Blog Bundesliga

Der SV Sparkasse Grieskirchen kehrt in die 1. Bundesliga zurück

Die Saison der 2. Bundesliga Mitte wurde mit drei Schlussrunden im Hotel Ibis Styles in Graz abgeschlossen. Der Kampf um den Meistertitel gestaltete sich dabei äußerst spannend. Nachdem Styria Graz auf den Einsatz seiner ungarischen Großmeister verzichtete, schien der Weg zum Titel für Grieskirchen geebnet. Die Mannschaft gewann – auch begünstigt durch eine Serie günstiger Ergebnisse – sämtliche Wettkämpfe der Schlussphase und sicherte sich damit verdient den Meistertitel der 2. Bundesliga Mitte.

Auch im Tabellenkeller war die Entscheidung eng mit den Ergebnissen der 1. Bundesliga verknüpft, deren abschließende drei Runden zeitgleich in St. Veit an der Glan ausgetragen wurden. Von besonderer Bedeutung war die Situation der abstiegsgefährdeten Teams aus Maria Saal und Frauental. Nach der Samstagsrunde schien Frauental den Klassenerhalt in der Bundesliga bereits gesichert zu haben, da Schach ohne Grenzen am Sonntag gegen den Tabellenführer Pinggau-Friedberg zumindest einen Mannschaftspunkt hätte erzielen müssen, während Frauental gleichzeitig verlieren hätte müssen. Maria Saal stand zu diesem Zeitpunkt bereits als Absteiger fest.

Mit Klagenfurt und Frauental 2 waren zwei Absteiger der 2. Bundesliga Mitte bereits vorzeitig fixiert. Die Entscheidung über den dritten Absteiger fiel in den Begegnungen von Gleisdorf, Admira Villach und St. Veit an der Glan. St. Veit sicherte sich durch einen knappen Sieg gegen Frauental den Verbleib in der Liga, während Admira Villach mit einem überraschenden Erfolg gegen Ansfelden punktete. Dadurch geriet Gleisdorf unter Zugzwang und musste gegen Feffernitz 2 gewinnen, um sowohl Villach als auch St. Veit noch zu überholen.

Parallel dazu gelang Schach ohne Grenzen in der Bundesliga ein unerwartetes 3:3-Unentschieden gegen Pinggau-Friedberg, während Frauental knapp unterlag. Infolgedessen erhöhte sich die Zahl der Absteiger auf vier. Gleisdorf hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 2,5 Brettpunkte erzielt und benötigte aus den beiden verbleibenden Partien lediglich einen weiteren Punkt. Nach dem Ausgleich zum 2,5:2,5 durch Adamo Valtiner fiel die Entscheidung in der letzten laufenden Partie. Maximilian Ofner erreichte ein Endspiel mit König, Turm und Läufer gegen König und Turm, konnte jedoch innerhalb der 50-Züge-Regel keinen Gewinnweg realisieren. Die Partie endete remis, womit Gleisdorf als Absteiger feststand.

260421 Weiss

Die erfolgreichsten Spieler der Saison waren mit jeweils 8 Punkten aus 11 Partien IM Valerio Carnicelli (Neuhofen) und IM Christian Weiß (Ansfelden). Die höchste Elo-Performance bei mindestens acht gespielten Partien erzielten die Großmeister László Gonda (St. Valentin) und Anton Korobov (Neuhofen).

In der kommenden Saison stoßen zu den Absteigern aus der 1. Bundesliga, Frauental und Maria Saal, die Aufsteiger Hörsching (Oberösterreich), Pinggau-Friedberg (Steiermark) und Admira Villach (Kärnten) hinzu. (wk, Bericht: Hermann Wilfling, Fotos: Peter Kranzl)

Ergebnisse auf Chess-Results

Fotos auf Schach und Darts von Peter Kranzl

Previous Next

Historischer Premierentitel für SC Victoria Linz bei der Frauen-Bundesliga

Parallel zur 1. Bundesliga Open ging auch die Saison der 1. Frauen-Bundesliga im St. Veiter Fuchspalast zu Ende. Es handelte sich um die 15. Spielzeit seit der Einführung im Jahr 2011/12. In dieser Ära prägten mehrere Vereine das Geschehen: Pamhagen sicherte sich bislang sieben Titel, Baden drei, Wulkaprodersdorf zwei (darunter der Premierensieg). Je einmal triumphierten Dornbirn, Mayrhofen/Zell/Zillertal sowie heuer erstmals Victoria Linz.

Sportlich boten die abschließenden Runden nochmals Spannung und überraschende Wendungen. In der siebten Runde am Freitag musste Tabellenführer Schach ohne Grenzen eine empfindliche Niederlage gegen den SV Wulkaprodersdorf hinnehmen. Davon profitierte SC Victoria Linz, das die Gunst der Stunde nutzte und sich in eine hervorragende Ausgangsposition brachte.

Am Samstag folgte in Runde acht die nächste Überraschung: Das Tiroler Team unter der Führung von ÖSB-Vizepräsidentin Ina Anker revanchierte sich und besiegte den Titelanwärter ASVÖ Pamhagen.

Die Entscheidung fiel schließlich in der neunten und letzten Runde am Sonntag. SC Victoria Linz ließ nichts mehr anbrennen, gewann mit einer makellosen Punkteausbeute gegen den Veranstalter SV-Das Wien-St. Veit/Glan und sicherte sich damit erstmals den Meistertitel. Der Erfolg markiert zugleich den vierten Titelgewinn in Folge für den ÖSB-Präsidenten Michael Stöttinger, nun mit seinem Frauenteam.

260420 BLF Victoria 3

Hinter dem neuen Champion belegte das Tiroler Team Schach ohne Grenzen den zweiten Platz und krönte sich damit zum Vizemeister. Rang drei ging an den entthronten Titelverteidiger ASVÖ Pamhagen, der das direkte burgenländische Duell für sich entscheiden konnte.

Auch individuell wurden herausragende Leistungen gezeigt. Die besten Spielerinnen der Saison waren Marina Brunello mit 7,5 Punkten aus 9 Partien, gefolgt von Olga Badelka (7/9) und Viktoria Radeva (6,5/9). Eine makellose Bilanz erreichten Maria Tsakona, Zoya Schleining und Tereza Rodstein mit jeweils 3 Punkten sowie Anna Muzychuk mit 1 Punkt.

Überdurchschnittliche Ergebnisse mit über 90 Prozent erzielten zudem Aleksandra Kostenyuk, Aleksandra Maltsevskaya und Natasa Richterova. Herausragende Performance-Ratings jenseits der 2600er-Marke gelangen Maria Tsakona (3097), Zoya Schleining (2761), Tereza Rodstein (2659), Aleksandra Kostenyuk (2628) sowie Aleksandra Maltsevskaya (2622). (wk, Text/Fotos: Gerald Hametner)

Ergebnisse auf Chess-Results

Bundesliga: St. Veit triumphiert, Pinggau-Friedberg nach Drama Vizemeister

Showdown im Fuchspalast: In einem hochdramatischen Finale sichert sich der SV-Das Wien-St. Veit den Staatsmeistertitel 2026 und stürzt Titelrivale Pinggau-Friedberg in letzter Minute.

Nach den ersten fünf Runden in Fürstenfeld liegen beide Teams noch gleichauf an der Spitze. Auch in den Runden sechs bis acht geben sich weder die Steirer rund um Kapitän Peter Steiner noch die Kärntner um ÖSB-Vizepräsident Friedrich Knapp eine Blöße. Während die Konkurrenz patzt – Feffernitz und Ottakring verabschieden sich mit entscheidenden Punktverlusten gegen St. Veit aus dem Titelrennen – spitzt sich alles auf ein Duell der beiden Topteams zu.

Die Vorentscheidung scheint in Runde zehn zu fallen: St. Veit kommt gegen Austria Wien nicht über ein Unentschieden hinaus, Pinggau-Friedberg übernimmt dank besserer Zweitwertung die Tabellenführung. Doch das vermeintliche Momentum kippt im Finale.

Die Ausgangsposition: Bei Punktegleichheit hat Pinggau Friedberg in der ersten Zweitwertung einen Brettpunkt mehr, St. Veit muss also mindestens einen Punkt höher gewinnen. Die Drittwertung kann aufgrund des 3:3 in der direkten Begegnung keinen Sieger küren. In der Viertwertung wäre knapp St. Veit vorne.

Am Sonntag entwickelt sich schließlich ein Nervenkrimi. St. Veit gerät früh in Rückstand – Spitzenbrett Ivan Saric muss sich Lars Goldbeck geschlagen geben. Doch das Teamergebnis: Mit einem souveränen 4,5:1,5 gegen HCS Salzburg erfüllen die Kärntner ihre Pflicht. Pinngau-Friedberg benötigt jetzt ein 4:2 zum Titelgewinn.

Alle Augen richten sich nun auf das Parallelmatch. Pinggau-Friedberg kämpft gegen Schach ohne Grenzen, kann sich aber nicht entscheidend absetzen. Valentin Baidetskyi sorgt zwar für die Führung, doch vier Remisen halten die Begegnung offen. Die Entscheidung fällt in der letzten Partie. Pinggau Friedberg muss gewinnen um Meister zu werden, Maximilian Berchtenbreiter steht besser, lässt aber zu, dass die Partie in eine Remisstellung abgleitet. So wird weiter gespielt und die Partie wird zur Tragödie aus steirischer Sicht: Leistungsträger Sankalp Gupta verliert schließlich gegen Maximilian Berchtenbreiter. Der Titeltraum platzt.

260420 BL1 Dec

Maximilian Berchtenreiter entscheidet mit seinem Sieg jedoch nicht nur die Meisterschaft, mit seinem Punkt zum 3:3 bewahrt er sein Team Schach ohne Grenzen gleichzeitig vor dem bereits sicher geglaubten Abstieg. Das diesjährige Liga - Finale war somit an Spannung und Drama nicht zu überbieten!

St. Veit ist damit Staatsmeister 2026 – hochverdient. Die Kärntner bleiben die gesamte Saison ungeschlagen, geben nur zwei Unentschieden ab und überzeugen mit beeindruckender mannschaftlicher Geschlossenheit. Vier Spieler erreichen 7,5 Punkte aus 11 Partien, Saric und Brkic liefern starke Resultate an den Spitzenbrettern.

Pinggau-Friedberg muss sich wie im Vorjahr mit Silber begnügen, wäre aber ein ebenso würdiger Meister gewesen. Mit Ivan Ivanisevic (9,5 aus 11) stellen die Steirer jedoch den Top-Scorer der Saison. Bronze geht in einem engen Vierkampf dank Zweitwertung an Fürstenfeld-Hartberg vor Austria Wien, Feffernitz und Ottakring.

Im Tabellenkeller sichern sich Gamlitz sowie Mayrhofen/Zell/Zillertal und Schach ohne Grenzen den Klassenerhalt. Frauental, Maria Saal und HCS Salzburg steigen ab.

Auch individuell gibt es starke heimische Leistungen: Felix Blohberger überzeugt mit 7,5 Punkten und einer Performance von 2645, David Shengelia meldet sich mit einer Eloleistung von 2594 eindrucksvoll zurück. Valentin Baidetskyi (2563), Valentin Dragnev (2559), Markus Ragger (2541), Konstantin Peyer (2531) und Dominik Horvath (2521) erreichen Eloleistungen über 2500.

260420 BL1 IA

Organisatorisch bietet das Kärntner Team rund um Landespräsident Friedrich Knapp im weltbekannten Fuchspalast perfekte Spielbedingungen. Kaweh Kristoph agiert als umsichtiger Spielleiter, Karl Theny sorgt wie gewohnt für eine reibungslose Live-Übertragung. Das Aufstiegsrecht aus den zweiten Bundesligen sichern sich Grieskirchen (Mitte), Data Technology Pressbaum/Eichgraben (Ost) und Absam (West). (wk, Fotos: Knapp, Schach ohne Grenzen)

Ergebnisse auf Chess-Results

Fotobericht von Kaweh Kristof

Finale Bundesliga und Frauen-Bundesliga im St. Veiter Fuchspalast

Von Mittwoch, 15. bis Sonntag, 19. April gastieren die 22 Teams mit insgesamt 112 SpielerInnen im Fuchspalast um in den abschließenden sechs bzw. drei Runden die Meister der Saison 2025/2026 zu küren.

Für Spannung ist sowohl im Titel- als auch Abstiegskampf gesorgt. Sind doch jeweils mindestens drei Teams jeweils darin involviert. Die besten Chancen, wenn man nach der Auslosung geht, haben Pinggau-Friedberg und SC Victoria Linz.

Gespielt wird ab 14 Uhr, Freitag 10 und 16 Uhr, die Schlussrunde am Sonntag um 10 Uhr.

Die Liveübertragung – durchgeführt von Karl Theny – gibt’s unter: http://live.chess.at

Weitere Schach-Highlights in den nächsten Wochen in St. Veit/Glan sind der 50. Mitropa Cup - „quasi die Mini EM“ – von 2. bis 10. Mai, wo auch ein ukrainisches Frauenteam am Start ist, sowie vom 11. bis 17. Mai die Österreichische Seniorenmeisterschaft. (wk, Text/Foto: Fritz Knapp)

Ergebnisse auf Chess-Results: Bundesliga, Frauenbundesliga

Styria führt vor den Schlussrunden der 2. BL Mitte

Am 6. März startete die 2. BL Mitte in Krumpendorf am Wörthersee in die Frühjahrssaison.

Nach 8 gespielten Runden führt Styria TU Graz die Tabelle knapp vor
SV Sparkasse Grieskirchen an. Die Entscheidung über den Meistertitel und die Berechtigung zum Aufstieg in die 1. BL wird wohl in der direkten Begegnung der beiden Teams in der 10. Runde fallen.
ASK St. Valentin hat noch Außenseiterchancen auf den Meistertitel.

Besonders spannend waren die Partien am Samstag. Da verloren nämlich die drei Erstplatzierten ihre Wettkämpfe.
Am Abend, nachdem glücklicherweise alle Wettkämpfe beendet waren, kam es in Krumpendorf zu einem ca. 90 minütigem Blackout.

Union Neuhofen/Krems und Sv – „Drei Mühlen“ – Feffernitz waren mit
3 Siegen die Mannschaften des Wochenendes.
Zala Urh und Vesna Mihelic erkämpften für Feffernitz 5,5 von 6 möglichen Punkten.
IM Valerio Carnicelli (Neuhofen/Krems) konnte ebenso wie Vesna Mihelic drei volle Erfolge einfahren.

Besonders spannend wird der Kampf um den Klassenerhalt. Der Tabellenfünfte hat nur 3 Punkte Vorsprung auf den Tabellenelften. Durch 3 Niederlagen am Stück wurden Union HAKAKÜCHE Ansfelden und SV „Das Kärnten“ – St. Veit 2 tief in den Abstiegskampf hineingezogen.

Die abschließenden Runden der Meisterschaft werden in Graz im Hotel Ibis Styles parallel zu den Schlussrunden der 1. BL in St. Veit an der Glan ausgetragen. (wk, Text: Hermann Wilfling, Foto: Peter Kranzl)

Ergebnisse auf Chess-Results, Fotos von Peter Kranzl (Schach und Darts)

Bundesliga: Halbzeitführung für Pinggau-Friedberg - in engem Rennen knapp voran

2025 12 17 Foto Saal

Die ersten 5 Runden der 1. Bundesliga fanden heuer in der perfekt generalsanierten Stadthalle in Fürstenfeld statt. Beste Bedingungen waren somit geboten und nach dem Rückzug von Titelverteidiger ASV Linz wurde eine spannende Bundesliga erwartet. Als größte Favoriten galten Feffernitz (2592)*, Fürstenfeld/Hartberg (2589)*, St. Veit (2568)* und Pinggau-Friedberg (2555)*. Drei der Favoriten konnten sich auch an der Spitze etablieren. (Foto Spielsaal: Siegfried Posch)

Pinggau-Friedberg konnte nach zwei knappen Siegen gegen die beiden Wiener Mannschaften Ottakring (4:2) und Austria (3½:2½) und einem 3:3 gegen Mitfavorit Das Wien-St. Veit durch zwei deutliche Siege gegen Gamlitz und Frauental die alleinige Tabellenführung mit 9 Punkten und bester Zweitwertung (20 Brettpunkte) übernehmen. (Foto Pinggau St.Veit: Peter Kranzl)

2025 12 17 Foto Pinggau StVeit

 

2025 12 17 Foto Fürstenfeld

Punktegleich dahinter ist Das Wien-St. Veit, das neben Siegen gegen Gamlitz, Frauental und dem knappen 3½:2½ gegen Maria Saal vor allem durch das 4½:1½ gegen Fürstenfeld/Hartberg in der Schlussrunde aufzeigte und nach fünf Runden nun ebenfalls 9 Punkte (19½ BP) hat.
Dritter ist Malerei Edlinger Rapid Feffernitz mit 8 Punkten (18 BP). Nach dem 3:3 gegen Fürstenfeld/Hartberg folgten Siege gegen Mayrhofen Zell/Zillertal, HCS Salzburg und Schach ohne Grenzen, ehe man in der fünften Runde nochmals 3:3 diesmal gegen Ottakring spielte. Damit blieb man ebenso in allen Runden ungeschlagen.
Ausgerechnet der Ausrichter LL-resources Fürstenfeld/Hartberg konnte seine Erwartungen nicht erfüllen. Nach dem 3:3 gegen Feffernitz und dem klaren 5½:½ gegen Schach ohne Grenzen war die Welt noch in Ordnung. Doch dann folgte eine knappe Niederlage gegen Ottakring und nach dem Sieg gegen Austria Wien erneut eine Niederlage gegen St. Veit. Das bringt 5 Punkte und Platz 7. (Foto Fürstenfeld: Siegfried Posch)

Davor liegen die beiden Wiener Vertreter Ottakring und Austria sowie Gamlitz. Ottakring gewann gegen Maria Saal, Fürstenfeld/Hartberg und Mayrhofen Zell/Zillertal, erreichte gegen Feffernitz eine Punkteteilung und musste sich nur Pinggau-Friedberg geschlagen geben. Auch Austria Wien konnte mit drei Siegen und den beiden knappen 2½:3½ Niederlagen gegen Pinggau-Friedberg und Fürstenfeld/Hartberg aufzeigen. Sowie Aufsteiger Gamlitz, die neben drei Siegen sich nur den beiden Teams an der Spitze geschlagen geben mussten. (Foto Ottakring: Peter Kranzl)

2025 12 17 Foto Ottakring

Es zeigt sich weiterhin eine spannende Ausgangslage für die zweite Hälfte des Bewerbs, der vom 15.-19. April 2026 in St. Veit gespielt wird. (ssc, Text: Kaweh Kristof, Titelbild: Peter Kranzl)

Turnierseite

Ergebnisse bei chess-results.com

Fotos: Peter Kranzl

*Elo- aus den 6 elostärksten Spieler der Mannschaft

Saisonauftakt in Fürstenfeld: Victoria Linz übernimmt früh das Kommando

So spät wie noch nie startete diesmal die 1. Frauen-Bundesliga in ihre neue Saison. Von 12. bis 14.12.2025, also kurz vor Weihnachten, trafen sich die zehn Teams in der Stadthalle Fürstenfeld, um dort gemeinsam mit der 1. Open Bundesliga die Saison zu eröffnen.

Die Spielbedingungen in der Stadthalle Fürstenfeld waren optimal – um nicht zu sagen hervorragend. Ein großes Lob gebührt dem gesamten Organisationsteam rund um Siegfried Posch. Für die Live-Übertragungen beider Bundesligen zeichnete das Team von Philipp Raedke verantwortlich.

Aus sportlicher Sicht gab es Folgendes zu berichten:

Runde 1 – Freitag, 12.12.2025, 16:00 Uhr

Die beiden Top-Teams im Kampf um den Meistertitel, Vorjahresmeister Pamhagen 1 und Herausforderer Victoria Linz 1 rund um ÖSB-Präsident Michael Stöttinger, starteten jeweils mit klaren Siegen in die Saison. Für die größte Überraschung sorgte dabei jedoch die Niederlage von Ex-Weltmeisterin Maria Muzychuk auf Brett 1.
Erster Tabellenführer wurde dennoch das Team von ÖSB-Vizepräsident Fritz Knapp aus Kärnten, St. Veit/Glan. Seine „4K-Mädels“ (alle Spielerinnen mit „K“ im Nachnamen) fegten mit 4:0 über Mayrhofen/Zell/Zillertal hinweg und sicherten sich damit den Sonnenplatz.

Runde 2 – Freitag, 13.12.2025, 14:00 Uhr

St. Veit verteidigte seine Tabellenführung mit dem knappest möglichen Sieg im Kärntner Derby gegen Feffernitz. Den entscheidenden Punkt sicherte dabei Petra Kejzar erst nach über fünf Stunden Spielzeit. Im Tiroler Derby zwischen Mayrhofen/Zell/Zillertal und Lienz endeten alle vier Partien mit Schwarzsiegen, was letztlich ein 2:2-Unentschieden bedeutete. Von den beiden Top-Teams gewann Victoria Linz mit 3:1, wobei die Entscheidung auf den hinteren Brettern fiel. Pamhagen hingegen kam gegen seinen Angstgegner Dornbirn nicht über ein 2:2 hinaus und ließ damit einen wichtigen Mannschaftspunkt liegen.

Runde 3 – Sonntag, 14.12.2025, 10:00 Uhr

Bereits in der dritten Runde kam es zum Aufeinandertreffen der Titelverteidigerinnen aus Pamhagen und Victoria Linz. Nach dem Punkteverlust am Vortag stand Pamhagen bereits unter Druck, während Victoria Linz mit Anna Muzychuk eine weitere Weltklassespielerin auf Brett 1 einsetzen konnte. Mit dieser Verstärkung demonstrierten die Oberösterreicherinnen ihre mannschaftliche Geschlossenheit eindrucksvoll und fegten mit 3½ : ½ über Pamhagen hinweg. Damit dürften die Titelträume des Vorjahresmeisters wohl schon früh in der Saison begraben sein.

Auch Überraschungstabellenführer St. Veit musste Federn lassen, da an diesem Tag nur drei der „4K“-Mädels am Brett saßen. So kristallisiert sich das zweite burgenländische Team aus Wulkaprodersdorf als erster ernsthafter Herausforderer von Victoria Linz heraus. Das Team aus Mayrhofen/Zell/Zillertal musste – wie bereits am ersten Tag – erneut eine 0:4-Niederlage hinnehmen, die im Derby gegen „Schach ohne Grenzen“ besonders schmerzte.

Als beste Spielerinnen des Wochenendes gingen Dinara Wagner (Victoria Linz) und Maria Tsakona (SK Lienz) mit jeweils drei Siegen hervor.

Die Runden 4 bis 6 werden in den Ferien der Ost-Bundesländer von 6. bis 8.2.2026 in Wien fortgesetzt. Gespielt wird im „Sky Stage im Tech Gate Vienna“. Die Spielzeiten bleiben unverändert: Freitag 16:00 Uhr, Samstag 14:00 Uhr und Sonntag 10:00 Uhr. (wk, Info/Text: Gerald Hametner, Foto: Peter Kranzl)

Ergebnisse bei Chess-Results

Fotos: Peter Kranzl

Bundesliga 2025-2026: Auftakt in der Stadthalle Fürstenfeld

Die 1. Bundesliga startet am 10.12. in Fürstenfeld in die Schachsaison 2025-2026. Wie in den beiden vorherigen Jahren wird die Liga an zwei Terminen abgehalten: Die ersten fünf Runden werden in der Stadthalle Fürstenfeld bis Sonntag gespielt, während die Runden sechs bis elf vom 15. bis 19. April 2026 im Kunsthotel Fuchspalast in St. Veit an der Glan folgen.

Der Titelverteidiger ASV Linz ist in dieser Saison nicht am Start. Die Hintergründe dazu erläuterte Präsident Michael Stöttinger bereits hier in einem Artikel im April. Das macht die Liga besonders spannend, denn nun können gleich mehrere Vereine um den Titel kämpfen: Feffernitz (2592)*, Fürstenfeld/Hartberg (2589)*, St. Veit (2568)* und Pinggau-Friedberg (2555)* zählen zu den Favoriten. Aber auch die übrigen Teams sind dicht dran, sodass am Wochenende in Fürstenfeld mit packenden Partien und überraschenden Wendungen zu rechnen ist.

Mit insgesamt 75 Großmeistern und 50 Internationalen Meistern sind die Mannschaftskader hochkarätig besetzt.

Spieltermine der 1. Bundesliga:

  • Runde 1: 10.12.2025, 14:00 Uhr
  • Runde 2: 11.12.2025, 14:00 Uhr
  • Runde 3: 12.12.2025, 14:00 Uhr
  • Runde 4: 13.12.2025, 14:00 Uhr
  • Runde 5: 14.12.2025, 10:00 Uhr

Die Frauen-Bundesliga startet am Freitag den 12.12.2025 um 16:00 Uhr mit ihren ersten drei Runden.

Ergebnisse bei Chess-Results:
1. Bundesliga, Frauen-Bundesliga

Live-Übertragung 1. Bundesliga (15 Minuten Verzögerung):
Lichess, ChessBase, chess.com

Live-Übertragung Frauen-Bundesliga (15 Minuten Verzögerung):
Lichess, ChessBase, chess.com

*Der Elo-∅ wurde aus den 6 elostärksten Spielern ermittelt.

Auftakt der 2. Bundesliga Mitte in Grieskirchen

Vom 17. bis 19. Oktober 2025 wurden die Runden 1 bis 3 der 2. Bundesliga Mitte im renovierten VAZ Manglburg in Grieskirchen ausgetragen.

Erster Tabellenführer ist die Spg. LL-resources Fürstenfeld/TSV Hartberg, die als einziges Team dreimal voll punkten konnte. Mit einem Zähler Rückstand folgen Styria TU Graz, SV Sparkasse Grieskirchen und ASK St. Valentin.

Punktelos blieben an diesem Wochenende überraschend sowohl der ESV ASKÖ Admira Villach, der mit fünf internationalen Titelträgern angetreten war, als auch die nominell schwächste Mannschaft, der SC Die Klagenfurter.

FM Jakob Postlmayer (Brett 2), FM Stefan Salvenmoser (Brett 3) sowie GM Davor Rogic (Brett 4) konnten als einzige drei Siege einfahren.

Fortgesetzt wird die Meisterschaft am 15. und 16. November 2025 mit der lokalen Runde an den Spielorten Deutschlandsberg (St), Krumpendorf (K) und St. Valentin (OÖ). (wk, Text: Hermann Wilfling, Foto: Peter Kranzl)

Ergebnisse bei Chess-Results, Fotos von Peter Kranzl

Bericht des Präsidenten: Überlegungen zur Bundesliga, Rückzug ASV

Liebe Schachfamilie!

Viele von euch wissen ja bereits, dass der ASV Linz seine erste Mannschaft aus der Bundesliga zurückgezogen hat. Ich möchte diese Veränderung nutzen, um kurz einige Überlegungen zur Situation in der österreichischen Bundesliga anzustellen:

Unsere Mannschaft ist ja eher durch Zufall entstanden – aufgestiegen in die 2. Bundesliga Mitte, haben wir um einige alte Großmeisterfreunde von mir eine hervorragende Mannschaft aufgebaut. Diese ist über die Jahre sogar noch stärker geworden.
Ich war von Anfang an da und dort mit Kritik konfrontiert, dass es sich um eine reine Legionärsmannschaft handeln würde und wir keine Österreicher verpflichtet hätten. Das hat mich nicht sehr irritiert – erstens gibt es in der Schachszene immer Kritik an allem (und am Gegenteil ;-), außerdem war unsere Mannschaft ein echtes Team mit Spielern, die eng befreundet sind, und einem wirklich tollen Mannschaftsklima.

Dennoch habe ich mir über die Jahre immer öfter die Frage gestellt, ob es Sinn macht, so viele Ausländer in der Liga einzusetzen – bei den stärksten Teams gibt es gar keine Österreicher und tatsächlich stellen viele Vereine einfach die Nationalmannschaft eines Nachbarlandes.
Dazu einfach eine neue Regelung in der TuWO zu verankern, ist keine Lösung – erstens gibt es rechtliche Voraussetzungen (z. B. das Diskriminierungsverbot für EU-Spieler), zweitens gilt es, die Selbstverwaltung der Liga zu berücksichtigen: Es sind die Vereine und besonders die Obmänner und Obfrauen bzw. die Captains, die sehr viel ehrenamtliche Arbeit leisten und damit die Bundesliga-Teams erst möglich machen!
Dazu kommt ein enormer finanzieller Aufwand für alle Teams – Mittel, die es meist wieder nur durch die Aktivitäten der Captains gibt, die ganzjährig bei der Sponsorenaquise aktiv sind und nebenbei auch das Vorurteil widerlegen, im Schach seien keine Sponsorings zu bekommen.

Ein Team mit den besten Österreichern aufzubieten, war für den ASV aber nie eine Option – eine spannende Idee theoretisch, wir wollten aber den anderen Teams ihre österreichischen GMs nicht „wegkaufen“. Das hätte der Liga sicherlich geschadet, und das ist auch der Grund, warum wir allen österreichischen GMs, die in den letzten Jahren von sich aus auf den ASV zugekommen sind, abgesagt haben.

Eine Ligareform kann nur kommen, wenn sie von den Bundesliga-Vereinen mitgetragen wird. Der ÖSB soll den Teams keinesfalls Regelungen vor die Nase setzen, die nicht gewünscht sind. Ich unterstütze die Selbstverwaltung der Bundesliga: Vereine, die so enormen Aufwand treiben, müssen auch das Recht haben, den Austragungsmodus wesentlich mitzugestalten – es ist ja leider nicht so, dass der ÖSB Fernsehgelder unter den Bundesligavereinen aufteilen kann. Die ganze Liga wird immer nur von den Vereinen selbst getragen.

Solange der ASV mitspielt, kann ich aber in meiner ÖSB-Funktion nie einen Vorschlag zu einer Veränderung machen, ohne zu Recht mit dem Vorwurf der Voreingenommenheit konfrontiert zu werden – auch das war ein Grund, unser Engagement zu beenden.

Für den ASV-Vorstand und mich waren aber auch sportliche Überlegungen entscheidend:

Wenn wir in dieser Besetzung weitergespielt hätten, wären wir mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder Staatsmeister geworden – alle anderen Teams würden wieder nur um den zweiten Platz spielen. Da alle Vereine einen enormen finanziellen und organisatorischen Aufwand betreiben, ist das keine zufriedenstellende Situation und keine gesunde Entwicklung für die Liga.
Umgekehrt hat niemand etwas davon, wenn der ASV Serienmeister wird – das wäre für das österreichische Schach kein Vorteil.

Obwohl wir diese Saison am ersten Termin mit einer B-Mannschaft spielen mussten, haben wir am Ende mit 5 Team-Punkten Vorsprung und im Schnitt 5:1 Brettpunkten gewonnen – mit dem Effekt, dass die anderen Teams teilweise bereits begonnen haben, ihre besten Spieler gegen uns zu schonen! Dann gewinnen wir zwar auch mal 6:0, aber es macht sportlich keinen Sinn, wenn die ASV-GMs gegen Gegner mit bis zu 700 Elo-Punkten weniger spielen.
Damit war bereits eine Veränderung in der Liga zu bemerken, und somit haben wir uns entschlossen, einen neuen Meister zu ermöglichen.

Ich persönlich verbringe sehr viel Zeit mit Schach – ausschließlich ehrenamtlich – und ich muss natürlich Prioritäten setzen. Nach rund vier Jahren kann ich nun sehr gut einschätzen, wo ich meine Zeit, Energie und Ressourcen am effizientesten einsetze: Da ist mir vieles wichtig – der PlusCity Grand Prix, eine attraktive Einzel-Staatsmeisterschaft (ich bin sehr optimistisch für den neuen Modus), internationale Events und natürlich die Förderung unserer „Supertalente“. Die Bundesligamannschaft des ASV kommt da einfach nicht an erster Stelle!
Und so war es dann zwar schmerzhaft, aber die logische Entscheidung, unser Team aufzugeben.

An der Team-Rapid- und Blitz-Staatsmeisterschaft werden wir aber weiterhin teilnehmen und – wenn es passt – auch wieder an internationalen Events. Wir freuen uns da und dort also weiterhin auf spannende Kämpfe. 😉

In diesem Sinn möchte ich mich im Namen des gesamten ASV-Vorstandes für die vergangenen drei Jahre bei euch bedanken – es war ein tolles Erlebnis, an der Team-Staatsmeisterschaft teilnehmen zu dürfen. Ich wünsche den Teams der Saison 2025/2026 alles Gute für die nächste Spielzeit und freue mich schon auf die Siegerehrung mit einem neuen Staatsmeister!

Michael Stöttinger
Präsident