Zürich - Carlsen Gesamtsieger, Caruana dominiert im Schnellschach

In der letzten Runde des Turniers in Zürich sicherte sich Carlsen am Montag den Sieg im klassischen Schach mit einem Remis gegen Anand. Caruana gelang ein Sieg gegen Aronians Marschall-Gambit. In der Schlusstabelle hat Carlsen 4 Punkte aus 5 Partien, Aronian folgt mit 3 vor Caruana (2,5), Anand und Nakamura (je 2) und Gelfand (1,5). Gestern folgte ein Schnellschachturnier mit je 15 Minuten Bedenkzeit pro Spieler und einem Zeitbonus von 10 Sekunden pro Zug. Mann des Tages war Fabiano Caruana. Der Italiener besiegt Nakamura, Carlsen und Anand und gewinnt klar mit 4 Punkten vor Nakamura (2,5), Aronian (3), Carlsen (2), Gelfand (1,5) und Anand (1). In der Gesamtwertung rettet Carlsen den Sieg mit 10 Punkten (die Punkte vom klassischen Schach wurden dafür verdoppelt) vor Aronian und Caruana (je 9) sowie Nakamura (7,5), Anand (5,5) und Gelfand (4,5).
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Die in Zürich versammelte Weltelite liefert sich sehenswerte Kämpfe an den 64 Feldern. In der gestrigen vierten Runde stellt Aronian gegen Nakamura klar, wer die besten Chancen hat der nächste Herausforderer um die WM zu werden. Aronian bringt in einem g3-Königsinder seinen a-Bauern auf die siebente Reihe und erlegt dann den ungeschützen schwarzen König mitten im Zentrum. Weltmeisterlich zeigt sich erneut Carlsen. Seine Partie gegen Caruana läuft wie auf einer schiefen Ebene. Nach harmlos wirkender Eröffnung ergreift Carlsen mit einem intuitiven Qualiltätsopfer die Initiative und treibt dann seine Freibauern im Zentrum entscheidend nach vorne. Einen ersten Sieg feiert Anand mit Schwarz gegen Gelfand dank freundlicher Mithilfe seines Gegeners, der im falschen Moment noch einen Königsangriff probiert und in einen Konter läuft. Heute kommt es zur WM-Revanche zwischen Anand und Carlsen. Morgen folgt in Zürich noch ein Schnellschachturnier, das mit halben Punkte für die Gesamtwertung zählt. (wk, Foto: Turnierseite)
Eine Riesenchance vergibt Nakamura in seiner gestrigen Partie gegen Carlsen in Zürich. Der Amerikaner greift gegen einen wie immer kämpferisch aufgelegten Weltmeister energisch am Königsflügel an und macht bis zum 37. Zug alles richtig. Doch dann verpasst Nakamura seine Chance auf ein Matt in wenigen Zügen oder zumindest Figurengewinn und wählt eine offensichtlich ebenfalls logische Fortsetzung, die sich aber als Fehler erweist. Carlsen nützt seine unerwartete Chance, opfert eine Figur, erhält dafür aber viele Bauern, die ihm im Endspiel sogar noch den Sieg bringen. Dabei wäre Nakamura sichtlich gerne der erste Spieler gewesen, der Carlsen als Weltmeister eine Niederlage zufügt, wie seine Ansage vor der Partie "er sei der einzige der Carlsen gefährden könne" wohl belegt. Die beiden anderen Partien des Tages zwischen Caruana gegen Anand und Aronian gegen Gelfand enden nach interessantem Verlauf mit Remis. Carlsen führt mit 2,5 Punkte vor Aronian mit zwei sowie Caruana und Nakamura (je 1,5). (wk, Foto: Turnierseite)
Nach seiner Niederlage im WM Kampf gegen Carlsen spielt Ex-Weltmeister Anand im Super-GM-Turnier in Zürich glücklos. Nach seiner Auftaktniederlage gegen Aronian, in der ein kreatives Figurenopfer die Partie nicht retten konnte, "nötigt" Anand in der gestrigen Partie in guter Stellung Nakamura dazu seinerseits eine Figur zu geben. Doch wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht. Das Opferspiel des Amerikaners erweist sich als stärker denn allseits eingeschätzt und Anand verliert seine zweite Partie und wohl auch einiges an Moral. Im Schlager der Runde liefern sich Carlsen und Anand in einem Engländer einen offenen Schlagabtausch. In einer symbolisch leicht besseren Stellung für Aronian erzwingt der Weltmeister ein Dauerschach und die Punkteteilung. Ebenfalls mit einem Remis endet die Begegnung zwischen Gelfand und Caruana. Erneut muss der Italiener ein Endspiel mit einem Bauern weniger halten. Heute spielen Aronian gegen Gelfand, Nakamura gegen Carlsen und Caruana gegen Anand. (wk, Foto: Turnierseite)
Magnus Carlsen beginnt das Turnier in Zürich mit einer glänzenden Vorstellung. In seiner ersten Partie als Weltmeister schafft der Norweger gegen Boris Gelfand ein kleines Schachjuwel wie Daniel King mit seiner