Zürich - Nakamura bedrängt Carlsen
Eine Riesenchance vergibt Nakamura in seiner gestrigen Partie gegen Carlsen in Zürich. Der Amerikaner greift gegen einen wie immer kämpferisch aufgelegten Weltmeister energisch am Königsflügel an und macht bis zum 37. Zug alles richtig. Doch dann verpasst Nakamura seine Chance auf ein Matt in wenigen Zügen oder zumindest Figurengewinn und wählt eine offensichtlich ebenfalls logische Fortsetzung, die sich aber als Fehler erweist. Carlsen nützt seine unerwartete Chance, opfert eine Figur, erhält dafür aber viele Bauern, die ihm im Endspiel sogar noch den Sieg bringen. Dabei wäre Nakamura sichtlich gerne der erste Spieler gewesen, der Carlsen als Weltmeister eine Niederlage zufügt, wie seine Ansage vor der Partie "er sei der einzige der Carlsen gefährden könne" wohl belegt. Die beiden anderen Partien des Tages zwischen Caruana gegen Anand und Aronian gegen Gelfand enden nach interessantem Verlauf mit Remis. Carlsen führt mit 2,5 Punkte vor Aronian mit zwei sowie Caruana und Nakamura (je 1,5). (wk, Foto: Turnierseite)
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Nach seiner Niederlage im WM Kampf gegen Carlsen spielt Ex-Weltmeister Anand im Super-GM-Turnier in Zürich glücklos. Nach seiner Auftaktniederlage gegen Aronian, in der ein kreatives Figurenopfer die Partie nicht retten konnte, "nötigt" Anand in der gestrigen Partie in guter Stellung Nakamura dazu seinerseits eine Figur zu geben. Doch wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht. Das Opferspiel des Amerikaners erweist sich als stärker denn allseits eingeschätzt und Anand verliert seine zweite Partie und wohl auch einiges an Moral. Im Schlager der Runde liefern sich Carlsen und Anand in einem Engländer einen offenen Schlagabtausch. In einer symbolisch leicht besseren Stellung für Aronian erzwingt der Weltmeister ein Dauerschach und die Punkteteilung. Ebenfalls mit einem Remis endet die Begegnung zwischen Gelfand und Caruana. Erneut muss der Italiener ein Endspiel mit einem Bauern weniger halten. Heute spielen Aronian gegen Gelfand, Nakamura gegen Carlsen und Caruana gegen Anand. (wk, Foto: Turnierseite)
Magnus Carlsen beginnt das Turnier in Zürich mit einer glänzenden Vorstellung. In seiner ersten Partie als Weltmeister schafft der Norweger gegen Boris Gelfand ein kleines Schachjuwel wie Daniel King mit seiner 
Levon Aronian siegt beim Tata Steel Masters 2014 trotz eines Schönheitsfehlers in der Schlussrunde überlegen mit 8 Punkten aus 11 Partien und eineinhalb Punkten Vorsprung auf Anish Giri und Sergey Karjakin. Der Weltranglistenzweite gewinnt in der Vorschlussrunde mit Schwarz gegen Dominguez seinen sechste Partie im Turnier. In der Schlussrunde dominiert Aronian gegen Van Wely erneut das Geschehen am Brett fällt aber im 38. Zug einem taktischen Trick zum Opfer. Dieser Schönheitsfehler einer Niederlage schmälert aber keineswegs sein phantastisches Spiel mit einer Performance von 2906. Der Überraschungsmann ist Anish Giri. Der junge Holländer bleibt als einziger Spieler ungeschlagen. Ein versöhnliches Ende bringt das Turnier für Naiditsch und Gelfand. Sie kommen zwar vom Tabellenende nicht mehr weg, können aber in einem verhauten Turnier mit jeweils zwei Siegen in den beiden Schlussrunden den Schaden begrenzen. Trotzdem gibt es für beide ein Minus von 16 Elopunkten. Wenig zufrieden wird auch Nakamura mit Rang 9 sein, denn mit 13 verlorenen Elopunkten ist Rang 3 in der Weltrangliste gleich wieder weg. Das originellste Spiel zeigte Ungarns Richard Rapport. Allerdings wird er seine Turnierstrategie nach sechs Niederlagen doch überdenken müssen. Solide Leistungen zeigen Caruana, Dominguez, So, Harikrishna und Van Wely auf den Rängen 4-8. Im Challenger Turnier gewinnt Ivan Saric mit 10 Punkten aus 13 Partien vor Jan Timman und Badur Jobava (je 8,5). Saric qualifiziert sich damit für das Masters 2015. (wk, Foto: ChessBase)