Drei Österreicher in der Deutschen Bundesliga
Die Deutsche Schachbundesliga hat dieses Wochenende mit ihren ersten beiden Runden begonnen. Im illustren Teilnehmerfeld konnten sich mit Markus Ragger, Peter Schreiner und Valentin Dragnev auch drei Österreicher für die ersten vier Runden der heimischen Bundesliga ab kommenden Donnerstag aufwärmen. Ragger spielt im Team des regierenden Meisters Solingen hinter Pentala Harkisrishna und Richard Rapport am dritte Brett. Er trägt eineinhalb Punkte zu zwei hohen Siegen gegen Berlin (5,5:3,5) und SK König Tegel (6:2) bei. Ragger zerstört am Sonntag den Stonewall von Michael Richter in einer Kurzpartie. Tags davor remisiert er gegen Aleksander Mista. Die einzige Einzelniederlage von Solingen muss Rapport gegen den in Österreich bestens bekannten GM Robert Rabiega hinnehmen. Der Steirer Peter Schreiner spielt heuer für SF Berlin 1903 und holt zwei Remisen gegen starke Großmeister. Im Duell gegen Raggers Solingen holt Schreiner gegen Jan Smeets (2600) ebenso einen halben Punkt wie tags darauf gegen Konstantin Landa (2597). Berlin muss aber auf erste Punkte warten. Valentin Dragnev steckt weiter im Dress von Bayern München. Gegen ein übermächtiges Baden-Baden verliert Dragnev gegen Etienne Bacrot (2692). Im Match gegen SG Speyer-Schwegenheim gibt es für die Schachabteilung des deutschen Fußball-Riesen mit einem 5:3 erste Punkte. Dragnev trägt mit einem Sieg gegen den Ungarn Adam Horvath (2498) entscheidend dazu bei. Viel Aufmerksamkeit erweckt der Einsatz von Ex-Weltmeister Anatoli Karpov für Hockenheim. Er gewinnt seine Partie gegen Robert Kempenski im typischen Karpov-Stil. Danach war sein Auftritt in der Bundesliga aber auch schon wieder zu Ende. (wk, Foto: Deutsche Bundesliga)
Deutsche Schachbundesliga

Luca Kessler holte für Wollishofen in der Schweizer Nationalliga 5½ Punkten aus neun Partien und erzielt damit seine dritte IM-Norm nach je einer beim Open Liechtenstein 2013 und 2014. Damit bekommt er definitiv den Titel eines Internationalen Meisters zugesprochen, da er die 2400-ELO-Marke bereits übersprungen hat. Der 19-jährige Vorarlberger schrammte sogar nur knapp an einer Grossmeister-Norm vorbei. Hätte er in der Schlussrunde den 88 ELO weniger aufweisenden FM Gabriele Botta geschlagen, hätte es zu seiner ersten GM-Norm gereicht. Sein Klub Wollishofen schafft den 7. Platz unter 10 Teams und sichert damit den Klassenerhalt. Neuer Meister ist erstmals Zürich vor Winterthur und Riehen. Die Züricher haben für die Schlussrunde sogar Ex-Weltmeisterin Alexandra Kosteniuk eingeflogen. Es hat sich offenbar bezahlt gemacht. (wk, Info: Schweizer Schachbund)
Der Russe Ian Nepomniachtchi gewinnt ungeschlagen das Tal Memorial in Moskau und feiert damit wohl den bisher größten Erfolg seiner Karriere. In der Live-Rating-Liste teilt er nach seinen guten Ergebnissen in Baku und Moskau mit Anish Giri den 10.Platz. In den Runden sieben und acht gab es ausschließlich Remisen. Die Entscheidung musste in der Schlussrunde fallen. Nepomniachtchi gerät mit Schwarz gegen Gelfand in Schwierigkeiten, verteidigt aber zäh und rettet den halben Punkt. So lag es an Giri mit einem Sieg gegen Li aufzuschließen und einen Stichkampf zu erzwingen. Der Holländer übt mit Schwarz auch starken Druck aus und scheint am Weg zum Sieg. Selbst Chao Li gesteht in der Pressekonferenz ein, dass die Partie verloren war. Giri findet aber den schmalen Pfad zum Sieg nicht und muss sich mit 5,5 Punkten, einen halben Zähler hinter dem Sieger, mit dem zweiten Rang begnügen. Dritter wird nach einem Remis gegen Anand der Armenier Levon Aronian mit fünf Punkten. Er bleibt wie Nepomniachtchi ungeschlagen, gewinnt aber nur eine Partie gegen Giri. Punktegleich mit Aronian wird Anand Vierter. Svidler, Li, Kramnik und Mamedyarov folgen mit 4,5 Punkten aus den neun Partien. Mamedyiarov gelingt am letzten Tag gegen Kramnik der einzige Sieg der letzten drei Runden. Das aber ist ein sehenswerter. Unter ihren Möglichkeiten bleiben Tomashevsky und Gelfand. Beide können keine Partie gewinnen. Tomashevsky verliert zwei, Gelfand gleich fünf. Er tröstet sich mit der Erinnerung an seinen Sieg im Tal Memorial 2013. (wk, Foto: ChessBase)
Seit 1. Oktober läuft auf der Insel Isle of Man in der irischen See ein starkbesetztes Open. Am Start sind sieben Spieler mit 2700 Elopunkten oder mehr, darunter mit den amerikanischen Olympiasiegern Caruana, So und Nakamura auch drei Top-Ten Spieler. In den ersten vier Runden siehlt aber Alexei Shirov den Stars die Show. Er gewinnt als Einziger alle Partien und strahlt von der Spitze der Tabelle. Caruana und Nakamura musste in den Runden drei und vier jeweils zwei Remisen zugestehen. Der Mann der Stunde ist dabei der Schwede Nils Grandelius. Er remisiert zuerst mit Weiß gegen Caruana und tags darauf mit Schwarz gegen Nakamura. Auf der Turnierseite werden die Partien live übertragen und kommentiert. (wk, Foto: ChessBase)
In der gestrigen sechsten Runde des Tal Memorials stoppt Levon Aronian den Lauf von Anish Giri. Der Armenier erwischt Giri in einer englischen Eröffnung am falschen Fuß und krönt seine Leistung mit einem studienartigen Finale. Neuer Tabellenführer ist nach diesem Ausrutscher des Holländers wieder Ian Nepomniachtchi. Der Russe bringt gegen Mamedyarov in einem Italiener ein bisher unbekanntes Bauernopfermotiv und gewinnt in beeindruckendem Stil Partie und Tabellenspitze. Einen ersten Sieg feiert Peter Svidler gegen Li Chao. Die Beiden brauchen in der Eröffnung viel Zeit, der Chinese verwaltet aber schon bald eine Verluststellung. Vladimir Kramnik besiegt Boris Gelfand in einem Najdorf Sizilianer praktisch aus der Vorbereitung heraus. Für Gelfand ist es die fünfte Niederlage in Serie. Das einzige Remis für Schwarz gelingt Vishy Anand gegen Evgeny Tomashevsky. In der Tabelle führt drei Runden vor Schluss Nepomniachtchi mit 4,5 Punkten vor Giri (4) sowie Aronian, Kramnik und Anand (alle 3,5) Heute ist in Mosau der zweite Ruhetag. Die siebente Runde beginnt morgen, Dienstag, um 14:00 Uhr MEZ. (wk, Foto: ChessBase)