Grand Chess Tour - Überraschungen in Brüssel
Der Zweikampf zwischen Nakamura und Carlsen geht in Brüssel weiter. Darüber waren sich die Experten einig, nachdem die Beiden in Paris klar dominiert hatten. Am Ende des ersten Tages liegt Carlsen nach fünf Runden Schnellschach tatsächlich mit einem Punkt Vorsprung vor Nakamura. Allerdings hat niemand damit gerechnet, dass dies am Ende der Tabelle sein würde. Wie kam es dazu? Nakamura startet mit drei Niederlagen in Serie gegen Kramnik, Topalov und Giri denkbar schlecht. Carlsen hingegen liegt nach drei Runden mit einem Sieg und zwei Unentschieden in Führung, ohne aber wirklich überzeugt zu haben. In der vierten Runde verpasst der Weltmeister gegen Caruana eine Gewinnstellung und verliert sogar noch. Das wirft ihn völlig aus der Bahn. Im direkten Duell mit Nakamura stellt Carlsen bereits im 11. Zug eine Figur ein. Es ist nicht der einzige grobe Bock, der in Brüssel gestern geschossen wurde. Auch Kramnik und Anand lassen in der dritten Runden Figuren stehen. Während Kramnik am Ende der Partie gegen Topalov im Gewinnstreben einen einfachen Figurenverlust übersieht, passiert dies Anand in der Eröffnung gegen Caruana. Allerdings kämpft Anand munter weiter und schafft es tatsächlich noch die Stellung zu komplizieren und einen halben Punkt zu retten. Dank zweier Siege liegt Anand ohne Niederlage mit 7 Punkten vor Caruana und So (je 6) in Führung. Erinnert sei, dass im Schnellschach die Punkte doppelt zählen. Die Partie des Tages ist eindeutig der Auftaktsieg von Anand mit Schwarz gegen Vachier-Lagrave. Heute wird ab 14:00 Uhr mit weiteren vier Runden die Frage beantwortet, wie weit Carlsen und Nakamura noch nach vorne kommen können. (wk, Foto: ChessBase)
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Die Grand Chess Tour wird heute in Brüssel fortgesetzt. Am Terminplan steht das gleiche spannende Format mit einer kombinierten Wertung aus 9 Schnellschachpartien und 18 Blitzpartien, wobei die Schnellpartien doppelte Punkte bringen. In Paris gewann Nakamura vor Carlsen. Man darf gespannt sein, ob dem Weltmeister in Brüssel die Revanche gelingt. Das Teilnehmerfeld ist mit einer Ausnahme das gleiche wie in Paris. Vishy Anand wird Laurent Fressinet ersetzen. Das Turnier wird von heute bis Montag jeweils ab 14:00 Uhr live übertragen. Angeboten werden zudem mehrer Live-Kommentierungen. Auf der Turnierseite wird ein Team rund um Yasser Seirawan und Jennifer Shahade im Stil der US-Championships übertragen. Wer das noch nicht gesehen hat, sollte mal einen Blick riskieren. Vielleicht gefällts... (wk, Foto: ChessBase)
In Havanna wird derzeit das 51. Capablanca Memorial ausgetragen. In der Elite Gruppe führt Vassily Ivanchuk nach fünf Runden mit vier Punkten und eineinhalb Punkten Vorsprung klar vor Kryvoruchko, Cheparinov und Almasi (alle 2,5). Dominguez Perez und Bruzon ergänzen das sechs Teilnehmer große Feld. Ivanchuk ist Rekordsieger des Turniers. Er konnte es von 2005 bis 2007 und von 2010 bis 2012 bereits sechsmal gewinnen. Beinahe wäre heuer auch Markus Ragger bei dem Turnier dabei gewesen. Ragger musste eine Einladung aber ausschlagen. Der Grund ist erfreulich. Ragger und Tina Kopinits sind seit gestern Eltern. Ihre Tochter Marlene Julia erblickte um 10:40 Uhr das Licht dieser Welt. Wir gratulieren dem Schachpaar herzlich zum Nachwuchs!! (wk)
Hikarua Nakamura teilt bei der Grand Chess Tour in Paris nach seinem Sieg im Schnellschach im Blitzschach den ersten Platz mit Magnus Carlsen und gewinnt damit die Gesamtwertung vor dem Norweger und dem Franzosen Maxime Vachier-Lagrave. Am Ende entscheidet ein Punkt zugunsten des Amerikaners. Allerdings stand sein Gesamtsieg bereits zwei Runden vor dem Ende des Blitzschachbewerbs fest. Magnus Carlsen erwischte gestern einen schlechten Tag und kann erst in der Schlussrunde mit einem Sieg gegen Nakamura im direkten Duell den Rückstand noch verkürzen. Im Grunde hat bereits die erste Runde im Schnellschach entschieden, als Carlsen in klarer Gewinnstellung gegen So auf die Zeit vergisst und durch Zeitüberschreitung zwei, weil doppelte, Punkte verliert. Das neue Format der Grand Chess Tour mit Schnell- und Blitzschach sorgte für attraktives Schach und kam bei den Fans gut an. Einmal brach sogar der Live-Server wegen Überlastung zusammen. Das sorgte für eine kurze Unterbrechung. Für die Spieler ist das Format ebenfalls eine Challenge. Es gelang keinem an allen vier Tagen sein höchstes Niveau abzurufen. Am ehesten kann man das noch über Nakamura sagen, der seinen Sieg dieser Konstanz verdankt. In der Weltrangliste im Blitzschach bleibt Carlsen aber dank seines 2:0 in den direkten Duellen mit Nakamura weiter die Nummer Eins. Die nächste Station der Grand Chess Tour folgt bereits vom 17. bis 20. Juni in Brüssel. Gespielt wird das gleiche Format wie in Paris. (wk, Foto: ChessBase)
In Paris führt nach dem Schnellschachbewerb Hikaru Nakamura vor Magnus Carlsen. Es hätte aber auch anders herum sein können. In der ersten Runde verliert Carlsen gegen Wesley So in klarer Gewinnstellung durch Zeitüberschreitung, weil er völlig auf die Uhr vergisst. Danach holt der Weltmeister aber 6,5 Punkte aus acht Partien, wobei gegen Fressinet noch ein halber mehr drinnen war. Das wäre noch immer für die Führung gewesen, wenn nicht Fabiano Caruana seinen schwarzen Tag mit einem weiteren Blackout gegen Nakamura verlängert hätte. Zuerst lässt er seinen Landsmann aus einer Gewinnstellung ins Remis entwischen und dann lässt sich Caruana zu allem Überdruss noch Matt setzen. Caruana beendet das Schnellschachturnier mit sechs Niederlagen bei zwei Remisen und nur einem Sieg gegen Topalov, dem auch nicht viel gelungen ist, am Tabellenende. An der Spitze folgen auf Nakamura (7) und Carlsen (6,5) mit jeweils 5,5 Punkten Wesley So und Maxime Vachier-Lagrave. Spannend ist das in Paris gespielte Format mit 9 Schnellschachpartien und 18 Blitzpartien, die heute und morgen gespielt werden. Für die Gesamtwertung werden die Punkte aus den Schnellschachpartien verdoppelt. Damit sind beide Disziplinen gleichwertig. Ein Kompliment verdienen die Veranstalter mit ihrem reichhaltigen Angebot an Live-Kommentierungen. Allein auf der Turnierseite sind vier Kommentierungen in drei Sprachen angeboten. (wk, Foto: ChessBase)