London erhält die Schach WM 2018
Am Vortag des traditionellen Chess Classic in London wurde heute bekannt gegeben, dass die Schach Weltmeisterschaft 2018 vom 9. bis 28. November in der englischen Hauptstadt ausgetragen wird. Weltmeister Magnus Carlsen wird seinen Titel in einem Match auf 12 Runden gegen den Sieger des Kandidatenturnieres, das vom 9. bis 28. März in Berlin ausgetragen wird, verteidigen. FIDE Deputy President Georgios Makropoulos betont, dass die FIDE sehr froh ist das WM Match in London zu spielen. Ilya Merenzon, der Geschäftsführer von World Chess, das die kommerziellen Rechte des FIDE WM Zyklus hält, sieht in Londen den perfekten WM Ort um das traditionell gewachsene Schach in Zeiten des Internet modern zu präsentieren. Präsentiert wurden mit PhosAgro und Kaspersky zwei neue Sponsoren. Der Preisfonds wurde mit einer Million Euro bekannt gegeben. Das ist der Mindestbetrag, den die FIDE vorschreibt. (wk, Logo: World Chess)
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In der zweiten Bundesliga Mitte fanden am vergangenen Wochenende die Runden vier bis sechs nach regionalen Gesichtspunkten statt. In der Steiermark meldet Pinggau-Friedberg als Hausherr der Runde seine Ambitionen an. In der bundesligatauglichen Besetzung Perunovic, Ftacnik, Milanovich, Mahdy, Danner und Schieder überfährt das Team die Konkurrenz mit drei Siegen bei 14,5:2,5 Punkten und pirscht sich in der Tabelle auf den vierten Platz vor. Stark agiert auch Gleisdorf mit zwei Siegen, während Leoben und die Schachfreunde nur gegeneinander die Punkte teilen. In Oberösterreich gibt Ansfelden mit zwei Siegen und einer Punkteteilung den Ton an und schließt in der Tabelle zu Steyregg auf, das mit zwei Siegen den zweiten Platz hält. Ausgeglichen bilanziert Sauwald während St. Valentin ohne Punktegewinn bleibt. In der Kärntner Runde wird Maria Saal seiner Favoritenrolle gerecht, gibt aber gegen Fürstenfeld-Hartberg überraschend einen ersten Punkte ab. Den Steirern gelingen wie Maria Saal zudem zwei Siege. Villach gewinnt das "Kellerderby" gegen Klagenfurt, das nun als einziges Team ohne Punkt ist. Die nächsten Runden sind vom 9. bis 11. Februar 2018 in Fürstenfeld. Maria Saal überwintert als Führender. (wk)
Die österreichischen Spielerinnen setzten ihren Siegeslauf in Runde 8 fort und gewannen gegen England mit 2,5 : 1,5. Der Matchverlauf glich dem vom Vortag: Beim Stand von 1,5 : 1,5 war es Julia Novkovic, die ihre Partie gewann und den Mannschaftssieg fixierte. Zuvor hatte Veronika Exler die Niederlage von Barbara Teuschler ausgeglichen; Anna-Lena Schnegg steuerte ein Remis bei. Das österreichische Damenteam liegt nun auf dem ausgezeichneten 14. Platz und spielt in der Schlussrunde gegen das als Nummer 12 gesetzte Spanien sogar um einen Platz in den Top 10. Die Herren mussten hingegen eine klare 0,5 : 3,5 Niederlage (das Remis erzielte Markus Ragger) gegen Weißrussland hinnehmen und rutschte auf Rang 28 zurück. Wieder gibt es im Herren-Bewerb einen neuen Führenden: Aserbaidschan besiegte Russland klar mit 3 : 1 (im Foto Mamedov - Dubov auf Brett 4) und hat nun beste Aussichten auf den Titel. Aber auch die unterlegenen Russen und die Ukraine haben mit einem Mannschaftspunkt Rückstand noch Chancen - nach dem Gesetz der Serie müsste nun der ersten Platz an die Ukraine wechseln? Morgen ab 13 Uhr weiß man mehr - die Spitzenpaarungen lauten Aserbaidschan - Ukraine und Deutschland - Russland. Unterdessen steht im Damen-Bewerb bereits die Siegermannschaft fest: Russland führt hier uneinholbar vor Georgien und Polen. (em, Foto: Turnierseite)
Die Mannschafts-Europameisterschaft im griechischen Hersonissos ist zu Ende und es blieb bis zur letzten Sekunde spannend. Aserbaidschan war als Führender des Herren-Bewerbes in die Schlussrunde gegangen, doch Russland saß den Kaukasiern im Nacken und mit der Ukraine wartete ein starker Gegner. Es blieb sogar dann noch spannend, als Russland gegen Deutschland mit 3 : 1 gewonnen hatte und die Begegnung Aserbaidschan - Ukraine mit einem 2 : 2 Unentschieden endete (im Foto das abschließende Shakehands zwischen Ruslan Ponomariov und Arkadij Naiditsch). Denn nun hatte Russland mit Aserbaidschan gleichgezogen und die Feinwertung musste den Ausschlag geben. Diese entschied sich für Aserbaidschan, das damit nach 2009 und 2013 den dritten Titel holte. Russland musste sich mit Silber begnügen, Bronze ging an die Ukraine. Weniger spannend war es im Damen-Bewerb, hier stand Russland bereits als Sieger fest. Die weiteren Podestplätze gingen an Georgien und die Ukraine. Für Österreich endete das Turnier mit einem Sieg und einer Niederlage. Das Herren-Team besiegte Dänemark mit 2,5 : 1,5 und landete einen Platz hinter der Startranglistenposition auf Rang 24; die Damen kassierten eine 0 : 4 Niederlage gegen Spanien und fielen auf Rang 19 zurück - was aber trotzdem eine Verbesserung von sechs Plätzen gegenüber der Startrangliste ist. Die besten Punktesammler aus österreichischer Sicht waren Markus Ragger am Spitzenbrett des Herren-Teams mit 6 aus 9 (Performance 2728) sowie Julia Novkovic, die im Damen-Team 7 Mal auf Brett 4 zum Einsatz kam und daraus 5 Punkte erzielte. (em, Foto: Turnierseite)
Sehr erfolgreich verlief die 7. Runde aus österreichischer Sicht: Nachdem das Herren-Team seiner Favoritenrolle gerecht wurde und über Mazedonien mit 3,5 : 0,5 hinwegfegte, gewann auch die Damen-Mannschaft gegen das höher eingeschätzte Kroatien. Dieses Match verlief dramatisch: Nach einem Remis von Anna-Lena Schnegg standen drei Turmendspiele auf den restlichen drei Brettern. Das etwas bessere von Katharina Newrkla und das etwas schlechtere von Veronika Exler endeten unentschieden, sodass die Partie von Julia Novkovic (am Foto bei der Staatsmeisterschaft 2017) entscheiden musste. Sie befand sich bereits auf der Siegerstraße, ehe in beiderseitiger Zeitnot - und bei nicht trivialer Gewinnführung - beide Spielerinnen mehrfach fehlgriffen und die Stellungsbewertung wiederkehrend zwischen Sieg und Remis schwankte. Schließlich beging aber doch ihre Gegnerin den letzten Fehler und Julia Novkovic konnte ein Endspiel mit Dame gegen Turm erreichen, das sie zum Sieg führte. Ihr vierter Punkt in Serie und ein sehr wichtiger für das Damen-Team, das nun im Mittelfeld liegt und in Runde 8 mit England erneut einen Gegner in Reichweite bekommt. Auch die Herren haben sich wieder auf 50 Prozent der möglichen Mannschaftspunkte gespielt - sie bekommen es nun mit Weißrussland (Nummer 16) zu tun. Wieder gab es einen Führungswechsel im Herren-Bewerb: Nun liegen mit Russland und Aserbaidschan die beiden elostärksten Mannschaften auf den ersten beiden Plätzen, morgen kommt es zum direkten Duell. (em, Foto: Kastner)