Österreichs Teams stehen bei der Schach-Olympiade in Samarkand in den Runden drei und vier im Mittelpunkt des Interesses. Die Herren stehen gegen Gastgeber Usbekistan am Spitzentisch in einem medialen Blitzlichtgewitter, die Frauen feiern sensationelle Punktgewinne gegen die Top-Nationen Niederlande und Georgien.
Das ÖSB-Frauenteam von Coach Martin Christian Huber überrascht gegen die Niederlande, Nummer 12 der Setzliste, mit einer 2:2-Punkteteilung. Dabei hat das Match gar nicht gut begonnen. Olga Badelka erwischt einen schlechten Tag und verliert am Spitzenbrett gegen Eline Roebers. Die Niederlande gehen mit 1:0 in Führung und haben auf allen anderen Brettern ein deutliches Elo-Plus. Umso erfreulicher ist der weitere Verlauf. Jamina-Denise Schloffer und Emilia Deak-Sala remisieren gegen Spielerinnen, die mehr als 100 bzw. 200 Elopunkte höher eingestuft sind. Noch besser macht es Chiara Polterauer. Sie überspielt Machteld van Foreest (2333) und bringt den verdienten Ausgleich.
Tags darauf wartet mit Georgien eine der stärksten und erfahrensten Frauenmannschaften der Welt. Mit einem Eloschnitt von 2451 ist das Team die Nummer 2 der Setzliste und eine der heißesten Titelkandidatinnen. Österreich hat zum Vergleich einen Schnitt von 2214 und ist auf Platz 34 unter 189 Mannschaften gesetzt. Dieser nominelle Unterschied ist in den Partien nicht zu bemerken. Badelka und Schloffer remisieren gegen die Großmeisterinnen Nana Dzagnidze und Nino Batsiashvili, Polterauer und Deak-Sala gegen die Internationalen Meisterinnen Lela Javakhishvili und Meri Arabidze. Das 2:2 ist hochverdient. Dabei haben die Georgierinnen sogar noch das Glück auf ihrer Seite. Die Engine zeigt in der Schlussstellung von Schloffer eine Gewinnstellung für die Österreicherin. Der Gewinnweg ist aber keineswegs offensichtlich und bei knapper Bedenkzeit kaum zu berechnen.

Das Herrenteam von Ferenc Berkes steht in der dritten Runde gegen Usbekistan am Spitzentisch im Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit und muss zu Beginn ein Blitzlichtgewitter über sich ergehen lassen. An den Brettern schaffen es die Österreicher an allen Weißbrettern, Druck auf ihre Gegner auszuüben. Jener der Usbeken ist aber größer. Javokhir Sindarov (2779) gewinnt gegen Felix Blohberger (2552), ebenso wie Mukhiddin Mdaminov (2611) gegen Konstantin Peyrer (2585). Kirill Alekseenko (2656) kämpft gegen Nodirbek Abdusattorov (2762) darum, seinen Vorteil zu verdichten. Der Usbeke verteidigt sich aber bestens und hält das Remis. Lukas Dotzer (2472) entgleitet seine Partie gegen Nodirbek Yakubboev (2685) völlig. Der Usbeke übernimmt das Kommando und erreicht eine deutlich vorteilhafte Stellung, die Dotzer aber zum Remis verteidigen kann. Usbekistan gewinnt mit 3:1.
Tags darauf gewinnen die Herren dank Siegen von Alekseenko und Blohberger sowie Remisen von Peyrer und Baidetskyi gegen Bolivien deutlich mit 3:1.
Heute wartet mit der Ukraine erneut ein Spitzenteam auf Österreichs Frauen. Die Herren spielen wieder gegen Usbekistan, diesmal treffen sie aber auf die dritte Mannschaft des Gastgebers und sind in der Favoritenrolle. (wk, Fotos: FIDE)
