Chess Classic - Carlsen wackelt, Nepomniachtchi punktet
Jan Nepomniachtchi ist der Sieger der sechsten Runde der Chess Classic in London. Der Russe gewinnt mit Schwarz gegen Lokalmatador Michael Adams und sorgt für den dritten Sieg im Turnier, zwei davon wurden mit Schwarz erzielt. In Summe ist das Score bei 3:27, drei Siegen stehen 27 Remisen gegenüber. Dabei brannten gestern einige Bretter ob der Schärfe der Stellungen lichterloh. So spielte beispielsweise Levon Aronian mit Schwarz gegen Wesley So ein Opfer, gab zwei Leichtfiguren für Turm und Bauer und kämpfte am Ende mit Dame und Bauern gegen Turm, Springer und Läufer um den Sieg. Der Amerikaner schaffte aber ein Dauerschach. Ebenfalls zwei Figuren für eine Turm gab Magnus Carlsen gegen Hikaru Nakamura in einer schottischen Eröffnung, die der Amerikaner aufs Brett brachte. Nakamura hatte die Stellung aber besser eingeschätzt. Carlsen musste eine Figur gegen und stand wohl auf Verlust. Der Gewinn war aber technisch nicht leicht zu erzielen. Am Ende lässt Nakamura seinen Carlsen-Komplex aufleben und den Weltmeister ins Remis entschlüpfen. Ein Remis gab es auch zwischen Maxime Vachier-Lagrave und Fabiano Caruana in einer russischen Verteidigung. Caruana führt mit vier Punkten aus sechs Partien vor Nepomniachtchi mit dreieinhalb. Es folgen Carlsen, Aronian, Vachier-Lagrave, So und Nakamura. Sie alle haben noch keinen Gewinn oder Verlust. Je eine Niederlage haben Anand, Karjakin und Adams hinnehmen müssen. Die vierte Runde beginnt heute bereits um 15:00 Uhr. (wk, Foto: Turnierseite)
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Fabiano Caruana ist der Mann der Stunde in London. Der Amerikaner gewann gestern gegen Anand seine zweite Partie und führt vor dem heutigen Ruhetag mit dreieinhalb Punkten aus fünf Partien und einem ganzen Punkt Vorsprung auf sieben Spieler. Dabei begann die Partie gegen Anand für Caruana eher unerfreulich. Anand wählte die Berliner Verteidigung und erhielt eine prächtige Stellung mit Chancen zu gewinnen. Allerding trifft der Ex-Weltmeister in Folge ein paar Mal nicht den besten Zug und knapp vor der Zeitkontrolle kippt die Partie ganz. Die Konkurrenz müht sich, außer Caruana konnte aber noch keiner eine Partie gewinnen. 23 von 25 Partien endeten bisher mit einer Punkteteilung. Das sind 92% Remisquote. Vielleicht ist das sogar ein neuer Rekord? Einige Partien hätten aber auch anders ausgehen können. Gestern erwischte Vachier-Lagrave in einer Grünfeldindischen Verteidigung Levon Aronian am falschen Fuß. Im entscheidenden Moment setzt der Franzose aber nicht auf Angriff, sondern forciert mit zwei Bauern weniger eine Zugwiederholung. Knapp an einem Sieg war auch Magnus Carlsen gegen Wesley So. Der Amerikaner verteidigt sich aber zäh und erreicht am Ende doch die Punkteteilung. Die sechste Runde folgt morgen ab 17:00 Uhr MEZ. (wk, Foto: Turnierseite)
Der Bann ist gebrochen. Nach drei Remisrunden und insgesamt 19 Partien in Serie hat die Chess Classic in London einen ersten Sieger. In der längsten Partie der vierten Runde überrascht Fabiano Caruana den Sergej Karjakin mit Schwarz in der Eröffnung und erhält rasch eine vielversprechende Stellung. Selbst ein Verteidigungskünstler wie Karjakin fand keine ausreichende Resourcen und musste im 42. Zug seinen König umlegen. Karjakin ist damit der Pechvogel des Turniers. Denn bereits in der Runde davor war er selbst mit Schwarz gegen Aronian knapp daran den ersten Sieg zu erzielen. In wohl gewonnener Stellung nimmt er aber bei knapper Bedenkzeit ein Remisoffert des Armeniers an. In der Pressekonferenz gab Karjakin zu den gewinnverheißenden Zug nicht gesehen zu haben. Der Schlager der Runde zwischen Maxime Vachier-Lagrave und Magnus Carlsen endete wie alle anderen Partien mit einer Punkteteilung. Der Franzose gewann zwar einen Bauern, Carlsen verstand es aber mit seinem Läuferpaar gegen das gegnerische Springerpaar die Stellung im Gleichgewicht zu halten. Die fünfte Runde beginnt heute um 16:00 Uhr MEZ. (wk, Foto: Turnierseite)
Die Chess Classic in Londen brachten in den ersten beiden Runden am Freitag und Sonntag ausschließlich Remisen. London wartet daher weiter auf erste Sieger obwohl der Kampfgeist der Spieler stimmt. In der ersten Runde hatte Anand mit Schwarz gegen Nakamura gute Chancen die Partie zu gewinnen, der Amerikaner konnte aber Komplikationen vom Zaun brechen und die Partie retten. Carlsen erhielt in seiner ersten Partie gegen Caruanas angenommenes Damengambit eine gute Stellung und konnte später sogar einen Bauern gewinnen, zum Sieg war es zu wenig. Immerhin zeigte Carlsen Humor und führte unter Figurenopfer eine sehenswerte Remisstellung herbei. Gestern stand in einigen Partien das Brett in Flammen. Nakamura wählte gegen Vachier-Lagrave die Drachenvariante und erhielt die erwünschte messerscharfe Stellung, musste sich dann aber in ein Turmendspiel mit einem Bauern weniger retten, das er mit präzisem Spiel scheinbar mühelos halten konnte. Aktiv agiert auch Carlsen gegen Karjakins Italienisch mit frühzeitigem h6 nebst g5. Die Stellung blieb interessant aber stets im Gleichgewicht. Levon Aronian verteidigte gegen Caruana in einem d3-Spanier zum zweiten Mal im Turnier erfolgreich eine Variante, die er beim FIDE World Cup gegen Vachier-Lagrave noch verloren hatte. So kam gegen Nepomniachtchi zu Raumvorteil, wiederholte aber die Züge. Die längste Partie des Tages spielte Anand gegen Adams, wobei der Inder seinen leichten Vorteil nicht verdichten konnte. Heute kommt es zu den reizvollen Duellen zwischen Carlsen und Anand, Nakamura und So sowie Aronian und Karjakin. (wk, Foto: Turnierseite)
Das Finale der Grand Chess Tour beginnt heute in London mit der 9. Chess Classic und wird bis 11. Dezember dauern. In der Gesamtwertung hat Magnus Carlsen die Nase vorne, kann aber von Maxime Vachier-Lagrave noch eingeholt oder sogar überholt werden. Der Franzose muss das Turnier dafür gewinnen. Zum Auftakt trifft Carlsen heute auf Caruana, Vachier-Lagrave spielt mit Schwarz gegen So. Die weiteren Paarungen lauten: Nepomniachtchi gegen Aronian, Nakamura gegen Anand und Adams gegen Karjakin. Die