Nakamura gewinnt in St. Louis "Rapid & Blitz"
Extrem spannend verlief der Kampf um den Turniersieg im "Rapid & Blitz" in St. Louis. Hikaru Nakamura und Shakriyar Mamedyarov liefern sich über die gesamte Länge beider Bewerbe ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Entscheidung um den Turniersieg fällt in den direkten Blitzpartien. Hier ist Nakamura der Glücklichere. In der achten Partie des esten Blitztage stellt Mamedyarov in Gewinnstellung die Partie gegen den Amerikaner einzügig ein. Dieses Drama wiederholt sich in der Vorschlussrunde. Zu diesem Zeitpunkt führt Nakamura mit einem Punkt Vorsprung. Erneut verpasst Mamedyarov eine gewinnbringende Fortsetzung und überzieht im Bestreben gewinnen zu müssen. Nakamura gewinnt somit nach Paris sein zweites Turnier in der Grand Chess Tour 2018 und übernimmt zudem von Wesley So, dem es diesmal mit einem achten Platz gar nicht läuft, mit 33 Punkten auch die Führung in der Gesamtwertung. Neuer Zweiter ist nach einer grandiosen Vorstellung im Blitzschach Maxime Vachier-Lagrave. Er gewinnt den Blitzbewerb mit 13,5 Punkten souverän vor Nakamura 10,5 und Grischuk (9,5) und katapultiert sich damit im "Rapid § Blitz" in St. Louis und in der Gesamtwertung, mit 25 Punkten, auf den zweiten Platz, einen Punkt vor Karjakin und zwei Punkte vor So. Diese drei Spieler haben auch besten Chancen mit einem "normalen" Ergebnis beim heute beginnenden Sinquefield Cup neben Nakamura das Finale der besten Vier in London zu erreichen. Chancen hat noch Levon Aronian, er müsste aber vier Punkte auf So gut machen. Mamedyarov ist mit acht Punkten Rückstand auf So wohl so gut wie aus dem Rennen. Der Sinquefield Cup wird heute eröffnet, die erste Runde findet morgen um 20:00 Uhr MEZ statt. Weltmeister Magnus Carlsen ist diesmal mit einer Wild Card dabei und spielt statt Dominguez. (wk, Foto: Turnierseite)
Saint Louis Rapid & Blitz, Sinquefield Cup

Radoslaw Gajek gelingt beim FIDE Open in Dresden eine GM-Norm. Der Neo-Österreicher, Gajek hat seit Anfang Juli eine österreichische Spielberechtigung, lebt seit mehr als zwei Jahren im Wiener Raum, studiert und gibt Schachunterricht. In Dresden gelingt ihm seine erste GM-Norm. Dabei begann das Turnier für Gajek gar nicht so gut. In der dritten Runde verliert er gegen den Ungarischen GM Gabor Papp. Ein dritter Sieg in der vierten Runde führt ihn aber wieder an die Spitze heran. In den Runden fünf und sechs besiegt Gajek mit Vladimir Onischuk und Evgeny Romanov zwei renommierte Großmeister der Kategorie 2600 plus. Drei Remisen gegen GM Suri Vaibhav, IM Di Li und GM Vladimir Burmakin sichern dem ambitionierten Talent die Großmeister-Norm. Das ist ein perfekter Einstand in einen neuen Lebensabschnitt. Turniersieger in Dresden wird Evgeny Vorobiov mit sieben Punkten dank besserer Drittwertung vor Alexander Kovchan. Gajek wird in dem 98 Teilnehmer großen Feld hinter Andreas Heimann Vierter. Gesetzt war er als Nummer 15. (wk)
Hikaru Nakamura und Shakhriyar Mamedyarov führen in St. Louis nach den neun Schnellschachpartien das Feld an. Dabei war WM-Kandidat Fabiano Caruana bei seinem "Heim-Turnier", er wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft des St. Louis Chess Clubs, zu Beginn dem Feld enteilt. Er gewinnt alle drei Partien des ersten Spieltages, kann dann aber keine weitere mehr gewinnen. Das Blatt dreht sich aber erst zu seinen Ungunsten nachdem er am dritten Spieltag eine Gewinnstellung gegen Leinier Dominguez einstellt. Das gibt Nakamura und Mamedyarov, für den Aserbaidschaner ist es der erste Turnierauftritt in den USA, die Chance mit Caruana gleichzuziehen und in der Schlussrunde noch zu überholen. Vor den Blitzpartien, die ersten Neun heute ab 20:00 Uhr, führen daher Nakamura und Mamedyarov mit je 12 Punkten vor Caruana (11). Dominguez, Karjakin und Aronian (alle 9) sowie Vachier-Lagrave und Tourleader So (beide 8) liegen durchaus noch im Titelrennen. Nur Anand und Grischuk sind mit je 6 Punkten schon etwas abgeschlagen. In 18 Runden Blitzschach kann aber noch viel passieren. (wk, Foto: Turnierseite)
Robert Kreisl gelingt beim "University-Open" in Riga mit einer Performance von 2629 seine zweite Norm für den Titel eine Großmeisters. Zum Auftakt gelingen dem Steirer zwei "Pflichtsiege", darauf folgen vier Partien gegen Großmeister in denen Kreisl mit zweieinhalb Punkten den Grundstein für die Norm legt. Einem Remis gegen den Deutschen Jan-Christian Schröder folgt ein Sieg gegen dessen Landsmann Dmitrij Kollars. Die einzige Niederlage im Turnier gegen Ilia Smirin kann Kreisl mit einem Sieg gegen den Esten Kado Kulaots sofort wieder wettmachen und einen weiteren Sieg gegen den ungarischen IM Florian Kaczur nachlegen. Zwei Remisen gegen den Deutschen Alexander Donchenko und den Spanier Cazorla Pere Garriga sichern die Norm und einen elften Platz im Endklassement. Eine tolle Platzierung für den am 50. Platz der Startrangliste gesetzten Österreicher. Der Turniersieg geht mit je siebeneinhalb Punkten an die Armenier Robert Hovhannisyan und Manuel Petrosyan. Sieben Spieler folgen punktegelich mit jeweils sieben Punkten. Valentin Dragnev spielt im Rahmen seiner Erwartung und beendet das Turnier mit sechs Punkten am 32. Platz. (wk, Foto: Turnierseite)
Die Grand Chess Tour hat sich zu einem Fixpunkt im internationalen Turnierkalender entwickelt. Insbesondere das neue Format "Rapid & Blitz" bietet neue Möglichkeiten für Spieler und Zuschauer. In der zweiten Augusthälfte gastiert die Grand Chess Tour mit beiden Formaten in St. Louis. In einem Doppelschlag wird vom 11. bis 16. August Rapid & Blitz gespielt, nach einer kurzen Pause folgt vom 18. bis 28. August der Sinquefield Cup im Standardschach. Es sind nach Leuven und Paris die Stationen drei und vier der Tour. Das Finale folgt im Dezember in London. Wesley So kommt als Führender der Tour nach St. Louis, dicht gefolgt von Nakamura und Karjakin. Hochkarätig ist wie immer das Teilnehmerfeld. Am Start sind in allen Bewerben Alexander Grischuk, Fabiano Caruana, Hikaru Nakamura, Levon Aronian, Maxime Vachier-Lagrave, Shakhriyar Mamedyarov, Sergey Karjakin, Viswanathan Anand und Wesley So. Ergänzt wird das Feld im Schnell- und Blitzschach von Leinier Dominguez und im Sinquefield Cup von Weltmeister Magnus Carlsen. Mit Spannung erwartet St. Louis dabei das letzte Duell zwischen Carlsen und Caruana vor ihrem WM-Match im November in London. Zuerst stehen aber von heute bis Montag neun Runden Schnellschach sowie am Dienstag und Mittwoch 18 Runden Blitzschach am Programm. Die Live-Übertragung und Kommentierung beginnt in St. Louis. um 13:00 Uhr, das ist 20:00 MEZ. (wk, Foto: Turnierseite)