Viktor Gazik gewinnt das Graz Open
Im Graz Open liefert der jugendliche Slowake Viktor Gazik einen überzeugenden Überraschungssieg. Gazik startet mit sieben Siegen in Serie und lässt sich auch durch eine Niederlage in der Vorschlussrunde gegen Quentin Loiseau nicht aus der Bahn werfen. In der Schlussrunde besiegt er nach Istratescu mit Vahap Sanal seinen zweiten Großmeister und sichert sich mit acht Punkten und einer Performance von 2764 (!) das erste Preisgeld. Eine GM-Norm verpasst Gazik allerdings weil ein dritter GM-Titelträger fehlt. Den zweiten Platz sichert sich der topgesetzte Russe Dmitry Kryakvin mit sieben Punkten vor seinem Landsmann Maxim Turov, der eine Gruppe von sechs Spielern mit je sechseinhalb Punkten anführt. Bester Österreicher wird mit Lukas Leisch ebenfalls ein Jugendlicher. Leisch erreicht mit fünfeinhalb Punkten den 25. Platz unter 122 Teilnehmern der A-Gruppe. Die steirische Hoffnung Andreas Diermair findet diesmal nicht zu seiner Form und landet mit fünf Punkten als Achter der Setzliste nur am 41. Platz. Immerhin ist er damit vor Danner, Khalakhan und Kravanja bester Steirer. Gute viereinhalb Punkte gelingen der ÖSB-Nationalspielerin Denise Trippold und dem steirischen Talent David Schernthaner. Beide können sich über ein Eloplus freuen. Im B-Bewerb siegt der Türke Benan Kazdaglic mit acht Punkte vor dem Deutschen Ediz Kocak (7,5). Eine Talentprobe legt der Grazer Philipp Wendl ab. Er landet als 57. der Setzliste am 15. Platz und gewinnt 164 Elopunkte. Ein dickes Eloplus gibt es mit 102 Punkten auch für den Fürstenfelder Alexander Zaytsev. In der C-Gruppe feiern die Polen Michal Pazdzior (8,5) und Mateusz Rog (8) einen Doppelsieg. Das fünfrundige Wochenendturnier wird eine Beute von Patrick Glebenegger (4) vor Florian Mostbauer (3,5). (wk)
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Markus Ragger gewann gestern im Grazer Hotel Novapark nach einem Remis in der fünften Partie auch noch die finale sechste Partie gegen Boris Gelfand und damit das Match klar mit 4,5:1,5. In der fünften Partie verpasste Gelfand um den 30. Zug eine versteckte Möglichkeit mit einem Figurenopfer für drei Bauern eine Gewinnstellung zu erreichen, danach versandet die Partie aber im Remis. Gestern gelingt Ragger mit einer Nebenvariante ein zweiter Sieg gegen die russische Verteidigung des WM-Finalisten von 2012. Nach einer 2,5:3,5 Niederlage gegen Shakryiar Mamedyarov 2015 in Wien und dem 3:3 gegen Liviu-Dieter Nisipeanu 2018 in Graz ist es Raggers erster Matchsieg auf heimischen Boden. Die erzielte Performance von 2862 kann sich ebenfalls sehen lassen, zudem gibt es wichtige Punkte für die Weltrangliste. In Summe ein schöner Erfolg für Österreichs Nummer Eins, auch wenn Gelfand sichtlich von seiner Bestform entfernt war.
Das Match zwischen Markus Ragger und Boris Gelfand in Graz steht weiter ganz im Zeichen des Österreichers. In der dritten Runde umgeht Gelfand in seiner zweiten Weißpartie die Grünfeldindische Verteidigung mit einer Nebenvariante, kann damit aber keinen Druck aufbauen. Ragger erreicht sicher die Punkteteilung. Gestern greift Ragger erneut zum Königsbauern und wiederholt die Variante gegen die russische Verteidigung aus der zweiten Runde. Gelfand weicht mit einem Springertausch als erster ab. Ragger opfert in Folge einen Bauern für Initiative, Gelfand verteidigt sich aber umsichtig, im Turmendspiel wird der Punkt geteilt. Ragger führt vor dem heutigen Ruhetag mit 3:1 und könnte bereits morgen mit einem Remis den Matchsieg sichern.
GM Sanal Vahap siegte im 20. Internationalen Lienz-Open 2019. Damit gelang ihm - was noch keinem Spieler vorher gelang – dass er das Lienz-Open zum 2. Mal nach 2017 gewann. Nach der 8. Runde sah es noch danach aus, dass diese Einmaligkeit GM Vitaly Kunin zufällt. Er war Sieger des Opens 2009 und führte vor der Schlussrunde die Tabelle an. GM Istratescu Andrei jedoch – ein starker Weiß-Spieler – besiegte den Führenden in der Schlussrunde und verwies ihn auf Rang zwei, er selbst erreichte mit diesem Erfolg den dritten Tabellenplatz. Die Entscheidung um die Stockerlplätze war heiß umkämpft, hinter dem Sieger folgten gleich sechs punktegleiche Spieler und nur die Feinwertung gab den Ausschlag in der Schlussreihung. Die weiteren Plätze belegten GM Ankit R. Rajpara aus Indien, GM Maiorov Nikita, GM Prusikin Michael und GM Noel Studer. Beste Dame in Gruppe A wurde WIM Injac Teodora aus Serbien (Rang 25), die sich zusätzlich über eine WGM-Norm freuen durfte. Bester österreichischer Teilnehmer wurde IM Peter Schreiner auf Rang 10, IM Florian Mesaros belegte Rang 14! Die Reihung der besten Spieler des Schachklubs Dolomitenbank Lienz entschied Julian Bachlechner (34)für sich, gefolgt von Manuel Feige (38) und FM Robert Rieger (39). Den Sieg in der Gruppe B holte sich der Inder Rohan Bharat Joshi vor Norbert Ahrends aus Deutschland und dem Lienzer Spieler Dietmar Prantl. (wk, Foto: Sieger GM Sanal Vahap (li) mit Obmann Georg Weiler)