Sinquefield Cup: Caruna geht in Führung
Fabiano Caruana übernimmt in der sechsten Runde des Sinquefield Cups in St. Louis mit einem Sieg gegen Sergej Karjakin die alleinige Führung. Caruana ist der Einzige, dem bisher ein zweiter Sieg gelang. Im Duell der WM-Herausforderer von 2016 und 2018 übernimmt Caruana in einem katalansichen Stellungstyp rasch die Inititative. Karjakin lassen seine sonst so hoch geschätzten Defensivqualitäten im Stich. Er muss seine bereits dritte Niederlage hinnehmen. Magnus Carlsen kommt mit Schwarz gegen Alexander Grischuk ebenfalls stark under Druck. Der Russe stand einige Züge wohl auf Gewinn, bevor sich der Weltmeister mit einer Zugwiederholung ins Remis retten konnte. Alle anderen Partien der sechsten und fünften Runde endeten ebenfalls mit Remisen. Die ersten Sieben sind weiter ungeschlagen. Caruna führt mit vier Punkten vor Mamedyarov, Grischuk, Aronian und Carlsen mit je dreieinhalb. Vachier-Lagrave und Anand halten die 50%-Marke. Am Tabellenende sind sieglos So, Nakamura und Karjakin mit einer, zwei bzw. drei Niederlagen. Heute kommt es ab 20:00 Uhr zum mit Spannung erwarteten letzten Aufeinandertreffen zwischen Carlsen und Caruana vor dem WM Match im November in London. (wk, Foto: Turnierseite)
Sinquefield Cup (Live-Übertragung, Live-Kommentierung)

Der Sinquefield Cup in St. Louis verläuft spannend und ausgeglichen. Nach fünf von neun Runden führen fünf Spieler mit je einem Sieg und drei Punkten. In der ersten Runde starten Levon Aronian und Shakhriyar Mamedyarov mit Siegen gegen Sergey Karjakin und Wesley So. In der zweiten Runde gewinnt Magnus Carlsen das Prestigeduell gegen seinen letzten WM Herausforderer Sergey Karjakin. Tags darauf feiert Alexander Grischuk gegen Hikarua Nakamura den bisher einzigen Schwarzsieg und in der vierten Runde schließt Fabiano Caruana mit einem Sieg gegen seinen amerikanischen Landsmann Hikarua Nakamura zur Spitzengruppe auf. Gestern blieb der Status Quo mit fünf Remisen unverändert. Ohne Niederlage sind auch noch Viswanathan Anand und Maxime Vachier-Lagrave, sie konnten aber noch keine Partie gewinnen. Wesley So liegt mit einer Niederlage am achten Platz, den Letzten teilen ausgerechnet Karjakin und Nakamura. Nakamura führt überlegen in der Gesamtwertung. Ihm ist die Qualifikation für das Finale der besten Vier in London nicht mehr zu nehmen. Karjakin, er ist hinter Vachier-Lagrave und vor So derzeit Dritter, muss aber ebenso wie So aufpassen nicht von Aronian oder Mamedyarov noch überholt zu werden. Heute ist in St. Louis ein Ruhetag, die sechste Runde beginnt morgen um 20:00 Uhr MEZ. (wk, Foto: Turnierseite)
Extrem spannend verlief der Kampf um den Turniersieg im "Rapid & Blitz" in St. Louis. Hikaru Nakamura und Shakriyar Mamedyarov liefern sich über die gesamte Länge beider Bewerbe ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Entscheidung um den Turniersieg fällt in den direkten Blitzpartien. Hier ist Nakamura der Glücklichere. In der achten Partie des esten Blitztage stellt Mamedyarov in Gewinnstellung die Partie gegen den Amerikaner einzügig ein. Dieses Drama wiederholt sich in der Vorschlussrunde. Zu diesem Zeitpunkt führt Nakamura mit einem Punkt Vorsprung. Erneut verpasst Mamedyarov eine gewinnbringende Fortsetzung und überzieht im Bestreben gewinnen zu müssen. Nakamura gewinnt somit nach Paris sein zweites Turnier in der Grand Chess Tour 2018 und übernimmt zudem von Wesley So, dem es diesmal mit einem achten Platz gar nicht läuft, mit 33 Punkten auch die Führung in der Gesamtwertung. Neuer Zweiter ist nach einer grandiosen Vorstellung im Blitzschach Maxime Vachier-Lagrave. Er gewinnt den Blitzbewerb mit 13,5 Punkten souverän vor Nakamura 10,5 und Grischuk (9,5) und katapultiert sich damit im "Rapid § Blitz" in St. Louis und in der Gesamtwertung, mit 25 Punkten, auf den zweiten Platz, einen Punkt vor Karjakin und zwei Punkte vor So. Diese drei Spieler haben auch besten Chancen mit einem "normalen" Ergebnis beim heute beginnenden Sinquefield Cup neben Nakamura das Finale der besten Vier in London zu erreichen. Chancen hat noch Levon Aronian, er müsste aber vier Punkte auf So gut machen. Mamedyarov ist mit acht Punkten Rückstand auf So wohl so gut wie aus dem Rennen. Der Sinquefield Cup wird heute eröffnet, die erste Runde findet morgen um 20:00 Uhr MEZ statt. Weltmeister Magnus Carlsen ist diesmal mit einer Wild Card dabei und spielt statt Dominguez. (wk, Foto: Turnierseite)
Radoslaw Gajek gelingt beim FIDE Open in Dresden eine GM-Norm. Der Neo-Österreicher, Gajek hat seit Anfang Juli eine österreichische Spielberechtigung, lebt seit mehr als zwei Jahren im Wiener Raum, studiert und gibt Schachunterricht. In Dresden gelingt ihm seine erste GM-Norm. Dabei begann das Turnier für Gajek gar nicht so gut. In der dritten Runde verliert er gegen den Ungarischen GM Gabor Papp. Ein dritter Sieg in der vierten Runde führt ihn aber wieder an die Spitze heran. In den Runden fünf und sechs besiegt Gajek mit Vladimir Onischuk und Evgeny Romanov zwei renommierte Großmeister der Kategorie 2600 plus. Drei Remisen gegen GM Suri Vaibhav, IM Di Li und GM Vladimir Burmakin sichern dem ambitionierten Talent die Großmeister-Norm. Das ist ein perfekter Einstand in einen neuen Lebensabschnitt. Turniersieger in Dresden wird Evgeny Vorobiov mit sieben Punkten dank besserer Drittwertung vor Alexander Kovchan. Gajek wird in dem 98 Teilnehmer großen Feld hinter Andreas Heimann Vierter. Gesetzt war er als Nummer 15. (wk)