Dragnev rettet Bayern München einen Punkt
In der deutschen Schach Bundesliga ist Valentin Dragnev an diesem Wochenende der Held des FC Bayern München. Im Wettkampf gegen den SK König Tegel kommen die Bayern durch eine rasche Niederlage von Thomas Reich gegen Ulf Von Herman in Rückstand. Nach sechs Remisen ist nur noch am dritten Brett die Partie von Dragnev gegen Emilio Moreno Tejera offen. Valentin behält die Nerven, presst einen Gewinn aus der Stellung und rettet Bayern damit ein 4:4 das im Abstiegskampf zählen könnte. Tags darauf setzt es gegen SF Berlin 1903 allerdings eine klare 2:6 Niederlage. Dragnev verliert gegen Daniele Vocaturo (2583). Markus Ragger gelingen für Solingen eineinhalb Punkte. Einem Remis gegen Matthias Bluebaum folgt ein Sieg gegen Niclas Huschenbeth. Solingen gewinnt gegen Werder Bremen 5:3 und gegen den Hamburger SK trotz einer überraschenden Niederlage von Pentala Harikrishna am Spitzenbrett mit 5,5:2,5. In der Tabelle liegt Solingen punktegleich mit OSG Baden-Baden und dem SV 1930 Hockenheim am zweiten Platz. Diese drei Teams haben noch eine weiße Weste. Bayern liegt mit drei Punkten in der 16-er Liga am 11. Platz. MSA Zugzwang, der Klub von Stefan Kindermann, liegt nur am vorletzten Platz. SF Berlin 1903, jener von Peter Schreiner, hält bei vier Punkten und einem sechsten Rang im Mittelfeld. Kindermann und Schreiner waren diesmal nicht im Einsatz. (wk, Foto: Deutsche Bundesliga)
Deutsche Schachbundesliga

Nach zwei von drei Bewerben ist Vishy Anand der Mann der Stunde beim Champions Showdown in St. Louis. Der Ex-Weltmeister beeindruckt im klassischen Schach und vor allem Schnellschach mit seinem Spiel und ist nach 12 Partien als einziger Spieler ungeschlagen. Im klassischen Schach mit einer Bedenkzeit von einer Stunde pro Spieler und Partie plus fünf Sekunden "delay" pro Zug gewinnt Anand gegen Nakamura eine Partie bei weiteren fünf Remisen und teilt am Ende mit Topalov den Sieg. Beide erreichen 3,5 Punkte, Nakamura erzielt 3, Caruana nur 2. Im Schnellschach legt Anand dann noch eins drauf. Er besiegt zweimal Topalov und ein weiteres Mal Nakamura und liegt am Ende mit 4,5 Punkte klar vor Nakamura (3,5), Caruana (2,5) und Topalov (1,5). Dabei hatte Anand noch Luft nach oben. Insbesondere in seiner Schwarzpartie gegen Nakamura stand er klar auf Gewinn. In der Gesamtwertung liegt Anand vor den heutigen 12 Blitzpartien mit acht Punkte vor Nakamura mit sechseinhalb. Topalov und Caruana werden es schwer haben noch um den Gesamtsieg mitzumischen. (wk, Foto: Turnierseite)
Amerika steht nach den Wahlen ganz im Zeichen des Schachs. Die WM beginnt heute in New York, seit gestern läuft zudem ein "Champions Showdown" in St. Louis, dem Schachherzen der Vereinigten Staaten. Am Start sind die beiden heimischen Olympiasieger Fabiano Caruana und Hikaru Nakamura sowie die Ex-Weltmeister Vishy Anand und Veselin Topalov. Gespielt werden zunächst sechs Runden klassisches Schach, allerdings mit einer Bedenkzeit von einer Stunde pro Partie plus fünf Minuten Verzögerung (delay) pro Zug. Danach folgen sechs Runden Schnellschach und zwölf Runden Blitzschach. Der Trend geht offenbar zu kürzeren Bedenkzeiten, die Fans nehmen es dankbar an und werden mit dramatischen Partien belohnt. Zum Auftakt besiegt Topalov mit einem sehenswerten spekulativen Figurenopfer den elofavorisierten Caruana. Anand knetet in einer italienischen Partie Nakamura lange aber erfolglos. In der zweiten Runde des Tages hält Anand eine schlechtere Stellung gegen Topalov mit aktivem Spiel remis. Die Kombination des Tages lässt Caruana gegen Nakamura vom Stapel. Trotz knapper Zeit findet er die besten Züge und steht klar auf Gewinn. Doch Nakamura leistet weiter hatnäckig Widerstand und wird bei beiderseits hängenden Klappen noch mit einer Punkteteilung belohnt. Caruana staht am Ende trotz zweier Gewinnstellungen mit einem Remis da. Tabellenführer ist Topalov mit eineinhalb Punkten. Die dritte Runde beginnt heute um 20:00 Uhr MEZ, die vierte dann um 22:30 Uhr. Auf der Turnierseite gibt es die bereits gewohnte Live-Übertragung im hohen St. Louis Standard mit Yasser Seirawan und Tanja Sachdev. (wk, Foto: ChessBase)
Etienne Bacrot gewinnt im Finale der Karpov Trophy gegen Edouard Romain mit 1,5:0,5. Das Turnier wurde im Beisein des 12. Weltmeisters der Schachgeschichte und Namensgebers der Veranstaltung, Anatoly Karpov, im französischen Cap D'Agde ausgetragen. In der Vorrunde spielten mit Etienne Bacrot, Romain Edouard, Anatoly Karpov und Matthieu Cornette vier Herren und mit Anna Muzychuk, Dronavalli Harika, Marie Sebag und Sabrina Vega Gutierres vier Frauen. Im Kampf der Geschlechter setzten sich die elofavorisierten Herren durch und spielten ab dem Semifinale unter sich. Im Seminifale setzte sich Bacrot gegen Cornette mit 1,5:0,5 durch während Edouard gegen Karpov mit 2:0 die Oberhand behielt. Das Finale mit den beiden Elofavoriten entscheidet Bacrot mit einem Schwarzsieg für sich. In der zweiten Finalpartie reichte ihm mit Weiß bereits ein Remis. Bacrot entscheidet sich gegen Französisch für die Abtauschvariante und hat keine Mühe die Punkteteilung zu erreichen. (wk, Foto: ChessBase)
Alexandra Kosteniuk und Alexander Riazantsev sind die neuen Meister Russlands. In den Superfinals der Meisterschaften ist Kosteniuk im Frauenbewerb eine Klasse für sich und siegt überlegen mit eineinhalb Punkten Vorsprung vor Natalija Pogonina. Einen halben Punkte dahinter wird Anastasia Bodnaruk Dritte. Kosteniuk stand bereits nach neun der elf Runden als Siegerin fest und musste lediglich gegen Pogonina eine Niederlage einstecken, konnte aber sieben Partien gewinnen. Die Remisquote war niedrig, wie insbesondere das Beispiel der Co-Favoritin Valentina Gunina zeigt. Sie wurde mit sechs Siegen bei fünf Niederlagen aber nur Siebente. Im Herrenbewerb ging es hingegen sehr knapp zu. Siege waren Mangelware, die Remisquote lag bei über 70%. Die ersten Vier blieben sogar ungeschlagen. Mit Inarkiev und Bocharov haben nur zwei Spieler mehr als zwei Partien verloren. Riazantsev gewinnt schließlich dank eines Schwarzerfolges in der Schlussrunde gegen Jakovenko mit sieben Punkten vor Alexander Grischuk und Evgeny Tomashevsky (beide 6,5). Peter Svidler führt mit sechs Punkte das Feld der Verfolger an. Abgeschlagener Zwölfter und Letzter wird Dmitry Bocharov. (wk, Foto: ChessBase)