Showdown im Fuchspalast: In einem hochdramatischen Finale sichert sich der SV-Das Wien-St. Veit den Staatsmeistertitel 2026 und stürzt Titelrivale Pinggau-Friedberg in letzter Minute.
Nach den ersten fünf Runden in Fürstenfeld liegen beide Teams noch gleichauf an der Spitze. Auch in den Runden sechs bis acht geben sich weder die Steirer rund um Kapitän Peter Steiner noch die Kärntner um ÖSB-Vizepräsident Friedrich Knapp eine Blöße. Während die Konkurrenz patzt – Feffernitz und Ottakring verabschieden sich mit entscheidenden Punktverlusten gegen St. Veit aus dem Titelrennen – spitzt sich alles auf ein Duell der beiden Topteams zu.
Die Vorentscheidung scheint in Runde zehn zu fallen: St. Veit kommt gegen Austria Wien nicht über ein Unentschieden hinaus, Pinggau-Friedberg übernimmt dank besserer Zweitwertung die Tabellenführung. Doch das vermeintliche Momentum kippt im Finale.
Die Ausgangsposition: Bei Punktegleichheit hat Pinggau Friedberg in der ersten Zweitwertung einen Brettpunkt mehr, St. Veit muss also mindestens einen Punkt höher gewinnen. Die Drittwertung kann aufgrund des 3:3 in der direkten Begegnung keinen Sieger küren. In der Viertwertung wäre knapp St. Veit vorne.
Am Sonntag entwickelt sich schließlich ein Nervenkrimi. St. Veit gerät früh in Rückstand – Spitzenbrett Ivan Saric muss sich Lars Goldbeck geschlagen geben. Doch das Teamergebnis: Mit einem souveränen 4,5:1,5 gegen HCS Salzburg erfüllen die Kärntner ihre Pflicht. Pinngau-Friedberg benötigt jetzt ein 4:2 zum Titelgewinn.
Alle Augen richten sich nun auf das Parallelmatch. Pinggau-Friedberg kämpft gegen Schach ohne Grenzen, kann sich aber nicht entscheidend absetzen. Valentin Baidetskyi sorgt zwar für die Führung, doch vier Remisen halten die Begegnung offen. Die Entscheidung fällt in der letzten Partie. Pinggau Friedberg muss gewinnen um Meister zu werden, Maximilian Berchtenbreiter steht besser, lässt aber zu, dass die Partie in eine Remisstellung abgleitet. So wird weiter gespielt und die Partie wird zur Tragödie aus steirischer Sicht: Leistungsträger Sankalp Gupta verliert schließlich gegen Maximilian Berchtenbreiter. Der Titeltraum platzt.

Maximilian Berchtenreiter entscheidet mit seinem Sieg jedoch nicht nur die Meisterschaft, mit seinem Punkt zum 3:3 bewahrt er sein Team Schach ohne Grenzen gleichzeitig vor dem bereits sicher geglaubten Abstieg. Das diesjährige Liga - Finale war somit an Spannung und Drama nicht zu überbieten!
St. Veit ist damit Staatsmeister 2026 – hochverdient. Die Kärntner bleiben die gesamte Saison ungeschlagen, geben nur zwei Unentschieden ab und überzeugen mit beeindruckender mannschaftlicher Geschlossenheit. Vier Spieler erreichen 7,5 Punkte aus 11 Partien, Saric und Brkic liefern starke Resultate an den Spitzenbrettern.
Pinggau-Friedberg muss sich wie im Vorjahr mit Silber begnügen, wäre aber ein ebenso würdiger Meister gewesen. Mit Ivan Ivanisevic (9,5 aus 11) stellen die Steirer jedoch den Top-Scorer der Saison. Bronze geht in einem engen Vierkampf dank Zweitwertung an Fürstenfeld-Hartberg vor Austria Wien, Feffernitz und Ottakring.
Im Tabellenkeller sichern sich Gamlitz sowie Mayrhofen/Zell/Zillertal und Schach ohne Grenzen den Klassenerhalt. Frauental, Maria Saal und HCS Salzburg steigen ab.
Auch individuell gibt es starke heimische Leistungen: Felix Blohberger überzeugt mit 7,5 Punkten und einer Performance von 2645, David Shengelia meldet sich mit einer Eloleistung von 2594 eindrucksvoll zurück. Valentin Baidetskyi (2563), Valentin Dragnev (2559), Markus Ragger (2541), Konstantin Peyer (2531) und Dominik Horvath (2521) erreichen Eloleistungen über 2500.

Organisatorisch bietet das Kärntner Team rund um Landespräsident Friedrich Knapp im weltbekannten Fuchspalast perfekte Spielbedingungen. Kaweh Kristoph agiert als umsichtiger Spielleiter, Karl Theny sorgt wie gewohnt für eine reibungslose Live-Übertragung. Das Aufstiegsrecht aus den zweiten Bundesligen sichern sich Grieskirchen (Mitte), Data Technology Pressbaum/Eichgraben (Ost) und Absam (West). (wk, Fotos: Knapp, Schach ohne Grenzen)
