Blog Sonstiges

Wiener Studentenmeisterschaft

Knapp 150 Student*innen fanden sich im Haus des Schachsports zur 1. Studentenmeisterschaft ein. Die Räume waren gefüllt und der Kampfgeist konnte jedem angesehen werden. Viele schachinteressierte Student*innen, welche zuvor noch keine Turniere gespielt haben, ergriffen ihre Chance und nahmen an dem spannenden Turnier teil. Bis zur letzten Runde war der Favorit Handler Lukas an der Spitze und musste sich gegen den starken IM Huber Martin beweisen. Dies geling im nicht und damit gewann Martin Huber das Turnier und den Kategoriepreis bester Bachelor.

Dennoch war Handler Lukas unangefochten der beste PhD Student und konnte sich diesen Preis sichern. Eine Sensation ereignete sich als Brunner Felix in der letzten Runde Wu Min besiegte und sich damit den 3.Platz in der Wertung Bachelor sicherte. Bei den Studentinnen lief auch ein spannender Kampf zwischen Konecny Sophie, Wu Min und Mayrhuber Nikola, welche knapp hintereinander waren. Am Ende konnte sich die Nationalmannschaftsspielerin Mayrhuber Nikola durchsetzen und den Preis für die beste Studentin gewinnen.

Das Turnier war geprägt von guter Stimmung und ermöglichte vielen Student*innen von verschiedenen Wiener Universitäten sich kennenzulernen. Wir freuen uns sehr, das die Firma Wiencont uns finanziell mit den tollen Sachpreisen unter die Arme gegriffen hat und bedanken uns herzlichst. Ein großer Dank geht auch an den Wiener Schachverband und den Schachverein tschaturanga, die die Räumlichkeiten, das Spielmaterial und auch die Schiedsrichter zur Verfügung gestellt haben. Außerdem war die Nachfrage nach einer weiteren Studenten Meisterschaft sehr groß, vielleicht nächstes Mal sogar Bundesländer übergreifend? (af, Text/Info: Florian Mesaros)

Ergebnisse auf chess-results
Turnierseite

Schach-Halli-Galli an der Angewandten, Buchpräsentation und Simultan mit Regina Theissl-Pokorna

In der Vorwoche ist "SMadness - Von Schönheit und Schrecken des Schachspiels" von Michael Ehn und Ernst Strouhal im Wiener Album-Verlag erschienen. Das Buch enthält 180 der besten Kolumnen in DER STANDARD aus 32 Jahren. Vorgestellt wird SMadness von Christoph Winder am

Mi., 25. Mai 2022, 18:00 an der
Universität für angewandte Kunst (Expositur Vordere Zollamtsstr. 7, Atrium, 1030 Wien)
https://www.albumverlag.at/smadness/

WGM Regina Theissl-Pokorná spielt ein Simultan (Einleitung und Gespräch: Christof Tschohl, Austrian Chess Federation). Gezeigt wird auch der Film Chess fever (R: Wsevolod Pudovkin, 1925). Der Eintritt ist frei!

Und es gibt ein Preisrätsel: Schreiben Sie den Lösungszug und Ihren Namen auf die Seite und bringen Sie diese zur Buchpräsentation mit! Verlost werden drei Exemplare von SMadness und drei Plätze beim Schachsimultan Regina Theissl-Pokorná.

220522 smadness dia

Weiß zieht und setzt nicht matt.

Lösungszug: ...

Name: ...

 

An diesem Abend wird sich das Atrium in der Angewandten in ein Schachcafé verwandeln: Im Café besteht die Möglichkeit zum Schachspielen, Figuren und Bretter werden zur Verfügung gestellt!

Anmeldung zum Simultan:

Michael Ehn:
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Ernst Strouhal:
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wk, Text/Bilder: Ernst Strouhal

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Sport Austria Summit 2022: Expert:innentagung "Gemeinsam nachhaltig in die Zukunft" und Netzwerken beim Sommerfest

Die Sport Austria Summit ExpertInnentagung stand am 19. Mai 2022 im Zeichen eines der ganz großen Zukunftsthemen: der Nachhaltigkeit. Vor dem Sommerfest gab es zu diesem Thema im Courtyard Vienna unter dem Titel "Gemeinsam nachhaltig in die Zukunft" eine Expert:innentagung mit über 100 Teilnehmer:innen aus der österreichischen Sportszene. Dabei wurde ausgelotet, wie der Sport sein großes Potenzial von rund 15.000 Sportvereinen einbringen kann, um auch in dieser gesamtgesellschaftlich so bedeutenden Frage seinen Teil beitragen zu können. Keynote-Speaker waren Sophie Lampl, Programmdirektorin von Greenpeace Österreich, sowie Christian Redl, 11-facher Weltrekordhalter im Freitauchen und Initiator des Projekts "7 Oceans". Welche nachhaltigen Ansätze auf Vereins- und Verbandsebene sind bereits vorhanden? Wie kann der Sport flächendeckend ins Handel kommen? Was wird getan, um ein stärkeres Bewusstsein für Nachhaltigkeit im Sport zu erzeugen und was kann der Sport tun, um nachhaltiger zu wirtschaften und damit seiner gesellschaftlichen Verantwortung besser gerecht zu werden? Alles Fragen, die bei der Sport Austria Summit Expert:innentagung unter der Schirmherrschaft von ASVÖ-Präsident Christian Purrer erörtert wurden.
Das Programm finden Sie hier...

Das Sport Austria Sommerfest folgte am Abend mit 350 Gästen im prachtvollen Rahmen des Palais Schönburg. Mit dabei die Regierungsmitglieder Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler, Innenminister Gerhard Karner, Bildungsminister Martin Polaschek, Wiens Sportstadtrat Peter Hacker, Vertreter:innen des Nationalrats und natürlich der Dach- und Fachverbände.

Natürlich zog sich das Thema Nachhaltigkeit dann auch durch das gesamte Sommerfest am Abend. Erstmals ganz als Green Event ausgelegt, erhielt es auch die Green Event Zertifizierung. "Bis in den späten Nachmittag hinein haben wir uns in der Theorie mit diesem so wichtigen Thema befasst und am Abend haben wir es beim Sommerfest in die Praxis umgesetzt", erklärte Sport Austria-Präsident Hans Niessl in seiner Begrüßungsrede, die er auch dafür verwendete, um sich bei den anwesenden Vertreter:innen der Politik für die Zusammenarbeit zu bedanken. Niessl: "Dank der rund 200 Millionen Euro aus dem NPO-Fonds und dem Profiligen-Fonds haben wir es geschafft, die vielfältige österreichische Sportkultur durch die Coronakrise zu bekommen. Das ist auch europaweit herzeigbar! Dafür bedanke ich mich im Namen des österreichischen Sports ebenso wie für die Einführung der täglichen Bewegungseinheit in Pilotregionen aller Bundesländer ab kommendem Schuljahr." Österreich, stellte Niessl erneut fest, sei ein Sportland. Um eine Sportnation werden zu können, sei aber noch einiges nötig. Wie zum Beispiel eine Erhöhung des Sportbudgets für den Spitzen- wie für den Breitensport. In dieser Frage habe sich elf Jahre lang nichts mehr getan. "Deshalb müssen wird hier - nicht zuletzt wegen der Teuerungswelle - rasch den Hebel ansetzen. Das würde die Arbeit des österreichischen Sports beflügeln. Und zwar nachhaltig.", so der Sportpräsident.

Der ÖSB war bei beiden Veranstaltungen durch Generalsekretär Walter Kastner vertreten. (wk, Text/Fotos: Sport Austria)

Website Sport Austria

Freiwilligenpolitik mitgestalten - die Position des Sports

3,4 Millionen Menschen engagieren sich österreichweit freiwillig und ehrenamtlich. Das ist fast die Hälfte aller Menschen über 15 Jahre. Sie leisten jede Woche mehr als 14 Mio. Stunden Freiwilligentätigkeit. Diese verdient gute Rahmenbedingungen. Das Freiwilligengesetz soll 2022 novelliert werden. Es regelt einige wichtige Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement in Österreich. Mit der Novellierung geht eine Debatte über eine gute Freiwilligenpolitik für die Zukunft einher. Das Sozialministerium lädt Sie daher ein sich an der Gestaltung zivilgesellschaftlicher Anregungen, Empfehlungen und Vorschläge für die Novellierung des Freiwilligengesetzes und die Freiwilligenpolitik der Zukunft zu beteiligen.

Der organisierte Sport möchte sich dabei als eine der größten Freiwilligenorganisationen bestmöglich einbringen und hat in einer AG "Freiwilligenpolitik" die unten stehenden Handlungsempfehlungen erarbeitet und eingebracht. Jeder, der den Sport in seinen Bemühungen unterstützen möchte, kann diese mit einem "Like" auf der Website "https://freiwilligenpolitik.mitgestalten.jetzt" zu einem oder mehreren Emfehlungen tun. Je größer die Unterstützung, desto größer ist die Chance auf Umsetzung. (wk)

 

Handlungsempfehlungen Sport Austria AG Freiwilligenpolitik:

Nicht nur Projekte, auch Strukturen fördern und den Umfang und die Dauer der Förderungen erhöhen
Generell werden Projekte im Bereich des Freiwilligenwesens zu kurzfristig und nicht ausreichend gefördert. Bei der Förderung sollte darauf Bedacht genommen werden, dass eine ausreichende Finanzierung für die gesamte Projektlaufzeit (mehrjährig) gesichert ist. Zusätzlich zu den Projektförderungen sollte die Freiwilligenstruktur durch Strukturförderung und -entwicklung entlastet werden. Um einerseits Innovation andererseits Beständigkeit zu gewährleisten, ist eine Kombination aus Projekt- und Strukturförderung notwendig.
Werden Eigenleistungen von der förderungswerbenden Organisation gefordert, sollten ehrenamtliche Leistungen in Form einer, vom Ausmaß des Projekts abhängigen, Pauschale Berücksichtigung finden.
Bei der Antragstellung und Förderabrechnung sollte darauf Bedacht zu nehmen, dass diese nicht überbordend ist. Sowohl das Ausmaß als auch die inhaltlichen Anforderungen sollten von Freiwilligen bewältigbar sein. Ansonsten haben rein freiwillig geführte Organisationen kaum eine Chance Förderungen zu erhalten.
Zusätzlich wäre ein „Förderkompass“, in dem alle relevanten Förderungen (zumindest von Bund und Länder) hilfreich. Dieser würde auch die Bekanntheit des Anerkennungsfonds steigern.
https://freiwilligenpolitik.mitgestalten.jetzt/processes/Prozessinformation/f/9/proposals/28

Kosten der Koordination von Freiwilligen als Leistungsbestandteil akzeptieren
Es sollte zwischen Förderungen und Leistungsverträgen differenziert und für jede Form die passende Lösung gefunden werden.
Zusätzlich zur Berücksichtigung der Kosten der Koordination von Freiwilligen könnten ehrenamtlich erbrachte Leistungen bei Förderungen, die von der förderungswerbenden Organisationen Eigenleistungen voraussetzen, in Form einer, vom Ausmaß des Projekts abhängigen, Pauschale oder in den abzurechenden Overheadkosten Berücksichtigung finden.
https://freiwilligenpolitik.mitgestalten.jetzt/processes/Prozessinformation/f/9/proposals/27

Engagementfördernde Infrastruktur ausbauen
Diese Infrastruktur wird für den Sportbereich noch nicht genutzt. Eine Vernetzung könnte einen Mehrwert für alle Beteiligten bringen und das Anknüpfen an bestehenden Strukturen Synergien fördern.
Generell sollte auf individuelle Bedürfnisse Rücksicht genommen werden. Insbesondere im urbanen Bereich könnte das zur Verfügungstellen von Infrastruktur (z.B. Räumlichkeiten, Mobilität) und weiteren Shared Services die Freiwilligenorganisationen unterstützen.
https://freiwilligenpolitik.mitgestalten.jetzt/processes/Prozessinformation/f/9/proposals/30

Bekanntheit des Freiwilligenberichts steigern
Der Freiwilligenbericht stellt eine wertvolle Ressource, insbesondere für die strategische Ausrichtung und politische Entscheidungen, dar. Gleichzeitig zeigt er eindrucksvoll die Bedeutung der Freiwilligentätigkeit in Österreich. Um diese zu verstärken, sollten im Rahmen des Berichts Daten zum volkswirtschaftlichen Nutzen und den gesellschaftlichen Auswirkungen erhoben werden.
Die Verkürzung der periodischen Abstände (von 5 auf z.B. 2 Jahre) würde bessere Lenkungsmöglichkeiten geben und auch kurzfristige Effekte (z.B. COVID-19-Krise) sichtbar machen. Bei der Erhebung sollte ein möglichst einheitliches Untersuchungsdesign beibehalten werden, um Längsschnittanalysen zu ermöglichen. Bei der Designerstellung sollten die Stakeholder eingebunden werden.
Zur größeren Sichtbarkeit könnten öffentliche Präsentationen gemeinsam mit Freiwilligenorganisationen beitragen.
https://freiwilligenpolitik.mitgestalten.jetzt/processes/Prozessinformation/f/9/proposals/26

Ehrenamts-Pauschale
Eine Ehrenamts-Pauschale in Form eines steuerlichen Absetzbetrags kann ein Anreiz und eine Form der Anerkennung sein. Diese kommt aber nur steuerpflichtigen Personen zu Gute. Menschen mit keinem (z.B. Schüler:innen, Student:innen, Arbeitslose) oder geringem (z.B. Teilzeitkräfte) Einkommen können diesen Absetzbetrag nicht geltend machen.
Um alle Personen zu freiwilligem Engagement zu motivieren, sollten auch andere (finanzielle) Anreize gefunden werden. Hier ist insbesondere auf Frauen und junge Menschen Bedacht zu nehmen. Frauen sind generell mehr im Haushalt tätig oder arbeiten Teilzeit. Junge Menschen befinden sich oft noch in Ausbildung und gilt es sie zuerst für die Freiwilligentätigkeit zu gewinnen sowie nachhaltig zu binden.
https://freiwilligenpolitik.mitgestalten.jetzt/processes/Prozessinformation/f/9/proposals/32

Haftpflicht-und Rechtsschutzversicherung bei freiwilliger Tätigkeit
Für jede Person, die freiwillig im Auftrag einer gemeinnützigen Organisation tätig ist, übernimmt für diese Tätigkeit das Sozialministerium die Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung.
https://freiwilligenpolitik.mitgestalten.jetzt/processes/Prozessinformation/f/9/proposals/38

Förderungen für Privatpersonen oder Unternehmen auch für den gemeinnützigen Bereich nutzbar machen
Alle für Privatpersonen und Unternehmen zur Verfügung stehenden Förderungen sollten auch Freiwilligenorganisationen, die vor allem als gemeinnützige Vereine organisiert sind, zugänglich gemacht werden. Als aktuelle Beispiele sind Förderungen für den Umstieg auf nachhaltige Heizsysteme oder E-Mobilität zu nennen, womit Win-Win-Situationen erzielt werden.
https://freiwilligenpolitik.mitgestalten.jetzt/processes/Prozessinformation/f/9/proposals/47

Buchpräsentation von Ehn und Strouhal mit Simultan von Pokorna am 25. Mai in Wien

Am Mittwoch, dem 25. Mai 2022, 18:00, stellen Michael Ehn und Ernst Strouhal ihr neues Buch "SMadness. Von Schönheit und Schrecken des Schachspiels" vor. Ort des Events ist das Atrium der Universität für angewandte Kunst in Wien. 

Abgerundet wird die Veranstaltung von einem Schachsimultan mit Regina Theissl-Pokorna. Österreichs Nummer Eins der Frauen wird gegen 24 Gegnerinnen und Gegner spielen. Österreichs Schachpräsident Christof Tschohl wird eine Einleitung machen und das Gespräch führen.

Über die Einladung winkt ein Preisrätsel und Gewinnspiel. Verlost werden drei Buchexemplare und drei Plätze im Simultan. (wk)

Download Einladung (PDF) 
Link Einladung Universität für angewandte Kunst Wien

Artikel im Standard zu 25 Jahre Kasparow vs. Deep Blue

Vor  25 Jahren, genau am 11. Mai 1997 kam es zur historischen Niederlage von Kasparov gegen Deep Blue. DerStandard.at berichtet heute in einem Artikel von Philip Bauer über dieses für den Schachsport einschneidende Ereignis. "Game over auf dem Schachbrett", der Kampf gegen die Maschine ist längst aussichtslos. Der Einfluss bleibt, als Analyse-Tool sind die Engines aus dem heutigen Schachsport nicht mehr wegzudenken. (wk, Foto: DerStandard)

Zum Artikel in der DerStandard 

Paul Pilshofer bei The Voice Kids

In der Karwoche gingen in St. Veit die österr. Jugendmeisterschaften über die Bühne. Doch einer der großen Favoriten und U14-Nummer Eins, Paul Pilshofer, nahm wie bereits im Vorjahr aus gutem Grunde nicht am schachsportlichen nationalen Jahreshöhepunkt teil. Der 14-jährige Schüler, der bereits mit seinen jungen Jahren zahlreiche Erfolge, wie österr. Jugendmeister-Titel, eine aktuelle internationale Elozahl von 2262 oder eine Bronzemedaille bei der U14-Schnellschach-EM 2021, vorweisen kann, sieht sich trotz dieser Errungenschaften aber nicht als Fulltime-Schachprofi.

Besonders im letzten Jahr widmete sich Paul abseits des Schachbretts seiner weiteren Leidenschaft, der Musik. Auch die Schachhistorie zeigte interessanterweise immer wieder Verbindungen von Schach und Musik, sei es der ehemalige Weltmeister Smyslov, der auch ausgebildeter Opernsänger war, Taimanov als internationaler Konzertpianist oder auch Top-Spieler wie Emil Sutovsky oder Levon Aronian die eine musikalische Ausbildung genossen haben.

Vor einigen Monaten konnte Paul nun endlich seine Eltern überreden, bei The Voice Kids mitmachen zu dürfen. Mit seiner einzigartigen Stimmfarbe und dem phantastischen Gitarrenspiel konnte er nicht nur sofort die Juroren und Coaches überzeugen, auch das Publikum feierte die Bühnen-Performance des Eisenstädters. Bei den Battles konnte sich Paul gegenüber zwei direkten Konkurrentinnen bereits durchsetzen, nun steht am Freitag, den 29. April das Halbfinale auf dem Programm. Kann sich Paul durch die Sing-Offs ins Finale kämpfen? Die österreichische Schachfamilie fiebert jedenfalls mit!

Paul wird auch Anfang Mai wieder am Schachbrett zu sehen sein, wenn Bundestrainer Georg Fröwis mit einer 8-köpfigen Truppe in Rhodos und Medaillen bei der Blitz- und Schnellschach-WM kämpfen wird. (af, Bild: Sat1)

LinksPaul’s AuftrittBattlePaul’s Youtube-ChannelWYCh Blitz und Rapid

Rapid Interview mit Harald Schneider-Zinner

Rapid-Interviews machen Spaß: Interviewer und Gast stehen sich in einem epischen Schnellschachkampf gegenüber. Der Schachgast muss sich nicht nur den Fragen des Interviewers stellen, sondern sich auch gleichzeitig auf das Schachspiel konzentrieren.

Das führt zu überraschenden Antworten und manchmal auch zu kuriosen Schachstellungen. Arne Kaehler hat in seinem kreativen Interviewformat diesmal mit Harald Schneider-Zinner einen Trainer aus Österreich zu Gast. Geplaudert wird über Schach im Allgemeinen und natürlich über strategische Fragen, hat Schneider-Zinner doch aktuell eine Strategieschule bei ChessBase publiziert. (WK, Foto: ChessBase)

Zum Artikel bei ChessBase, Alle Rapid-Interviews

Wissenschaftliche Studie zur Schachexpertise

Das Institut Psychologie der Karl-Franzens-Universität in Graz betreut derzeit eine Masterarbeit zum Thema Schach. Die Online-Umfrage „Zusammenhänge von Persönlichkeit und physischer Aktivität mit Schachexpertise“ erfasst Faktoren, die die Entwicklung von Schachexpertise beeinflussen können. Vorangegangene Studien haben bereits Faktoren ausmachen können, die einen Einfluss auf die Spielstärke haben. Darunter sind eine gezielte Übung und verschiedene Persönlichkeitsfaktoren, sowie einzelne Aspekte der emotionalen Intelligenz. Dennoch ist die relative Wichtigkeit dieser Faktoren noch nicht ausreichend untersucht. Mit dem Ziel die Erkenntnislücke zu verringern, untersucht die Masterarbeit verschiedene Persönlichkeitsmerkmale, physische Aktivität und emotionale Intelligenz von Schachspielern und Schachspielerinnen, um langfristig einen Beitrag zur Optimierung von Trainingsmethoden zu leisten.

Wenn ihr eine Elozahl oder DWZ habt und an der Studie teilnehmen möchtet, folgt bitte diesem Link und setzt bei der Einverständniserklärung alle Haken. Insgesamt dauert die Studie ungefähr 45 bis 60 Minuten.

Als Dankeschön für die Teilnahme könnt ihr Preise im Wert von 3 x 150 Euro (entspricht einer Chess24 Premium Jahresmitgliedschaft) und 3 x 50 Euro (entspricht der Mitgliedschaft bei Chessbase) gewinnen. (af, Text/Bild: dt)

Link zur Studie

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Fotoausstellung im Wiener Café Museum

Im Café Museum traf sich in den Achtzigerjahren die Wiener Schachszene. Der Fotograf Erich Reismann war Stammgast. Jetzt ist seine damalige Reportage dort ausgestellt, und nach langer Zeit sind Schachspieler wieder willkommen, schreibt Stefan Löffler.

Die Wiener Kaffeehäuser und das Schachspiel verbindet eine wechselhafte und anekdotenreiche Geschichte. Ihre besten Tage liegen schon etwas länger zurück. In den Büchern von Michael Ehn kann man mehr darüber erfahren. Im 1899 eröffneten Café Museum, zu dessen Stammkundschaft einst Egon Schiele, Gustav Klimt und Oskar Kokoschka zählten, kam Schach erst viel später, nämlich ab etwa 1970 auf. In dieser Zeit traf sich die Szene noch im Café Laudon. Doch als das Laudon 1985 zu einem asiatischen Restaurant umgebaut wurde, schlug die Stunde des am Karlsplatz liegenden Café Museum, und das Spiegelzimmer wurde zum Refugium der Schachsüchtigen.

Damals war das Museum für den Fotografen Erich Reismann, wie er es selber rückblickend ausdrückt, sein Büro. In seiner Bude hielt er es nicht aus und hatte kein Telefon. Außerdem lag das Kaffeehaus näher bei den Redaktionen, für die er arbeitete. Schach kannte er vom Gymnasium. Dort gab es einen Schachklub, für den er einige Jahre in Wien Liga gespielt hatte. Als der Schachboom einsetzte, wusste Reismann also, was gespielt wurde und erzockte sich bei Partien um die üblichen fünf oder zehn Schilling sein Kaffeegeld. Tauchten Touristen auf, die das Spiel zu meistern glaubten, wussten die Profis die Einsätze aber auch geschickt auf ein Vielfaches zu steigern.

Die Könige des Schachzimmers hießen Khaled Mahdy, genannt Kaletto, und Reini Lendwai. Manche Gäste kannte man nur unter ihrem Kaffeehausnamen. Da war der „tonnenschwere Gerold“, der eigentlich ein schlanker Mann war. Oder der „Ingenieur“, der einmal von seinen Niederlagen so erledigt war, dass er ging, ohne seine Collie-Hündin mitzunehmen. Weil niemand den richtigen Namen des Ingenieurs geschweige denn seine Wohnanschrift wusste, nahm sich bis auf weiteres ein Kellner des Tiers an. Verirrte sich eine Frau ins rauchgeschwängerte Schachzimmer, was gewöhnlich nur alle paar Wochen vorkam, brabbelte einer der Stammgäste: „I brauch ka Puppn, i brauch Kartoffelsuppn.“ Konsumiert wurde wenig, Die Kellner ließen es durchgehen, brachten regelmäßig Tabletts voll mit kostenlosem Wasser ins Schachzimmer, und mancher drückte beim Abrechnen auch mal ein Auge zu.

Dieses eigenartige Biotop weltentrückter Zeitgenossen verdiente eine journalistische Betrachtung, fand Reismann. Mit der Schach-WM 1987 ergab sich ein passender Aufhänger. Der WIENER, ein Zeitgeistmagazin für Männer, beauftragte ihn und Manfred Sax mit einer Reportage. Der Fotograf und der Autor arbeiteten damals regelmäßig zusammen. Erkundungen am Rande der Gesellschaft führten sie zu Punkern, Obdachlosen und Drogensüchtigen. Ihre Reportagen über die österreichische Neonazi-Szene fanden, während Kurt Waldheim Präsident der Republik Österreich war, auch international Abnehmer. Sax zog später nach England um, pendelt aber noch regelmäßig in die Redaktion des WIENER. Reismann machte sich als Magazinfotograf vor allem mit Porträts einen Namen.

Als die Pandemie losging und wenig zu tun war, widmete er sich seinem Schwarz-Weiß-Archiv und stieß dabei auf die rund 500 Schachfotos. Dabei erinnerte er sich daran, dass im Museum früher oft Arbeiten von Studenten der um die Ecke liegenden Kunstakademie hingen. Wie wäre es, wenn dort Abzüge seiner Reportage zu sehen wären?

26 großformatige Abzüge aus der 1987 entstandenen Fotoserie von Erich Reismann sind nun hier zu sehen. Ein paar Beispiele in unserer Galerie.

In der Zwischenzeit hatten die Betreiber mehrmals gewechselt. Mitte der Neunzigerjahre wurde Schach neben die Toilette verbannt, weil das angestammte Zimmer als Nichtraucherzone benötigt wurde. Ein gemeinsames Protestschreiben der Schachspieler blieb wirkungslos. Als 2003 Renovierungen begannen, war Schluss mit Schach. Auch das studentische Publikum kommt nicht mehr. Seit dem Umbau zielt das Preisniveau eher auf Touristen ab. 2010 ist das Museum von Familie Querfeld übernommen worden.

Irmgard Querfeld gefiel Reismanns Vorschlag. 26 großformatige Abzüge, alle Schwarz-Weiß, sind noch bis mindestens Ende März zu sehen. Dazu passend hat der WIENER die damalige Reportage ins Netz gestellt. Dass Schach wieder willkommen ist, sprach sich rasch herum. Der Verein Frau Schach und die Schachgruppe der Philharmoniker haben im Museum einen neuen Treffpunkt gefunden.

Links:
„Geniales Schach im Café Museum 1980“, täglich 8 - 21 Uhr, Café Museum, Operngasse 7, Wien
Schachsüchtig-Reportage im WIENER...
Eine Welt im Schachzimmer, Der Standard...

wk, Text/Info: Stefan Löffler, Galerie-Fotos: Erich Reismann