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ÖSB: Strukturreform und Projekt "#restart"

Das Präsidium des Österreichischen Schachbundes hat in seiner Sitzung am 27. März 2021 grundlegende Änderungen in der Struktur des ÖSB und in einem Projekt "#restart" eine Förderung der Landesverbände beschlossen. Damit wurde die am Bundestag begonnene Reform fortgesetzt.

Am Bundestag wurde mit Ing. Dr. Christof Tschohl nicht nur ein neuer Präsident gewählt, sondern auch die Doppelgleisigkeit zwischen Präsidium und Vorstand bereinigt. Die Satzung sieht nun wie bisher den Bundestag als höchstes Entscheidungsgremium. Die wenigen expliziten ausdrücklichen Kompetenzen des Vorstands sind zum Präsidium gewandert. Die in der Zielsetzung wichtige Funktion des Informationsaustausches quer über die verschiedenen Bereiche, die in der Praxis ein wesentliches Element des bisherigen Vorstands war, wird nun in den nächsten Reformschritten durch gezielte und effiziente Konzepte (Jour Fixe, etc.) maßgeschneidert hergestellt.

Am vergangenen Samstag, einen Monat nach dem Bundestag, folgte nun eine Reform der Kommissionen. Dazu wurde eine neue Geschäftsordnung (einstimmig) beschlossen. Die neue Enteilung sieht nun einen Sportausschuss, vier Kommissionen und vier Referate vor:

- Sportausschuss, Leitung: Präsident
- Kommission für Frauenschach, Vorsitzende: Denise Trippold (ins Präsidium kooptiert)
- Kommission für Entwicklung und Ausbildung, Vorsitzender: Gregor Neff
- Kommission für Breiten- und Schulschach, Vorsitzender: Hans-Jürgen Koller
- Technische Kommission, Vorsitzender: Manfred Mussnig

- Referat Marketing, Leiter: dzt. Präsident (interimistisch)
- Referat Trainerausbildung, Leiter: Harald Schneider-Zinner
- Referat Fairply, Leiterin: Ina Anker
- Referat Gleichstellungsbeauftrager, Leiter: dzt. Präsident (interimistisch)

Die Vorsitzenden der Kommissionen und Referate wurden bereits bestellt, die weiteren Mitglieder werden am 24. April in einer weiteren Präsidiumssitzung ergänzt. Interessenten für eine Funktion in einer Kommission können und sollen sich bitte über ihre Landesverbände melden.

In einem außerordentlichen Bundestag muss am 24. April auch ein neuer Finanzreferent gewählt werden, nachdem der aktuelle Finanzreferent seinen Rücktritt per 27. März bekannt gegeben hat.

Weiters wurde eine einmalige Förderung der Landesverbände für ein Projekt "#restart" beschlossen. Bemessungsgrundlage sind dafür ein Drittel der 2020 bezahlten Mitgliedsbeiträge.


Für den ÖSB:
Ing. Dr. Christof Tschohl, Präsident

Deizisau gewinnt European Online Club Cup vor Clichy

Der "European Club Cup" wurde von 27. bis 31. März 2021 erstmals online ausgetragen. 91 Teams haben an der Veranstaltung teilgenommen. Aus 9 Vorgruppen haben sich 18 Vereine für eine der drei Play-Off-Gruppen qualifziert und daraus wieder 9 Vereine für das Finale. Den 10 Platz bekam Monte-Carlo als Gewinner des Frauen Europacups. Gespielt wurde im Gegensatz zum "OTB" Europacup mit vier Brettern pro Team und Rapid anstelle von Standard. 

Im Finale war Novy Bor mit einem Eloschnitt von 2712 in der Favoritenrolle. Abgesehen von Monte-Carlo waren aber alle Teams innerhalb von 120 Punkten. Zudem ist Online Schach einfach anders. Das bekam vor allem Novy Bor zu spüren. Der Verein von Markus Ragger hat zwar im Play-Off die Gruppe B mit 18 von 18 möglichen Punkten souverän gewonnen, im Finale will es aber nicht laufen. Angeführt von Pentala Harikrishna gelingen in den neun Runden nur drei Siege und eine Punkteteilung. Das ist unterm Strich mit sieben Punkten der vorletzte Platz. Nur Monte-Carlo bleibt punktelos dahinter. Markus Ragger holt im Play-Off ungeschlagen sechs Punkte aus sieben Partien. Im Finale kommt er nur zweimal zum Einsatz. In der sechsten Runde verliert er gegen den Polen Jacek Tomczak, in der Schlussrunde gelingt ein Sieg gegen Tatiana Dornbusch.

Gewinner des "1. European Online Club Cup" wird überraschend ein rein deutsches Team aus Deizisau mit Matthias Bluebaum, Alexander Donchenko, Georg Meier, Andreas Heimann, Vincent Keymer und Dmitrij Kollars. Deizisau verliert nur in der zweiten Runde gegen Novi Bor, gewinnt dann aber in der vierten Runde gegen Clichy ein Schlüsselmatch und hält in der sechsten Runde gegen das starke Team von Mednyy Vsatnik ein 2:2.

In der Schlussrunde hält Deizisau dem Druck des Führenden stand, holt gegen Lady Kazan beide Punkte und siegt mit 14 Punkten vor Clichy (13) und Lady Kazan (11). Pech haben die Poland Hussars, sie verpassen das Podest nur wegen der schlechteren Zweitwertung. Die ECU darf sich über eine gelungenen Premiere freuen. Die Teilnehmerzahlen und die Qualität des Feldes sprechen für sich. (wk, Foto: ECU) 

Links:
ECU, Ergebnisse bei Chess-Results