World Cup - Gelfand ist draußen
Die größte Sensation der ersten Runde des World Cups in Baku ist das Ausscheiden des ehemaligen WM-Herausforderers Boris Gelfand. Nach zwei Remisen in den klassischen Partien muss Gelfand in den Stichkampf. In der ersten Schnellschachpartie gegen den chilenischen Meister Cristobal Henriques Villagra (Elo 2511) verdirbt er eine gute Stellung ins Remis. In der zweiten nimmt er zum falschen Zeitpunkt Risiko und wird vom Chilenen klassisch ausgekontert. Die erste Runde hatte ihre große Sensation, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass Gelfand dieses Format durchaus liegt. 2009 hatte er mit seinem Sieg das Ticket für das Kandidatenturnier gelöst und sich dort für den WM-Kampf mit Anand qualifiziert. Alexander Grischuk quält sich gegen IM Yusup Atabayev (TKM, Elo 2428 (!!) mit zwei Remisen im Standardschach und vier weiteren in den Schnellpartien bis zu den Blitzpartien. Dort ist er aber mit 2:0 doch der klar Bessere. Eine "Armageddon Partie" gibt es im Macht Gabriel Sargission (ARM) gegen Mateusz Bartel (POL). Jeder kann eine 10-Minuten Partie gewinnen, alle anderen enden remis. In der entscheidenden Partie hat Sargissian Schwarz. Bartel bekommt eine Minute mehr Bedenkzeit, muss aber gewinnen. Er schafft es nicht die Partie aus dem Gleichgewicht zu bringen und muss am Ende mit einem Remis sein Ausscheiden akzeptieren. Heute folgt die zweite Runde. Sie wird auf der Turnierseite ab 12:00 Uhr live übertragen und kommentiert. (wk, Foto: Turnierseite)
Turnierseite

Alexandra Kosteniuk gewinnt die Schnellschach Europameisterschaften der Frauen mit 8,5 Punkten aus 11 Partien vor ihrer russischen Teamkollegin Valentina Gunina und der Georgierin Nino Batsiaschvili. Acht Punkte erreicht auch die frischgebackene Europameisterin im Standardschach, Natalia Zhukova. Sie hatte aber in der Zweitwergung den schlechteren Eloschnitt der Gegnerinnen. Hinter Stefanova wird Elisabeth Pähtz am sechsten Platz erneut die mit Abstand beste Westeuropäerin. Zudem darf sie sich über die World Cup Qualifikation im Standardschach freuen, da einige vor ihr platzierte Spielerinnen bereits qualifiziert waren. Am Start waren bei der Schnellschach EM 50 Spielerinnen aus 10 Nationen. Da gibt es noch Luft nach oben... (wk, Foto: Turnierseite)
Vom 19. bis 31. Mai findet in Chakvi (Georgien) die Europameisterschaft der Frauen im Standardschach und anschleßend im Schnellschach statt. Am Start sind 98 Teilnehmerinnen aus 19 Nationen, darunter keine Österreicherin. Diese eher geringe Zahl ist wohl die Folge einer "Last-Minute" Organisation, wobei Georgien zu danken ist, dass es überhaupt eine EM gibt. Zuvor gab es keine Bewerbungen für die Ausrichtung. Nach drei Runden sind mit Mihaela Sandu (Rou), den Russinnen Alina Kashlinskaya und Olga Girya sowie Nino Batsiashvili (GEO) noch vier Spielerinnen ohne Punkteverlust. Es gab bereits einige Überraschungen. So hat beispielsweise Anna Ushenina, die WM Finalistin von 2013, in der ersten Runde ein Remis gegen Nino Khomeriki (GEO, 2228) abgegeben und tags darauf gegen Salomeja Zaksaite (LTU, 2203) sogar verloren. Auf der Turnierseite werden die Partien live übertragen. (wk, Foto: Turnierseite)
Die Ukrainerin Natalia Zhukova gewinnt die Frauen EM im georgischen Chakvi mit 9,5 Punkten aus 11 Partien vor der Georgierin Nino Batsiashvili und der Russin Alina Kashlinkskaya. Die ersten 14 Spielerinnen qualifizieren sich zudem für die nächsten Frauen Weltmeisterschaft. Die Deutsche Elisabeth Pähtz verpasst die Qualifikation als beste Westeuropäerin um einen Platz. Insgesamt 98 Spielerinnen aus 19 Nationen waren am Start. 32 davon haben ein Schreiben an die Organisatoren unterschrieben in dem sie der Rumänin Mihaela Sandu vorwerfen betrogen zu haben. Initiiert wurde die Aktion offenbar unter anderen von der späteren Europameisterin Zhukova vor ihrer Partie in der achten Runde gegen die Rumänin, die zu diesem Zeitpunkt mit sechs Punkten aus sieben Partien mit an der Spitze war. Der Schönheitsfehler ist, dass es keinen Anhaltspunkt für die Beschuldigungen gibt, als die bis dahin gute Performance von Sandu. Ihr Verhalten im Turniersaal wird von den Schiedsrichtern als unauffällig bezeichnet, ihre Partien zeigen keine signifikanten Übereinstimmungen mit Computerzügen. FIDE und ECU sind nun gefordert Spieler nicht nur vor Betrügern zu schützen, sondern auch vor jenen die in rufschädigender Art ohne konkrete Verdachtsmomente Betrug unterstellen. Morgen starten in Chakvi noch die Europäischen Frauen Schnellschachmeisterschaften. (wk, Foto: Turnierseite)
Zeitgleich mit der Frauen Team WM fand in Zakhkadzor auch jene der offenen Klasse statt. China bestätigt souverän den Olympiasieg von Tromsö aus dem Vorjahr und holt mit sechs Siegen bei drei Remisen mit 15 Punkten die Goldmedaille. Die Ukraine sichert sich mit einem 2:2 in der Schlussrunde gegen Ungarn die Silbermedaille vor Armenien, das dank eines 2,5:1,5 Erfolges gegen Ägypten Bronze gewinnt. Die favorisierten Russen verliergen gegen Kuba, Ukraine und Armenien jeweils mit 1,5:2,5 und müssen auch mit China und den USA die Punkte teilen. Unter Strich bleibt da für Grischuk, Karjakin und Co. nur der undankbare vierte Platz vor USA, Ungarn, Israel, Kuba, Indien und Ägypten. (wk, Foto: ChessBase)