Kandidaten - Anand steht als Sieger fest
Anand steht nach einer spannenden 13. Runde als Sieger des Kandidatenturnieres fest und hat sich das Recht auf einen Revanchekampf gegen Carlsen erworben. Dabei kam Anand mit Schwarz gegen Karjakin erstmals richtig unter Druck. Erst opfert er einen Bauern für wohl ausreichende Kompensation, später muss er zwei Figuren für einen Turm geben, gewinnt aber den Bauern zurück und findet eine Aufstellung die Karjakin trotz langer Bemühungen nicht durchbrechen kann. Damit war Karjakin aus dem Titelrennen. Eine aufregende Schlussrunde bliebt Anand erspart weil Aronian mit Schwarz gegen Andreikin keine Chance erhält, den dafür notwendigen Sieg zu holen. Im Gegenteil, der Versuch mit der Brechstange wird zum Bumerang und Aronian fällt auf 50% zurück. Im Duell der Intimfeinde revanchiert sich Kramnik an Topalov für seine Niederlage in der Hinrunde. Topalov fällt auf den letzten Platz zurück. Svidler und Mamedyarov trennen sich in einem Turmendspiel mit einem Remis. Vor der morgigen bedeutungslosen Schlussrunde ist Anand der einzige Spieler mit einem positiven Score (+3). Er führt mit eineinhalb Punkten Vorsprung auf Kramnik, Andreikin, Karjakin, Aronian und Mamedyarov (alle 6,5) sowie Svidler (6) und Topalov (5,5). Die Schlussrunde startet morgen um 10:00 Uhr). (wk, Foto: ChessBase)
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Vier Remisen in der 11. Runde und drei Remisen bei einem Sieg von Topalov gegen Svidler in der 12. Runde ändern die Ausgangslage für die beiden finalen Runden nach dem morgigen letzten Ruhetag nicht wesentlich. Anand führt in der Tabelle mit 7,5 Punkten und einem Punkt Vorsprung auf Aronian (6,5) sowie eineinhalb auf Mamedyarov und Karjakin (je 6). Kramnik, Andreikin, Topalov und Svidler haben jeweils 5,5 Punkte. Anand ist als einziger ungeschlagen und am besten Weg das Recht des nächsten WM Herausforderers zu erkämpfen. Aronian müsste in den beiden verbleibenden Runden eineinhalb Punkte mehr machen um Anand noch abzufagen, da er gegen Anand eine Partie verloren hat und damit die schlechtere Zweitwertung hätte. Ein ähnliches Szenario gilt für Karjakin, der zudem Anand im direkten Duell am Samstag schlagen muss um seine Chance am Leben zu halten. Dann hätte er bei Punktegleichstand die bessere Zweitwertung. Eine Chance hat auch noch Mamedyarov wenn er gegen Kramnik und Svidler gewinnt und Anand gegen Karjakin und Svidler verliert. Eine theoretische Chance Anand abzufangen hat sogar noch der Tabellenlezte Svidler. Spätestens am Sonntag wird die Schachwelt wissen ob diese Szenarien nicht doch nur theoretischer Natur sind. (wk, Foto: ChessBase)
Die heutige 9. Runde bringt überraschende Niederlagen von Aronian gegen Mamedyarov und Kramnik gegen Karjakin. Aronian gelingt gegen Mamedyarov mit Schwarz erneut eine Eröffnungsüberraschung, er findet diesmal aber nicht die besten Fortsetzungen und wird vom Aserbeidschaner eiskalt überspielt. Kramnik wird von Karjakin mit Schwarz ebenfalls überrascht. Karjakin verzichtet mit 3.Lf4 auf ein unmittelbares Damengambit. Kramnik seinerseits spielt nicht das prinzipelle c5 gegen die weiße Unterlassung, baut sich Slawisch auf und begeht bereits im 8. Zug mit einem "Bock" den entscheidenden Fehler. Danach ist es eine Sache der Technik. Karjakin ist mit zwei Siegen am besten in die Rückrunde gestartet. Anand konnte sich die Partien seiner unmittelbaren Verfolger entspannt ansehen, insbesondere weil ihm gegen Topalov in einem Najdorf Sizilianer sein dritter Sieg gelingt. Remis endet die Partie zwischen Andreikin und Svidler. Anand führt nun wieder allein mit 6 Punkten vor Aronian (5). Kramnik, Karjakin und Mamedyarov sind mit 4,5 Zählern die nächsten Verfolger. Die 10. Runde folgt am Dienstag um 10:00 Uhr. (wk, Logo: Turnierseite)
Ein unglaublicher Patzer passiert heute Vladimir Kramnik in seiner Partie gegen Peter Svidler. Kramnik baut sich gegen die holländische Verteidigung mit einer Neuerung im 4. Zug auf und bekommt die Initiative. Mit einem Sieg hätte er sich in eine gute Position für den morgigen Schlager gegen Anand bringen können. Doch knapp vor der Zeitkrontrolle greift Kramnik fehl und verliert einzügig Bauer und Qualität. In der Pressekonferenz erklärt er den Fehler mit Müdigkeit. Soweit ließ es Anand gegen Mamedyarov erst gar nicht kommen. In einem Najdorf Sizilianer bekommt er mit der Modevariante h3 nur einen minimalen Vorteil und signalisiert bald seine Bereitschaft zum Remisschluss. Erst ziert sich Mamedyarov ein wenig, im 30. Zug fahren aber dann doch die Hände zur friedlichen Einigung aus. Aronian spielt gegen Topalov eine "normale" Eröffnung, muss aber nach einem kleinen Fehler genau spielen um die Stellung zu halten. Das gelingt. In der PK antwortet Aronian auf die Frage ob er eine Strategie hätte Anand noch einzuholen scherzhat mit einem Seitenhieb auf Kramnik, sein Plan sei nichts einzügig einzustellen. Remis endet auch die Partie zwischen Karjakin und Andreikin. In einem scharfen Sizilianer nehmen die Beiden rasch die Spannung aus der Stellung. Morgen kommt es ab 10:00 Uhr zu den Schlagern zwischen Kramnik und Anand sowie Svidler gegen Aronian. Man darf gespannt sein ob Kramnik nach den verpassten Chancen der letzten Partien noch einmal die Kraft hat sich aufzubäumen. (wk, Foto: ChessBase)
Die Spitzenpaarung der ersten Rückrunde im Kandidatenturnier zwischen Aronian und Anand endet mit einem raschen Remis. Aronian überrascht bereits im 3. Zug mit Db3, Anand reagiert mit der prinzipiellsten Fortsetzung und opfert einen Bauern, den Aronian wie einst Petrosian nimmt mit der Absicht ihn zu halten. Doch dann kriegt der Armenier Angst vor der eigenen Courage und willigt in eine Zugwiederholung ein, gegen die auch Anand mit einem Bauern weniger nichts einzuwenden hat. Das gab Kramnik die Chance zu den beiden Führenden aufzschließen. In seiner Partie gegen Andreikin scheint der Ex-Weltmeister auch am Drücker zu sein, doch dann opfert er gleich zwei Bauern. Seine Kompensation ist nur ausreichend ein Remis zu erzwingen. Remis endet ebenfalls die Begegnung zwischen Topalov und Mamedyarov nach einem heftigen Schlagabtausch in einem Najdorf Sizilianer. Diese Punkteteilung hilft in der Tabelle keinem. Sieger der Runde ist Sergey Karjakin. Er kann seine Schwarzpartie gegen Peter Svidler nach langem Ringen gewinnen. Dabei ist es Svidler, der in diesem Turnier die Akzente setzt, viel Risiko nimmt und sich extrem kämpferisch zeigt. Bisher wir er für sein Spiel von Fortuna aber wenig belohnt. In der Tabelle führen Anand und Aronian (je 5 Punkte) vor Kramnik (4,5). Alle anderen Spieler halten nun bei 3,5 Punkten. Heute folgt ab 10:00 Uhr die 9. Runde, morgen ist Ruhetag. (wk, Logo: Turnierseite)