Frauen WM - Alle Favoritinnen sind draußen
Das Viertelfinale der Frauen WM in Sotschi endet mit faustdicken Überraschungen, scheiden doch mit Humpy Koneru und Anna Muzychuk die letzten beiden großen Favoritinnen aus, nachdem es zuvor bereits Dzagnidze, Ju, Cmyilyte, Kosteniuk, Gunina und Zhao erwischt hatte. Neue Elofavoritin ist Mariya Muzychuk als Nummer 9 der Startrangliste. Die jüngere der beiden Schwestern wirft heute in einem dramatischen Tie-Break die indische Ex-Weltmeisterin und Favoritin Humpy Koneru aus dem Bewerb. Insbesondere in der zweiten Schnellpartie scheint Humpy auf dem Weg zum Sieg, greift aber in der entscheidenden Phase fehl und gibt Muzychuk die Chance zu einem sehenswerten taktischen Finale. Ihre Schwester Anna scheitert in den zweiten beiden Schnellschachpartien mit kürzerer Bedenkzeit an der Schwedin Pia Cramling. Eine weitere Sensation. Muzychuk scheitert vor allem an einer fehlenden Waffe gegen Cramlings Sizilianer. Sie holt nur einen schmeichelhaften Punkt aus drei Weißpartien. Nachdem sich die Inderin Dronavalli Harika bereits in den Standardpartien mit 1,5:0,5 gegen die georgische Überraschungsfrau Arabidze durchgesetzt hatte, ist Russlands Natalia Pogonina die Vierte im Bunde der Semifinalistinnen. Sie wirft vor allem dank zweier Schwarzerfolge mit dem Wolga-Gambit mit Zhao Xue die letzte Chinesin aus dem Bewerb. Pogonina liegt in der aktuellen Weltrangliste übrigens hinter Eva Moser (Rang 33, Elo 2464) mit 2456 auf Rang 40. Die Schachgroßmacht China ist der große Verlierer des World Cups hat aber mit Hou eine WM Finalistin im Talon. Im Semifinale treffen morgen Muzychuk auf Harika und Cramling auf Pogonina. Alles ist jetzt möglich, alle vier dürfen sich aber bereits über die Teilnahme in der nächsten Grand Prix Serie freuen. (wk, Foto: Turnierseite)
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Die Frauen WM in Sotschi kommt in ihre entscheidende Phase. Heute qualifzierten sich im Stichkampf noch Natialia Pogonina (RUS), Dronavalli Harika (IND) und Meri Arabidze (GEO) für die Runde der letzten Acht. Alle Drei gewannen die erste Partie und konnten den Vorsprung in der zweiten halten. Auffallend ist, dass in den letzten beiden Runden die Teams von Russland und China beinahe vollständig aufgerieben wurden. Pogonina und Zhao sind die jeweils einzigen Vertreterinnen ihres Landes, die noch dabei sind. Nur eine von ihnen wird das Semifinale erreichen, denn eine Begegnung lautet Pogonina gegen Zhao. Dafür sind Indien und die Ukraine - mit den Muzychuk Schwestern - noch immer mit je zwei Spielerinnen vertreten. Mariya Muzychuk, sie hat zuletzt mit Stefanova eine Ex-Weltmeisterin sicher ausgeschaltet, trifft nun auf Humpy Koneru. Die indische Favoritin konnte bisher als einzige alle Partien gewinnen. Anna Muzychuk bekommt es mit Pia Cramling zu tun. Die Schwedin hat überraschend Valentina Gunina mit 1,5:0,5 besiegt. Die Überraschung des Turnieres ist die junge Georgierin Meri Arabidze. Sie überzeugt mit solidem Schach und kam gegen die Litauische Ex-Europameisterin Viktoria Cmilyte in das kommende Match gegen Harika. Die Inderin hat mit Kosteniuk eine weitere Ex-Weltmeisterin heimgeschickt. Die erste Partie der Zweikämpfe folgt morgen um 15:00 Uhr Ortszeit (13:00 MEZ). (wk, Foto: Turnierseite)
Die Schach WM der Frauen wird vom 17. März bis 7. April in Sotschi ausgetragen. Qualifiziert sind 64 Spielerinnen, darunter die letzte WM-Finalistin Anna Ushenina, die Semifinalistinnen Wenjun Ju und Dronavall Harika. Favoritin ist in Abwesenheit von Weltmeister Yifan Hou die Inderin Humpy Koneru mit einer aktuellen Elozahl von 2604. Gespielt wird im K.O.-System. Jeder Wettkampf besteht aus zwei Partien im Standardschach, bei Gleichstand folgt eine Entscheidung im Schnell- und falls nötig Blitzschach bis zur Entscheidung. Die einzig offene Frage ist warum die Siegerin des World Cups im Gegensatz zur allgemeinen Klasse neben dem Recht WM-Herausforderin zu sein, zugleich den WM Titel bekommt. Yifan Hou verteidigt dann "ihren" Titel quasi als Herausforderin... (wk, Logo: Turnierseite)
Die Frauen WM im World Cup Modus blickt auf eine spannende ersten Runde zurück. Elofavoritin Humpy Koneru setzt sich klar mit 2:0 gegen Ayah Moaataz (EGY) durch. Insgesamt gibt es neun 2:0 Entscheidungen. Etwas schwerer war es für Anna Muzychuk, aber der 1,5:0,5 Sieg gegen Amina Mezoud (ALG) stand nie in Frage. Immerhin 11 der 32 Paarungen und damit 22 der 64 Teilnehmerinnen mussten in die heutigen Stichkämpfe. Einige Wettkämpfe standen dabei an der Kippe. Das unglücklichste Ausscheiden muss Litauens Deimante Daulyte als Außenseiterin gegen die Polin Monika Socko hinnehmen. Socko steht in der ersten Schnellschachpartie auf Gewinn, wird dann aber auf den weißen Feldern ausgekontert und Matt gesetzt. In der zweiten Partie bemüht sich die Polin, die sich im Februar noch beim Graz Open für den World Cup aufgewärmt hatte, um den Ausgleich aber Daulyte hat alles unter Kontrolle. In hochkarätiger Zeitnot hätte sie einzügig Matt setzen können, stattdessen will sie mit einem Dauerschach den Aufstieg fixieren und stellt die Dame ein. In der zweiten Schnellschachrunde setzt sich Socko dann klar mit 2:0 durch. Den schwierigsten Weg zum Aufstieg haben Tatiana Kosintseva gegen Mary Ann Gomes und Aleksandra Goryachkina gegen Lilit Mkrtchian. Beide schaffen den Aufstieg erst in der Aramageddon Partie. Draußen ist mit Elisabeth Pähtz die einzige deutschsprachige Teilnehmerin. Nach zwei Remisen in den ersten beiden Schnellpartien, verliert sie die Dritte. In der Vierten steht sie gegen Meri Arabidze klar auf Gewinn, stellt dann aber in Zeitnot die Partie ein. In der Runde der letzten 32 stehen sieben Russinnen und sechs Chinesinnen. Die Zweikämpfe beginnen morgen um 13:00 Uhr MEZ. (wk, Foto: Turnierseite)
Der Russe Evgeniy Najer gewinnt die Europameisterschaft in Jerusalem. Entscheiden für den Sensationssieg der Nummeer 37 der Setzliste sind Siege in den Runden 8-10 gegen den Tschechen Zynek Hrace, den Deutschen Liviu-Dieter Nisipeanu und den Ukrainer Anton Korobov, der lange an der Spitze gespielt hatte. Hinter Najer landet Elofavorit David Navara (CZE) punktegleich vor Mateusz Bartel (POL) und Denis Khismatullin (RUS) nach Feinwertung mit 8 Punkten und einem halben Punkt Rückstand auf dem zweiten Platz. Khismatullin darf sich über den spektatkulärsten Sieg der EM freuen. Sein Turmopfer gegen Eljanov wird wohl in die Schachgeschichte eingehen. Insgesamt haben sich die ersten 23 Spieler für den World Cup qualifiziert. (wk, Foto: Turnierseite)