FIDE Kandidatenturnier - Die Auslosung steht fest
Am 11. Februar haben der Vorsitzende der FIDE Schiedsrichter Kommission, Takis Nikolopoulos, und FIDE Direktor Nigel Freeman die Auslosung für das FIDE Kandidatenturnier (10.-20. März) in Moskau vorgenommen. Die Paarungen der 1. Runde lauten: Karjakin-Svidler, Nakamura-Caruana, Giri-Aronian, Anand-Topalov. Die kompletten Paarungen sind auf Chess-Results veröffentlicht. Die Auslosung wurde im FIDE Büro in Athen vorgenommen. Berücksichtigt wurde, dass Spieler der gleichen Föderation in den Runden eins und acht gegeneinander spielen. Zudem wurden die Runden sechs und sieben gedreht um zu vermeiden, dass ein Spieler dreimal hintereinander die gleiche Farbe spielen muss. Der Sieger das Kandidatenturniers wird noch heuer Weltmeister Magnus Carlsen in einem Match herausfordern. (wk, Foto: FIDE)
Kandidatenturnier: Download Paarungen PDF
FIDE, Bericht auf FIDE Website

Das Kandidatenturnier, der Sieger qualifiziert sich für das kommende WM-Match gegen Magnus Carlsen, wird vom 10. bis 30. März in Moskau stattfinden. Nun hat die FIDE auch den Spielort bekannt gegeben. Gespielt wird im "Central Telegraph" einem historischen Gebäude im Herzen von Moskau. Die folgenden acht Teilnehmer werden ein doppelrundiges Turnier spielen: Veselin Topalov (BUL), Anish Giri (NED, beide qualifiziert per Elozahl), Viswanathan Anand (IND, letzter WM Finalist), Hikaru Nakamura und Fabiano Caruana (beide USA und qualifiziert über die letzten beiden Grand Prix Serien), Sergey Karjakin und Peter Svidler (beide RUS und qualifziert als Sieger bzw. Finalist des letzten World Cups) und schließlich Levon Aronian (ARM, Freiplatz des Veranstalters). Alle Spieler sind derzeit in den Top-17 der Weltrangliste, sechs sogar in den Top-9. Aus den Top-10 fehlen nur Carlsen, Kramnik, Vachier-Lagrave und So. Es wird auch eine österreichische Beteiligung geben. Werner Stubenvoll wurde von der FIDE als Hauptschiedsrichter nominiert. (wk, Foto: worldchess.com)
An diesem Wochenendende finden in Minks, Weißrussland, die Europameisterschaften im Blitz- und Schnellschach statt. Im gestrigen Blitzschachbewerb haben sich insgesamt 604 Spieler beteiligt, darunter auch Österreichs Aushängeschild Markus Ragger. Ragger holt aus den elf Doppelrunden, gegen jeden Gegner wurde mit beiden Farben gespielt, insgesamt 16 Punkte und belegt nach Feinwertung den 15. Platz. Das Feld ist ob der Größe natürlich dicht gedrängt. Der Armenier Zafen Andriasian wurde mit einem halben Punkt mehr Fünfter. Neuer Europameister im Blitzschach ist Rauf Mamedov (AZE) mit 18 Punkten vor den Russen Boris Savchenko (18), Alexander Riazantsev (17) und Dmitry Bocharov (17). Groß war die Dominanz der starken Schachländer aus dem Osten. Ragger ist mit seinem 15. Platz der beste Westeuropäer. Heute und morgen folgt der Bewerb im Schnellschach. Hier ist Ragger mit seiner Schnellschachelozahl von 2711 am 10. Platz gesetzt. Im Blitzschach war es mit einer Elozahl von 2647 "nur" der 23. Platz in der Startrangliste. (wk)
Markus Ragger landet bei der Schnellschach Europameisterschaft in Minsk am geteilten dritten bis neunten Platz. Medaille gibt es für den Österreicher aber keine, nach Feinwertung wird es der 7. Platz. Ragger startet am ersten Tag mit sechs Punkten aus sieben Partien ohne Niederlage gut. Seine Chancen auf einen Platz am Stockerl vergibt Ragger in der neunten Runde am zweiten Spieltag. Gegen den späteren Bronzemedaillengewinner Vadim Razin aus der Ukraine bringt Ragger mit Weiß ein Scheinopfer, verrechnet sich aber. Der materielle Verlust war nicht mehr wett zu machen. In den beiden Schlussrunden gewinnt Ragger mit Schwarz noch gegen Pavel Potapov und Konstantin Lanka und wird mit neun Punkten aus elf Partien erneut bester Westeuropäer. Neuer Europameister ist der Russe Ivan Popov mit 10 Punkten vor dem Armenier Hrant Melkumyan (9,5). Insgesamt haben 695 Spieler teilgenommen. Bei dieser Größe des Feldes ist ein Open mit 11 Runden nicht ideal, eigentlich sogar zur Ermittlung eines Europameisters absurd. Ein Blick auf die Kreuztabelle zeigt, dass die ersten Drei nicht gegeneinander gespielt haben, noch schlimmer ist, dass alle Spieler in den Top-10 zusammengerechnet nur 14 Partien gegeneinander gespielt haben. "Redordhalter" ist Tigran Petrosian mit vier gefolgt von Popov, Navara und Smirin mit je zwei. (wk, Foto: Turnierseite)
Anish Giri ist der einzige Sieger der ersten Runde der Chess Classic in London. Giri kommt mit Schwarz nach interessanter Eröffnung gegen Topalov etwas unter Druck, zieht aber alle Register seiner Verteidigungskünste. In hochgradiger Zeitnot strebt Topalov weiter auf den ganzen Punkt, übersieht aber einen hübschen Mattangriff des Holländers. Es ist Giris dritter Sieg bei der Grand Chess Tour. Zugleich ist er ist der einzige Spieler der Tour ohne Niederlage. Weltmeister Carlsen startet mit einem sicheren Schwarzremis gegen Vachier-Lagrave. In einem Sweschnikov Sizilianer spielt der Franzose auf ein rasches Dauerschach, dem Carlsen nicht gut ausweichen konnte. Am Rande einer Niederlage steht Blitzweltmeister Alexander Grischuk gegen eine Berliner Verteidigung von Hikaru Nakamura. In einer dramatischen Zeitnotphase kann Nakamura aber nicht gewinnen und muss sich mit Zugwiederholung begnügen. Anand spielt in London gegen Michael Adams, dem einzigen Engländer im Feld, stilgerecht die englische Eröffnung. Die Partie überschreitet aber nie die Remisgrenze. Ebenfalls eine Remis liefern sich Caruana und Aronian in einem Spanier. Heute folgt die zweite Runde bereits um 14:00 Uhr Ortszeit, das ist um 15:00 Uhr in Österreich. Live-Übertragung mit Kommentaren gibt es auf der Turnierseite und bei ChessBase auf