Morozevich sorgt in Biel für Spannung
Alexander Morozevich sorgt in Biel für spannenden Partien. Lange war die ehemalige Nummer Zwei der Weltrangliste im Standardschach nicht mehr bei Turnieren zu sehen. Open spielt der Russe nicht gerne und Einladungen zu Rundenturnieren fehlten. Einige Veranstalter werden das nun wohl bedauern. Sein Brett steht stets in Flammen und zieht Zuschauer an. In der ersten Runde wird Morozevich für sein kreatives und korrektes Figurenopfer gegen Yifan Hou noch nicht belohnt. Tags darauf überspielt er aber den Elofavoriten David Navara mit Schwarz sehenswert. Gestern musste Pentala Harikrishna, er hat aktuell mit 2737 die gleich Elozahl wie Navara, seine ganze Klasse aufbieten um die spannungsgeladene Stellung Remis zu halten. Nach drei Runden führen im GM-Turnier Ponomariov, Bacrot und Hou mit jeweis zwei Punkten. Die vierte Runde beginnt heute um 14:00 Uhr. Im Meisterturnier hat Valentin Dragnev nach einem Auftaktremis und einem Sieg in der dritten Runde gegen den amerikanischen Olympiasieger und Turnierfavoriten Samuel Shankland gespielt, mit Schwarz aber verloren und liegt mit eineinhalb Punkten im Mittelfeld. Zwei Punkte am Konto haben Florian Mesaros, Gunnar Schnepp und Felix Blohberger. Lukas Leisch muss auf einen ersten Punktegewinn noch warten. Von den Ergebnissen her sind die Remisen von Mesaros gegen die GM´s Aleksey Goganov (RUS, 2592) und Francesco Rambaldi (ITA, 2568) besonders erfreulich. (wk, Foto: Turnierseite)
Turnierseite, Ergebnisse bei Chess-Results (Meisterturnier)

Dominik Horvath spielt in Pardubice groß auf. Die burgenländische Nachwuchshoffnung krönt seine bisherige gute Leistung gestern mit einem Schwarzsieg gegen den tschechischen Großmeister Vlastimil Jansa, der nicht nur in seinem Land als Schachlegende gilt. Davor hat Horvath bereits Remisen gegen die GM`s Petr Haba, und Mikhail Krylov erzielt und gegen IM Sumiya Bilguun sogar gewonnen. Nach sechs Runden hält Horvath ungeschlagen bei viereinhalb Punkten. Eine IM-Norm ist in Griffweite. Insgesamt nehmen beim Schachfestival Pardubice im A-Open 335 Spieler/innen aus 38 Nationen teil, darunter 46 Großmeister. Beste Aussichten auf den Sieg hat der indische GM Abhijeet Gupta. Er führt mit fünfeinhalb Punkten das Feld allein an. Allerdings sind ihm acht Spieler mit fünf Punkte dicht an den Fersen. Elofavorit Viktor Laznicka findet sich hingegen im Pulk jener Spieler mit viereinhalb Punkten, dem auch Horvath angehört. Die 7. Runde startet heute um 15:00 Uhr. Auf der Turnierseite wird eine Live-Übertragung angeboten. (wk, Foto: Turnierseite)
In Biel findet vom 23. Juli bis 2. August das Internationale Schachfestival 2017 statt. Am Programm stehen eine Reihe von Turnieren, allen voran ein GM-Turnier mit 10 Teilnehmern und ein Meister-Open mit 109 Teilnehmern aus 26 Nationen. Im GM-Turnier sind mit David Navara, Pentala Harikrishna und Etienne Bacrot drei Spieler jenseits der 2700 Elokategorie die Favoriten. Leicht werden sie es aber nicht haben. Sie treffen auf ehemalige Spieler der engsten Weltklasse wie Alexander Morozevich, Peter Leko, Ruslan Ponomariov oder Rafael Vaganian. Das Feld komplettieren Yifan Hou und die Schweizer Nico Georgiadis und Noel Studer. In der ersten Runde gelingen Peter Leko und Yifan Hou Schwarzsiege. Leko gewinnt nach langem Kampf gegen Studer, Hou muss sich gegen eine Figurenopfer von Morzevich wehren. In einer hochgradig unklaren Stellung gelingt dies der besten Spielerin der Welt mit präziser Verteidigung. Letztlich setzt sich das Materialplus durch. Vaganian remisiert gegen Harikrishna. Zum Auftakt des Festivals gewinnt Navara das Finale des ACCENTUS Rapidturniers gegen Harikrishna überzeugend mt 1,5:0,5. Im Semifinale war Navara gegen Morozevich und Harikrishna gegen Pelletier erfolgreich. Die Legenden Karpov und Hort mussten sich schon im Viertelfinale verabschieden. Im Meisterturnier sind mit Valentin Dragnev, Felix Blohberger, Lukas Leisch und Gunnar Schnepp auch vier Österreicher am Start. In der ersten Runde gibt es für sie überwiegend Siege, lediglich Dragnev muss sich mit einem Remis bescheiden. Favorit ist der Amerikaner Samuel Shankland vor dem Letten Igor Kavolenko und dem Inder Surya Shekhar Ganguly. Insgesamt sind 28 Großmeister am Start. (wk, Foto: Turnierseite)
Der polnische Großmeister Radoslaw Wojtaszek gewinnt in der Schlussrunde gegen den Deutschen Liviu Dieter Nisipeanu und sichert sich mit viereinhalb Punkten aus sieben Partien den alleinigen Sieg beim Sparkassen Chess Meeting in Dortmund. Die letzte Runde hatte es in sich. Alle vier Partien endeten mit Ganzentscheidungen, das sind gleich viele Siegpartien wie in den sechs Runden davor! Der Russe Vladimir Fedoseev gewinnt überzeugend gegen Yue Wang und hätte Wojtaszek nach Feinwertung sogar noch überholt, hätte dieser seine Partie nur remisiert. Einen Sieg feiert auch Maxime Vachier-Lagrave. Der Franzose gewinnt mit Schwarz gegen Dmitry Andreikin. Vladimir Kramnik, der zehnfache Sieger von Dortmund, verhindert in seinem 25. Antreten mit einem Sieg in letzter Minute gegen Matthias Blübaum eine Blamage und katapultiert sich vom letzten auf den vierten Rang nach vorne. Einen halben Punkt hinter Kramnik und eineinhalb hinter dem Sieger teilen Blübaum, Andreikin, Nisipeanu und Wang mit jeweils drei Punkten den letzten Platz. Die Schlussrunde in Dortmund entschädigte die Fans für so mache Remisorgie zuvor. Trotz der hohen Remisquote, am Ende sind es noch immer 71%, hat es keine typischen Kurzremisen gegeben. (wk, Foto: ChessBase)
Siege sind beim Sparkassen Chess Meeting in Dortmund weiter Mangelware. In 20 Partien gab es bisher nur vier Entscheidungen bei 16 Remisen. Das ist eine Remisquote von exakt 80%. Gestern wurde nach zwei 100%-igen Remisrunden der Bann aber gebrochen. Der Chinese Wang Yue besiegt den bisher Führenden Lokalmatador Matthias Blübaum. Dabei zeigt Yue die typisch excellente Endspieltechnik der Chinesen. Er gewinnt ein Endspiel mt Turm und Läufer gegen Turm und Springer indem er einen Freibauern forcieren kann. In der Tabelle führt nun Wojtaszek allein mit drei Punkten aus fünf Partien. Alleiniges Schlusslicht ist ausgerechnet der zehnfache Rekordsieger von Dortmund, Vladimir Kramnik. Alle anderen Spieler halten mit zweieinhalb Punkten die 50%-Marke, wobei Vachier-Lagrave, Andreikin und Nisipeanu wie der führende Pole noch ungeschlagen sind. (wk, Foto: ChessBase)