Sinquefield Cup - Stars in Spiellaune
In prächtiger Spiellaune präsentieren sich die Weltstars des Schachs beim Sinquefield Cup in St. Louis. Insbesondere Weltmeister Magnus Carlsen scheint auf bestem Weg zu alter Stärke. Er verliert zwar in der vierten Runde eine Gewinnstellung gegen Maxime Vachier-Lagrave, was Aronin in der Pressekonferenz zu dem launigen Seitenhieb "you need not to play well to win" hinreißt, bessert diese Scharte aber in der vergangenen Nacht gegen Wesley So mit einem Schwarzsieg umgehend aus. Siege gibt es auch für Neopmniachtchi gegen Nakamura und Anand gegen Caruana. Indiens Nummer Eins spielt gegen Caruana mit einem Damenopfer der besonderen Art wohl den "Zauberzug" des Turniers. In der Tabelle führt nach fünf Runden Vachier-Lagrave mit dreieinhalb Punkten vor Carlsen und Anand (je 3). Es folgen Caruana, Aronian, Karjakin (alle 2,5) und Nakamura, Svidler und Nepomniachtchi (alle 2). Heute ist in St. Louis ein Ruhetag, die sechste Runde folgt morgen ab 20:00 Uhr MEZ. (wk, Foto: Turnierseite)
Turnierseite Sinquefield Cup, Grand Chess Tour 2017

Gut lachen hat Weltmeister Magnus Carlsen in St. Louis beim Sinquefiled Cup. In der zweiten Runde besiegt Carlsen mit Sergej Karjakin ausgerechnet jenen Mann, der ihm beim letzten WM Match in New York so sehr gefordert hatte. Gut lachen haben aber auch die Schachfans in aller Welt. Erneut gab es letzte Nacht drei von fünf entschiedene Partien. Das ist eine Rarität in so hochkarätigen Turnieren, zumindest im Standardschach. Levon Aronion, zuvor noch großer Sieger gegen Nepomniachtchi, ist in dieser Runde die tragische Figur. Er stellt gegen Caruana einen Springer ein. Der Amerikaner verpasst dann einen einfachen Gewinn und muss sich lange plagen um den ganzen Punkt zu sichern und mit Carlsen die Führung zu teilen. Völlig von der Rolle scheint auch Ian Nepomniachtchi. Seine große Form aus dem Vorjahr ist weg. Er verliert gegen Wesley So mit Weiß sang und klanglos. Die dritte Runde beginnt heute um 20:00 Uhr MEZ. Die Schlagerpartien der Runde sind Anand gegen Carlsen und Karjakin gegen Aronian. (wk, Foto: Turnierseite)
Der Sinquefield Cup in St. Louis, die dritte Station der Grand Chess Tour 2017, beginnt mit einem Feuerwerk der Spieler. Levon Aronion eröffnet den Reigen gegen Ian Nepomniachtchi. Der Armenier aktiviert überraschend seinen Königsturm früh über h4, der Russe kontert mit einem Bauernopfer. Allerdings kann Aronian den Bauern nehmen, Nepomniachtchi gelingt es nicht Kompensation nachzuweisen. Einen siegreichen Auftakt gibt es auch für Sergej Karjakin und Maxime Vachier-Lagrave. Karjakin übernimmt gegen Peter Svidler nach dessen Fehler im 16. Zug das Kommando am Brett und gewinnt das russische Duell überzeugend. MVL profitiert von einem Fehler von Wesley So im letzten Zug vor der Zeitkontrolle. Sein Läuferpaar sorgt dann für einen raschen Sieg. Punkteteilungen gibt es zwischen Vishy Anand und Hikaru Nakamura sowie im Schlager der Runde zwischen Fabiano Caruana und Magnus Carlsen. Beide Partien endeten nach ausgeglichenem Verlauf mit Zugwiederholungen. Die Live-Übertragung der 2. Runde mit Yasser Seirawan, Jennifer Shahade und Maurice Ashley beginnt heute um 20:00 Uhr MEZ. Nach dem Sinquefileld Cup folgt in St. Louis vom 13.-19. August mit einem Blitz- und Schnellschachbewerb die vierte Station der Grand Chess Tour. Hier wartet die Schachwelt gespannt auf das Comeback von Garry Kasparov. Ein Live-Spektakel ist garantiert. (wk, Foto: Turnierseite)
In der Schlussrunde in Biel überschlagen sich mit fünf Ganzentscheidungen die Ereignisse. Im Fernduell der Führenden schießt Pentala Harikrishna gegen Etienne Bacrot im 21. Zug einen Bock und muss früh aufgeben. Yifan Hou nutzt die Gunst der Stunde, besiegt den Schweizer Überraschungsmann Nico Georgiadis und feiert ihren vielleicht bisher größten Erfolg im Männerschach. Das kommt überraschend, ging die Chinesin doch nur als Nummer Acht der Setzliste in das Turnier. Dieser Erfolg bringt ihr neben dem Sieg in Biel vor Bacrot und Harikrishna auch 17 Punkte für die Weltrangliste. Siege in der Schlussrunde feiner noch Ponomariov gegen Studer, Leko gegen Morozevich und Navara gegen Vaganian. In der Tabelle landen Ponomariov, Leko, Georgiadis und Morozevich mit je fünf Punkten hinter dem Siegertrio auf den Plätzen. Das Meister-Open gewinnt Mateusz Bartel vor Vladimir Baklan. Beide erzielen sieben Punkte, Bartel hat aber die besserer Zweitwertung. Der amerikanische Elofavorit Samuel Shankland landet mit fünfeinhalb Punkte nur am 20. Platz. Bester Österreicher im Feld wird am Ende doch Valentin Dragnev, dank eines Sieges gegen Artem Poliakov, mit fünfeinhalb Punkten am 33. Platz. Die beste Performance erzielt aber Florian Mesaros mit 2463. Felix Blohberger darf sich über einen Zugewinn von 16 Elopunkten freuen. Gunnar Schnepp spielt knapp über seiner Erwartung, Lukas Leisch hingegen wird dieses Turnier besser rasch vergessen und sich auf neue Aufgaben konzentrieren. (wk, Foto: Turnierseite)
Eine spannende Schlussrunde können die Schachfans heute beim GM-Turnier in Biel erwarten. Nach acht Runden führen Pentala Harakrishna und Yifan Hou mit jeweils fünfeinhalb Punkten vor dem Schweizer Außenseiter Nico Georgiadis, Etienne Bacrot und Alexander Morozevich (alle 5). Pikanterweise spielen heute Hou gegen Georgiadis, Harikrishna gegen Bacrot und Leko gegen Morozevich. Die besten Chancen auf den Sieg hat natürlich das Führungsduo. Da Beide aber auf Gewinn spielen müssen, könnte es noch einen lachenden Dritten geben. In den letzten Runden beeindruckte vor allem Yifan Hou. Eine Niederlage in der sechsten Runde gegen Harikrishna steckt die Chinesin locker weg und kämpft sich mit Siegen gegen Bacrot und Vaganian sogar an die Spitze. Harikrishna konnte gestern mit einem Sieg gegen Ponomariov mit Schwarz erfolgreich kontern. Im Meisteropen gelang gestern Florian Mesaros mit Schwarz ein toller Sieg gegen GM Ivan Ivanisevic (2623). Blohberger remisiert gegen IM Bene Korpa (2497), nur Dragnev zieht gegen gegen GM Prasanna Vishnu (2538) leider den Kürzeren. In der Tabelle ist Mesaros mit fünf Punten am 21. Platz bester Östrreicher. Blohberger und Dragnev folgen in der Gruppe mit viereinhalb Zählern. Beste Chancen auf den Turniersieg haben der Pole Mateusz Bartel und der Ukrainer Vladimir Baklan. Sie führen mit sechseinhalb Punkten das Meisteropen an. Die Schlussrunde beginnt heute in allen Turnieren bereits um 11:00 Uhr. (wk, Foto: Turnierseite)