EM - Ragger und Shengelia weiter vorne dabei
Die Österreicher holen vor dem morgigen Ruhetag in der siebenten Runde der EM fünf Punkte aus acht Begegnungen. Alexander Fauland, Mario Schachinger, Gerhard Schrolll und Martin Huber gewinnen ihre Partien und verbessern ihre Ausgangsposition für die finalen vier Runden. Andreas Diermair und Robert Kreisl müssen leider Niederlagen hinnehmen, wobei Kreisl mit Schwarz gegen GM L´Ami mit zwei Springern gegen zwei Läufer hervorragend dagegen hält, am Ende aber ein wohl ausgeglichenes Turmendspiel nicht halten kann. Remisen gelingen Markus Ragger und David Shengelia. Ragger bemüht sich gegen den als Theoretiker hochgeachteten Ex-Weltmeister Alexander Khalifman. Die Remisbreite wird aber nie überschritten. Shengelia verriegelt nach seiner gestrigen Niederlage gegen Rauf Mamedov seine Stellung. Einzig die schwarzfeldrigen Läufer werden getauscht, danach gibt es für keine Seite mehr ein Durchkommen. Beide liegen weiter auf einem World Cup Platz, Shengelia auf Rang 9, Ragger auf Rang 10. Schach-Österreich darf weiter hoffen... (wk, Foto: Ursula Huber)
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In der Spitzenpaarung der sechsten Runde muss David Shengelia gegen den Ukrainer Alexander Moiseenko mit Schwarz eine Niederlage einstecken. Dabei kommt Shengelia gegen den Fast 2700-er gut aus der Eröffnung und scheint leicht besser zu stehen. In aufkeimender Zeitnot verliert er aber den Faden und wird von der gegnerischen Zentralisierung erdrückt. Shengelia ist mit 4,5 Punkten auf Rang 7 noch immer bester Österreicher. Markus Ragger krönt heute seine gute Spielanlage mit einem hübschen Mattfinale in einem Dame und Turm Endspiel. Dieser dritte Sieg bringt Ragger auf Rang 16. Die Marschroute scheint zu stimmen. Unglaublich ist die Leistung von Robert Kreisl. Der Steirer spielt heute tadellos gegen GM Ivan Popov (2620), opfert eine Qualität, erhält dafür aber viele Bauern und erreicht ein nie gefährdetes Unentschieden. Im Gegenteil. Hätte er im Endspiel zuerst den b-Bauern forciert, hätte sich Popov noch strecken müssen um den Remishafen zu erreichen. Kreisl ist nach sechs Runden gegen sechs Großmeister mit 2600 oder mehr mit vier Punkten bei einer Performance von 2760 (!!) auf Rang 32. Dieses Trio stellt die Leistungen der anderen Österreicher in den Schatten. Fauland verliert heute gegen GM Kempinski (2580), Diermair, Schroll, Huber und Schachinger remisieren, wobei insbesondere das Schwarzremis von Martin Christian Huber gegen den Schweizer Lars Rindlisbacher (2312) erfreulich ist. Ragger trifft vor dem Ruhetag am Sonntag morgen auf Khalifman (2614), Shengelia auf Mamedov (2649) und Kreisl mit Schwarz auf L´Ami (2634). (wk, Foto: Ursula Huber)
Keine Runde ohne österreichische Sensationen bei der EM in Legnica. David Shengelia will es diesmal offenbar genau wissen. In seiner heutigen Partie gegen den Ukrainer Alexander Areshchenko (2709) weicht Shengelia in einem Grünfeldinder knapp vor der ersten Zeitkontrolle einer Zugwiederholung aus und behält recht. Sehenswert wie er seine Initiative in einen ganzen Punkt verdichtet und sich von Moiseenko die Führung zurückholt. Richtig. Ein Österreicher führt nach der fünften Runde der EM und es ist nicht Markus Ragger. Unser Nationalhero auf den 64 Feldern remisiert gegen Martyn Kravtsiv (UKR, 2595) und liegt weiter aussichtsreich im Kampf um die World Cup Plätze. Unglaublich beeindruckend ist auch die Serie von Robert Kreisl. Heute hält er mit Schwarz in einer Caro-Kann Verteidigung gegen den tschechischen GM Zbynek Hracek (2591) remis und liegt punktegleich mit Ragger auf Rang 25. Eine Doppelführung (!!) von Kreisl und Shengelia gibt es in einer neugeschaffenen Spezialwertung, die sich aus Performance minus Elozahl errechnet. Ein Sieg gelingt heute auch Andreas Diermair, ein Remis Gerhard Schroll. Niederlagen müssen Fauland (gegen Vlastimil Babula, 2591), Huber und Neo-IM Schachinger hinnehmen. Ihm wurde bei der FIDE Präsidiumssitzung in Baku der Titel verliehen. Morgen trifft Shengelia mit Schwarz auf Moiseenko (2698), Ragger ebenfalls mit Schwarz auf Mera Gagunashvili (2592) und Kreisl auf Popov (2620). (wk, Foto: Ursula Huber)
Die Österreicher sind die bisherhige Sensation der ersten fünf von elf Runden der Schach Europameisterschaft im polnischen Legnica. David Shengelia führt nach fünf von elf Runden sensationell vor dem punktegleichen Ukrainer Alexnder Moiseenko. Diese Leistung ist gar nicht hoch genug einzuschätzen, sind doch 286 der besten Schachspieler Europas aus 38 Ländern am Start, darunter 143 (!) Großmeister. Shengelia ist in der Startrangliste mit seiner Elozahl von 2546 nur als Nummer 119 (!!) gesetzt. Nach einem Plichtsieg in der Startrunde gewinnt Shengelia in den Runden zwei und drei gegen die höher eingeschätzten Großmeister Grzegorz Gajewski (POL, 2616) und Evgeny Postny (ISR, 2637). In Runde vier folgt ein sicheres Remis mit Schwarz gegen den Franzosen Maxime Vachier-Lagrave, der mit einer Elozahl von 2718 zum elitären Kreis der besten Spieler der Welt gehört und im Turnier als Nummer Drei gesetzt ist. Doch damit nicht genug. In der gestrigen fünften Runde überspielt Shengelia sehenswert den Ukrainer Alexander Areshchenko (2709) und übernimmt von dessen Landsmann Alexander Moiseenko die Führung. Heute kommt es zum direkten Duell dieser beiden Spieler, die jeweils 4,5 Punkte aus den bisherigen fünf Runden erzielten. (wk)
Ihr Berichterstatter zieht heute den Hut vor den Leistungen der Östeerreicher bei der EM in Legnica. Theoretisch bestens vorbereitet und kampfstark pflügen sie quer durch die europäische Elite. Schwer zu sagen welcher Österreicher die Sensation des ersten Drittels der EM ist. David Shengelia, der nach seinem heutigen souveränen Schwarzremis gegen Vachier-Lagrave (2718) als Nummer 119 auf Rang 2 liegt? Oder doch Robert Kreisl, der heute mit Ivan Cheparinov (2700) den theoretisch als extrem stark beschlagen geltenden Chefsekundanten von Veselin Topalov im Grünfeldinder regelrecht vorführt? Selbst als sich Cheparinov in Zeitnot in Verzweilfungsopfer stürzt, behält der Leobner kühlen Kopf und fährt den bisher größten Erfolg seiner Schachkarriere ein. Kreisl liegt nach vier Runden als Nummer 209 (!!) mit drei Siegen gegen starke Großmeister auf Rang 19. Aber selbst das ist nicht genug des Lobes. Markus Ragger remisiert mit Schwarz gegen Roiz, hält wie Kreisl bei drei Punkten und liegt auf Rang 27. Alexander Fauland besiegt überzeugend GM Vasif Durarbyli (2597). Und Jungspatz Martin Christian Huber holt gegen WGM Betul Cemre Yildiz mit Schwarz seinen ersten Sieg bei einer EM. Den guten Tag kann nicht trüben, dass Schroll gegen Kurnosov verliert und Schachinger sowie Diermair die erhofften Punkte nicht einfahren. Morgen spielen: Shengelia gegen Areshchenko (2709), Ragger gegen Kravtsiv (2595) und Hracek (2628) gegen Kreisl. Die Live-Übertragung beginnt um 15:00 Uhr. (wk, Foto: Ursula Huber)