dem Ausgleich sehr nahe. Es fehlt an diesem Tag aber seine sonst so gefürchtete Präzision. Der Vorteil schwindet und Dubov rettet sich ins Remis. In der dritten Partie kommt Carlsen erneut schlechter aus der Eröffnung, versteht es aber die Stellung zu drehen und erlangt eine glatte Gewinnstellung mit einer Figur mehr. Im 34. Zug greift Dubov mit seinem Turm Carlsens Dame an. Knapp an Zeit stellt Carlsen seine Dame auf e7 und das denkbar schlechteste Feld. Jeder andere Zug hätte gewonnen, doch nun baumelt sein König im Mattnetz. Dubov gewinnt und ist im Semifinale. 

Neben Carlsen erwischt es mit Nakamura auch den zweiten großen Online-Star schon im Viertelfinale. Levon Aronian hat das Match gegen den Amerikaner stets gut im Griff. Er gewinnt den ersten Satz mit 2,5:1,5 und schafft im zweiten mit zwei Siegen vorzeitig den Aufstieg. Nakamura muss man zugute halten, dass er ob des Zeitunterschieds früh am Morgen spielen muss, zu einer für Schachspieler doch ungewohnten Zeit.

Eng verlaufen die Matches zwischen Maxime Vachier-Lagrave und Wesley So sowie Ian Nepomniachtchi und Teimour Radjabov. Beide müssen ins Tiebreak und werden dann beim Stand von 1:1 nach den zwei Blitzpartien erst im Armageddon entschieden. Die Armageddon Partien enden jeweils Remis, damit sind die Schwarzspieler Vachier-Lagrave und Radjabov weiter. Das Semifinale beginnt heute um 15:00 Uhr MEZ mit den Paarungen Dubov gegen Radjabov und Aronian gegen Vachier-Lagrave.

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Chess Championship Tour: 2. Turnier startet heute um 15:00

Die zweite Station der Chess Championship Tour startet heute um 15:00 Uhr. Insgesamt besteht die Tour 2020/2021 aus 10 Online Turniere, die alle nach dem gleichen Format gespielt werden. Zuerst ein Rundenturnier mit 12 Teilnehmern. Die besten Acht qualifizieren sich für das K.O.-System mit Viertelfinale, Semifinale und Finale. Die Bedenkzeit beträgt jeweils 15 Minuten und 10 Sekunden Inkrement pro Zug. Im K.O.-System werde jeweils zwei Matches gespielt, wobei es im Falle eines Gleichstandes am Ende zu einem Tie-Break mit zwei Blitzpartien und ggf. einer Armageddon-Entscheidung.

Der Preisfonds beträgt 200.000 USD pro Turnier, davon gehen 60.000 an den Sieger. Im ersten Turnier hat sich Wesley so diesen Löwenanteil mit einem Sieg im Finale gegen Carlsen geholt. Der Weltmeister wird nun wohl auf Revanche sinnen.

Terminplan:

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