WM 2016 - Karjakin gewinnt achte Partie
Sergej Karjakin gewinnt mit den schwarzen Steinen die achte Partie des WM Matches gegen Magnus Carlsen und geht mit 4,5:3,5 in Führung. Das Schlachtfeld der WM sind theoretische Nebenvarianten. Carlsen eröffnet wie in der ersten Partie mit d4 und wählt dann das Zuckertort-Colle System. Im oststeirischen Hartberg wird einer die Partie dann mit besonderem Interesse verfolgt haben, ist das doch die Lieblingseröffnung von Österreichs Altmeister Georg Danner. In WM Partien ist das aber ein seltener Gast und kam zuletzt im 19. Jahrhundert vor. Karjakin hatte gegen den eher bescheidenen weißen Aufbau keine allzu großen Probleme das Spiel auszugleichen. Carlsen wollte aber unbedingt den Sieg, wich remislichen Abspielen aus und ging dafür positionelle Risiken ein, die sich am Ende nicht ausgezahlt haben. Karjakin fährt mit einer hübschen Schlusskombination den ersten Sieg ein. Carslen bleiben nur noch vier Runden um das Match zu drehen. Markus Ragger erläutert in seinem Videokommentar der Runde die spannendsten Momente der achten Partie. (wk, Foto: Turnierseite)
Turnierseite, Videokommentar Markus Ragger - 8. Runde,
Bericht im Standard Online

Die siebente Runde der Schach WM wird vom Schauspieler Gbenga Akinnagbe für Karjakin mit 1.d4 eröffnet. Als Akinnagbe vorher nachfragt "really d4?" entlockt er den beiden WM-Kontrahenten ein seltenes Lächeln. Ansonsten überwiegt die Anspannung eines langen Zweikampfs. Sergej Karjakin erweist sich in seinen Eröffnungen erstaunlich zahnlos. Da hätte man sich mit der russischen Maschinerie im Hintergrund mehr erwartet. Trotz seines Versuches die Partie mit d4 in andere Bahnen zu lenken steht Karjakin in einer slawischen Verteidigung bereits nach 13. Zügen leicht schlechter. Auch Carlsen konnte das kaum glauben. In seinem Bestreben die beiden Schwarzpartien in den Runden sechs und sieben gut zu überstehen spielt er auf ein rasches Remis. Doch dann passiert dem Weltmeister im 16. Zug mit Tc8 ein Versehen mit dem sich sein leichter Vorteil in einen leichten Nachteil verwandelt. Carlsen findet aber eine Abwicklung in ein Endspiel mit Türmen und ungleichen Läufern in dem Karjakin zwar einen Bauern mehr hat, aber seine Stellung nicht verstärken kann. Nach drei Runden Spielzeit stimmt Karjakin bereits im 33. Zug einer Punkteteilung zu. In den Pressekonferenzen überwiegen die Fragen nach der Remisserie. Glauben die Spieler noch eine Partie gewinnen zu können? Dabei hätten die Partien drei, vier und fünf durchaus einen Sieger hervorbringen können. Aber der Grad zum ganzen Punkt war schmal. In den entscheidenden Momenten gab es stets mehrere chancenreiche Fortsetzungen. Der Gewinn lag dabei hinterm menschlichen Rechenhorizont. So gesehen fehlte bisher beiden das Glück zum Partiegewinn. Vielleicht wird das heute schon anders. Die achte Partie beginnt um 20:00 Uhr. Der Videokommentar von Ragger zur siebenten Runde ist auf Youbute online. (wk, Foto: Turnierseite)
Die fünfte Runde der Schach WM in New York endet mit einem fünften Remis. Anders als in den Partien drei und vier hat diesmal aber der Herausforderer Sergej Karjakin die Chance auf einen ersten Partiegewinn. Zwar überrascht Carlsen in der Eröffnung erneut und bekommt eine angenehmer zu spielende Stellung, aber nach der ersten Zeitkontrolle passieren Carlsen ein, zwei Ungenauigkeiten durch die er erstmals im Match in Nachteil gerät. Aber auch der Weltmeister versteht die Kunst der Verteidigung. Carlsen aktiviert wie zuvor Kajakin mit einem Bauernopfer seinen Läufer und rettet das Remis. Heute folgt um 20:00 Uhr die sechste Partie. Markus Ragger glaubt, dass in den nächsten beiden Runden eine Vorentscheidung fallen könnte und sieht psychologische Vorteile für Karjakin. Sein Videokommentar zur fünften Runde ist auf Youtube online. (wk, Foto: Turnierseite)
Die sechste Partie zwischen Sergej Karjakin und Magnus Carlsen endet nach 32 Zügen erneut mit einem Remis. Zur Halbzeit steht das Match nach sechs der zwölf Partien somit 3:3. Die Schachfans müssen weiter auf eine erste Gewinnpartie warten. Nach seinem Fehler in der fünften Partie wählt Carlsen diesmal Zuflucht in einer gut vorbereiteten Eröffnungsvariante. Das entspricht zwar nicht seinem kämpferischen Stil, war aber für diese Partie eine gute Wahl. Der Ball liegt nun wieder bei Karjakin. Er muss in der nächsten Partie am kommenden Sonntag beweisen, dass er mit Weiß Druck ausüben kann. Das ist ihm bisher nicht gelungen. Gestern wiederholte er die Zugfolge der 4. Partie. Carlsen wich im 9. Zug mit d5 ab und opfert einen Bauern. Es überrascht, dass Karjakin gegen diesen durchaus zu erwartenden Aufbau so gar keine Idee hatte und Carlsen problemlos forciert ausgleichen konnte. Sollte Carlsen in der 7. Partie erneut zumindest remisieren, sieht ihn Markus Ragger weiter in der Favoritenrolle. Raggers Kommentar zur 6. Runde ist auf Youtube online.(wk, Foto: Turnierseite)
Magnus Carlsen muss im WM-Match gegen Sergej Karjakin weiter auf einen ersten Sieg warten. In der vierten Partie wählt Karjakin 1.e4 und es entsteht erneut ein geschlossener Spanier. Kajrakin weicht im 6. Zug mit Te1 von der zweiten Partie ab, spielt in Folge eine Anti-Marshall Variante mit h3 und orientiert seine Figuren zum gegnerischen Königsflügel. Im 18. Zug schlägt Karjakin mit seinem Läufer auf h6 und bietet ein Qualitsätsopfer an, übersieht aber eine starke Erwiderung von Carlsen. Der Norweger erhält dann nach einem Folgefehler Karjakins wie schon in der dritten Partie eine aussichtsreiche Stellung und scheint dem Sieg nahe. Im kritischen Moment verschafft sich Carlsen im 45. Zug einen gedeckten Freibauern, der auf den ersten Blick gewinnen sollte. Karjakin weist aber gerade diesen Zug als Fehler nach und kann geschickt eine Festung bauen, die Carlsen nicht mehr durchdringen konnte. Scherzbolde meinten nach der Partie Putin werde Karjakin nun wohl zum "Minister of defence" ernennen. Heute ist New York ein Ruhetag, die fünfte Partie folgt morgen Donnerstag ab 20:00 Uhr. Der Videokommentar von Markus Ragger zur Runde ist auf Youtube online.