World Cup: Giri und Karjakin sind draußen
Die Sensation in den Duellen der letzten 32 des World Cups in Khanty-Mansiysk ist der Sieg des jungen Amerikaners Jeffery Xiong gegen den Mitfavoriten Anish Giri, aktuelle Nummer Vier der Weltrangliste und hinter Ding Liren die Nummer Zwei der Setzliste. Das Match wird nach fünf Remisen in der zweiten Partie der zweiten Serie des Tie-Breaks bei verkürzten Schnellschachpartien entschieden. In einer Pirc-Verteidigung stellt Giri die Partie im 25. Zug mit einem Fehler ein. Xiong ist nach diesem 3,5:2,5 Sieg nun das letzte verbliebene große Talent im Bewerb. In einem russischen Duell wirft Nikita Vitiugov mit Sergey Karjakin den vorletzten WM-Finalisten mit 1,5:0,5 aus dem Bewerb. In einem weiteren rein russischen Duelll plagt sich Ian Nepomniachtchi gegen Evgeny Tomashevsky, gewinnt aber letztlich die beiden Blitzpartien und steigt mit dem Gesamtscore von 5:3 auf. Überraschend von der Elozahl her ist der glatte 2:0 Sieg des Russen Kirill Alekseenko gegen die indische Hoffnung Pentala Harikrishna. Das Sechzehntelfinale beginnt nach einem heutigen Ruhetag, morgen Freitag, um 12:00 MEZ. Die Paarungen lauten: Ding Liren-Alekseenko, Grischuk-Dominguez, Vitiugov-So, Nepomniachtchi-Yu, Xiong-Duda, Mamedyarov-Radjabov, Vachier-Lagrave gegen Svidler und Le-Aronian. (wk, Foto: Turnierseite)
Turnierseite

In der zweiten Runde des World Cups in Khanty-Mansiysk haben sich in den 32 Paarungen mit zwei Ausnahmen die Favoriten durchgesetzt. Die größte Sensation ist der Sieg der rumänischstämmigen deutschen Nummer Eins, Liviu-Dieter Nisipeanu, gegen den Amerikaner Hikaru Nakamura. Nakamura wählt in der ersten Partie mit Schwarz gegen Katalanisch eine Variante, die nicht den besten Ruf hat. Nisipeanu opfert die Dame und wird nach einem Fehler Nakamuras mit einer Gewinnstellung belohnt. In der zweiten Partie kann Nakamura gegen die russische Verteidigung nichts ausrichten und ist vorzeitig draußen. Ein überraschender Aufstieg gelang dem Russen Daniil Yuffa mit 5:3 gegen den Engländer Luke McShane, der eine mehr als 100 Punkte höhere Elozahl besitzt. McShane ist aber kein Profi und die Stärke junger Russen ist bekannt. Insgesamt 15 Begegnungen mussten mit einem Stand von 1:1 nach den klassischen Partien ins gestrige Tie-Break. 13 davon wurden bereits in den ersten beiden Rapid-Partien (25 Minuten plus 10 Sekunden pro Zug) entschieden. Yuffa gegen McShane mussten bis in die Blitzpartien. So richtig ausgekostet haben das Tie-Break Evgeniy Najer und Anish Giri. Der Holländer war mit einem Eloplus von 145 Punkten der klare Favorit, konnte aber nach sechs Remisen erst in der ersten Blitzpartie einen Sieg einfahren. Najer gelang in der zweiten noch einmal der Ausgleich, daher musste eine Armageddon Partie entscheiden. Najer hätte mit Weiß gewinnen müssen, läuft aber in einen Konterangriff und verliert. Giri ist weiter und trifft heute auf Jeffery Xiong. Nisipeanu bekommt es mit Svidler zu tun. Die dritte Runde des World Cups beginnt heute um 12:00 MEZ mit der ersten Partie im Standardschach. (wk, Foto: Turnierseite)
Das Norwaychess 2019 sieht Lokalmatador Magnus Carlsen als souveränen Sieger. Das neue Format mit einer Armageddon Entscheidung im Falle eines Remis in der Standardpartie und zwei Punkte für einen Sieg im klassischen Schach sowie eineinhalb Punkte im Falle eines Armageddon-Sieges kam dem Weltmeister zugute. Carlsen gewann im Standardschach gegen Yu Yangyi und Alexander Grischuk und erzielte somit ohne Niederlage nach altem Format 5,5/9. Das gelang neben Carlsen aber auch Ding Liren. In den Armageddon-Entscheidungen sichert sich Carlsen aber sechs Siege und verliert erst in der Schlussrunde gegen Caruana. Ding Liren ist hingegen nur einmal gegen Wesley So erfolgreich und muss sechs Niederlagen einstecken. In der Endwertung siegt Carlsen daher deutlich mit 13,5 Punkten vor Yu Yangiy und Levon Aronian (je 10,5). Caruana und So folgen mit je 10 Punkten, erst dann kommt Ding Liren mit 8,5. Vachier-Lagrave und Anand erzielen je 8 Punkte, Mamedyarov und Grischuk bleiben mit 5,5 doch deutlich unter ihren Erwartungen. Man darf gespannt sein ob sich dieses neue Format langfristig etablieren kann oder ob es bei einzelnen Versuchen bleiben wird. (wk, Foto: Turnierseite)
Der Engländer Michael Adams ist eines der prominenten Opfer der ersten Runde des World Cup 2019 in Khanty-Mansiysk. Adams liefert sich mit dem zwanzigjährigen Inder Chithambaram Aravindh ein hartes Match. Zwei Remisen im Standard folgen jeweils zwei weitere in den längeren und kürzen Schnellschachpartien. Im Blitz setzt sich dann der Inder mit 1,5:0,5 durch und gewinnt mit dem Gesamtscore 4,5:3,5. Eine Entscheidung im Blitz gab es auch noch zwischen Nijat Abasamov und Kacper Poirun. Der Aserbeidschaner setzt sich letztlich gegen den Polen ebenfalls mit 4,5:3,5 durch. Überraschend draußen sind neben Adams auch David Navara (0,5:1,5 gegen Daniil Yuffa), Sam Shankland (2,5:3,5 gegen Eltaj Safarli), Arkadij Naiditsch (0:2 gegen Niclas Huschenbeth) und Xiangzhi Bu (2,4:3,5 gegen Xiangyu Xu). Die zweite Runde begann eben um 12:00 Uhr MEZ mit der ersten Partie im Standardschach. Live-Übertragung und Kommentierung gibt es auf der Turnierseite. (wk, Foto: Turnierseite)
Die Russin Aleksdandra Goryachkina steht bereits zwei Runden vor Schluss des Kandidatenturniers der Frauen in Kasan als Siegerin fest und wird gegen die regierende Weltmeisterin Wenjun Ju aus China um die Krone des Frauenschachs spielen. Heute konnte sich Goryachkina sogar leisten eine Gewinnstellung gegen Zhongyi Tan mit einem Dauerschach friedlich zu beenden und so die Qualifikation zu sichern. Zudem bleibt sie weiter ungeschlagen. Kateryna Lagno vergab die letzte theoretische Chance mit einer Niederlage gegen Anna Muzychuk, die nun mit 6,5 Punkten aus 12 Partien als neue Zweite zweieinhalb Punkte Rückstand auf Goryachkina hat. Hinter Lagno (6) folgen Gunina, Dzagnidze, Maria Muzychuk und Tan (alle 5,5). Letzte ist Ex-Weltmeisterin Kosteniuk (4,5). Der überlegen Sieg von Goryachkina kommt einigermaßen überraschend, war sie doch in einem ausgeglichenen Feld hinter den Muzychuk-Schwestern, Lagno und Kosteniuk nur die Nummer Fünf der Setzliste. Allerdings gilt sie schon länger als eine der großen russischen Hoffnungen wieder einmal einen WM-Titel für das Mutterland des Schachsports zu holen. Im Weg steht ihr nun nur noch Wenjun Ju. (wk, Foto: Turnierseite)