EM - Auftaktsiege für Ragger und Schachinger
Die EM im Kosovo beginnt überwiegend mit Favoritensiegen. Aus österreichischer Sicht gelingen Markus Ragger gegen Marco Codenotte und Mario Schachinger gegen Hysen Zenuni klare Auftaktsiege. Valentin Dragnev kämpft gegen Laurent Fressinet, er ist in der Setzliste knapp hinter Ragger am achten Platz, lange mit und macht dem Franzosen das Leben schwer. Am Ende kann Fressinet aber ein zuerst nur leicht besseres Endspiel doch für sich entscheiden. In der heutigen zweiten Runde trifft Ragger auf den Russen Anton Demchenko (2589) und Schachinger auf den Ukrainer Yuriy Kryvoruchko (2691). Anders herum als Schachinger bekommt Dragnev nach einem Topspieler in der ersten Runde heute mit Shpresmir Qorrolli (1688) einen Hobbyspieler vorgesetzt. Einige der Favoriten mussten Remisen abgeben, beispielsweise Kryvoruchko, Sargissian oder Howell. Insgesamt neun Partien der ersten Runde wurden kampflos entschieden, darunter auch welche auf den Brettern der Live-Übertragung. Die heutige zweite Runde beginnt um 15:30 Uhr vor Ort. (wk, Foto: ECU)
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Die Einzel Europameisterschaft der offenen Klasse wird vom 12. bis 23. Mai in Gjakova im Kosovo ausgetragen. Am Start sind 239 Spieler aus 39 Nationen, darunter 103 Großmeister und davon wiederum 60 mit einer Elozahl von 2600 oder höher. Der Tscheche David Navara und der Pole Radoslaw Wojtaszek führen die Setzliste an. Markus Ragger geht als Nummer Sechs in das Turnier und gehört mit zu den Favoriten. Das Hauptziel ist aber die Qualifikation für den World Cup. Insgesamt werden sich 23 Spieler qualifzieren können. Zum Auftakt triftt Ragger heute in der ersten Runde mit Schwarz auf den italienischen IM Marco Codenotti (2428). Am Start sind mit Mario Schachinger und Valentin Dragnev zwei weitere Österreicher aus dem Bundeskader. Schachinger ist als Nummer 118 gesetzt und trifft heute auf Hysen Zenuni, einen Spieler ohne internationale Elozahl. Das ist möglich, weil die EM als offenes Turnier ausgetragen wird. Dragnev hingegen trifft als Nummer 127 zum Auftakt auf den Franzosen Laurent Fressinet (2692), die Nummer Acht des Turniers. Die offizielle Turnierseite ist derzeit noch frei von News. Immerhin sind im Menüpunkt "Media" eine Live-Übertragung und Live-Kommentierung verlinkt. Allerdings bleibt abzuwarten ob die Übertragung mit Rundenbeginn oder zeitverzögert starten wird. (wk)
Heute kommt es zum großen Showdown in Moskau. Sergej Karjakin und Fabiano Caruana kämpfen ab 15:00 Uhr Ortszeit (13:00 in Österreich) um das Recht des Herausforderers im kommenden Match um die Weltmeisterschaft gegen Magnus Carlsen, das im Herbst in New York über die Bühne gehen wird. Gestern kämpften beide um eine gute Ausgangsposition. Caruana war gegen Svidler einem Sieg nahe, aber der Russe rettet die Partie mit einem Bauern weniger und verschafft seinem Landsmann die besseren Karten. Karjakin hatte dafür aber gegen Aronian erneut seine hohe Kunst der Verteidigung zu beweisen. Aronian gewann eine Figur, Karjakin rettet aber mit einer Festung das wichtige Remis. Der Sieger des Tages ist Hikaru Nakamura mit dem dritten Schwarzsieg des Turniers gegen Veselin Topalov. Topalov ist vor der Schlussrunde der einzige Spieler unter der 50%-Marke. Karjakin und Caruana führen mit 7,5 Punkten vor Anand (7) sowie Giri, Svidler, Aronian und Nakamara (alle 6,5). Das ergibt für die Schlussrunde die folgende Ausgangslage: Der Sieger der Partie Karjakin gegen Caruana ist der Herausforderer. Kommt es zur Punkteteilung, dann hat Karjakin die bessere Feinwertung, da das direkte Duell 1:1 enden würde, Karjakin aber mehr Partien gewonnen hat. Die Zweitwertung könnte sich aber ändern, wenn Anand mit Schwarz gegen Svidler gewinnt und punktemäßig zu Karjakin und Caruana aufschließt. Dann hätte Caruana die Nase vorne weil er gegen Anand 1,5:0,5 Punkte erzielt hat. Das spannende Finale wird auf der Turnierseite live kommentiert. (wk, Foto: Turnierseite)
Sergej Karjakin gewinnt in der Schlussrunde des Kandidatenturniers in Moskau die alles entscheidende Partie gegen Fabiano Caruana und ist damit Herausforderer von Weltmeister Magnus Carlsen. Caruana musste von der Ausgangslage her mit Schwarz unbedingt gewinnen und zeigte mit einer Sizilianischen Rauservariante seine Ambitionen. In einer spannenden Partie kann Kajakin knapp vor der Zeitkontrolle den entscheidenden Schlag anbringen. Karjakin gewinnt das Kandidatenturnier mit 8,5 Punkten aus 14 Partien vor Caruana und Anand (je 7,5) sowie Giri, Svidler, Aronian und Nakamura (alle 7). Abgeschlagener Letzter ist Topalov mit 4,5 Punkten. Kajakin hatte den besten Start in das Turnier, beeindruckte mit seinen Verteidigungskünsten und ist ein verdienter Sieger. Das Match gegen gegen Carlsen wird im November dieses Jahres in New York ausgetragen. (wk, Foto: Turnierseite)
Zwei spannende Schlussrunden in Moskau warten noch auf die Schachfans in aller Welt. In den letzten Runden wechselt täglich die Ausgangslage um den Turniersieg. Der große Sieger der gestrigen 12. Runde ist Sergej Karjakin. Nach seiner ersten Niederlage gegen Anand schlägt der Russe unmittelbar zurück. Er überfährt Veselin Topalov bereits in der Eröffnung, holt seinen dritten Sieg und schließt in der Tabelle wieder zu Caruana auf. Dabei muss der Amerikaner noch froh sein, seine Partie gegen Levon Aronian nicht zu verlieren. Aronian verpasst die Chance zu einem brillanten Turmopfer. Vishy Anand setzt gegen Hikaru Nakamura seine schwarze Unserie fort. Anand verliert praktisch aus der Eröffnung heraus mit der gleichen Verteidigung, die schon gegen Caruana schief gegangen war und wird unsanft aus seinen Hoffnungen gerissen. Er braucht morgen gegen Anish Giri unbedingt einen fünften Weißsieg, will er noch um das Ticket des Herausforderers mitreden. In der Partie zwischen Svidler und Giri kommt es trotz 21 Ungenauigkeiten des Russen, wie Giri in der Pressekonferenz launig bemerkte, zur Punkteteilung. Der Holländer hat trotz Kampfgeist und Spiel auf hohem Niveau alle 12 Partien remisiert. Es will einfach kein Sieg gelingen. In der Tabelle führen Caruana und Karjakin mit je sieben Punkten einen halben Zähler vor Anand und einem ganzen vor Giri, Svidler und Aronian. Gut möglich, dass die Entscheidung in der Schlussrunde im direkten Duell zwischen Karjakin und Caruana fallen wird. Heute ist in Moskau ein letzter Ruhetag vor der großen Entscheidung. (wk, Foto: Turnierseite)