Grand Chess Tour Zwischenstand: Nakamura vor Carlsen
In Paris führt nach dem Schnellschachbewerb Hikaru Nakamura vor Magnus Carlsen. Es hätte aber auch anders herum sein können. In der ersten Runde verliert Carlsen gegen Wesley So in klarer Gewinnstellung durch Zeitüberschreitung, weil er völlig auf die Uhr vergisst. Danach holt der Weltmeister aber 6,5 Punkte aus acht Partien, wobei gegen Fressinet noch ein halber mehr drinnen war. Das wäre noch immer für die Führung gewesen, wenn nicht Fabiano Caruana seinen schwarzen Tag mit einem weiteren Blackout gegen Nakamura verlängert hätte. Zuerst lässt er seinen Landsmann aus einer Gewinnstellung ins Remis entwischen und dann lässt sich Caruana zu allem Überdruss noch Matt setzen. Caruana beendet das Schnellschachturnier mit sechs Niederlagen bei zwei Remisen und nur einem Sieg gegen Topalov, dem auch nicht viel gelungen ist, am Tabellenende. An der Spitze folgen auf Nakamura (7) und Carlsen (6,5) mit jeweils 5,5 Punkten Wesley So und Maxime Vachier-Lagrave. Spannend ist das in Paris gespielte Format mit 9 Schnellschachpartien und 18 Blitzpartien, die heute und morgen gespielt werden. Für die Gesamtwertung werden die Punkte aus den Schnellschachpartien verdoppelt. Damit sind beide Disziplinen gleichwertig. Ein Kompliment verdienen die Veranstalter mit ihrem reichhaltigen Angebot an Live-Kommentierungen. Allein auf der Turnierseite sind vier Kommentierungen in drei Sprachen angeboten. (wk, Foto: ChessBase)
Website Grand Chess Tour, Website Paris

Die Grand Chess Tour geht nach dem Rückzug von Norway Chess reformiert in das Jahr 2016 und beginnt heute mit einem Event in Paris. Am Programm stehen heute und morgen ein Schnellschachturnier sowie am Samstag und Sonntag ein Blitzturnier. Am Start sind mit einer Wild Card Weltmeister Magnus Carsen - er wird nur in Paris spielen - und Lokalmatador Laurent Fressinet. Dazu kommt das "Grand Slam Team" mit Aronian, Caruana, Giri, Kramnik, Nakamura, So, Topalov und Vacher-Lagrave. Das Live-Team der Kommentatoren mit Seirawan, Shahade, Ashley und Ramirez wird aus den USA eingeflogen und verspricht für die nächsten Tage eine unterhaltsame Schachberichterstattung. (wk, Foto: ChessBase)
Die Ukrainerin Anna Ushenina gewinnt mit 8,5 Punkten aus 11 Partien die Frauen Europameisterschaft in Mamaia. Nach eher mäßigem Start mit 2,5 Punkten aus vier Partien legt die Ukrainerin fünf Runden einen Siegeslauf hin und kann am Ende mit zwei taktischen Remisen den Titel sichern. Es ist bereits ihr zweiter großer Erfolg nach dem Gewinn des World Cups 2012. Im Kampf um Silber unterliegt Deutschlands Elisabeth Pähtz in der entscheidenden Schlussrunde der Spanierin Sabrina Vega und muss sich letztlich mit dem fünften Rang begnügen. Silber holt sensationell die Spanierin, sie ging mit einer Elozahl von 2375 nur als Nummer 24 ins Turnier. Die Bronzemedaille gewinnt mit zwei Siegen in den Schlussrunden die Elofavoritin Antoaneta Stefanova aus Bulgarien. Die ersten Vierzehn qualifizieren sich für den World Cup. Elisabeth Hapala spielt bei ihrer ersten Europameisterschaft ein gutes Turnier. In der Vorschlussrunde gelingt ihr ein hübscher Schwarzsieg gegen die Armenierin Maria Gevorgyan und in der Schlussrunde ein hart erkämpftes Remis gegen die Georgierin Keti Tsatsalashvili. Hapala holt in Summe fünf Punkte und spielt etwa ihre Eloerwartung. In einigen Partien war Luft nach oben. Das verspricht einiges für die Zukunft. (wk, Foto: ECU).
Ein sensationelles Ende nimmt das Vugar Gashinov Memorial in Shamkir. Zwei Runden vor Schluss schien es als würden lediglich Caruana und Giri um den Sieg kämpfen. Doch dann kam Shakhriyar Mamedyarov und stiehlt den beiden Topstars die Show. In der achten Runde besiegt der Lokalmatador mit Schwarz Fabiano Caruana. Giri remisiert gegen Hou und übernimmt vom Amerikaner die Führung. In der Schlussrunde ist Mamedyarov mit einem Spitzenplatz nicht zufrieden, er kämpft gegen Giri um den (Turnier-) Sieg. In einer eher selten gespielten Variante nutzt Mamedyarov seine Chancen und schließt in der Tabelle zu Caruana auf. Eine Stichampf um den Sieg wird notwendig. Zwei Partien Schnellschach enden mit Remisen, im Blitzschach gewinnt Mamedyarov mit 1,5:0,5 und ist vielbejubelter Sieger. (wk, Foto: Chessbase).
Das Open in Zalakaros endete heute für Österreich mit einer IM-Norm von Florian Mesaros erfreulich. Der junge Burgenländer hält bei einem Eloschnitt von 2468 die 50%-Marke und beendet das Turnier mit 4,5 Punkten am 51. Platz. Wichtiger als die Platzierung ist aber seine zweite Norm für den IM-Titel. Die erste hatte Mesaros bereits in der Bundesliga 2014/2015 geschafft. Einen Platz vor Mesaros landet in Zalakaros sein Schlussrundengegner Robert Kreisl. Er spielte wie gewohnt solides Schach, musste aber gegen Efimenko (2656) und Shyam (2530) zwei Niederlagen einstecken. Dafür gelangen Siege gegen den Ungarn Balint und den Deutschen Baskin. Valentin Dragnev liegt kurz nach seinem Einsatz bei der EM mit 4,5/7 gut im Rennen, in den beiden Schlussrunden folgen aber Niederlagen gegen Kravtsiv (2641) und Andersen (2505). Dominik Horvath, er gewann heuer mit seinen 12 Jahren bereits Silber in der ÖM U-16 und darf sich zudem bereits über den FM Titel der FIDE freuen, spielte zum ersten Mal in so einem starken Turnier. Drei Niederlagen zu Beginn steckt er weg und kann noch 2,5 Punkte aus sechs Runden holen, darunter einen Sieg gegen den Italiener Tirelli. Turniersieger wird der Serbe Ivan Ivanisevic mit sieben Punkten vor dem Rumänen Levente Vajda und dem Ungarn Ferenc Berkes. Beide holen wie die drei Ukrainer Onischuk, Kravtsiv und Efimenko jeweils 6,5 Punkte. Berkes ist zugleich neuer Ungarischer Meister. Beste Frau wird die Inderin Dronavalli Harika mit sechs Punkten am 10. Platz. Mesaros konnte in der zweiten Runde gegen sie remisieren. (wk)