US Meisterschaften 2016 - Caruana und Paikidze
Eine spannende Schlussrunde bescherten die US-Meisterschaften 2016 den Online-Zuschauern in aller Welt. Insbesondere der Frauenbewerb war an Dramatik kaum zu überbieten. Nachdem in der 10. Runde die klaren Favoritinnen Irina Krush und Anna Zatonski von den Youngsters Yip und Yu endgültig aus dem Titelrennen genommen wurden, musste die Entscheidung im Fernduell zwischen der Führenden Tatev Abrahamyan und Nazi Paikidze fallen. Beide hatten Schwarz, Abrahamyan mit der Nachwuchshoffnung Ashritha Eswaran am Paptier allerdings die am Papier leichtere Aufgabe, während Paikidze gegen Titelverteidigerin Krush antreten musste. Am Brett zerstört aber Eswaran die Titelhoffnungen der Führenden mit einer positionell makellos geführten Partie. In einem Najdorf Sizilianer beutet sie die Schwäche d5 lehrbuchreif aus. Paikidze nutzt die Chance der Stunde, opfert gegen Krush bei erster Gelegenheit einen Bauern für Initiative und gewinnt letztlich überzeugend die Partie und ihren ersten US-Titel vor Abrahamyan und Zatonski. Im offenen Bewerb wird Fabiano Caruana seiner Favoritenrolle gerecht. Mit einem Schwarzsieg in der Schlussrunde legt er sogar einen Punkt Abstand zwischen sich und den beiden weiteren Medaillengewinnern Wesley So und Hikaru Nakamura. Ein Goldmedaille hätte sich auch das Team der Live-Übertragung mit den Moderatoren Seirawan, Shahade und Ashley verdient. Am Donnerstag und Freitag kommt es in St. Louis noch zu einem Blitz-Show-Down zwischen Garry Kasparov und den drei Erstplatzierten der Meisterschaft, allesamt aktuelle Top-10 Spieler der Weltrangliste. (wk, Logo: Turnierseite)
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Markus Ragger gewinn mit seinem deutschen Verein SG Solingen die Bundesliga und ist nach seinem Sieg in Österreich mit Maria Saal nun Doppelmeister. Solingen erledigt in den beiden Schlussrunden am vergangenen Wochenende seine Aufgabe mit zwei Siegen gegen SV Hockenheim (6:2) und SV Griesheim (5:3) souverän und gewinnt die deutsche Meisterschaft mit 28 Punkten vor dem Titelverteidiger und Favoriten OSG Baden-Baden (27). Ragger trägt gegen Hockenheim mit einem Sieg gegen Saric zum guten Gelingen bei, muss dann aber zurück nach Norwegen um Harikrishna beim Norway Chess zu unterstüzten. Insgesamt holt Ragger 8,5 Punkte aus 14 Partien. Die beiden jungen Österreicher Florian Mesaros und Valentin Dragnev waren für Bayern München im Einsatz. Während Dragnev mit 4,5 Punkten aus 12 Partien zu den fleißigsten Punktesammlern in seinem Team gehört, muss Mesaros diesmal noch viel Lehrgeld zahlen. Das Ziel Klassenerhalt konnten die Bayern aber nicht erreichen. (wk, Foto: Schachbundesliga)
Spannend verläuft das GM Turnier in der Slowakei. Nach fünf Runden liegt Valentin Dragnev mit drei Punkten gemeinsam mit Mikulas Manik, Christopher Repka und Peter Michalik in einer vierköpfigen Spitzengruppe. Dragnev konnte nach seiner Auftaktniederlagen in der zweiten Runde Martin Zvarik besiegen und gestern das innerösterreichische Duell gegen Siegfried Baumegger gewinnen. Baumegger seinerseits gewann in der dritten Runde gegen GM Milan Pacher und hat nun ebenso wie Robert Kreisl 2,5 Punkte. Kreisl remisierte in der zweiten Runde gegen GM Michalik, musste aber tags darauf eine Niederlage gegen GM Manik einstecken. Es folgten Remisen gegen Baumegger und Pacher. Die sechste Runde wird gerade live übertragen. (wk, Foto: ÖSB)
Magnus Carlsen präsentiert sich beim Norway Chess in guter Form. Nach seinem klaren Erfolg beim Auftakt-Blitzturnier und einem Sieg gegen Harikrishna in der ersten Runde wird Carlsen von Veselin Topalov in der zweiten Runde kurzfristig gestoppt. Der bulgarische Ex-Weltmeister spielt solide und hat keine Mühe mit Weiß ein Remis zu erreichen. Gestern packte Carlsen aber wieder sein faszinierendes Schach aus, opfert gegen Grandelius früh eine Figur und erhält dafür überwältigende Angriffsmöglichkeiten. Grandelius kann die Stellungsprobleme nicht lösen. Carlsen übernimmt mit 2,5 Punkten die alleinige Führung vor Kramnik und Vachier-Lagrave, die je zwei Punkte am Konto haben. Giri musste nach seinem Auftaktsieg mit Weiß eine herbe Niederlage in einem Najdorf Sizilianer gegen Vachier-Lagrave einstecken, erreicht aber mit Schwarz gegen Kramnik ein Remis. Die heutige vierte Runde beginnt um 16:00 Uhr und wird live auf der Turnierseite übertragen und kommentiert. Morgen ist in Stavanja ein Ruhetag. (wk, Foto: ChessBase)
Die erste Runde des Super GM-Turniers in Stavanger bringt mit Carlsen, Kramnik und Giri Siege der drei Elofavoriten. Carlsen ist zum Auftakt seines Heimturniers blendend disponiert und überfährt Raggers Schützling Harikrishna in einem Dameninder wie eine Dampfwalze. Kramnik greift zu seiner neuen Lieblingswaffe 1.d4 nebst 2.Lf4 und besiegt Grandelius in einem verbesserten Stonewall dank seiner hervorragenden Technik. Ein Stein vom Herzen dürfte Anish Giri gefallen sein. Nachdem er beim Kandidatenturnier alle Partien remisiert hatte, reicht es gegen Pavel Eljanov endlich wieder zu einem Sieg. Giri greift zu Italienisch, eine alte Eröffnung, die von den Topstars zuletzt gerne als neue Waffe gegen die Berliner Mauer genutzt wird und hat mit kreativem Spiel Erfolg. Aronian muss gegen Topalov genau spielen um in einem Engländer mit Weiß zu remisieren. Unentschieden endet auch die Partie zwischen Vachier-Lagrave und dem Chinesen Chao Li, der heuer im Februar das Graz Open gewonnen hatte und kurzfristig für Karjakin eingesprungen ist. Li weist nach, dass Russisch nichts von seiner Solidität verloren hat. Die zweite Runde beginnt heute ab 16:00 Uhr MEZ. Die Partien werden auf der Turnierseite in Englisch und auf