US-Meisterschaften: Nakamura und Yu auf Titelkurs
Hikaru Nakamura und Jennifer Yu führen nach sieben Runden bei den US-Meisterschaften in St. Louis. In der offenen Klasse gewinnt Nakamura in den Runden sechs und sieben gegen Timur Gareyev und Varuzhan Akobian und setzt sich ungeschlagen mit drei Siegen insgesamt und fünf Punkten alleine an die Spitze. Allerdings sind ihm mit Sam Sevian, Leinier Dominguez und Fabiana Caruana drei Verfolger mit einem halben Punkt Rückstand dicht an den Fersen. Aussichtsreich im Rennen liegt auch noch Wesley So mit vier Punkten. Weniger gut läuft es für Titelverteidiger Sam Shankland. Er wartet noch auf einen ersten Sieg und hält bei drei Punkten. Im Frauenbewerb ist die 17-jährige Jennifer Yu im Lauf. Sie gewinnt bisher sechs Partien bei einem Remis gegen Annie Wang. Zu ihren Opfern gehört auch die siebenfache Meisterin Irina Krush, für die das Turnier desaströs verläuft. Sie verliert gestern gegen Anna Zatonskih ihre vierte Partie und liegt mit zwei Punkten gemeinsam mit Feng, Foisor und Nguyen nur am Tabellenende. Ihre langjährige Konkurrentin Zatonskih ist hingegen mit sechs Punkten die erste Verfolgerin von Yu und macht den Kampf um den Titel zum Generationenduell. Eineinhalb Punkte Rückstand haben vier Runden vor Schluss Annie Wang und Tatev Abrahamyan. Die neunte Runde beginnt heute um 19:00 MEZ. (wk, Foto: Turnierseite)
Turnierseite

Drei Runden sind inzwischen bei den US-Meisterschaften in St. Louis gespielt und Fabiano Caruana muss weiter auf einen ersten Sieg warten. Seine bisherigen Partien gegen Samuel Sevian (2642), Ray Robson (2667) und Awonder Liang (2590) endeten allesamt Remis. Hikaru Nakamura und Wesley So, den beiden anderen Top-Favoriten, geht es etwas besser. Nakamura gewannen gestern gegen Sevian eine erste Partie, So in der zweiten Runde gegen Gareyev. In beiden Fällen verpassen die Gegner aber erst gegen Ende der Partie die Punkteteilung mit Fehlern in einem Turmendspiel. In der Tabelle führt überraschend die US-Nachwuchshoffnung Jefferey Xiong. Er überzeugt mit ideenreichem Spiel und Mut zum Risiko. Der Lohn sind zwei Schwarzsiege gegen Timur Gareyev und Titelverteidiger Sam Shankland. Im Frauenbewerb startet Jennifer Yu mit drei Punkten aus drei Partien. Gestern besiegt sie die vielfache Meisterin Irina Krush mit Schwarz. Anna Zatonski folgt mit zweieinhalb Punkten, Annie Wang und Carissa Yip, zwei weitere Youngsters neben Yu, halten bei zwei Punkten. Die vierte Runde startet heute um 19:00 MEZ. (wk, Foto: Turnierseite)
Der Fokus der Schachfans liegt seit gestern neben den Europameisterschaften auch bei den Meisterschaften der USA in St. Louis. Im Unterschied zu Europa wird in Amerika ein Rundenturnier gespielt. Das Preisgeld von 200.000 US-Dollar sorgt dafür, dass die Besten am Start sind. Dazu gehören mit Fabiano Caruana, Wesley So, Hikaru Nakamura, Sam Shankland und dem Neo-Amerikaner Leinier Dominguez in der offenen Klasse gleich fünf Spieler der gehobenen 2700-er Kategorie. Ergänzt wird das Feld mit weiteren starken Großmeistern: Xiong, Robson, Sevian, Akobian, Lenderman, Liang und Gareev. In der ersten Runde kommt lediglich Jeffery Xiong gegen Timur Gareev mit den schwarzen Steinen zum ganzen Punkt, wobei der Kreativspieler Gareev wohl Opfer seiner katastrophalen Zeiteinteilung wurde. Nach sieben Zügen hatter er nur mehr 35 Minuten Bedenkzeit übrig. Am Ende waren es nur mehr Sekunden. Im Spitzenspiel der Runde teilten Nakamura und So den Punkt. Caruana wandelt mit einem Sweshnikow-Sizilianer gegen Sevian auf den Spuren Carlsens, kommt aber ebenso wie Titelverteidiger Shankland gegen Robson "nur" zu einem Remis. Im Frauenbewerb führt die vielfache US-Meisterin Irina Krush die Setzliste vor Anna Zatonski und Tatev Abrahamyan an. Dahinter gibt es aber mit den Youngsters Jennifer Yu, Carissa Yip und Anni Wang bereits ernst zu nehmende Konkurrenz im Kampf um den Titel. Gestern konnte Krush eine Verluststellung noch gewinnen. Siege gab es auch für Wang, Yu, Yip, Feng und Zatonski. Hohes Lob verdient, wie immer bei Bewerben in St. Louis, die Live-Kommentierung mit Seirawan, Shahade und Ashley. (wk, Foto: Turnierseite)
Die Team-Weltmeisterschaft in Astana beginnt mit einigen Überraschungen. Insbesondere Titelverteidiger und Elofavorit China legt bei den Herren einen Fehlstart hin. Zum Auftakt gelingt noch ein klarer 3,5:0,5 Sieg gegen Aserbaidschan, aber in der zweiten Runde setzt es eine überraschende 1,5:2,5 Niederlage gegen die USA. Zu allem Überdruss verliert China gestern auch das wichtige direkte Duell gegen Russland mit 1,5:2,5 und ist damit wohl frühzeitig aus dem Titelrennen. Den entscheidenden Punkte für Russland holt Ian Nepomniachtchi gegen Yangyi Yu. In der Tabelle führt Russland nach drei Runden mit sechs Punkten vor Indien, USA und England (alle fünf Punkte). Iran und Kasachstan haben bereits einen Respektabstand und liegen mit drei Punkten im Mittelfeld vor China (2), Aserbaidschan (1) sowie Ägypten und Schweden (je 0). Im Frauenbewerb sind Russland und China mit je sechs Punkten gleichauf an der Spitze, wobei die Russinnen erst drei Remisen zugelassen haben und nach Feinwertung führen. Es folgen die Ukraine mit fünf Punkten und Indien mit vier. Die Runden beginnen jeweils um 10:00 Uhr MEZ. Sie werden live übertragen und kommentiert. (wk)
Dank eines Unentschiedens mit Weiss in der Schlussrunde gegen GM Nikita Petrov (Genf/Rus) entschied GM Noël Studer (Bern) das Accentus Young Masters in Bad Ragaz mit einem ganzen Punkt Vorsprung für sich. Der 22-jährige Schachprofi feierte damit seinen dritten grossen Erfolg in der Schweiz nach dem Gewinn der Schweizer Meisterschaft 2016 und dem Bundesmeister-Titel 2018. Als Startnummer 4 des Zehner-Feldes blieb Noël Studer ungeschlagen, totalisierte mit sechs Siegen und drei Remis 7½ Punkte und kam auf eine ELO-Performance von 2740. Er rehabilitierte sich damit auf eindrückliche Art und Weise für die misslungene Vorstellung im Vorjahr, als er nur auf Rang 8 kam. Grund zur Freude hatte im St. Galler Thermalkurort auch IM Lev Yankelevich. Der 21-jährige Deutsche holte seine erste GM-Norm. Lediglich als Nummer 7 gestartet, wurde er mit 6½ Punkten ausgezeichneter Zweiter – vor dem punktgleichen Petrov (Nr. 2). Sein topgesetzter Landsmann GM Dennis Wagner (5½ Punkte) musste mit Platz 4 Vorlieb nehmen. Österreichs Hoffnung Dominik Horvath muss als jüngster Teilnehmer des Feldes diesmal noch Lehrgeld zahlen. Er verliert gegen Studer, Petrov, Albornoz und Engel. Gegen alle anderen Teilnehmer gelingen Remisen. Damit wird Horvath mit zweieinhalb Punkte vor Kurmann und Colmenares in der Schlusstabelle Achter. (wk, Text/Foto: Turnierseite)