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CCT Semifinale: Carlsen-Aronian, Mamedyarov-Nakamura

Magnus Carlsen, Levon Aronian, Shakhriyar Mamedyarov und Hikaru Nakamura haben sich für das Semifinale der "New in Chess Classic" im Rahmen der Champions Chess Tour qualifiziert.

Magnus Carlsen hat sich gegen Teimour Radjabov nach einem 2:2 im ersten Satz mit 2,5:1,5 im zweiten durchgesetzt. Radjabov spielt wie immer supersolid, aber Carlsen tat ihm diesmal nicht den Gefallen ins offene Messer zu laufen und wählte eine ebenso solide Spielweise. Die Entscheidung fällt in der zweiten Partie des zweiten Satzes, in der sich Carlsen einen starken gedeckten Freibauern auf b6 verschaffen kann, der den Sieg in der Partie und letztlich im Match sichert. In den verbleibenden zwei Partien konnte Radjabov sich keine Chancen mehr erspielen.

Einen überraschend klaren Sieg feiert Levon Aronian mit 3:1 und 2:1 gegen Wesley So, der bereits zwei Turniere der aktuellen Tour gewinnen konnte. Ebenfalls klar in zwei Sätzen setzten sich Shakhriyar Mamedyarov gegen Alireza Firouzja und Hikaru Nakamura gegen Liem Quang Le durch. Der Vietnamese verpasst dabei einige Chancen.

Das Semifinale beginnt heute ab 19:00 Uhr mit den Paarungen Carlsen-Aronian und Mamedyarov-Nakamura. (wk, Foto: Turnierseite)

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Champions Chess Tour - Carlsen gewinnt Vorrunde

Schachweltmeister Magnus Carlsen führt das Feld des New in Chess Classic an, dem 5. Event der Meltwater Champions Chess Tour, das vom 24. April bis 2. Mai auf chess24 stattfindet. In der Vorrunde spielten 16 Spieler jeder gegen jeden, die besten Acht qualifzierten sich für die K.O.-Runden.

Carlsen wartet noch auf seinen ersten Sieg in der Tour, gewinnt aber mit 10,5/15 erneut eine Vorrunde vor Nakamura, Mamedyarov (je 9,5), So, Aronian (je 9) und Firouzja, Le und Radjabov (je 8,5). Dominuez verpasst das Viertelfinale mit acht Punkten nur knapp. Alle anderen liegen bereits mit Respektabstand zurück.

Die Begegnungen der K.o.-Runden werden an den ersten zwei Tagen aus jeweils vier Partien bestehen. Sollte das Ergebnis einer Begegnung 1:1 betragen, folgen zwei 5+3 Partien, gefolgt von, sofern es nötig ist, einer Armageddon-Partie, bei der Weiß 5 Minuten Bedenkzeit und Schwarz 4 Minuten Bedenkzeit besitzt. Allerdings reicht ein Remis in diesem Fall Schwarz zum Sieg. (wk, Foto: Chess24)

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Valentin Dragnev am Podest im Easter Bassano Festival

"Over the board" Turniere sind in der Pandemie zur Seltenheit geworden. Es gibt sie aber doch noch. In Bassano del Grappa, Italien, fand rund um Ostern unter Beteiligung einiger österreichischer Nationalspieler und -spielerinnen ein Festival mit mehreren Turnieren statt.

Valentin Dragnev gelingt im A-Open mit einem dritten Platz hinter den Amerikanern Nicola Checa und Atulya Shetty ein Platz am Podest. Dragnev holt sechseinhalb Punkte aus neun Partien und eine Performance von 2586. Im Kampf um den Turniersieg muss er in der siebenten Runden eine Niederlage gegen den Dänen Jonas Buhl Bjerre einstecken. Zwei Siege gegen den Belgier Sim Maerevoet und den ukrainischen GM Vitaliy Bernadskiy (2603) sichern ihm aber doch noch das dritte Preisgeld.

Im gleichen Turnier wird Peter Schreiner mit fünfeinhalb Punkten Sechzehnter von insgesamt sechzig Teilnehmern. Andreas Diermair landet mit einem halben Punkt weniger am 21. Platz. Beide bleiben aber etwas unter ihrer Erwartung. Ein erfreuliches Eloplus von 27 Punkten erkämpft sich hingegen Nikola Mayrhuber mit vier Punkten und einer Performance von 2148. 

Davor haben Diermair, Schreiner und Elisabeth Hapala am "Second Mix Bassano" teilgenommen. Hier gelingen den beiden Steirern respektable Ergebnisse. Schreiner landet mit fünfeinhalb Punkten und einer Eloleistung von 2517 unter 31 Teilnehmern am 7. Platz. Highlight ist ein Sieg gegen GM Hans Moke Niemann (USA) in der vierten Runde. Diermair spielt mit fünf Punkten seine Erwartung und wird Elfter. Elisabeth Hapala startet mit drei Niederlagen gegen elostärkere Gegner, findet danach aber mit drei Siegen zurück ins Turnier. Nach einem Remis folgen in den Schlussrunden aber wieder Niederlagen gegen Marius Deuer (2231, GER) und Zan Tomazini (2416, SLO). Am Ende entspricht die Performance exakt der Einstufung nach Elozahl. (wk, Foto: Turnierseite)

Turnierseite

Ergebnisse bei Chess-Results: Easter Festival Open, Second Mix Bassano

Deizisau gewinnt European Online Club Cup vor Clichy

Der "European Club Cup" wurde von 27. bis 31. März 2021 erstmals online ausgetragen. 91 Teams haben an der Veranstaltung teilgenommen. Aus 9 Vorgruppen haben sich 18 Vereine für eine der drei Play-Off-Gruppen qualifziert und daraus wieder 9 Vereine für das Finale. Den 10 Platz bekam Monte-Carlo als Gewinner des Frauen Europacups. Gespielt wurde im Gegensatz zum "OTB" Europacup mit vier Brettern pro Team und Rapid anstelle von Standard. 

Im Finale war Novy Bor mit einem Eloschnitt von 2712 in der Favoritenrolle. Abgesehen von Monte-Carlo waren aber alle Teams innerhalb von 120 Punkten. Zudem ist Online Schach einfach anders. Das bekam vor allem Novy Bor zu spüren. Der Verein von Markus Ragger hat zwar im Play-Off die Gruppe B mit 18 von 18 möglichen Punkten souverän gewonnen, im Finale will es aber nicht laufen. Angeführt von Pentala Harikrishna gelingen in den neun Runden nur drei Siege und eine Punkteteilung. Das ist unterm Strich mit sieben Punkten der vorletzte Platz. Nur Monte-Carlo bleibt punktelos dahinter. Markus Ragger holt im Play-Off ungeschlagen sechs Punkte aus sieben Partien. Im Finale kommt er nur zweimal zum Einsatz. In der sechsten Runde verliert er gegen den Polen Jacek Tomczak, in der Schlussrunde gelingt ein Sieg gegen Tatiana Dornbusch.

Gewinner des "1. European Online Club Cup" wird überraschend ein rein deutsches Team aus Deizisau mit Matthias Bluebaum, Alexander Donchenko, Georg Meier, Andreas Heimann, Vincent Keymer und Dmitrij Kollars. Deizisau verliert nur in der zweiten Runde gegen Novi Bor, gewinnt dann aber in der vierten Runde gegen Clichy ein Schlüsselmatch und hält in der sechsten Runde gegen das starke Team von Mednyy Vsatnik ein 2:2.

In der Schlussrunde hält Deizisau dem Druck des Führenden stand, holt gegen Lady Kazan beide Punkte und siegt mit 14 Punkten vor Clichy (13) und Lady Kazan (11). Pech haben die Poland Hussars, sie verpassen das Podest nur wegen der schlechteren Zweitwertung. Die ECU darf sich über eine gelungenen Premiere freuen. Die Teilnehmerzahlen und die Qualität des Feldes sprechen für sich. (wk, Foto: ECU) 

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ECU, Ergebnisse bei Chess-Results

Hybrid-Schach im Test: Wettkampf Wien gegen Berlin, Samstag 14:00

Felix Blohberger, Georg Fröwis, Marc Morgunov und ein weiterer noch von ÖSB Bundestrainer David Shengelia zu nominierender Spieler testen an diesem Samstag gegen eine Auswahl aus Berlin das hybride Schach. Ab 14 Uhr stehen zunächst vier Schnellpartien via Computer an, ab 16 Uhr dann eine Partie mit klassischer Bedenkzeit mit Brett, jeweils über die Plattform Tornelo. Dabei zählt die klassische Partie vierfach. Im "Hybrid-Schach" sind die Spieler einer Mannschaft oder Nation an einem Ort versammelt und spielen gegen andere Teams oder Nationen mittel elektronischer Zugübermittlung.

Dank Schiedsrichtern ist ein Cheating so gut wie ausgeschlossen, die gegnerischen Züge sehen die Spieler am Bildschirm und führen sie selbst aus, weshalb es nicht 30 Sekunden sondern 45 Sekunden Inkrement pro Zug gibt. Das Match ist ein Test für den Mitropacup und die World Cup Qualifikation, die beide im Mai Hybrid ausgetragen werden. An den Spielorten in Wien und Berlin sind keine Zuschauer zugelassen, aber der deutsche IM und Streamer Steve Berger überträgt das Match, das auf eine Initiative von ChessTech zurückgeht. ChessBase TV Austria wird eine Zusammenfassung bringen.

Zur Live-Kommentierung mit Steve Berger
Editor, ChessTech https://www.chesstech.org