London - Erste Siege für Kramnik, Gelfand, Grischuk
Der mit Spannung erwartete große Schlager zwischen Magnus Carlsen und Levon Aronian endet rasch mit einem Remis. Carlsen wählt mit Weiß eine solide Variante der katalanischen Eröffnung doch Aronian hält die Stellung präzise im Gleichgewicht. Die Partie ist dennoch mit 41. Zügen die längste des Tages, wenn auch nach Zeit die kürzeste. Rauh her geht es in den anderen Partien. Kramnik überrascht Swidler in der Eröffnung mit einem unerwarteten Königszug und kann erstmals in dem Turnier seinen Vorteil zum ganzen Punkt verdichten. Kramnik rückt damit Carlsen und Aronian bis auf einen Zähler nahe. Erste Siege feiern auch Grischuk gegen Iwantschuk und Gelfand mit Schwarz gegen Radjabov. Iwantschuk überschreitet dabei bereits zum dritten Mal die Zeit, während sich Gelfand diesmal auf seine ausgezeichnete Vorbereitung stützen kann. Spannend geht es heute weiter, trifft doch Kramnik auf Carlsen. Der Beginn der Live-Übertragung ist wie immer um 15:00 Uhr. (wk, Foto: Turnierseite)
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Nach der gestrigen 7. Runde ist Halbzeit des Kandidatenturnieres in London. Vier Remisen halten den Status Quo. Carlsen und Aronian führen überlegen mit je 5 Punkten vor Kramnik und Swidler (je 3,5). Dabei wäre Carlsen gestern mit Weiß beinahe gegen Radjabov gestrauchelt. Radjabov kommt dank seiner dynamischen Spielweise zu starkem Königsangriff. Carlsen muss all seine Verteidigungsregister ziehen um die Stellung am Leben zu halten und kann trotz Qualitätsminus mit dem nötigen Spielglück am Ende den Punkt teilen. Eine gute Chance verpasst auch Gelfand gegen Kramnik. Aronian opfert gegen Grischuk einen Bauern und drückt letztlich erfolglos auf den ganzen Punkt. Das vierte Remis des Tages liefern sich Iwantschuk und Swidler in einer theoretischen Variante. Heute kommt es gleich zum Auftakt der Rückrunde zum direkten Duell zwischen Carlsen und Aronain. Live-Partien und Kommentare gibt es auf der Turneirseite. (wk, Foto: Turnierseite)
Die 5. Runde des Kandidatenturniers bringt vier Remisen wie am Eröffnungstag. Im Gegensatz zum Auftakt, der ein vorsichtiges Abtasten war, ist der gestrige Tag einer der verpassten Chancen. Im Top-Match des Tages ist Vladimir Kramnik gegen Levon Aronian knapp daran ein "Big-Point" zu holen. Doch der Armenier rettet sich wundersam in ein Endspiel mit ungleichen Läufern, das Kramnik trotz eines Bauern auf d7 und zweier verbundener Bauern am Königsflügel nicht gewinnen kann. Ein Eröffnungsdesaster erleidet der letzte WM-Finalist Boris Gelfand mit Schwarz gegen Peter Swidler. Swidler trauert nach der Partie seinem schlechten Zeit-Management nach. Am Ende hatte auch Gelfand noch seine Gewinnchancen. So gesehen ist das Remis gerecht. Hart zu kämpfen hat auch Magnus Calrsen gegen Wassily Iwantschuk. Der Ukrainer überspielt den Weltranglistenersten in einem Grünfeldinder, kann den Sack aber nicht zumachen und muss am Ende ungläubig ins Remis einwilligen. Keine echten Gewinnchancen für eine Seite gibt es zwischen Grischuk und Radjabov, obwohl sich lezterer sehr bemüht mit einem Figurenopfer für drei Bauern die Stellung aus dem Gleichgewicht zu bringen. Psychologisch ist Kramnik der Verlierer der Runde. Mit einem Sieg gegen Aronian bei gleichzeitiger Niederlage von Carslsen wäre er mit einem Schlag punktegleich an der Spitze. So führen Carlsen und Aronian weiter mit einem halben Punkt Vorsprung auf Swidler und einem ganzen auf Kramnik und Radjabov. Die 6. Runde startet heute um 15:00 Uhr, morgen folgt ein Ruhetag. (wk, Foto: Turnierseite)
Die heutige 6. Runde bringt eine Vorentscheidung im Kampf um den Herausforderer für Weltmeister Anand. Carlsen und Aronian beantworten den Doppelschritt des weißen Königsbauern gegen Swidler bzw. Radjabov mit der Spanischen Verteidigung, die in der Hand der beiden Ausnahmekünstler zum Spanischen Gegenangriff mutiert. Mit seinem zweiten Schwarzsieg räumt Carlsen zugleich einen unmittelbaren Konkurrenten aus dem Weg. Aronian tut es ihm glieich und da Kramnik seine gute Stellung gegen Iwantschuk trotz horrender Zeitnot des Ukrainers nicht gewinnen kann, sind Carlsen und Aronian vor dem zweiten Ruhetag dem Feld enteilt und führen mit 4,5 Punkte aus 6 Runden bereits mit 1,5 Zählern vor Kramnik und Swidler. (wk, Foto: Turnierseite)
Sehenswertes Schach produzieren die Protagoisten des Kandidatenturnieres in London. Nach vier Runden sind mit Carlsen und Aronian zwei der großen Favoriten vorne. Carlsen überspielt heute Grischuk in beeindruckendem Stil und schließt zu Aronian auf, der aus seiner Sicht frustrierend rasch gegen Swidler ins Remis einwilligen muss. Swidler überrascht Aronian mit dem angenommenen Damengambit und zeigt sich in einer Nebenvariante bestens vorbereitet. Der dritte Favorit im Bunde, Kramnik, muss weiter auf einen ersten Sieg warten. Gegen Radjabov hat der Ex-Weltmeister mit Schwarz keine Probleme, aber nicht mehr. Zwischen Genie und Kaffeehausschach wandelt wie so oft Iwantschuk. Der Ukrainer scheut gegen Gelfand mit Schwarz auch nach zwei Niederlagen in Serie nicht das Risiko und wählt die zweischneidige Tschigorin-Variante. Ein Genieblitz sichert ihm mit einem phantastischen Figurenopfer die Punkteteilung. Morgen Mittwoch trifft Karmnik auf Aronian und Carlsen mit Schwarz auf Iwantschuk. (wk, Foto: Turnierseite)