Team EM startet morgen in Reykjavik
Morgen startet in Reykjavik mit der Mannschafts-Europamesiterschaft der wichtigste europäische Bewerb des Jahres. Island ist als starke Schachnation und als Austragungsland der historischen Weltmeisterschaft zwischen dem Amerikaner Robert James Fischer und dem Russen Boris Spassky im Jahr 1972 weltberühmt. Die Europameisterschaft wird an eben dieser historischen Stätte, genannt "Laugardalshöllin", gespielt. Island gilt auch als Wallfahrtsort für Schachspieler. "Bobby" Fischer fand in Reykjavik seine letzte Ruhestätte. Österreichs Team ist heute auf der Anreise und wird in der offenen Klasse mit Markus Ragger, David Shengelia, Robert Kreisl, Mario Schachinger und Georg Fröwis antreten. Gesetzt ist Österreich als Nummer 26 von 36 Nationen. Im Frauenbewerb wird das Team erstmals von Regina Pokorna-Theissl angeführt. Die gebürtige Slowakin hat nach Wien geheiratet und ist seit heuer für Österreich spielberechtigt. Weiter im Team sind die regierende Staatsmeisterin Katharina Newrkla, Veronika Exler, Anna-Christina Kopinits und Anna-Lena Schnegg. Unser Frauenteam ist die Nummer 19 von 30 genannten Mannschaften. Die "Coaches" sind Zoltan Ribli und Harald Schneider-Zinner. Die erste Runde startet morgen um 15:00 Uhr Ortszeit, das ist 16:00 Uhr in Österreich. Eine Live-Übertragung ist auf der Turnierseite angekündigt. Die österreichischen Teams sollten in der 1. Runde jeweils auf Polen treffen. Die offizielle Auslosung folgt aber erst am Abend. (wk, Foto: FIDE)
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Ergebnisse bei Chess-Results

Florian Mesaros ist seit gestern der einzige Österreicher der bei der Jugend WM in Griechenland weiter ungeschlagen ist, da Valentin Dragnev und Marc Morgunov erste Niederlagen hinnehmen mussten. Erfreulich ist vor allem das Remis von Mesaros in der 6. Runde gegen den Italiener Francesco Rambaldi, der mit einer Elozahl von 2547 als Nummer Eins gesetzt ist und zudem heuer das Vienna Chess Open gewinnen konnte. Gestern verpasst er leider ene Gewinnstellung gegen den Chinesen Xinyang Nie. Mesaros hält nach sieben Runden bei fünf Punkten. Viereinhalb Zähler am Punktekonto haben Luca Kessler, Valentin Dragnev und Marc Morgunov. Kessler gelang gestern mit einem Remis gegen GM Suri Yaibhoav (IND, 2561) eine Punkteteilung gegen die Nummer Eins der Setzliste. Damit sind die Österreicher/innen in drei Partien gegen die Turnierfavorit/innen weiter ungeschlagen!! Das gleich Kunststück gelang neben Mesaros und Kessler auch in der vierten Runde Trippold. Über der 50% Marke liegen mit vier Punkten noch Martin Christian Huber und Denise Trippold. (wk, Foto: Turnierseite)
Im Spitzenspiel der 5. Runde besiegt Siberia den Elofavoriten Socar knapp mit 3,5:2,5. Die Russen waren dabei einem höheren Sieg näher als die Aserbeidschaner dem Ausgleich. Am Spitzenbrett bestätigten Kramnik und Topalov ihre "Freundschaft fürs Leben" um eine weitere Facette. Topalov verweigerte mit Kramniks "Zusatzlicht" zu spielen. Kramnik ist aber auch im "Blindschach" einer der Besten seiner Zunft und spielt Topalov trotz schlechter Beleuchtung strategisch an die Wand und bringt sein Team mit sichtlicher Genugtuung in Führung. Da Grischuk gegen Caruana die Berliner Mauer knackt, bleibt ein unnötiger Verlust von Li Chao gegen Adams ohne Folgen. In der Tabelle führt Siberia nun mit zehn Punkten vor acht Teams mit je acht Zählern. Heute kommt es zum möglicherweise vorentscheidenden Schlager gegen Alkaloid. Maria Saal feierte gestern eine hohen 5,5:0,5 Erfolg gegen Besiktas (TUR), einzig Ragger remisiert am Spitzenbrett gegen Ufuk Sezen Arat. Die Kärnter kämpfen sich mit diesem Erfolg zurück in die Live-Bretter der Top-8 Begegnungen und haben mit Oslo Schachkselskap (NOR) einen schweren aber schlagbaren Gegner. Feffernitz verliert gestern gegen HMC Calder (NED) mit 2:4. Am Spitzenbrett feiert Andreas Diermair gegen Niels Ondersteijn seinen zweiten Sieg und hat ungeschlagen mit 3,5 Punken und einer Performance von 2669 das beste Zwischenergebnis aller Österreicher. Heute wartet mit Vasile Sanduleac bereits sein dritter GM, Feffernitz ist gegen Adare (IRL) leichter Favorit. Im Frauenbewerb ist das georgische Team Nona mit fünf Siegen klar auf Titelkurs. Lokalmatador Gambit besiegt mit SHSM Legacy Square die Nummer 2 des Turniers klar mit 3:1. Im Duell der Ex-Weltmeisterinnen legt Stefanova gegen Kosteniuk den Grundstein zum Erfolg. Gambit hat nun beste Chancen die drei russischen Teams hinter sich zu halten und Silber zu gewinnen. An einen Umfaller von Nona glaubt in Skopje niemand mehr. (wk, Foto: Turnierseite)
Der Vereinseuropacup 2015 endet mit einer Reihe österreichischer Erfolge. Andreas Diermair sichert sich in der Schlussrunde mit einem Schwarzsieg gegen Stephen Dishman seine zweite GM-Norm. Diermair holt für Feffernitz fünf Punkte aus sieben Partien und bleibt am Spitzenbrett ungeschlagen. Eine weitere IM-Norm gelingt Georg Halvax mit viereinhalb Punkten und einer Performance von 2474. Gute Eloleistungen zeigen auch Robert Kreisl (2578) und Mario Schachinger (2550). Maria Saal gelingt mit Markus Ragger am Spitzenbrett mit zwei Siegen in den Schlussrunden gegen Oslo (5:1) und Cheddledon (3,5:2,5) mit zehn Punkten der ausgezeichnete zehnte Platz, punktegleich mit dem Fünften und einem Spitzenteam wie Alkaloid. Neben Ragger, Kreisl, Schachinger und Halvax punkteten noch Daniel Hartl (3/7) und Johann Ertl (5/7) für die Kärntner. Aber auch Feffernitz spielt angeführt von Diermair über seiner Erwartung und landet in der weiteren Besetzung mit Schreiner, Arztmann Wolfgang, Pacher, Hofer und Arztman Nils am 35. Platz, deutlich vor der Einstufung. Neuer Europacupsieger ist Siberia, das angeführt von einem grandiosen Vladimir Kramnik (4,5/5 am Spitzenbrett) mit Aronian, Grischuk, Li Chao, Wang Yue und Korobov sicher mit dreizehn Punkte von vierzehn möglichen vor Socar (11 Punkte, Topalov, Giri, Caruana, Adams, Radjabov, Mamedyarov) sowie Mednyi Vsadnik (11, Svidler) und Obiettivo Risarcimento Padova (11, Lekko, Karjakin, Nakamura) den Titel gewinnt. Im Frauenbewerb ist das georgische Team Nona eine Klasse für sich und siegt mit dem Punktemaximum vor dem Gastgeberteam Gambit Asseko See und dem besten russischen Team Ugra. (wk, Foto: Turnierseite)
Eine Extra-Lampe bekam Kramnik beim Vereins-Europacup, nachdem der Ex-Weltmeister über die schlechten Lichtverhältnisse geklagt hatte. Die zusätzliche Beleuchtung tat dem Russen offenbar gut. Kramnik gewann in den Runden drei und vier am Spitzenbrett von Siberia gegen seine Landsleute Nepomniachtchi und Svidler. Sein Team Siberia hat nach vier Runden ebenso acht Punkte wie Elofavorit Socar und Alkaloid. Maria Saal gewinnt in der dritten Runde trotz einer Niederlage Raggers mit 3,5:2,5 gegen Sprenger Echternach (LUX). Gestern gewann Ragger gegen Ex-Europameister Emil Sutovsky, allerdings war Odlar Yurdu (AZE) für Maria Saal zu stark und gewinnt 4,5:1,5. Feffernitz verliert in der dritten Runde gegen Expik (KOS) klar mit 1:5. Erfreulich ist aber das Remis von Diermair gegen GM Aleksander Delchev (2598). Gestern gelang dafür gegen das dänische Team von Bronhoj Skakforenting mit einem 3:3 ein zweiter Punkt. Heute ist Maria Saal ab 15:00 Uhr gegen den türkischen Verein Besiktas J.K. in der Favoritenrolle. Feffernitz startet gegen HMC Calder (NED) als Außenseiter. Im Frauenbewerb beeindruckt das georgische Team NONA mit vier Siegen. In der Tabelle ist lediglich Gambit Asseko See (MKD) mit Stefanova am Spitzenbrett mit zwei Punkte Rückstand noch in Tuchfühlung. Die russischen Teams von SHSM Lebacy Square (Gunina) und Ugra (Ushenina) haben sich im direkten Duell jeweils einen weiteren Punkt abgenommen. (wk, Foto: Turnierseite)