Die erste Partie der WM geht psychologisch an den Weltmeister. Herausforderer Carlsen hatte in einem Interview angekündigt als Teil seiner Match-Strategie Anand in mögichst lange Partien zu verwickeln um ihn physisch "zu brechen". FIDE Präsident Ilyumzhinov führte für Carlsen als ersten Zug Sf3 aus und die Partie begann mit einem Königsfianchetto ohne Anspruch auf ein Theorieduell. Rasch wurde daraus ein Grünfeldinder. Anand zeigte sich in einer selten gespielten Nebenvariante bestens vorbereitet und ergriff mit Schwarz bereits im 10. Zug die Initiative. Carlsen blieb nichts anderes übrig, als das Remis zu suchen und sich auf eine Zugwiederholung mit Remisschluss im 16. Zug einzulassen. In der Pressekonferenz wirkte Anand entsprechend entspannt, Carlsen hingegen sichtlich unzufrieden. Die Botschaft war klar: "Es wird schwer ermüdende Partien in Serie zu produzieren, wenn der Gegner es nicht zulässt". Heute wird Anand zeigen wie er das Match mit Weiß anlegt. Die zweite Partie beginnt um 10:30 Uhr. Auf der Turnierseite gibt es kostenfrei eine Live-Übertragung mit ausgezeichneten Kommentatoren in englischer Sprache. Deutschsprachige Kommentierungen beitet ChessBase auf www.schach.de für seine Premium-Mitglieder ebenfalls kostenfrei bzw. gegen ein kleines Entgeld in der ChessBase Währung "Dukaten". (wk)
FIDE, Website WM
Österreich ist die Überraschung der ersten Runde der Team EM in Warschau. Das rot-weiß-rote Herrenteam besiegt sensationell die höher eingestuften Holländer mit 2,5:1,5. Held des Tages ist Robert Kreisl, der sich in Polen offenbar pudelwohl fühlt. Nach seiner GM Norm bei der Einzel EM in Legnica bringt Kreisl seine Mannschaft gestern mit einem feinen Sieg gegen GM Jan Smeets (2620) mit 1:0 in Führung. Erwin L´Ami (2648) und Robin van Kampen (2618) müssen gegen David Shengelia und Peter Schreiner bald danach in Remisen einwilligen. Am Spitzenbrett versucht Anish Giri (2732) noch lange gegen Markus Ragger seine leichte Initiative auszunützen, aber Ragger spielt da nicht mit, findet den Remisweg und sichert den Mannschaftssieg. Damit ist Österreich das einzige Team der ersten Runde, das gegen eine höher gesetzte Mannschaft gewinnen konnte. Allerdings ist das Nivau hoch und viele Wettkämpfe verlaufen sehr knapp. Es gibt nur ein 4:0 von Rumänien gegen Wales, aber einige überraschende Punkteverluste der Favoriten wie beispielsweise von Armenien gegen Bulgarien oder Aserbeidschan gegen Schweden. Titelverteidiger Deutschland besiegt Israel knapp mit 2,5:1,5. Im Damenbewerb erweist sich Georgien für Moser und Co. doch als zu stark. Zwar sieht es nach den Eröffnungen an allen Brettern durchaus vielversprechend aus, aber unterm Strich bleibt nur das Ehrenremis von Katharina Newrkla gegen WGM Meri Arabidze (2374). Heute spielen die Damen gegen die Tschechische Republik und die Herren gegen Rumänien. (wk, Foto: ChessBase)
Ergebnisse bei Chess-Results
Turnierseite, ECU
Die mit Spannung erwartete Schach Weltmeisterschaft 2013 wurde gestern in Chennai offiziell eröffnet. Die Inder wählten für diese Gelegenheit das Nehru Indoor Stadium mit einem Fassungsvermägen von 30.000 Zuschauern. Den Berichten zufolge war das Stadion gut gefüllt und die Eröffnungsfeier auf hohem Niveau. In der Pressekonferenz hat Anand das Team seiner Helfer vor Ort bekannt gegeben. Neben Wojtaszek, Ganguly, Sandipan und Hariskrishna ist mit Peter Leko ein Überraschungsmann dabei. Carlsen seinerseits ließ sein Sekundantenteam im Verborgenen. Die erste Partie folgt morgen um 15:00 Uhr Ortszeit (10:30 Uhr in Österreich). Carlsen hat für den Auftakt die weißen Steine gezogen und wird gegen Anand den "ersten Aufschlag" haben. (wk)
FIDE, Website WM
Heute beginnt in Warschau die Mannschafts-Europameisterschaft. Auf Österreich warten zum Auftakt schwere Aufgaben. Unsere Herren spielen gegen Holland, die Nummer Acht der Setzliste. Am Spitzenbrett wird Markus Ragger auf Anish Giri treffen, der in der Weltrangliste am 20. Platz liegt. Zoltan Ribli hat weiters David Shengelia, Robert Kreisl und Peter Schreiner aufgestellt. Ein noch härteres Los hat das Damenteam mit Georgien gezogen. Georgien ist traditionell eines der großen Schachländer und insbesondere bei den Damen stets ganz vorne zu finde. Gemeinsam mit der Ukraine und Russland gehören die Georgerinnen auch heuer zu den großen Medaillenfavoritinnen. Das Schlagerspiel aus heimischer Sicht wird am ersten Brett die Partie zwischen Eva Moser und Nana Dzagnidze sein. Georgiens Top-Spielerin ist aktuell die Nummer Sechs der Welt. Coach Mario Schachinger hat sich weiters in der Aufstellung für Katharina Newrkla, Anna-Christina Kopinits und Veronika Exler entschieden. Die erste Runde beginnt um 15:00 Uhr, die Live-Übertragung wird mit 15 Minuten Verspätung gestartet. (wk, Foto: Turnierseite)
Ergebnisse bei Chess-Results
Turnierseite, ECU
Erst kürzlich bekam Khanty-Mansyisk im russischen Sibirien nach dem FIDE Kongress in Tallin den Zuschlag für das kommende Kandidatenturnier, das vom 12. bis 30. März 2014 ausgetragen werden wird. Jetzt wurde bekannt, dass der regierende russische Meister Peter Svidler den von der FIDE vorgesehenen Platz des Ausrichters bekommen wird. Sieben der acht Kandidaten stehen mit Dimitry Andreikin, Levon Aronian, Sergej Karjakin, Vladimir Kramnik, Shakriyar Mamedyarov, Veselin Topalov und Peter Svidler fest. Der letzte verbleibende Platz geht an den Verlierer des kommenden WM Kampfes zwischen Weltmeister Vishy Anand und Herausforderer Magnus Carlsen. Die WM startet am kommenden Samstag um 15:00 Uhr Ortszeit (10:30 MEZ) im indischen Chennai mit der ersten Runde. Gewaltig ist die Berichterstattung im Vorfeld der WM. Nach Interviews mit beiden Spielern in der Zeit ist nun eine Dokumentation von Carlsen veröffentlich worden. (wk)
FIDE, Website WM, Doku Carlsen, Interviews in der Zeit: Anand, Carlsen
Heute startet um 18:30 Uhr das ÖSB Projekt Internet TV. In einer monatlichen Sendung werden von Österreichs A-Trainern strukturelle Schachthemen und aktuelle österreichische Schachereignisse präsentiert. Moderator der Sendung ist IM Harald Schneider-Zinner, der Vorsitzende der Kommission für Ausbildung im ÖSB. "Am Vorabend der Weltmeisterschaft" wird Schneider-Zinner in der Premiere der neuen Sendung einige der spannendsten Partien zwischen Anand und Carlsen vorstellen und als Gast den Österreichischen Jugendmeister Jakob Gstach in der Sendung haben. Das strukturelle Thema wird das "Gstach Motiv sein", das dem Youngster den ÖM Titel eingebracht hat. Zu sehen ist die Sendung auf www.schach.de (dort gibt es auch die Software zum Download) im Raum Übertragungen, dann den Reiter Partien wählen. Die erforderliche Software ist gratis erhältlich und auch die ChessBase TV Austria Sendungen werden dank der entgegenkommenden Kooperation mit ChessBase kostenfrei zu sehen sein (ein Gast-Zugang ist ausreichend). Wer die Sendung verpasst kann sie auch später noch ansehen. Alle Sendungen werden sowohl auf www.schach.de als auch auf YouTube archiviert. (wk)
Info Sendung 05.11.2013
Der November verspricht ein Monat des Schachs zu werden. Am 8. November startet nicht nur die WM zwischen Anand und Carlsen in Indien, sondern in Warschau auch die wichtigste europäische Veranstaltung des Jahres, die Mannschafts-Europameisterschaft. Österreichs Team tritt in der offenen Klasse mit Ragger, Shengelia, Diermair, Schreiner und Kreisl an, im Damenbewerb mit Moser, Exler, Kopinits, Newrkla und Schnegg. Als Coaches werden Ribli und Schachinger die Teams betreuen. Delegationsleiter ist Werner Schweitzer. Die Herren sind am 26. Rang der Setzliste von 37 Teams, die Damen am 18. Rang von 31 Mannschaften. Angeführt werden die Setzlisten von Russland vor Armenien und Frankreich sowie von der Ukraine vor Russland und Georgien bei den Damen. Die Startzeit der Runden ist um 15:00 Uhr Ortszeit (14:00 in Österreich). Die Turnierseite bietet eine Live-Übertragung an. Die Schlussrunde der EM ist am 17. November. (wk, Logo: Turnierseite)
Ergebnisse bei Chess-Results
Turnierseite, ECU
Am kommenden Dienstag, dem 5. November startet um 18:30 Uhr in Kooperation mit ChessBase das neue ÖSB Projekt Internet TV. In einer monatlichen Sendung werden von Österreichs A-Trainern strukturelle Schachthemen und aktuelle österreichische Schachereignisse präsentiert. Moderator der Sendung ist IM Harald Schneider-Zinner, der Vorsitzende der Kommission für Ausbildung im ÖSB und zuständig für die Lehrpläne der Trainer-Ausbildungen. "Am Vorabend der Weltmeisterschaft" wird Schneider-Zinner in der Premiere der neuen Sendung einige der spannendsten Partien zwischen Anand und Carlsen vorstellen und als Gast den Österreichischen Jugendmeister Jakob Gstach in der Sendung haben. Das strukturelle Thema wird das "Gstach Motiv sein", das dem Youngster den ÖM Titel eingebracht hat. Zu sehen ist die Sendung auf www.schach.de . Die erforderliche Software ist gratis erhältlich und auch die ChessBase TV Austria Sendungen werden dank der entgegenkommenden Kooperation mit ChessBase kostenfrei zu sehen sein (ein Gast-Zugang ist ausreichend). Wer die Sendung verpasst kann sie auch später noch ansehen. Alle Sendungen sowohl auf www.schach.de als auch auf YouTube archiviert werden. (wk)
Info Sendung 05.11.2013
Die letzte Runde war noch einmal richtig spannend. IM Andrei Obodchuk (Elo: 2414) spielte gegen Mohammadreza Ghadimi (Elo: 2146) und hatte damit das einfachere Los als die beiden Mit-Favoriten IM Piotr Dukaczweski (Elo: 2280) und FM Stanislav Babarykin (Elo: 2319), die gegeneinander spielen mussten. Am Ende reichte Babarykin ein remis, um Weltmeister zu werden, da Obodchuk gegen Ghadimi trotz Mehrbauer im Endspiel auch über ein Remis nicht hinaus kam. Der Weltmeister kommt somit aus Russland und gehört dem IBCA (International Braille Chess Association) an. Damit ist er also nicht nur World Chess Champion for Disabled, sondern gleichzeitig auch World Chess Champion for Disabled IBCA. Obwohl Babarykin zu Turnierbegeinn bereits in der 3. Runde gegen Aleksander Gerasimov (2175) nur Remis spielte, konnte er sich durch mehrere aufeinander folgende Siege am Ende doch noch bis an die Tabellenspitze vorkämpfen. Vizeweltmeister ist Andrei Obodchuk (Russia IPCA), Dritter wurde Jacek Stachanczyk (Poland IBCA). (wk, Text/Foto: Turnierseite)
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Das tschechische "G-Team Novy Bor" gewinnt überraschend den Vereins-Europacup 2013 in Rhodos vor Malachite (RUS) und SOCAR (AZE), den beiden mit 2700-34 gespickten topgesetzten Vereinen. In der Besetzung Navara, Wojtaszek, Laznicka, Sasikiran, Hracek, Bartel und Cvek remisier das Team lediglich gegen Malachite und gewinnt die anderen sechs Begegnungen, darunter das entscheidende Match gegen SOCAR, in dem Navara, Wojtaszek und Laznicka an den Spitzenbrettern sensationell Caruana, Topalov und Kamsky besiegen. Österreichs Vertreter Maria Saal und Baden erleiden in der Schlussrunde jeweils 1:5 Niederlagen und beenden das Turnier auf Rang 24 bzw. 37 von 53 Vereinen. Die beste Performance gelingt Markus Ragger mit 2683. Er holt ungeschlagen am Spitzenbrett 4,5 aus 6. Auch bei Baden holt mit David Shengelia das Spitzenbrett die meisten Punkte. Im Damenbewerb spielt Cercle d´Echecs de Monte-Carlo die Konkurrenz schwindlig, was in der Besetzung Hou, Koneru, Muzychuk, Cramling und Skripchenko nicht allzu sehr verwundert. Die "Monegassinnen" holen 23,5 von 28 möglichen Punkten (84%) und gewinnen alle Teambegegnungen. Ein kleiner Schönheitsfehler ist die einzige Niederlage von Anna Muzychuk gegen Kovalevskaya in der vierten Runde. Auf den Plätzen landen die russichen Teams Ugra und SHSM Nashe Nasledie. Mit Pamhagen spielte erstmals eine österreichische Damenmannschaft mit. Mehr als Erfahrung war in diesem Feld leider nicht zu holen. Immerhin spielt Julia Novkovic am Spitzenbrett ihre Erwartung und darf sich dabei über Remisen gegen Daulyte (2364) und Bojkovic (2414) freuen. (wk, Foto: Turnierseite)
Turnierseite, Ergebnisse bei Chess-Results: Offene Klasse, Damen