Vladislav Kovalev gewinnt das Aeroflot in Moskau
Der Weißrusse Vladislav Kovalev gewinnt das Aeroflot in Moskau mit sieben Punkten aus neun Partien, wobei er alle fünf Weißpartien gewinnen kann (!!), und einer Performance von 2791 alleine vor dem Inder S.P. Sethuraman und dem Russen Dmitry Gordievksy (beide 6,5). Wie schwer dieses starke Turnier mit einer offiziellen Elogrenze von 2550 zu spielen ist zeigen die Ergebnisse der drei Topgesetzten. Keiner von ihnen landet in den Top-20 oder erreicht mehr als fünf Punkte. Die Nummer Eins, Vladimir Fedoseev (2724), landet mit viereinhalb Punkten gar nur am 46. Platz. Santosh Gujrathi Vidit (2723) wird mit fünf Punkten 35., Dmitry Andreikin (2712) erreicht ebenfalls mit fünf Punkten den 22. Platz. Starke Leistungen zeigen hingegen der Chinese Xiangyu Xu und der Armenier Tigran L. Petrosian. Sie platzieren sich auf den Plätzen vier und fünf, dabei geht Xu nur als Nummer 54 der Setzliste in das Turnier, Petrosian als Nummer 40. Diesem starken Feld hat sich auch Valentin Dragnev gestellt. Er beendet das Turnier mit drei Punkten um 86. Platz. Das entspricht seiner Einstufung, ist aber doch unter den Erwartungen. Immerhin lässt Dragnev das Turnier mit einem Schwarzsieg gegen GM Tuan Minh Tran (2522) versöhnlich ausklingen. (wk, Foto: Jain Niklesh)
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In der 10. Runde der deutschen Schach-Bundesliga kam es heute zum großen Schlager zwischen Titelverteidiger OSB Baden-Baden und der SG Solingen. Das Team von Markus Ragger gewinnt dieses Match auf Augenhöhe knapp mit 4,5:3,5 und setzt sich in der Tabelle mit 19 Punkten an die Spitze. Bisher hatte Solingen nur eine Punkteteilung gegen Werder Bremen zugelassen, ebenso wie die OSG Baden-Baden überraschend gegen den Hamburger SK. Die heutige Begegnung der beiden Titelkandidaten brachte sieben Remisen, davon jenes von Ragger am dritten Brett gegen den Polen Radoslaw Wojtaszek. Den Sieg für Solingen sichert Erwin L´Ami mit seinem Erfolg gegen Arkadij Naiditsch. Solingen scheint nun auf Titelkurs, allerdings sind noch fünf Runden zu spielen. Am Samstag feierte Solingen einen 7,5:0,5 Kantersieg gegen die SG Speyer-Schwegenheim. Ragger gewann mit Schwarz gegen Lev Yankelevich. Peter Schreiner gelingen an diesem Wochenende für SF Berlin 1903 ebenso zwei Remisen wie Stefan Kindermann für MAS Zugzwang. Berlin gewinnt heute gegen SV Mühlheim mit 5:3, Zugzwang holt gegen Werder Bremen ein überraschendes 4:4. In der Tabelle liegt Berlin mit 10 Punkten am 9. Platz, Zugzwang mit vier Punkten am 15. Platz, das ist der Vorletzte. Die direkten Duelle der Abstiegskandidaten stehen noch aus. (wk, Foto: Schachbundesliga)
Das 9. Pfalz Open wurde vom 9. bis 13. Februar im deutschen Neustadt mit neun Runden in vier Tagen ausgetragen. Aus Österreich waren die Morgunov Brüder Daniel und Marc am Start. Beide schlugen sich hervorragend und erreichten jeweils sechs Punkte. Daniel besiegte in der dritten Runde IM Georgios Souleidis und in der sechsten IM Vadim Cernov (2417) und remisiert gegen IM Qilin Bao (2426). Er erzielt mit 2418 eine Performance weit über seiner Elozahl (2231) und gewinnt 89 Elopunkte. Ein halber Punkt mehr wäre sogar eine IM-Norm gewesen. Sein jüngerer Bruder Marc gewinnt in der Vorschlussrunde gegen WGM Klaudia Kulon (2364) und remisiert in der Schlussrunde gegen IM Lars Stark (2380). Seine Performance ist 2288, sein Elogewinn 43 Punkte. Insgesamt haben in der A-Gruppe 223 Spieler aus 20 Nationen teilgenommen, darunter 12 GM und 13 IM. Turniersieger wird der Lette Toms Kantans mit 7,5 Punkten vor dem deutschen Daniel Fridman und dem Chinesen Jinshi Bai, die wie weitere sieben Spieler sieben Punkte holen. (wk)
"Die Zukunft des Schachs hat begonnen", titelt der Standard in seinem heutigen Online-Artikel über den Wettkampf Magnus Carlsen gegen Hikaru Nakamura im Chess960. In diesem Format wird die Stellung der Figuren auf der Grundreihe gelost. Einzige Voraussetzungen: Der König muss zwischen den beiden Türmen stehen, um weiter Rochaden zu ermöglichen, und die Läufer dürfen nicht die gleiche Farbe haben. Eines der Hauptziele ist es die weit ausanalysierten Eröffnungsvarianten im "Normalschach" zu umgehen. In einer "inoffiziellen Weltmeisterschaft", organisiert in Norwegen, wurde dieses Format gespielt. Zuerst spielten Carlsen und Nakamura acht Schnellschachpartien an vier Tagen. Am fünften Tag wurde mit acht Blitzpartien nachgelegt. Carlsen zeigte sich in beiden Bedenkzeiten überlegen und gewann am Ende klar mit 14:10, wobei bei den Schnellpartien doppelte Punkte vergeben wurden. Der Weltmeister bezeichnete den Versuch diplomatisch geschickt als interessant mit spannenden Partien, freut sich aber schon auf seine nächsten Turniere mit der klassischen Figurenstellung. (wk, Foto: derStandard.at)