Bereits zum zweiten Male sucht und findet Kärnten am Weltfrauentag seine Schachgöttin!
Beim Caissa Cup Kärnten treten Mädchen und Frauen in einem Schnellschachturnier gegeneinander an, um sich einen kunstvollen Wanderpokal und den überaus glorreichen Titel der “Schachgöttin des Jahres” zu holen.
Angelockt von den durchwegs positiven Berichten über die Erstaustragung des Turniers für Frauen und Mädchen, wo sich die schachbegeisterten “Menschinnen” im ehemaligen Schachmuseum in Klagenfurt zwar schonungslos duellierten, aber dennoch eine greifbare Wohlfühl-Atmosphäre kreierten, konnte man an diesem 8. März sogar Schachspielerinnen aus Salzburg und Wien willkommen heißen.
Das Vereinslokal der SGS Spittal an der Drau, dem Heimatverein von Elena Baurecht, der Gewinnerin des letzten Jahres, war Austragungsort des Bewerbs. Das Team um SGS Sektionsleiter Günter Baurecht umsorgte die Mädchen und Frauen kulinarisch, der freie Zugang zum herrlichen Buffet bleibt ebenso in Erinnerung wie all die Aufmerksamkeiten, die den Damen zuteilwurden.
Gespielt wurden 9 Runden zu 10 Minuten plus 5 Sekunden. FIDE-Schiedsrichter Gabriel Doujak sorgte gebührend streng für ein regelkonformes Miteinander, es galt ein paar Zeitstrafen zu vergeben. Zur Mittagspause waren vier Runden entschieden:
Noch ungeschlagen zeigte sich Magdalena Mörwald, die 22-jährige Salzburger Verbands-Vizepräsidentin und Turniersieg-Anwärterin, die mit drei ihrer Schachmädchen angereist war. Die spielstarken Kärntnerinnen Mahazar Poulab (Esv Askö Admira Villach) und Julia Lomonosova (Sc Die Klagenfurter) führten das Verfolgerfeld gemeinsam mit der U10-Turnier-Überraschung Viktoria Burstein aus Wien (1. SK Ottakring) und Veranstalterin Petra Daxkobler (IG Schach Wolfsberg) an, und Titelverteidigerin Baurecht übte sich punktmäßig noch in Bescheidenheit.
Nach der siebten Runde war Mörwald der Sieg nicht mehr zu nehmen. Umso verbissener gestalteten sich dadurch die Wettkämpfe um die Plätze auf dem Stockerl! Die nötige Nervenstärke einer hartnäckigen Verfolgerin mitgebracht hat ebenfalls U14-Spielerin Daniela Geworgyan (Sk Royal Salzburg). Auch für Titelverteidigerin Baurecht haben sich die Chancen wieder wesentlich verbessert!
Sehr souverän zeigte sich im letzten Drittel noch Lynne Kolar-Thompson (Esv Askö Admira Villach), die als einzige neben Mörwald keinen Punkt mehr abgab und sich trotz der Startschwierigkeiten auf den 5. Gesamtplatz vorkämpfen konnte. 6,5 Punkte erspielte die Viertplatzierte, Julia Lomonosova aus Klagenfurt. Mit je 7 Punkten landeten die Bronze-Gewinnerin Mahazar Poulab aus Villach und die junge Salzburgerin Daniela Geworgyan mit der Silbermedaille auf der Siegertreppe, und mit wahrhaft göttlichen 9 aus 9 krönt sich Magdalena Mörwald zur "Kärntner Schachgöttin 2026”! Die begehrte Trophäe wird nun ein Jahr lang durch Salzburg reisen und die Schachspielerinnen aller Klassen bei Turnieren und Veranstaltungen inspirieren, denn gemäß der Worte des internationalen Schachmeisters Anthony Saidy ist es Caissa (die Göttin des Schachs), “deren symbolische Gegenwart und deren Versprechen einer Belohnung die im Kampf verstrickten Schachgiganten vorantreibt.“ Ein Liebling der Caissa ist wohl auch die erst 8-jährige Viktoria Burstein aus Wien, die mit 4,5 Punkten auf Platz 7 abschloss.
Der Kassier des Landesverbandes, Helmut Weiß, war nicht nur mit zusätzlichen Preisen angereist, er hieß die Spielerinnen und ihre unterstützenden Familien mit viel Charme und Vergnügen zur Siegerehrung des Caissa Cups 2026 in Kärnten willkommen.
“Die nachgereichten Siegerfotos werden erneut bezeugen, dass dieses Frauenturnier wiederum als 'Schönstes Turnier' des Jahres gesehen werden darf,” schloss die Veranstalterin prophetisch grinsend ab. Als KSV-Frauenreferentin darf sich Petra Daxkobler heuer trotz des Termins an einem Bundesligawochenende über einen Zuwachs von gut 20 Prozent bei den Teilnehmerinnen freuen. In jedem Fall war es ein besonders zauberhafter schachsportlicher Tag in Kärnten, und nicht ausschließlich die Ehrgeizigsten unter den Schachspielerinnen freuen sich auf ein Wiedersehen bei der Rückeroberung des Caissa Cups im nächsten Jahr! (gd, Text: Petra Daxkobler, Fotos: Thomas Daxkobler)
