Cairns Cup: Kosteniuk führt in St. Louis
Alexandra Kosteniuk führt beim Cairns-Cup in St. Louis nach drei Runden. In der zweiten muss sich die Ex-Weltmeisterin gegen Ana Zatonski noch strecken um eine Punkteteilung zu erreichen, in der dritten überzeugt sie aber wieder mit einem zweiten Schwarzsieg gegen Jungstar Zhansaya Abdumalik. An den Fersen sind ihr Landsfrau Valentina Gunina und Lokaltmatadorin Irina Krush. Im direkten Duell der Beiden verpasst Gunina nach zeitintensiver Eröffnungphase eine Gewinnstellung in einen ganzen Punkt zu verwandeln. Eine Ungenauigkeit erlaubt Krush ausreichendes Gegenspiel zur Punkteteilung. Solide im Mittelfeld liegen Harika, Zatonski, Abdumalik und Dzagnidze mit je eineinhalb Punkten. Den schlechtest Start hat Elisabeth Pähtz mit zwei Niederlagen und einem Kurzremis gegen Krush hingelegt. Sie liegt hinter Sebag und Khotenashvili nur am letzten Platz. Die vierte Runde folgt heute ab 20:00 Uhr MEZ: (wk, Foto: Turnierseite)
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St. Louis ist als Ausrichter der US-Meisterschaften und Station der Grand Chess Tour schon lange der Dreh- und Angelpunkt des US-Schachs. Jetzt ermöglicht das Team rund um Milliardiär Rex Sinquefield mit dem "Cairns Cup" erstmals auch den Frauen ein hochkarätiges Turnier mit einem Preisfonds von 150.000 Dollar. Gespielt wird ein Rundenturnier mit 10 Teilnehmerinnen. In der gestrigen ersten Runde glänzt Ex-Weltmeisterin Alexanda Kosteniuk (2537) gegen Elisabeth Pähtz (2477) nach fragwürdiger Eröffnungsbehandlung mit einer furiosen Behandlung des Mittelspiels. Ein doppeltes Qualitäsopfer leitet einen siegreichen Königsangriff ein. Schwarzsiege gelingen auch Lokalmatadorin Irina Krush (2436) gegen Nana Dzagnidze (2513) und Zhansaya Abdumalik (2468) gegen Anna Zatonskih (2428). Der einzige Weißsieg des Tages gelingt Valentina Gunina (2501) gegen Bela Khotenashvili (2491). Lediglich Dronavalli Harika (2471) und Marie Sebag (2476) teilen den Punkt. Die übliche Live-Show aus St. Louis mit Yasser Seirawan, Jennifer Shahade und Maurice Ashley beginnt auf der Turnierseite um 20:00 Uhr MEZ. (wk, Foto: Turnierseite)
In der deutschen Schachbundesliga standen am Wochenende die Runden sieben und acht am Programm. Markus Ragger gewinnt mit der SG Solingen gegen SF Berlin 1903, dem Klub von Peter Schreiner und Felix Blohberger überraschend knapp mit 4,5:3,5. Ragger remisiert gegen Morand Wojciech, Felix Blohberger gelingt ein feines Remis gegen Predrag Nikolic. Den Sieg für Solingen fixieren Erwin L´Amie gegen Micheal Springer und Borki Predojevic gegen Peter Schreiner. Am Sonntag gewinnt Solingen gegen Dresden glatt mit 5,5:2,5. Ragger remisiert mit Schwarz am zweiten Brett im Duell der beide stärksten deutschsprachigen Spieler gegen Liviu-Dieter Nisipeanu. Die SF Berlin feiert gegen Düsseldorf mit 5:3 einen zweiten Saisonsieg. Schreiner remisiert gege Andrey Orlov, Blohberger gewinnt gegen Inna Agrest. Im Einsatz war auch Stefan Kindermann für MSA Zugwzang. Punkte gibt es für die Münchner allerdings weiter keine. Gegen Bremen setzt es ein 1:7 und gegen SV Mülheim Nord ein 3:5. Kindermann verliert gegen Zahar Efimenko, remisiert aber gegen Pavel Tregubov. Zugzwang ist damit weiter ohne Punkt, die Chance auf den Klassenerhalt lebt aber weiter, da die direkten Duelle mit den anderen Abstiegskandidaten noch ausstehen. In der Tabelle führt Titelverteidiger Baden-Baden mit 14 Punkten aus sieben Begegnungen vor Raggers Solingen (14/8) sowie Hockenheim und Deizisau (12/7). Berlin liegt mit vier Punkte am 11. Platz, MAS Zugzwang ohne Punkt auf Platz 15. Das ist nach dem Rückzug von Aachen der letzte. (wk, Foto: Schachbundesliga)
Der 20-jährige Russe Vladislav Artemiev gewinnt als Nummer 11 der Setzliste überraschend das stark besetzte Open in Gibraltar. In der Schlussrunde besiegt Artemiev im Kampf um den Sieg den Chinesen Yangyi Yu mit Schwarz in der Vorstoßvariante der Caro-Kann Verteidigung. Noch sensationeller ist der zweite Platz des ein jahr jüngeren Murali Karthikeyan. Der mit einer Elozahl von 2570 nur an 49. Stelle gesetzte Inder gewinnt gegen den topgesetzten Franzosen Maxime Vachier-Lagrave und wird mit acht Punkten alleiniger Zweiter. Der dritte Außenseitersieg an den drei Spitzenbrettern gelang gestern dem Engländer David Howell gegen Levon Aronian, die Nummer 2 des Turniers. Er wird nach Feinwertung hinter Vitiugov und vor Guijarro David Anton Vierter. Dahinter teilen 17 Spieler mit sieben Punkten den sechsten Platz. Die Sonderwertung für Frauen gewinnt Zhongyi Tan (7 Punkte, 22. Platz) vor Mariya Muzychuk (6,5, 23.) und Wenjun Ju (6, 45.). Die beiden Österreicher im Feld spielen im Rahmen ihrer Erwartung. Valentin Dragnev kommt mit fünfeinhalb Punkten auf den 71. Platz von 252 Spielern, Dominik Horvath landet mit fünf Punkten im Mittelfeld. (wk, Foto: Turnierseite)
Wladimir Borissowitsch Kramnik, der 14. Weltmeister der Schachgeschichte, hat heute in Wijk aan Zee seinen Rücktritt vom aktiven Schach bekannt gegeben. In seiner Erklärung meint Kramnik, "er habe diese Entscheidung schon vor Monaten getroffen und jetzt nach seinem letzten Turnier, dem Tata Steel, wäre es Zeit sie bekannt zu geben". Kramnik gilt als einer der besten Spieler aller Zeiten. Den WM-Titel hat er im Jahr 2000 keinem Geringeren als Garri Kasparow abgeknöpft. Er gewann das Match mit 8,5:6,5 und blieb dabei ungeschlagen. In diesem Match nutzte Kramnik als erster Weltklassespieler die "Berliner Mauer" in der spanischen Eröffnung, die seitdem eine wahre Blütezeit erlebt. Entthront wurde Kramnik erst 2007 in Mexiko von Vishy Anand. Kramnik feierte zudem viele weitere Erfolge. Er gewann mit Russland in den 90-ern dreimal die Schach-Olympiade, feierte 10 Siege bei den Dortmunder Schachtagen, gewann dreimal in Linares, zweimal das Tal-Memorial und 2011 auch die London Chess Classic. Zuletzt ist der von allen gefürchtete Postionsspieler zum unternehmungslustigen Schach seiner Jugend zurückgekehrt, konnte damit aber nicht mehr an die ganz großen Erfolge anschließen. Man merkte ihm an, dass die Ergebnisse nicht mehr im Vordergrund standen, sondern aufregendes und spannendes Schach. (wk, Foto: Tata Steel)