"Meister von morgen" in Zadar
Das Open in Zadar zählt zu einem der stärksten in Europa und eignet sich ob seiner Elobegrenzung ideal um auf Normen zu spielen und Erfahrungen gegen starke Gegner zu sammeln. Heuer begleitete Bundesjugendtrainer Siegfried Baumegger mit Felix Blohberger und Marc Morgunov zwei Talente aus der ÖSB Projektgruppe "Meister von morgen" zum Turnier. Beide schlagen sich gut. Felix Blohberger ist sechs Runden lang auf dem Weg zu seiner ersten IM-Norm bevor ihn zwei Niederlagen gegen GM Mhamal Anurag (2488) und FM Miljenko Muha (2303) zurück werfen. Ein Sieg in der Schlussrunde bringt ihm bei einer Eloleistung von 2368 den 28. Rang und ein paar Elopunkte. Marc Morgunov geht mit seiner Elozahl von 2133 nur als 53. und Vorletzter der Startrangliste ins Turnier, zeigt dort aber sein Potenzial. Er gewinnt vier Partien gegen Deglmann (2301), Bubalovic (2237), Ciganovic (2263) und Zelic (2321). Eine Eloleistung von 2256 bringt ihm zudem 58 Punkte für die Weltrangliste. Alle neun Partien spielte Morgunov gegen elostärkere Gegner. Mission erfüllt!! Der Turniersieg in Zadar geht 2017 dank besserer Feinwertung an den Polen Piotr Nguyen vor den Kroaten Sasa Martinovic und Ante Brkic sowie dem Slowaken Christopher Repka. (wk)
Turnierseite, Ergebnisse bei Chess-Results



Ian Nepomniachtchi gewinnt bei den Chess Classics in London in der Vorschlussrunde gegen Magnus Carlsen. Der Russe übernimmt damit die alleinige Führung vor Caruana und hat heute beste Chancen auf den Turniersieg. Die Partie gegen Carlsen verläuft lebhaft. Über eine Zugumstellung entsteht eine slawische Abtauschvariante. Carlsen transformiert die Stellung zu einer Isolani Position und erhält aktives Spiel, verpasst aber im 25. Zug ein chancenreiches Figurenopfer mit einem Einschlag auf h6. Zu diesem Zeitpunkt hat Nepomniachtchi bereits einen deutlichen Vorsprung auf der Uhr. Die nächsten Züge werden für Carlsen zum Desaster. Er verliert das Gespür für Gefahr und stolpert, offenbar im Gewinnstreben, in einen Figurenverlust. Alle anderen Partien enden mit einer Punkteteilung. Die Spieler sind eher auf Sicherheit bedacht und vereinfachen die Partien rasch. Nur jene zwischen So und Karjakin dauert lange, verlässt aber auch nie die Remisbreite. In der Tabelle führt Nepomniachtchi mit fünfeinhalb Punkten, vor Caruana (5) und Vachier-Lagrave (4,5). In der heutigen Schlussrunde kommt es ab 13:00 MEZ zum Duell zwischen Nepomniachtchi und Vachier-Lagrave, dem auch entscheidende Bedeutung für den Gesamtsieg der Grand Chess Tour zukommt. (wk, Foto: Turnierseite)
Markus Ragger punktet am vergangenen Wochende mit der SG Solingen zweimal voll und liegt mit seinem Team ohne Punkteverlust knapp hinter Titelverteidiger OSG Baden-Baden am zweiten Platz. Am Samstag besiegt Ragger im Match gegen den Hamburger SK Niklas Huschenbeth mit Schwarz, am Sonntag folgt ein überzeugender Sieg mit Weiß gegen Benedict Krause. Solingen gewinnt gegen Hamburg mit 5,5:2,5 und gegen SK Norderstedt mit 7:1. Eine Sensation gelingt Valentin Dragnev mit Bayern München gegen den SV 1930 Hockenheim. Die Bayern holen mit 4,5:3,5 beide Punkte, Dragnev trägt mit seinem Sieg gegen Dennis Wagner entscheidend zur Sensation bei. Tags davor gab es mit einem 4:4 gegen SV 1920 Hofheim einen weiteren Punktegewinn. Dragnev verliert allerdings am Spitzenbrett gegen Andrei Volokitin. Peter Schreiner gewinnt beim 6:2 seines SF Berlin 1903 gegen SG Speyer-Schwegenheim seine Partie gegen Simon Commercon. Tags darauf hat Schreiner gegen die OSG Baden-Baden mit Alexei Shirov einen großen Gegner. Schreiner opfert ambitioniert einen Bauern, macht dann aber zu viele Damenzüge. Das geht gegen einen Taktiker wie Shirov selten gut, Schreiners König verendet auf d1, Berlin verliert 1,5:6,5. In der Tabelle liegt Berlin nach sechs Runden mit sechs Punkten im Mittelfeld. Die Bayern haben mit vier Punkten die Abstiegszone verlassen und liegen am 12. Platz. (wk, Foto: ChessBase)
In den ersten sechs Runden der Chess Classic in London gab es insgesamt nur drei entschiedenen Partien. In der gestrigen siebenten Runde verdoppelten die Stars des Schachsports diese Anzahl und brachten Bewegung in die Tabelle. Tabellenführer Fabiano Caruana verteidigt mit einem Remis gegen seinen Landsmann Wesley So die Führung, muss sie aber nun mit Ian Nepomniachtchi teilen. Der Russe zeigt gegen Vishy Anand Mut zum Risiko und opfert bereits im siebenten Zug einen Bauern. In einer schwierigen Stellung macht Anand knapp vor der Zeitkontrolle den entscheidenden Fehler. Zu Siegen kommen auch jene zwei Spieler, die im Fernduell um den Sieg in der Grand Chess Tour kämpfen. Maxime Vachier-Lagrave gewinnt in einem Najdorf Sizilianer mit Schwarz gegen Sergey Karjakin. Es ist Karjakins zweite Niederlage mit Weiß. Magnus Carlsen spielt gegen Michael Adams im ersten Zug f4 um ausgetretenen Pfaden auszuweichen, hat sich den Partieverlauf aber sicher anders vorgestellt. Englands Lokalmatador opfert nämlich im zwölften Zug eine Figur für drei Bauern und erhält eine aussichtsreiche Stellung in der Carlsen lange ums "Überleben" kämpfen muss. Am Ende entsteht ein Endspiel in dem Carlsen zwei Figuren für einen Turm und zwei Bauern hat. Hier verliert Adams den Überblick und Carlsen gewinnt erneut gegen einen seiner Lieblingsgegner. Das Score zwischen den Beiden lautet nun nach Siegen 10:1 für den Weltmeister. Zwei Runden vor Schluss ist der Kampf um den Sieg plötzlich wieder offen. Caruana und Nepomniachtchi führen mit je viereinhalb Punkten vor Carlsen und MVL mit je vier. Heute spielen ab 15:00 Uhr Carlsen gegen Nepomniachtchi, Nakamura gegen Carlsen und MVL gegen Anand. (wk, Foto: Turnierseite)