Damen Grand Prix in Khanty-Mansiysk
Gestern wurde in Khanty-Mansiysk das vierte Grand Prix Turnier der laufenden Damen-Serie gestartet. Kurz nach dem Kandidatenturnier der Herren ist der Austragungsort der Olympade 2010 erneut im Mittelpunkt des internationalen Schachgeschehens. Die erste Runde endet mit einem Desaster für die Spielerinnen mit den schwarzen Steinen. Einzig Alexandra Kosteniuk gelingt ein Remis gegen Antoaneta Stefanova. Die Partien zwischen Ushenina-Muminova, Zhao-Lagno, Girya-Dzagnidze, Muzychuk-Batchimeg und Hou-Kosintseva enden allesamt 1:0. In der Gesamtwertung führt nach drei von sechs Turnieren die Inderin Humpy Koneru mit zwei Siegen und 320 Punkten vor Khotenashvili (290 aus 3 Turnieren) und Muzychuk (250). Auf der Turnierseite werden die Partien live übertragen. Beginnzeit vor Ort ist 15:00 Uhr, das ist 11:00 Uhr MEZ. (wk, Foto: Turnierseite)
Turnierseite

Schach ist ein großes Thema im aktuellen Heft des Spiegels. Über fünf Seiten berichtet Erich Follath von seiner Begegnung mit dem Schachweltmeister in Oslo. Durch die missglückten Versuche von Kollegen gewarnt, ging Follath sein Interview mit dem Weltmeister äußerst geschickt an - mit einer Schachpartie.
Am vergangenen Wochenende hatte Markus Ragger in der detuschen Bundesliga Gelegenheit mit Ex-Weltmeister Vishy Anand die Klingen zu kreuzen. Anand weicht einem echten Grünfeldinder aus und lange Zeit stehen Raggers Chancen nicht so schlecht. Schließlich gibt Ragger die Dame für zwei Türme. In der längsten Partie des Wettkampfs setzt sich Anand in dieser Konstallation schließlich durch. Raggers Klub Solingen spielt diesmal nicht in stärkster Besetzung und muss eine 1:7 Niederlage und tags darauf ein 3:5 gegen Hockenheim hinnehmen. Ragger remisiert dabei gegen den Ungarn Rapport. In der Tabelle fällt Solingen auf den 6. Platz zurück. OSG Baden-Baden führt nach 10 Runden mit dem Maximum von 20 Punkten vor Hockenheim, Werder Bremen und Mülheim (alle 16). (wk, Foto: ChessBase)
Die in Zürich versammelte Weltelite liefert sich sehenswerte Kämpfe an den 64 Feldern. In der gestrigen vierten Runde stellt Aronian gegen Nakamura klar, wer die besten Chancen hat der nächste Herausforderer um die WM zu werden. Aronian bringt in einem g3-Königsinder seinen a-Bauern auf die siebente Reihe und erlegt dann den ungeschützen schwarzen König mitten im Zentrum. Weltmeisterlich zeigt sich erneut Carlsen. Seine Partie gegen Caruana läuft wie auf einer schiefen Ebene. Nach harmlos wirkender Eröffnung ergreift Carlsen mit einem intuitiven Qualiltätsopfer die Initiative und treibt dann seine Freibauern im Zentrum entscheidend nach vorne. Einen ersten Sieg feiert Anand mit Schwarz gegen Gelfand dank freundlicher Mithilfe seines Gegeners, der im falschen Moment noch einen Königsangriff probiert und in einen Konter läuft. Heute kommt es zur WM-Revanche zwischen Anand und Carlsen. Morgen folgt in Zürich noch ein Schnellschachturnier, das mit halben Punkte für die Gesamtwertung zählt. (wk, Foto: Turnierseite)