WM - 5:3 nach zwei Remisen
Nach zwei weiteren Remisen in den Runden sieben und acht steht es 5:3 für den Herauforderer Magnus Carlsen. In beiden Partien stand wieder die Berliner Variante der spanischen Verteidigung am Prüfstand. Zuerst versuchte Anand erfolglos mit einer dritten Variante Carlsen unter Druck zu setzen. Die Berliner Mauer hielt aber auch diesem Versuch problemlos stand, das Score für Anand in seinen drei Weißpartien gegen diese Verteidiung ist 1:2. Heute eröffnete Carlsen erstmals selbst mit 1.e4 und Anand entschied sich seinerseits zu testen was wohl Carlsen gegen seine eigene Verteidigung im Köcher hat. Doch der Norweger ließ sich nicht in die Karten blicken und wählte die sicherste, aber auch ungefährlichste Fortsetzung. So blieb der spannendste Moment des heutigen Tages die anschließende Dopingkontrolle. Morgen ist Ruhetag, am Donnerstag steht Anand unter Zugzwang. Er braucht unbedingt einen Sieg will er die WM realisterweise noch offen halten. (wk, Foto: Turnierseite)
FIDE, Website WM (Live-Übertragung ab 10:30 Uhr)

Aserbeidschan ist in der Besetzung Mamedyarov, Radjabov, Sfarli, Mamedov und Guseinov nach einem Fotofinish in der Schlussrunde neuer Europameister. Das Team hält den Wettkampf gegen Armenien mit 2:2 im Gleichgewicht und profitiert von der 1,5:2,5 Niederlage Frankreichs gegen Russland. Andreikin sichert dem Favoriten mit seinem Sieg gegen Tkachiev gerade noch die Bronzedaille vor den punktegleichen Armeniern. Frankreich konnte in der Hotellobby ausgiebig die Silbermedaille feiern, trauert aber doch ein wenig dem verpassten Titelgewinn nach. Im Damenbewerb stand die Ukraine bereits als Sieger fest. Die Ukrainerinnen verzichteten gegen Russland auf Ushenina und "verhelfen" den Russinnen mit einer 1:3 Niederlage noch zur Silbermedaille. Bronze holt Polen mit einem 3:1 Sieg gegen die sensationell starken Litauerinnen. Die österreichischen Teams landen am Ende am 17. (Damen) und 30. Platz (siehe unter Weiterlesen). (wk)
Einen herben Rückschlag erleidet Weltmeister Anand mit seinem Vorhaben den Titel gegen Jungstar Magnus Carlsen zu verteidigen. Nach der gestrigen Niederlage erwartete sich die Schachwelt heute einen starken Auflschlag des Inders. Aufs Brett kam erneut die Berliner Verteidigung, die Anand schon in der vierten Runde Sorgen bereitet hatte. Diesmal wählt Anand eine sogenannten Anti-Berliner-Variante, konnte aber erneut keine Eröffnungsvorteil erzielen. Nach einem schwermütigen Mittelspiel landet Anand wieder ein einem schwierigen Turmendspiel und vermag es wie schon gestern nicht zu halten. Carlsen führt damit zur Halbzeit nach sechs Partien mit 4:2. Am Montag eröffnet Anand die zweite Halbzeit nach einem Farbwechsel erneut mit Weiß und braucht wohl einen Sieg um die WM noch einmal spannend zu machen. (wk, Foto: Turnierseite)
Die ukrainischen Damen gewinnen heute gegen Armenien mit 3:1 und sichern sich in der Besetzung Lagno, Ushenina, Mariya Muzychuk, Zhukova und Gaponenko vorzeitig den EM Titel. Positive Meldungen gibt es von den österreichischen Teams. Die Damen gewinnen gegen Griechenland mit Siegen von Eva Moser und Tina Kopinits bei einem Remis von Newrkla mit 2,5:1,5 und spielen morgen in der Schlussrunde gegen Spanien. Die Herren dürfen sich mit dem 2:2 gegen Spanien über einen weiteren Punktegewinn gegen ein starkes Team mit einem Eloschnitt von 2642 freuen und zudem über eine GM-Norm von Peter Schreiner. Dem jungen Steirer reichte dafür ein Remis gegen Igarza Vazquez (2602). Ein Tag in Warschau wie er für den ÖSB kaum besser hätte laufen können. Die Herren spielen in der Schlussrunde gegen "Poland Goldies" wie das Dreierteam der Gastgeber genannt wird. Um den Europameister Titel und die Medaillen geht es in den Begegnungen Armenien (12) gegen Aserbeidschan (13) und Russland (11) gegen Frankreich (13). Die Schlussrunde beginnt am Sonntag bereits um 11:00 Uhr. (wk)
Österreichs Damen überraschen heute gegen Frankreich, die Nummer 7 der Setzliste, mit einem feinen 2,5:1,5 Sieg. Anna-Christina Kopinits holt gegen Sophie Milliet (2382) den entscheidenden Siegpunkt, Eva Moser gegen Marie Sebag (2510), Veronika Exler gegen Silvia Collas (2292) und Anna-Lena Schnegg gegen Natacha Benmesbah (2248) steuern Remisen bei. Die ukrainischen Damen könnten sich heute mit einem Sieg gegen Armenien bereits den Titel sichern. Österreichs Damen spielen gegen Griechenland um einen Platz in der vorderen Hälfte. Wenig glücklich agieren unsere Herren. Heute setzt es gegen Israel eine 0,5:3,5 Niederlage, einzig Peter Schreiner gelingt ein Remis. Die Auslosung meint es mit dem Team auch nicht sonnig, wartet als nächster Gegner mit Spanien nach einer Niederlage schon wieder ein starker Gegner. An der Spitze besiegt Armenien gestern Russland und fordert morgen Frankreich in einem Titelduell, nachdem die Franzosen mit einem 2:2 gegen Aserbeidschan knapp die Führung behalten konnten. Mit einem Sieg wäre aber plötzlich Armenien vorne. (wk, Foto: Turnierseite)