Wiener Schachverband: Hans Pöcksteiner zum neuen Präsidenten gewählt
Nach dem überraschenden Rücktritt des gesamten Vorstandes vor wenigen Wochen wählte der Wiener Schachverband letzten Mittwoch ein neues Präsidium: Mit einem sehr klaren Votum wurde Hans Pöcksteiner zum neuen Präsidenten gekürt. „Ich freue mich über die breite Zustimmung und bedanke mich bei allen Vereinen und Betrieben, die mir das Vertrauen geschenkt haben. Mein Team und ich werden uns bemühen, die schwierige Aufgabe positiv zu meistern", erklärte der frischgekürte Präsident im Anschluss. Vor der Wahl hatte es einige Diskussionen gegeben, Pöcksteiner verspricht, „dass wir im Sinn einer guten Zukunft des Wiener Schachs arbeiten werden. Wir sind für das Wiener Schach da und damit für alle Spieler und Funktionäre aller Vereine und Betriebe. Mein Ziel ist es, Bewährtes mit der dynamischen Schach-Bewegung zu verbinden. Das sollte uns wieder einen kräftigen Aufschwung geben. Denn ein prosperierender Schachsport in Wien ist für ganz Schach-Österreich eminent wichtig!". Zu neuen Vizepräsidenten wurden Kaweh Kristof, Herbert Ritsch und Joachim Wallner gewählt. Weiters sind im Team: Clemens Leb (Finanzreferent), Michael Wais (Schriftführer) und als Beisitzer Lothar Handrich, Ernst Mattes, Klaus Opl, Leo Smounig und Harald Schneider-Zinner, der die sportliche Leitung übernimmt. (wk, Text: Hannes Neumayer)
Wiener Schachverband

Österreichs größtes Open-Air-Sportfestival hat seine neue Homebase gefunden. Der Wiener Prater erwies sich bei seiner Premiere 2016 als die natürliche Umgebung für einen Tag voll Sport. 300.000 Besucher, 122 Sportverbände sowie 390 erfolgreiche Sportler fanden genug Platz für ihre "Action". Morgen, dem 22. September, wird es am Tag des Sports 2018 davon noch mehr geben. Erwartet werden diesmal 500.000 bewegte Menschen. Der ÖSB ist, wie jedes Jahr, mit einem Schachstand dabei und wird die Möglichkeit bieten gegen seine Nationalspieler Regina Theissl-Pokorna und Georg Fröwis simultan zu spielen. Doppel-Europameister Florian Mesaros darf in de Hall of Fame. Er wird dort ab 10:00 Uhr für seine Goldmedaillen bei der EM 2017 im Blitz- und Schnellschach geehrt. (wk, Foto: Website)
Tief betroffen erreichte uns die Nachricht vom Ableben von Dr. Felix Winiwarter im 89. Lebensjahr, der noch heuer unser Landesligateam in Krems erfolgreich unterstützte. Schon in jungen Jahren konnte Felix Winiwarter sein großes Schachtalent beweisen. Bei einem Vergleichskampf mit Jugoslawien gewann er völlig überraschend gegen den renommierten Großmeister Fuderer. Trotzdem entschied er sich gegen eine Profilaufbahn, konnte jedoch auch als Amateur neben seinen Beruf als Rechtsanwalt beachtliche Erfolge erzielen. Winiwarter war vor allem wegen seines kompromisslosen Angriffsgeistes selbst bei Großmeistern respektiert und gefürchtet. 1956 vergab er erst in der letzten Runde den Staatsmeistertitel gegen die Schachlegende Andreas Dückstein und musste sich mit dem 2. Platz begnügen. 1964 und 1966 vertrat Winiwarter das österreichische Nationalteam erfolgreich bei den Olympiaden in Tel-Aviv und Havanna. Beim 1967 in Krems ausgetragenen Großmeisterturnier konnte Winiwarter gegen die beiden Großmeister Hort und Cilic spektakulär gewinnen. Auch im Seniorenschach war Winiwarter sehr erfolgreich. Neben etlichen 1. Plätzen bei den Niederösterreichischen Meisterschaften in Spitz und einigen 2. Plätzen bei den österreichischen Meisterschaften, gelang ihm 2012 in Wien die Goldmedaille trotz stärkster Konkurrenz (Georg Danner, Klaus Opl) zu gewinnen. Bei zahlreichen Teilnahmen bei internationalen Einzel- und Mannschaftsbewerben zeigte er sein großes Können. Stellvertretend für seine hervorragenden Leistungen ist seine 1999 gewonnene Partie gegen den berühmten russischen Großmeister Gipslis im Rahmen der Senioreneuropameisterschaft. (wk, Text: Fritz Wöber, Foto: LV NÖ)
Wien.- Vor ihrer Teilnahme am inoffiziellen EU-Finanzministertreffen heute und morgen in Wien begeisterte die lettische Finanzministerin Dana Reizniece-Ozola die österreichische Schachwelt. Im Haus der Industrie hielt die 36-Jährige einen Vortrag über die Verbindung von Schach, Politik und Wirtschaft: „How life imitates chess". Im Anschluss spielte die Schach-Großmeisterin Simultanschach gegen 20 geladene Gäste. Seit sie acht Jahre alt ist, spielt Dana Reizniece-Ozola Schach und schaffte es zu höchsten Ehren am Brett: Sie ist Großmeisterin. Und selbst nach dem Start ihrer Politkarriere kann Sie ohne Schach nicht leben. 2016 nahm sie für Lettland an der Olympiade in Baku teil und schlug dort die regierende chinesische Weltmeisterin. Reizniece-Ozola in ihrem Vortrag: „Analysiere, kalkuliere, verlasse dich auf generelle Prinzipien und deine Intuition. Triff eine Entscheidung: Mache deinen Zug. Das gilt für Schach wie Politik. Ich habe gelernt, nicht mit oder gegen den Strom zu schwimmen, sondern meinen eigenen Strom zu erzeugen. Jeder lernt aus seinen Fehlern, analysiert seine verlorenen Schachpartien. Champions suchen Fehler in ihren Siegen!"