Am 14. März fand im Nachbarschaftszentrum Neubau in der Schottenfeldgasse der 10. Mädchenschachtag statt. Insgesamt 78 Mädchen nahmen an diesem besonderen Schachfest teil. Der eindrucksvolle Turniersaal Skydome bot die ideale Atmosphäre für ein spannendes 7-rundiges Schnellschachturnier.
Neben den Partien am Schachbrett wurde ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten: Die Mädchen konnten backen, basteln, sich schminken lassen und sogar Schachfiguren aus Schokolade gießen. Für zusätzliche Begeisterung sorgten die Schachspielerinnen Iryna und Elisabeth, die gemeinsam mit den Teilnehmerinnen tanzten.
Durch den gesamten Tag führte die Organisatorin Sara, die die Veranstaltung souverän und professionell moderierte.
Am Ende des Turniers stand die verdiente Siegerin Pia Langeder fest, die mit 6,5 Punkten den großen Siegerpokal gewann. Mit jeweils 6 Punkten belegten Juliane Jauk, Avni Antolovic und Liliane Carriere die nächsten Plätze.
Die besten Spielerinnen der Altersklassen und einige Spaß-Preise wurden ebenfalls ausgezeichnet:
- U12: Marissa

- U10: Aura
- U8: Shufan
- Schönste Schminke: Pauline
- Glitzerndste Spielerin: Mia
Alle Teilnehmerinnen erhielten eine gravierte Medaille sowie einen Sachpreis.
Der 10. Mädchenschachtag entstand in Kooperation zwischen dem Nachbarschaftszentrum und SPIDS. Ein besonderer Dank gilt dem Nachbarschaftszentrum sowie den zahlreichen engagierten HelferInnen und geduldigen Eltern! (ssc, Text: Joachim Wallner; Bilder: Archiv Joachim Wallner)
Am Sonntag dem 22. März fanden sich abermals 18 Mädchen, zum Teil bereits bekannte Gesichter, in den Räumlichkeiten des SC Donaustadt zusammen um sich im Rahmen eines gut durchgeplanten Trainingstages unter Beweis zu stellen.
Zur Einführung für die Anwesenden Spielerinnen aber auch ihre Eltern gab es eine Präsentation der beiden Bundestrainer mit Unterstützung von den Mitgliedern der Frauen- und Jugendkommission des ÖSB Magdalena Mörwald und Selina Jeitler.
Nach einigen kniffligen Taktikaufgaben zum Aufwärmen ging es sofort in der Praxis weiter. In einem kleinen Schnellschachturnier durfte das bereits Gelernte nun unter Beweis gestellt werden. Zur Freude der Trainer und Zusehenden kamen trotz der eher kurzen Bedenkzeit tolle Partien zustande.
In der wohlverdienten Mittagspause wurde miteinander am Spielplatz getobt und neue Energie für den Nachmittag getankt. Auch in dieser Zeit waren einige der Mädchen nicht vom Brett wegzubekommen und nach dem Essen wurde fleißig weitergespielt.
Im Anschluss stand zunächst der Spaß im Vordergrund. In Kreuzworträtseln, bekleckerten Partien und Rätseln drehte sich alles um die 17 Schachweltmeisterinnen. Mindestens genausoviel Spaß hatten die Mädchen bei den Minispielen und Varianten die sie im Nebenraum miteinander ausprobieren durften.
Nach diesem durchaus intensiven Trainingstag wurden zum Abschluss noch Taktiken aus der französischen Eröffnung gelöst. Obwohl nach sechs angestrengten Stunden die Konzentration langsam nachließ wurden trotzdem alle Aufgaben meisterlich gelöst.
In Zukunft werden die motivierten Mädchen in einem wöchentlichen Onlinetraining von Magdalena Mörwald unterstützt und trainiert. Dies ist sicherlich ein toller Schritt um die Mädchen zu fördern.
Als kleine Überraschung wird es im Juni ein tolles Event geben, von dem jedoch noch nicht mehr veraten werden soll!
(sj, Bilder: Selina Jeitler)
Bereits zum zweiten Male sucht und findet Kärnten am Weltfrauentag seine Schachgöttin!
Beim Caissa Cup Kärnten treten Mädchen und Frauen in einem Schnellschachturnier gegeneinander an, um sich einen kunstvollen Wanderpokal und den überaus glorreichen Titel der “Schachgöttin des Jahres” zu holen.
Angelockt von den durchwegs positiven Berichten über die Erstaustragung des Turniers für Frauen und Mädchen, wo sich die schachbegeisterten “Menschinnen” im ehemaligen Schachmuseum in Klagenfurt zwar schonungslos duellierten, aber dennoch eine greifbare Wohlfühl-Atmosphäre kreierten, konnte man an diesem 8. März sogar Schachspielerinnen aus Salzburg und Wien willkommen heißen.
Das Vereinslokal der SGS Spittal an der Drau, dem Heimatverein von Elena Baurecht, der Gewinnerin des letzten Jahres, war Austragungsort des Bewerbs. Das Team um SGS Sektionsleiter Günter Baurecht umsorgte die Mädchen und Frauen kulinarisch, der freie Zugang zum herrlichen Buffet bleibt ebenso in Erinnerung wie all die Aufmerksamkeiten, die den Damen zuteilwurden.
Gespielt wurden 9 Runden zu 10 Minuten plus 5 Sekunden. FIDE-Schiedsrichter Gabriel Doujak sorgte gebührend streng für ein regelkonformes Miteinander, es galt ein paar Zeitstrafen zu vergeben. Zur Mittagspause waren vier Runden entschieden:
Noch ungeschlagen zeigte sich Magdalena Mörwald, die 22-jährige Salzburger Verbands-Vizepräsidentin und Turniersieg-Anwärterin, die mit drei ihrer Schachmädchen angereist war. Die spielstarken Kärntnerinnen Mahazar Poulab (Esv Askö Admira Villach) und Julia Lomonosova (Sc Die Klagenfurter) führten das Verfolgerfeld gemeinsam mit der U10-Turnier-Überraschung Viktoria Burstein aus Wien (1. SK Ottakring) und Veranstalterin Petra Daxkobler (IG Schach Wolfsberg) an, und Titelverteidigerin Baurecht übte sich punktmäßig noch in Bescheidenheit.
Nach der siebten Runde war Mörwald der Sieg nicht mehr zu nehmen. Umso verbissener gestalteten sich dadurch die Wettkämpfe um die Plätze auf dem Stockerl! Die nötige Nervenstärke einer hartnäckigen Verfolgerin mitgebracht hat ebenfalls U14-Spielerin Daniela Geworgyan (Sk Royal Salzburg). Auch für Titelverteidigerin Baurecht haben sich die Chancen wieder wesentlich verbessert!
Sehr souverän zeigte sich im letzten Drittel noch Lynne Kolar-Thompson (Esv Askö Admira Villach), die als einzige neben Mörwald keinen Punkt mehr abgab und sich trotz der Startschwierigkeiten auf den 5. Gesamtplatz vorkämpfen konnte. 6,5 Punkte erspielte die Viertplatzierte, Julia Lomonosova aus Klagenfurt. Mit je 7 Punkten landeten die Bronze-Gewinnerin Mahazar Poulab aus Villach und die junge Salzburgerin Daniela Geworgyan mit der Silbermedaille auf der Siegertreppe, und mit wahrhaft göttlichen 9 aus 9 krönt sich Magdalena Mörwald zur "Kärntner Schachgöttin 2026”! Die begehrte Trophäe wird nun ein Jahr lang durch Salzburg reisen und die Schachspielerinnen aller Klassen bei Turnieren und Veranstaltungen inspirieren, denn gemäß der Worte des internationalen Schachmeisters Anthony Saidy ist es Caissa (die Göttin des Schachs), “deren symbolische Gegenwart und deren Versprechen einer Belohnung die im Kampf verstrickten Schachgiganten vorantreibt.“ Ein Liebling der Caissa ist wohl auch die erst 8-jährige Viktoria Burstein aus Wien, die mit 4,5 Punkten auf Platz 7 abschloss.
Der Kassier des Landesverbandes, Helmut Weiß, war nicht nur mit zusätzlichen Preisen angereist, er hieß die Spielerinnen und ihre unterstützenden Familien mit viel Charme und Vergnügen zur Siegerehrung des Caissa Cups 2026 in Kärnten willkommen.
“Die nachgereichten Siegerfotos werden erneut bezeugen, dass dieses Frauenturnier wiederum als 'Schönstes Turnier' des Jahres gesehen werden darf,” schloss die Veranstalterin prophetisch grinsend ab. Als KSV-Frauenreferentin darf sich Petra Daxkobler heuer trotz des Termins an einem Bundesligawochenende über einen Zuwachs von gut 20 Prozent bei den Teilnehmerinnen freuen. In jedem Fall war es ein besonders zauberhafter schachsportlicher Tag in Kärnten, und nicht ausschließlich die Ehrgeizigsten unter den Schachspielerinnen freuen sich auf ein Wiedersehen bei der Rückeroberung des Caissa Cups im nächsten Jahr! (gd, Text: Petra Daxkobler, Fotos: Thomas Daxkobler)
Ergebnisse bei Chess-Results
Am Ende der Wiener Semesterferien durfte die 1. FBL ein neues Spiellokal erkunden.
Im 19. Stock des Tech Gate bot sich mit dem Sky Stage eine wunderbare Aussicht auf Wien und der Ausrichter KJSV mit Team hatten alles getan, damit sich die Spielerinnen sehr wohlfühlten.
Einen herzlichen Dank an den KJSV, der neben diesen fantastischen Spielbedingungen auch dafür sorgte, dass mit der Hilfe von Alexander Spritzendorfer und Johann Rameder, die Partien im Internet live übertragen wurden.
Aus sportlicher Sicht gab es folgendes zu berichten:
Runde 4: Freitag, 6.2.2026 - 16:00 Uhr
Der Tabellenführer SC Victoria Linz hatte Glück gegen das junge Team des Veranstalters vom SV Gamlitz KJSV nicht zu stolpern. Durch 2 Niederlagen lag man rasch 0:2 zurück und erst eine Glanzleistung der Ex-Weltmeisterin Alexandra Kosteniuk auf Brett 1 ermöglichte noch ein 2:2 Remis.
Nicht besser erging es dem bisherigen Zweiten von SV Wulkaprodersdorf im Kampf Osten gegen Westen mit dem SK Dornbirn. Diese hatten bereits eine Runde davor dem ASVÖ Pamhagen 1 auf die Verliererstraße gebracht und taten dies nun wieder. Mit 3 ½ fiel der Sieg sogar noch höher aus.
Nutznießer war das Tiroler Team von Schach ohne Grenzen, welches mit einem glatten 4:0 Sieg als erster Verfolger der Oberösterreicher aufscheint.
Schlimm erwischte es auch das Team von SV - Das Wien - St.Veit/Glan, das gegen SK DolomitenBank Lienz ebenso ohne Einzelpunkt blieb.
Die längste Partei des Tages lieferten die Slowenin Zala Urh im Dienste von SV Raika Rapid Feffernitz und die Italienerin Marina Brunello von Schach ohne Grenzen, welche siegreich für die Italienerin endete.
Runde 5: Samstag, 7.2.2026 - 14:00 Uhr
Die Runde ist gekennzeichnet von hohen Siegen der Teams, wobei das 3:1 von Schach ohne Grenzen noch als das niedrigste einzustufen ist.
Als Einzelpartie erwähnenswert ist das Schweizer Duell auf Brett 1 im Wettkampf SK Dornbirn gegen SC Victoria Linz zwischen Mariya Manko und Alexandra Kosteniuk, welches in einem Remis endete.
Auch Zala Urh von SV Raika Rapid Feffernitz konnte diesmal ihre Partie gegen Elina Danielian von ASVÖ Pamhagen 1 im Remis halten.
Runde 6: Sonntag, 8.2.2026 - 10:00 Uhr
Mit dem Team der Tiroler Landespräsidentin Ina Anker von Schach ohne Grenzen gibt es einen unerwarteten Tabellenführer vor dem Abschlusswochenende.
Das Team bewies jedoch an diesem Wochenende mannschaftliche Geschlossenheit und erspielte 15 von 16 möglichen Einzelpunkten an den 3 Tagen, lediglich am Samstag gab es eine Einzelniederlage.
So wie am Freitag reichte es für den bisherigen Tabellenführer SC Victoria Linz auch am Sonntag nur zu einem 2:2 Remis, womit oben erwähnter Tabellenumsturz erst möglich wurde.
Spannung verspricht das Abschlusswochenende dadurch zu werden, da der Tabellenführer noch gegen die beiden burgenländischen Teams auf den Plätzen 3 und 4 von ASVÖ Pamhagen 1 und SV Wulkaprodersdorf anzutreten hat.
Auch das Burgenland Derby am Schlusstag birgt vielleicht noch einiges an Brisanz für die Podestplätze.
Die wohl leichteste Aufgabe der Top 4 hat jedoch das Team des ÖSB-Präsidenten SC Victoria Linz, welches noch gegen die beiden Schlusslichter der Tabelle an den ersten beiden Tagen zu spielen hat.
Von Spannung geprägt, könnte auch noch die Paarung Mayrhofen/Zell/Zillertal gegen SV Raika Rapid Feffernitz am Schlusstag sein, gilt es doch dabei vermutlich, die Abstiegsfrage zu klären.
Beste Spielerinnen des Wochenendes sind Marina Brunello, Zoya Schleining und Marharyta Khrapko, alle drei vom neuen Tabellenführer, sowie Aleksandra Maltsevskaya, Ann Matnadze Bujiashvili von ASVÖ Pamhagen 1 und Barbara Skuhala von SV Gamlitz KJSV mit je drei Siegen.
Die Runden 7-9 werden nach den Osterferien vom 17.-19.4.2026 im St. Veiter Fuchspalast gespielt.
Dort finden die Runden dann wieder gemeinsam mit der 1. Open Bundesliga statt und der Spielbeginn ist auch dort Freitag um 16:00 Uhr, Samstag um 14:00 Uhr, Sonntag um 10:00 Uhr. (ssc, Text: Gerald Hametner, Fotos: Sara Marinovic)
Paarungen & Ergebnisse
Stream
Am 6. Februar startet die Frauenbundesliga in das nächste Drittel der Saison 2025/26. Nach den ersten drei Runden im Dezember konnten sich die Favoritinnen des SC Victoria Linz durchsetzen und führen aktuell die Tabelle an.
Der ASVÖ Pamhagen 1 musste sich im direkten Duell gegen den SC Victoria Linz geschlagen geben und liegt derzeit auf Rang fünf. Die Verfolgerinnen vom SV Wulkaprodersdorf entschieden ebenfalls ihre ersten drei Begegnungen für sich und befinden sich punktgleich an der Spitze – lediglich die Zweitwertung verweist sie aktuell auf Platz zwei.
Termine 1. Frauenbundesliga:
- 6. Februar 2026, 16:00 Uhr
- 7. Februar 2026, 14:00 Uhr
- 8. Februar 2026, 10:00 Uhr
Der Organisator Joachim Wallner ist bereits heute im Einsatz und holt die ersten Spielerinnen persönlich vom Flughafen ab. Die Freude darüber, erstmals als Ausrichter der 1. Frauenbundesliga zu fungieren, ist beim KJSV deutlich spürbar.
Für den Verein ist dieses Wochenende etwas ganz Besonderes, denn seit vielen Jahren wurde die Frauenbundesliga nicht mehr in Wien ausgetragen. Alle Vereine wurden eingeladen und der KJSV hofft auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher sowie eine großartige Atmosphäre vor Ort.
Zuschauerinnen und Zuschauer sind selbstverständlich herzlich willkommen! (ssc, Foto: Peter Kranzl)
Spielort:
Sky Stage Tech Gate Vienna
Donau-City-Straße 1
1220 Wien
Ausrichter: KJSV
Alle Partien werden live übertragen:
Lichess
Chess.com
ChessBase
LiveBilder
Ergebnisse & Paarungen

Die finalen Runden der Saison 2025/2026 der 2. Frauen-Bundesliga West fanden dieses Wochenende (23. und 24. Januar 2026) gleichzeitig mit der 2. BL West der offenen Klasse in Kufstein statt.
Leider konnte der SK Dolomitenbank Lienz 2 keine Mannschaft stellen, sodass nur der SK Dornbirn 2 gegen Steinitz Salzburg (½ – 3 ½), Schach ohne Grenzen gegen den SK Dornbirn 2 (2½ – 1½) und Steinitz Salzburg gegen Schach ohne Grenzen (½ – 3½) spielten.
Die Siegerinnen dieser Liga sind somit die Spielerinnen von Schach ohne Grenzen! (ssc, Text u. Fotos: Ina Anker)
Der ÖSB gratuliert den Siegerinnen von Schach ohne Grenzen herzlich.
Ergebnisse der 2. Frauenbundesliga West 2025/2026 auf Chess-Results
Alle Fotos der 2. Frauenbundesliga West 2025/26 in Kufstein auf Google Drive
Liebe Schachspielerinnen, liebe Eltern und Erziehungsberechtigte!
Der Österreichische Schachbund lädt schachbegeisterte Mädchen mit Turnierschacherfahrung des Jahrgangs 2014 und jünger herzlich zu einem kostenlosen Sichtungstraining im Haus des Sports in Wien ein. Im Training lernen die Mädchen spannende Aspekte des Schachspiels kennen, bearbeiten interessante Aufgaben und spielen Trainingspartien gegeneinander. Außerdem erhalten die Teilnehmerinnen und ihre Eltern Informationen zum effektiven Schachtraining, zu den österreichischen Jugendkadern und zu vielen weiteren Themen. Ziel des Sichtungstrainings ist es, talentierte Spielerinnen kennenzulernen, ihre Begeisterung fürs Schach zu stärken und ihnen mögliche Förderwege aufzuzeigen.
- Termin: Sonntag, 25. Jänner 2026, 10:00–18:00 Uhr
- Ort: Prinz-Eugen-Straße 12, 1040 Wien Achtung! Neue Adresse: Anton-Sattler-Gasse 92-96, 1220 Wien (Stand: 14.01.2026)
- Kosten: Der ÖSB übernimmt die Kosten.
- Anmeldung: Bitte an Martin Huber E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Telefon: 0664 503 17 28
Wir freuen uns auf eine spannende, informative sowie lehrreiche Veranstaltung!
Mit freundlichen Grüßen
IM Martin Huber Bundestrainer Mädchen und Frauen
IM Gert Schnider Bundesjugendtrainer
(ssc, Text: Martin Huber, Gert Schnider)

Von 17. bis 19. Dezember 2025 stand Wien ganz im Zeichen des internationalen Frauenschachs. Beim Freedom24 Ladies Cup 2025 trafen sechs der weltweit stärksten Spielerinnen in den Disziplinen Schnellschach und Blitzschach aufeinander. Die Eröffnungsrunden wurden im festlichen Rahmen des Wiener Rathauses ausgetragen, während die Entscheidungspartien im Spiegelsaal des Hauses des Sports stattfanden. Als besondere Aufmerksamkeit an die Spielerinnen wurde die Siegerehrung in das weltberühmte 3-Sterne-Restaurant „Steirereck“ verlegt.
Als Ehrengast zur Eröffnung konnte Wiens Bürgermeister Dr. Michael Ludwig begrüßt werden, ein bekennender Schachfan, der vor Kurzem auch den XV. Weltmeister Vishy Anand im Wiener Rathaus begrüßt hat. Bürgermeister Ludwig führte auch den symbolischen ersten Zug des Turniers aus.

Das hochklassig besetzte Einladungsturnier wurde von Freedom24 gesponsert und von Michael Stöttinger, Präsident des Österreichischen Schachbundes, organisiert. Die Idee, zwischen Frauenbundesliga und Rapid-&-Blitz-WM noch ein Turnier in Wien auszutragen, hatte ursprünglich FIDE-CEO Emil Sutovsky. Trotz der schon etwas knappen Zeit und der zu Weihnachten sehr gut gebuchten Bundeshauptstadt konnte das Turnier wie geplant umgesetzt werden. Der Freedom24 Ladies Cup bildete somit einen zusätzlichen sportlichen Höhepunkt im dicht gedrängten internationalen Turnierkalender zum Jahresende und unterstrich Österreichs Rolle als bedeutender Austragungsort für internationales Spitzenschach.

Angeführt wurde das Teilnehmerinnenfeld von den ukrainischen Großmeisterinnen und Olympiasiegerinnen Anna Muzychuk und Mariya Muzychuk. Anna Muzychuk zählt zu den erfolgreichsten Spielerinnen der Schachgeschichte und war bereits Weltmeisterin im Blitz- und Schnellschach, während ihre Schwester Mariya 2015 den Titel der Frauen-Schachweltmeisterin errang. Ergänzt wurde das Feld durch die international erfahrene deutsche Großmeisterin Dinara Wagner, die slowenische Spitzenspielerin Laura Unuk, das junge internationale Ausnahmetalent Eline Roebers sowie die österreichische Nummer 1 Olga Badelka.
Alle Teilnehmerinnen standen unmittelbar vor dem Turnier in der Österreichischen Frauenbundesliga im Einsatz und nutzten den Freedom24 Ladies Cup als hochklassige Standortbestimmung und Vorbereitung. Bereits wenige Tage nach dem Turnier richtet sich der Fokus vieler Spielerinnen weiter nach vorne: Zwischen Weihnachten und Neujahr stehen bei der Schnell- und Blitzschach-Weltmeisterschaft in Dubai die nächsten internationalen Titelkämpfe auf dem Programm.

Nach drei intensiven Turniertagen und zahlreichen spannenden Partien in beiden Spielformaten sicherte sich Dinara Wagner den Gesamtsieg des Freedom24 Ladies Cup 2025. Die Muzychuk-Schwestern bestätigten mit den Plätzen zwei und drei einmal mehr ihre Zugehörigkeit zur absoluten Weltspitze.
Gesamtwertung (Kombination aus Rapid und Blitz):
IM Dinara Wagner – 13,0 Punkte
GM Mariya Muzychuk – 12,0 Punkte
GM Anna Muzychuk – 11,5 Punkte
IM Eline Roebers – 10,5 Punkte
IM Laura Unuk – 8,0 Punkte
IM Olga Badelka – 5,0 Punkte
Großmeister Felix Blohberger übernahm die Kommentierung auf YouTube, wie immer sympathisch und professionell. Als Schiedsrichterin war Magdalena Judek aus Polen im Einsatz. Es war der erklärte Wunsch der Veranstalter, für ein Frauenturnier dieser Kategorie eine internationale Schiedsrichterin einzusetzen.

Foto: BMWET/Enzo Holey
Prominenter Besuch zum Finaltag
Zur letzten Runde des Turniers durfte der Freedom24 Ladies Cup weitere hochrangige Gäste begrüßen. Bundesminister Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer, FIDE-CEO Emil Sutovsky, FIDE Arbiter Chairman Dr. Ivan Syrovy sowie Freedom-„DACH“-Chef Dominik Mayr verfolgten die Finalpartien vor Ort im Spiegelsaal des Hauses des Sports. Für einen besonderen Akzent sorgte der Wirtschaftsminister selbst, der sich abseits des offiziellen Turniergeschehens in einer Freundschaftspartie gegen Olga Badelka an das Schachbrett setzte und damit sein persönliches Interesse am Schachsport unter Beweis stellte. Der Besuch der nationalen und internationalen Schach- und Sportprominenz verlieh dem Finaltag zusätzliche Aufmerksamkeit und unterstrich die Bedeutung des Turniers weit über die Fachwelt hinaus. Die Spielerinnen zeigten sich über die in Wien gebotenen Bedingungen begeistert, eine Fortsetzung ist jedenfalls gewünscht.


Fotos: BMWET/Enzo Holey
„Der Freedom24 Ladies Cup verbindet nationale und internationale Spitzenleistungen und bringt Weltklasse-Schach nach Wien. Er ist zugleich Bühne für Spitzensport, Werbung für Breitenschach und ideale Vorbereitung auf die kommenden Weltmeisterschaften. Die Entscheidung, ein Frauenturnier auszutragen, folgt aus dem klaren Bekenntnis des ÖSB zur Unterstützung des Mädchen- und Frauenschachs“, resümierte ÖSB-Präsident Michael Stöttinger. (wk, Fotos: BMWET/Enzo Holey / Johanna Seiser (Grandmaster)
Aktuelle Turnierinformationen, Paarungen und vollständige Ergebnisse sind online abrufbar unter:
https://www.chessmanager.com/en-us/tournaments/5077405628366848

Die glückliche Dinara Wagner mit FIDE CEO Emil Sutovsky, ÖSB Präsident Michael Stöttinger und Freedom24 Dach - Chef Dominin Mayr

Die Siegerehrung im „Steirereck“ sorgte für Begeisterung! Die Eigentümer - Birgit und Heinz Reitbauer - haben erfreulicherweise eine schachspielende Tochter (trainiert von Selina Jeitler!) - ein echtes Schachlokal somit 😉
Die 19-jährige Inderin Divya Deshmukh hat mit ihrem sensationellen Triumph beim FIDE Women’s Chess World Cup 2025 in Batumi Schachgeschichte geschrieben. Als Nummer 15 der Setzliste schlug sie mehrere hochkarätige Großmeisterinnen, darunter Zhu Jiner, Harika Dronavalli und Tan Zhongyi, und setzte sich schließlich im Finale gegen ihre Landsfrau Koneru Humpy durch. In den klassischen Partien stand es zunächst unentschieden, doch in den Tiebreaks bewies Divya außergewöhnliche Nervenstärke und gewann die entscheidende Partie nach 75 Zügen. Damit wurde sie nicht nur zur jüngsten Weltcupsiegerin aller Zeiten, sondern sicherte sich auch einen Platz im Kandidatinnenturnier – dem nächsten Schritt auf dem Weg zur Schachweltmeisterschaft der Frauen.
Divyas Weg an die Weltspitze ist das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit und einer stetigen Reihe beachtlicher Erfolge. Bereits zuvor hatte sie den Titel bei der Asienmeisterschaft der Frauen, das Tata Steel Women’s Rapid – wo sie unter anderem Ju Wenjun schlug – sowie die U20-Weltmeisterschaft der Mädchen gewonnen. Mit dem Sieg in Batumi wurde ihr zudem der Großmeistertitel verliehen – sie ist damit die 88. Großmeisterin Indiens und eine der jüngsten überhaupt.

Zuvor hatten sich Zhu Jiner und Alexandra Goryachkina durch ihre konstanten Leistungen in der Women’s Grand Prix-Serie 2024/25 bereits zwei der insgesamt acht Startplätze im kommenden Kandidatinnenturnier gesichert. Damit stehen derzeit fünf der acht Teilnehmerinnen fest: Divya Deshmukh, Koneru Humpy, Tan Zhongyi, Zhu Jiner und Alexandra Goryachkina. Die verbleibenden drei Plätze werden über das Grand Swiss Turnier im Herbst 2025 in Samarkand, da wird auch Olga Badelka für Österreich am Start sein, sowie durch das Ranking aus der Serie der FIDE Women’s Events vergeben. Das Kandidatinnenturnier wird im April 2026 stattfinden und entscheidet darüber, wer um die Schachweltmeisterschaft der Frauen spielen darf. (wk, Fotos: FIDE)
Offizielle Website: https://womenscup2025.fide.com/
Mit einem hochdramatischen Finale in Großlobming ging die FIDE Women’s Grand Prix Serie 2024/2025 zu Ende. Die Serie umfasste insgesamt sechs Turniere an verschiedenen Schauplätzen weltweit – darunter auch Österreich – mit 23 Teilnehmerinnen aus der Weltspitze des Frauenschachs. Trotz eines beeindruckenden Turniersiegs in Großlobming verpasste Anna Muzychuk (Ukraine) denkbar knapp die Qualifikation für das Kandidatenturnier 2026. Die große Gewinnerin der Gesamtwertung ist Zhu Jiner (China), die sich gemeinsam mit Aleksandra Goryachkina (Frankreich) einen Startplatz für das Kandidatenturnier sichern konnte.
Großes Drama in der Schlussrunde
Am Schlusstag standen alle Zeichen auf Spannung. Anna Muzychuk, die bereits das WGP-Turnier in Zypern gewonnen hatte, brauchte gegen Vaishali Rameshbabu (Indien) einen Sieg, um nicht nur den Turniersieg in Großlobming alleine zu holen, sondern auch die Gesamtwertung der Serie zu gewinnen und sich damit für das Kandidatenturnier zu qualifizieren. Nach starkem Beginn und positionellem Vorteil, unter anderem durch einen Freibauern auf der a-Linie, verpasste sie jedoch im entscheidenden Moment den Gewinnweg – die Partie endete remis. Es blieb ihr nur der geteilte erste Platz mit Zhu Jiner, wobei der erst Preis aufgrund der höheren Zahl an Schwarzpartien offiziell an Muzychuk ging. Für die Gesamtwertung reichte das jedoch nicht.
Sichtlich bewegt zeigte sich Muzychuk nach dem Turnier: „Es war noch nie so traurig, ein Turnier zu gewinnen.“ Trotz zweier Turniersiege in der Serie fehlten ihr am Ende entscheidende Punkte, um Goryachkina im Fernduell noch zu überholen.

Zhu Jiner nutzt ihre Chance
Zhu Jiner startete mit 235 Punkten in das Turnier in Österreich und hatte damit eine realistische Chance, Goryachkina von Platz eins in der Gesamtwertung zu verdrängen. In der letzten Runde spielte sie gegen die ehemalige Weltmeisterin Alexandra Kosteniuk – eine Partie mit Höhen und Tiefen. Zhu geriet zwischenzeitlich in eine klar verlorene Stellung, konnte jedoch dank eines Fehlers ihrer Gegnerin ein Remis retten – was letztlich ausreichte, um sich den Gesamtsieg zu sichern. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Spiel und habe viel gelernt“, sagte Zhu nach Turnierende.
Weitere Partien mit Spannung und Tragik
Tan Zhongyi vergab in ihrer Partie gegen Mariya Muzychuk eine klare Gewinnstellung. Trotz besserer Stellung, mehr Zeit auf der Uhr und einer Figur mehr verlor sie völlig den Faden – die Partie endete remis, wodurch sie ihre Chance auf einen geteilten Turniersieg verpasste. Frustriert verließ Tan unmittelbar nach der Partie den Turniersaal.
Olga Badelka, die für Österreich antrat, krönte ihre Leistung mit einem Sieg über die georgische Topspielerin Nana Dzagnidze. In einer scharfen Partie der Nimzo-Indischen Verteidigung zeigte Badelka großes taktisches Gespür und Durchhaltevermögen. Ihr Sieg in der längsten Partie der Runde war ein schöner Erfolg für das heimische Publikum. Insgesamt gelingen Badelka drei Siege. Nur den drei Siegerinnen gelang es mehr Partien zu gewinnen.

Weniger Glück hatte Nurgyul Salimova (Bulgarien), die gegen Lela Javakhishvili (Georgien) nach einem übersehenen Bauernverlust ihre Partie verlor.
Stimmen zum Turnier
Beim feierlichen Abschluss der Veranstaltung betonte FIDE-CEO Emil Sutovsky die Bedeutung der Women’s Grand Prix Serie für das Frauenschach: „Die Spielerinnen sind die wahren Heldinnen dieses Events. Wir werden weiterhin unsere Unterstützung für den Frauenschachsport ausbauen.“
Auch ÖSB-Präsident Michael Stöttinger zeigte sich stolz: „Dieses Turnier war ein Höhepunkt im österreichischen Schachsport. Mein Dank gilt allen Beteiligten, insbesondere den Spielerinnen, FIDE und dem Organisationsteam.“ Die erfolgreiche Durchführung des Turniers markiert einen wichtigen Meilenstein für den österreichischen Schachbund und das Frauenschach in Mitteleuropa."
Abschlusstabelle WGP Großlobming:

Links
Turnierseite: FIDE Frauen Grand Prix 2024-2025
Ergebnisse/Partien bei Chess-Results
Fotos: siehe offizielle FIDE-Fotos
Kommentierungen/Interviews: Youtube (FIDE-Channel)
wk, Fotos: FIDE - Przemysław Nikiel
Über das Turnier:
Das Turnier in Großlobming ist das Finale einer Serie von sechs Turnieren im Rahmen des Frauen-Grand-Prix-Zyklus 2024/2025.
Format: Zehn Spielerinnen treten in einem Rundenturnier (9 Runden) gegeneinander an. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten für die ersten 40 Züge, anschließend 30 Minuten für den Rest der Partie. Ab dem ersten Zug gibt es einen Zeitzuschlag von 30 Sekunden pro Zug.
Preisgeld: 120.000 €, verteilt auf zehn Teilnehmerinnen je nach Platzierung (siehe Reglement).
Weitere Informationen zur Veranstaltung: [womengrandprix.fide.com](https://womengrandprix.fide.com/)
Über die Women's Grand Prix-Serie:
Die FIDE Women's Grand Prix (WGP) Serie 2024/25 zählt zu den bedeutendsten Turnierserien im internationalen Frauenschach. In ihrer siebten Saison bildet sie einen zentralen Qualifikationspfad zu den Kandidatenturnieren.
Die Serie umfasst sechs Turniere, die in verschiedenen Ländern ausgetragen werden: Georgien, Kasachstan, Monaco, Zypern, Indien und Österreich.
Das Punktesystem fördert nicht nur Einzelsiege, sondern auch konstante Leistungen über die gesamte Serie. Jede Spielerin darf an drei der sechs Turniere teilnehmen.
Die zwei besten Spielerinnen der Gesamtwertung qualifizieren sich für das Kandidatenturnier 2026. Die Siegerin dieses Turniers wird Herausforderin der amtierenden Weltmeisterin Ju Wenjun, die ihren Titel im Jahr 2025 erfolgreich gegen Tan Zhongyi verteidigte.